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  • Jan Weiler: Der Markisenmann | Mysite

    Jan Weiler: Der Markisenmann Klappentext: Was wissen wir schon über unsere Eltern? Meistens viel weniger, als wir denken. Und manchmal gar nichts. Die fünfzehnjährige Kim hat ihren Vater noch nie gesehen, als sie von ihrer Mutter über die Sommerferien zu ihm abgeschoben wird. Der fremde Mann erweist sich auf Anhieb nicht nur als ziemlich seltsam, sondern auch als der erfolgloseste Vertreter der Welt. Aber als sie ihm hilft, seine fürchterlichen Markisen im knallharten Haustürgeschäft zu verkaufen, verändert sich das Leben von Vater und Tochter für immer. Ein Buch über das Erwachsenwerden und das Altern, über die Geheimnisse in unseren Familien, über Schuld und Verantwortung und das orange-gelbe Flimmern an Sommerabenden. zum Autor: Jan Weiler... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Roman Verlag: Heyne erschienen: 2021 Seitenzahl: 336 Die Ich-Erzählerin Kim, berichtet als inzwischen 32-jährige Schauspielerin von ihren Problemen in der Familie, als verwöhnte und unzufriedene 15 Jahre alte Jugendliche und einer Tat, die nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Die Themen des Romans umfassen Freundschaft, Erste Liebe, das Erwachsenwerden, Rebellion und Verantwortung, Konstellationen in „Patchwork-Familien“, Verrat, die Problematik der beiden deutschen Staaten vor der Wiedervereinigung und Familiengeheimnisse… Es ist auch die Suche nach Identität, Kim’s Vater war bis zum Zeitpunkt des 1. Kennenlernens mit 15 „unscharf“, nämlich auf einer Fotografie und sonst nicht für sie vorhanden. Dies ändert sich mit ihrem Anschlag auf den Bruder. Sie darf nicht mit in den Familienurlaub, sondern muss die Ferienzeit bei ihrem leiblichen Vater, dem „Unscharfen“ in Duisburg verbringen. Sie erkennt sich zwar visuell in ihm, der Mensch selbst ist ihr natürlich völlig fremd, ebenso seine Gründe, nie vorher Kontakt mit ihr aufgenommen zu haben.... Wie hat es uns gefallen: Die sich entwickelnde Vater-Tochter-Beziehung ist so anrührend, bewegend und gleichzeitig komisch geschrieben, dass es schwer fällt, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Großartig gezeichnet ist das Lokalkolorit des Ruhrpotts, die Charakteristik des Menschenschlags. So nah am Puls, „menschelt“ es zuhauf. Was hat uns gefallen: Besonders gefallen hat uns der Schreibstil des Autors, das Herausarbeiten von Komik im Ernst der Geschichte. So die herrlichen Wortschöpfungen: – „wohlstandsverwahrlost“ Seite 122: „offenbar besaß Ronald Papen eine seit Jahrzehnten ausgebaute Wurst-Kompetenz“ Seite 198: „Stellt euch mal vor, der Lütz hat Eiswürfel gekauft, rief er. Das wird eine völlig neue Dimension von Trinkkultur. Unerhört.“ Die Figur der Außenseiterrolle, ob bei Kim, Ronald oder Alic ist sehr gut dargestellt. Seite 257: „Dass mein Vater als Erwachsener ein Außenseiter war, darauf war ich schon selbst gekommen“ Seite 102: „Ich verstand, dass er kein eigenbrötlerischer Mensch war, eher schüchtern und abwartend.“ Auch Alic sucht nach Zugehörigkeit, Identität: Seite 81 „Ich kann es nicht als Russe schaffen und auch nicht als Tunesier. Aber als Alik Cherif kann ich jemand sein“ „Er hatte keine Freunde, weil er sich niemanden zugehörig fühlte“. Hoch interessant auch Wandel der Figur Heikos während des Buchs, wir verraten nicht, wodurch 😉 Unsere besondere Aufmerksamkeit galt Kims Mutter und deren Gefühlen in der Familie. Was fanden wir noch bewegend: Die Entstehung der Vater-Tochter-Bindung ist sehr berührend. Seite 202: „Er wollte mir bloß nichts aufnötigen, zumal er keine Ahnung von pädagogischen Ansätzen bei schwer erziehbaren sechzehnjährigen Mädchen hatte. ( ..)er erzog mich trotzdem, quasi aus Versehen, indem er mir vorlebte, wie man sich als zivilisierter Mensch verhält.“ Die Laufbahn Alics, der trotz überdurchschnittlicher Anlagen, hoher Intelligenz, am Tresen von Klaus „endet.“ - Es fehlt die Förderung des Elternhauses, der Gesellschaft schlechthin. Vergleich zu „Streulicht“. Wir sprachen über: Sehr gut fanden wir ebenfalls das Treffen der Balance, bei den Schilderungen die den Stasi-Knast, die Foltermethoden betreffen. Sie werden nicht „ausgeschlachtet“ und dennoch kann jede(r) sich vorstellen, was es bedeutet hat. Fazit: U N E R H Ö R T 😉 Wir empfehlen nicht nur einhellig den Roman, wir wählen ihn auch liebend gern als Geschenkvorschlag. Am Ende ein kleiner Ausflug in die Musikwelt der Puhdys, dessen Text im Buch eine wichtige Rolle spielt und sehr zum berührenden Wohlfühlcharakter beigetragen hat: Puhdys - Wenn ein Mensch lebt '79 - YouTube . unsere Lesekreiserfahrungen:

  • Pascal Mercier: Der Klavierstimmer | Mysite

    Pascal Mercier: Der Klavierstimmer Ein berühmter italienischer Tenor wird während der Aufführung von Puccinis "Tosca" auf offener Bühne erschossen. Die Kinder des Täters, die Zwillinge Patrice und Patricia, reisen nach Berlin, um zu verstehen, wie es zu dieser Tat kommen konnte. Schicht für Schicht legen sie die Beweggründe frei, die ihren Vater, einen legendären Klavierstimmer und glücklosen Opernkomponisten, zur Waffe greifen ließen. zum Autor: Pascal Mercier, dieses Jahr im Juni gestorben,... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: tragischer Roman Verlag: btb (als Taschenbuch) erschienen: erstmals 1998 Seitenzahl: 507 zu unserer Lesekreis-Erfahrung: Um den Klappentext nicht zu wiederholen, steigen wir ein mit den beiden Hauptthemen des Romans: die Lebensgeschichte des Klavierstimmers Frederic Delacroix, der in seinem Verlangen, seiner Gier nach Bestätigung und Ruhm, sich selbst trotz seines Bekanntheitsgrades in seinem Metier, nie genug wertgeschätzt fühlt. Die verbotenen Liebe seiner Kinder, des Zwillingspaars Patricia und Patrice, die der Anziehung voreinander geflüchtet, nach 6 Jahren einen Weg suchen in der heilenden Kraft des Schreibens. Wie hat es uns gefallen: Als Gliederung wird in 7 Heften die Geschichte eines Dramas erzählt. Die Selbstwahrnehmung des Zwillingspaars Patricia und Patrice der Ereignisse. Insgesamt erscheint der Roman als Inszenierung epischer Größe, eingebettet in die Tragik der Oper Tosca und der Verbindung zu Kleists Novelle Michael Kohlhaas, die Fritz Bärschi alias Frederic Delacroix unbedingt vertonen möchte, und damit endlich berühmt werden. Was hat uns gefallen: Der Schreibstil ist anspruchsvoll, emotional und packend. Ausnahmslos sind alle Romanfiguren glaubwürdig, plastisch und fein konturiert. Im Buch steht dem Lesekreis Patricia am nächsten. Die Sympathieträgerin ist durch ihre Erfahrungen gefestigt und gereift. Das Gegenteil wird mit dem Charakterbild der Mutter empfunden: Selbstmitleidig und egoistisch und eifersüchtig. Am meisten berührt hat uns: Die Szene anlässlich der Polsterung der Tür Seite 141/142 „Als es soweit war, strichst du mit den Händen über die dunkelrote Lederpolsterung…(..) „Probieren wir es aus, sagtest du mit deiner fürchterlichen Tapferkeit“(…..)“Nun? Ist (….) meine Musik jetzt still genug?“ …Seite 407 „Ihr habt nie nach meinem wirklichen Namen gefragt.(…) „Fritz Bärtschi mit Ä“ (…) Ein gewöhnlicher Name. (…..) Davon wolltet ihr nichts hören“ (Pseudonym vergleiche Klavierstimmer Fritz Bärtschi/Peter Bieri 😉?) Wir sprachen über: Die Anwendung des Schreibens als Therapie in der Psychoanalytik. Inzest als Familiengeschick? Chantal, die Mutter wird von GP (Großvater der Kinder) missbraucht, sie wiederum verführt ihren Sohn, ihre Eifersucht auf die Kinder, Seite 143; die Anziehung der Zwillinge Kindheitserlebnisse, die das ganze weitere Leben prägen Die Rolle der Musik im Buch – Emotionen und Stimmungen Was hat uns gestört: Es gibt sehr viele Nebenstränge. Wir sind der Meinung die Vielzahl von Themen überladen beinahe, der Ton ist oft theatralisch, was wiederum zur Oper passt. Lieblings – Zitate: Seite 144: „Blicke sind seltsam flüchtige Wesen: Es gibt sie nur, wenn jemand sie liest; dann aber sind sie beredter und genauer als alle Worte.“ Fazit: Das gesamte Werk lässt sich für uns als große Oper, also Tragödie verstehen: Schicksalsträchtig, brisant, pathetisch. Lesenswert, tiefgründig mit Überlegungen zur Selbstreflexion Das Vorwort passt ebenso als Schlusswort: Wir suchen unser Glück außerhalb von uns selbst, noch dazu im Urteil der Menschen, die wir doch als kriecherisch kennen und als wenig aufrichtig, als Menschen ohne Sinn für Gerechtigkeit, voller Missgunst, Launen und Vorurteile; wie absurd! La Bruyère.....und wie wahr ;-)

  • Dina Nayeri: Drei sind ein Dorf | Mysite

    Dina Nayeri: Drei sind ein Dorf Klappentext: Aus dem Amerikanischen von Ulrike Wasek und Klaus Timmermann. Mit knapp dreißig hat Nilou alles erreicht. Wer hätte je geglaubt, dass sie eine Eliteuniversität besuchen, einen weltgewandten Juristen heiraten und ihre eigene Wissenschaftskarriere beginnen würde? Als Kind ist sie mit ihrer Mutter aus dem Iran geflohen - in die tiefste amerikanische Provinz, wo man sie nicht eben offenherzig empfangen hat. Doch sie hat ehrgeizig nach den Idealen der westlichen Welt gestrebt und sich komplett neu erfunden. Alles könnte also gut sein, wäre da nicht Nilous Vater, ein opiumsüchtiger Verehrer altpersischer Lyrik, der ihr vom Iran aus die Kluft vor Augen führt, die die Familie voneinander trennt. Als Nilou in Amsterdam auf eine Gruppe iranischer Exilanten trifft, mit ihnen kocht und ihren Erzählungen lauscht, erwacht eine alte Sehnsucht in ihr: nach einer Heimat, in der sie ganz einfach sie selbst sein darf. zur Autorin: Dina Nayeri..ist geboren 1979 als Tochter eines iranischen Arztehepaares. Als sie 8 Jahre alt ist, flieht sie mit der Mutter und dem jüngeren Bruder aus dem Iran. Die Mutter war zum Christentum konvertiert und wurde von den Mullahs mit dem Tode bedroht. Der Vater blieb in Isfahan zurück. Quelle: Wikipedia Klick hier: Lesekreis-Erfahrungen Wie hat es uns gefallen? Die Reaktion der Lesegruppe ist unterschiedlich in Hinsicht auf die Thematisierung im Werk: Zum einen liegt der „Schwerpunkt“ des Buchs nicht in der Flucht selbst, sondern behandelt die Entfremdung der eigenen Identität und der, der zurückbleibenden Familienmitglieder. Zum anderen sind auch die Eindrücke über den Charakter der Protagonistin Nilou, die im Alter von acht Jahren mit ihrer Mutter (konvertierte Christin) und jüngerem Bruder aus Persien in der Geschichte auswandert, differenziert. Auf manche wirkt sie in der Erzählung sehr nüchtern oder kalt. Andere empfinden ihr Verhalten als bewusste Distanzhaltung zur inneren Zerrissenheit, zum „Flüchtling-Sein“, dem verzweifelten Versuch des Dazu-Gehören-Wollens. Was hat uns gefallen? Besonders schön und lebendig sind die gefühlvollen Beschreibungen der verschiedenen Charaktere im Buch: Die Mutter, hilfsbereit aufmerksam und verständnisvoll, anteilnehmend. Trotz Scheidung und 2 nachfolgenden Ehen ist sie immer noch bemüht ihrem Mann bzw. Exmann beim Entzug zu helfen. Ein kleines Amüsement und fürs In-sich-hinein-Lächeln ist die Wiedergabe des Akzents der Mutter bei der Englisch-Konversation. Der Vater, als Wasserrutschen-Liebhaber, altpersische Lyrik liebend und rezitierend. Nilous Bruder Kian, der in der Emigration in einer Restaurantküche arbeitet und nie weniger als 20 Zutaten für seine Spezialsoße verwendet. Uns gestört hat: Nilou als Protagonistin ist kein Sympathieträger: Beispiele: sind das rationelle Auswahlverfahren, mit der sie ihren Ehemann aus einer Dating-Rangliste erkoren hat, sie handelt zielorientiert. Sie schämt sich zu sehr für ihren Vater, er ist ihr schlichtweg peinlich, selbst ihrem Ehemann als Familienmitglied gegenüber. Die uns am nächsten stehende Figur ist: Einhellig die absolute Nr. 1, die des Vaters: Liebenswert, herzlich, geistreich und lustig. Leider aufgrund seiner Sinnengenuss -und Opiumsucht unfähig, der Familie in die Emigration und das Zusammenleben zu folgen. Am meisten berührt hat uns: Die Entfremdung vom Vater, die mit jedem der wenigen Treffen deutlicher hervortritt, ihr Erwachsenwerden und sein Alterungsprozess finden völlig losgelöst voneinander statt. Nilous Rückzugsort, ihre wie sie selbst sagt, ihre Schutzzone. 9 Dokumente, die ihr das Recht auf ihr Leben geben (Einwanderungspapier, Heiratsurkunde Yale-Diplom, Eigentumsnachweis Wohnung u. a.) Die Veränderung zur Disharmonie gegenüber ihrem Ehemann: Nilous Teilnahme an der Amsterdamer Exil-Iraner-Szene immer wird größer, jedoch lehnt sie Guillaumes Angebot zur Mitarbeit, Mithilfe (professionell als Anwalt) ab, lässt ihn an den Treffen nicht teilhaben, separiert sich. Überreaktion: Verlust des Gewürzglases ihrer Großmutter: „Das ist Guillaumes Haltung zum Leben, zu Besitz. Wenn etwas nicht teuer aussieht ist es wertlos.“ Die Haltung zum Partner ist mittlerweile eher abschätzig. Erarbeitete Verhaltensmuster als „Rettungsring“: „Oktober 2009 - nach dem Tod ihres Freundes flüchtet sie sich wieder in alte Gewohnheiten Ihr Lehrplan, kauft Gummibärchen, kocht wieder mit Messbechern…“ Zitat "..Wenn du etwas verloren hast, kehrst du an den Ort zurück, wo du es zuletzt gesehen hast, und suchst danach, Wo sonst hätte Nilou nach ihrer verlorenen Freude suchen sollen, ihrem wilden Kinderherzen, wenn sie es zuletzt in deiner Flüchtlingsunterkunft gesehen hatte?" S.362 Zeitgeist Wir sprachen über:Heimatverlust und Integration, Wurzeln und Identität, Weltweite Fluchtbewegung, Stellvertreterkriege. Seite 160: „Schon möglich, dass die Armen litten, aber es sind NIE die Armen, die etwas verändern“. Wie empfinden wir die Stimmung im Werk? Die Stimmung im Werk ist konfliktbeladen, zeigt immer wieder seelische Zerrissenheit, Suche nach Identität „erworben“ (Yale-Abschluss, Wohnung in Amsterdam) oder durch Geburt (8 Jahre glücklich im Schoße der Familie im Iran). Gleichzeitig der Drang nach Anerkennung , Gleichstellung, Sicherheit. Wahre Worte, sollten allgemein zum Nachdenken anregen: Die Überlegungen Bahmans: „Machten Europäer sich eigentlich klar, was für ein Glück sie hatten, durch den Zufall der Geburt so viel Ordnung und Fürsorge zu erfahren? „ Erinnert an: Khalil Gibran: Machen wir uns bewusst, über welch unglaubliche Reichtümer und Umstände wir verfügen! Der Schluss wird von allen einheitlich infrage gestellt: Vater, Mutter, Tochter in Schutzparzelle (Drei sind ein Dorf) - Mutter Pari versöhnt, nimmt wirklich ihren Ehemann wieder zurück, wieder zusammen mit Baba? Und… Nilou glücklich?.... Getrennt von Guillaumes… ? Ein Wunschbild, in dem ein wirklicher Neu-Anfang liegt….

  • Nathaniel Hawthorne: Der scharlachrote B | Mysite

    Nathaniel Hawthorne: Der scharlachrote Buchstabe ..der scharlachrote Buchstabe, im Original The Scarlett Letter, ist ein Roman von Nathaniel Hawthorne, der 1850 erstmalig erschienen ist. Der scharlachrote Buchstabe – Wikipedia zum Autor: Nathaniel Hawthorne... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: tragischer Roman Verlag: dtv erschienen: erstmals 1850 Neu übersetzt u. kommentiert: Jürgen Brocan Seitenzahl: 479 unsere Lesekreis-Erfahrungen Dieses Mal beschäftigt uns ein Klassiker der amerikanischen Literatur, Der scharlachrote Buchstabe des Schriftstellers Nathaniel Hawthorne, der im Juli 1804 geboren und selbst aus einer alten Puritaner Familie stammte. Der Roman wurde erstmals im Jahr 1850 veröffentlicht. Das Buch spielt im Boston des 17. Jahrhunderts und erzählt die Geschichte von Hester Prynne, einer jungen Frau, die wegen Ehebruchs mit einem scharlachroten Buchstaben „A“ bestraft wird. Wie hat es uns gefallen? Der Schreibstil des Romans ist geprägt von langen geschachtelten Sätzen, die das Lesevergnügen beeinträchtigen können. Das Lesen erfordert Konzentration und Aufmerksamkeit, um den vollen Inhalt und Bedeutung, zu erfassen. Hawthorne erzählt mysteriös und düster, ähnlich anderen zeitgenössischen Autoren wie Edgar Allan Poe, Herman Melville. Was hat uns gefallen? Die Geschichte mit ihrem Reichtum an Symbolik lässt viel Interpretationsspielraum zu. Hawthorne zeichnet ein starkes Frauenbild von Hester Prynne, das für die damalige Zeit höchst erstaunlich war. Er war offensichtlich seiner Zeit weit voraus. Besonders beeindruckend beispielsweise ist der Schluss des Romans, in dem Hester allein in ihr einstiges Gefängnis zurückkehrt. Hawthorne zeigt ein besonderes Einfühlungs- und Ausdrucksvermögen für die weibliche Psyche, zu dieser Zeit ungewöhnlich und sehr fortschrittlich. Die Protagonisten: Hester Prynne, entwickelt sich im Laufe des Romans zu einer starken und unabhängigen Frau. Obwohl sie von der Gesellschaft geächtet wird, lebt sie ein selbstständiges Leben und verdient sich ihren Lebensunterhalt durch ihre Nähkünste. Hester wird als intelligent, mutig und respektvoll beschrieben. Sie lässt sich nicht von den Erwartungen der Gesellschaft einschränken und schafft es, ihre eigene Identität zu bewahren. Arthur Dimmesdale als Seelsorger hingegen, steht unter dem Druck der puritanischen Erwartungen, lebt jahrelang mit dem Geheimnis, dass er der Vater von Hesters Kind ist, während er in der Öffentlichkeit ein frommer und respektierter Geistlicher ist. Die Zerrissenheit seines inneren Konflikts führt zu seiner Selbstzerstörung. Pearl Prynne, ist die Tochter Hester Prynnes und Arthur Dimmesdales, die manchmal koboldhaft erscheint. Sie kann die Verbindung, die nicht sein darf, nicht benennen, fühlt sie jedoch instinktiv. Durch Aktionen und Aussagen bringt sie Hester zusätzlich in prekäre Situationen. Roger Chillingworth, Ehemann Hester Prynnes, ist besessen vom Streben nach Rache. Er trachtet den Priester zu zerstören, quält und manipuliert Dimmesdale. Besonders berührt hat uns: Sehr eindrücklich wird die Zerrissenheit des Priesters in der berühmten Szene auf dem Marktplatz dargestellt, als Hester öffentlich bloßgestellt wird und Dimmesdale neben ihr steht. Obwohl er die Möglichkeit hätte, seine Schuld zu gestehen und sich von der Last zu befreien, entscheidet er sich dafür, weiterhin zu schweigen. Diese Entscheidung verstärkt seine innere Selbstqual noch mehr. Wir sprachen über: Die Vielzahl der Metaphern des Romans ließ uns nicht los: Der Rote Buchstabe "A": Dies ist das zentrale Symbol des Buches. Der Buchstabe "A" steht für "Adulteress" (Ehebrecherin) und ist das „Brandzeichen“, das Hester Prynne tragen muss, um ihre Schuld öffentlich zu machen. Der Buchstabe selbst wird zu einem Symbol für Hesters Sünde und Schande, aber es entwickelt auch eine andere Bedeutung im Laufe des Romans: es wird zu einem Symbol für "Able" (fähig), "Angel" (Engel) und "Authenticity" (Authentizität). Die Farbe Rot: Sie steht für Hesters Sünde, aber auch für Leidenschaft, Liebe und Kraft. Die Natur wird im Roman häufig als Symbol für Freiheit und Erlösung verwendet. Im Wald, der außerhalb der Stadt liegt, kann Hester ihre Sünde vergessen und sie selbst sein. Die Natur wird zu einem Ort der Reinigung und der Rückkehr zu einem natürlicheren, freien Zustand. Der kleine traurige Bach repräsentiert die Dunkelheit und das Geheimnisvolle, das die Stadt Boston umgibt. Er fließt durch den Wald und versteckt sich vor den Augen der Menschen, ähnlich wie Hester Prynne ihre Sünde verbirgt. Der Bach ist ein Ort der Einsamkeit und des Rückzugs, an dem Hester und Dimmesdale ihre geheimen Treffen abhalten. Der Rosenbusch am Gefängnis, aus dem Hester Prynne tritt, kann für Hoffnung und Schönheit stehen: Die Schönheit und den Duft der Blumen, die in Kontrast zur tristen und düsteren Gefängnisumgebung stehen. Vielleicht symbolisiert er Hoffnung und das Streben nach Schönheit in einer schwierigen Situation. Perlenkleid: Das Kleid von Hesters Tochter Pearl ist ein Symbol für ihre Unabhängigkeit und Individualität. Pearl ist das Ergebnis von Hesters Sünde, aber sie ist auch ein Symbol für Hoffnung und Glück. Seite 116: Sie hatte das Kind „Perle“ genannt, weil es kostbar war, - erkauft mit allem, was sie hatte, - einziger Schatz ihrer Mutter! Fazit: Der scharlachrote Buchstabe ist ein fesselnder Roman, der zum Nachdenken über moralische Dilemmata in der Gesellschaft anregt. Der Roman behandelt Themen wie Schuld, Sünde, Moral und die Auswirkungen von Geheimnissen und sozialer Ächtung auf das individuelle und gesellschaftliche Leben.

  • über unseren Lesekreis | Mysite

    Leselust im Dialog Sie lesen gerne und haben Spaß daran, sich über den Inhalt auszutauschen? Wir treffen uns einmal monatlich zum offenen und entspannten Gespräch. Es soll ein lockerer Gedanken/- Meinungsaustausch stattfinden: wie der Roman auf uns gewirkt hat, was uns angesprochen hat oder auch nicht ;-) und bewegt. Wir wollen keine Detail-Analysen erstellen oder Abfragemodi starten. Stattdessen sprechen wir über Sympathien, Antipathien mit den Protagonisten, vielleicht der persönliche Held/-in, aber auch Stimmungen, die das Buch in uns ausgelöst hat. Wir treffen uns einmal im Monat Dienstags um 10 Uhr morgens in der Gemeindebücherei Maxdorf. Voranmeldung nicht erforderlich. Wir freuen uns auf Sie, eine anregende Zeit zusammen, mit und über Bücher, die zum Weiterlesen animieren! Lesekreis in der Gemeindebücherei Maxdorf Dankeschön ! Am 03.03. hatten wir doch tatsächlich 5-jähriges Jubiläum! Lebhafte Diskussionen und anregende Gespräche haben wir nicht geführt! Wir haben uns mit Leidenschaft auseinandergesetzt, verschiedene Meinungen beleuchtet und tiefgründige Bedeutungen erörtert. Diese erfüllten Tage, die uns selbst durch die herausfordernden Zeiten von Corona getragen haben, waren wie eine Oase des Loslassens und der Neugier auf Neues. Ich möchte mich von Herzen für eure engagierte Mitarbeit und die bereichernden Stunden bedanken, die wir zusammen erleben durften. Das gemeinsame Interesse am Lesen und der Austausch unserer Gedanken darüber bedeuten mir sehr viel, ich möchte diese wunderbaren Momente nicht missen. Ich freue mich auf weitere inspirierende Jahre voller Geschichten und gemeinsamer Entdeckungen, herzliche Grüße eure Vera Lesen verbindet Gerne sind Sie in unserem Lesekreis willkommen! Wir freuen uns, Sie in unserer lebhaften Gemeinschaft begrüßen zu dürfen, die sich leidenschaftlich der Literatur und dem Austausch über Werke widmet. Lassen Sie uns gemeinsam in spannende Geschichten eintauchen und die Vielfalt der Literatur entdecken. Wir freuen uns auf inspirierende Diskussionen und darauf, unsere Begeisterung für Bücher miteinander zu teilen!

  • Lesekreis-Erfahrungen Und dahinter das M | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Auch in diesem Roman gibt der Klappentext Auskunft über die Grund-Handlung, was das Leseerlebnis in keiner Weise schmälert. Er kann auch als Familienroman eingeordnet werden und wird von uns ausgesprochen positiv aufgenommen... Die Geschichte erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte, von 1940 bis 1977, und begleitet die Protagonistin Beatrix durch verschiedene Lebensphasen. Dabei geht es nicht nur um ihre persönliche Entwicklung, sondern auch um die Frage, wie prägend Herkunft, Familie und die eigenen Entscheidungen für ein Leben sein können, was sich im weiteren Ablauf des Romans spiegelt. Deutlich in der Entwicklung der Beziehung zwischen Beatrix und ihrem „Pflegegeschwister“ William: Was zunächst als kindliche Nähe und Vertrautheit beginnt, wächst im Laufe des Romans zu einer zunehmend emotionalen und schließlich romantischen Beziehung. Es zeigt, wie sich Beziehungen und Gefühle über die Jahre hinweg verändern können. Was hat uns gefallen: Der Krieg steht nicht als unmittelbare Gefahr im Mittelpunkt. Vielmehr geht es um die emotionalen Folgen Heimweh, Unsicherheit und die Frage, wo man eigentlich hingehört. Im Mittelpunkt stehen die Beziehungen, Erinnerungen und die emotionale Verbindung zwischen Menschen Verlust steht im Vordergrund, Verlust der vertrauten Heimat und der Familie Hoffnung und Menschlichkeit: Menschen können füreinander da sein, obwohl die äußeren Umstände schwierig sind. (Siehe die Aufnahme bei den Gregorys, Fürsorge und die Bereitschaft einem fremden Kind ein Zuhause zu geben). Neben den häufig wechselnden personalen Erzählperspektiven gibt es auch mehrere Schauplatzwechsel zwischen London, Boston und Maine, sowie große Zeitsprünge. Die sinnlichen Beschreibungen von Gerüchen, Speisen, Landschaften und dem Meer machen die verschiedenen Orte und Lebenswelten anschaulich. Gleichzeitig ist die Sprache angenehm ruhig und emotional zurückhaltend. Wie hat es uns gefallen: Besonders beeindruckt hat uns die multiperspektivische Erzählweise des Romans. Die Handlung wird aus der Sicht verschiedener Familienmitglieder geschildert, wobei jede Figur eine eigene Stimme erhält. Auf diese Weise erhält der Leser Einblick in die individuelle Wahrnehmung der Figuren und kann ihre jeweiligen Beweggründe und Handlungen besser nachvollziehen. Gleichzeitig werden Zusammenhänge sichtbar, die den einzelnen Familienmitgliedern verborgen bleiben. So möchte Millie Bea eigentlich nicht fortgeben, während Beatrix hingegen davon ausgeht, dass ihre Mutter sie bewusst weggeschickt hat. Wir diskutierten hier besonders das Verhalten der beiden Mütter das sich nicht eindeutig als richtig oder falsch bewerten lässt. Beide treffen Entscheidungen aus Liebe – und müssen dennoch damit leben, dass diese Liebe unweigerlich auch Schmerz und Verlust bedeutet. Es gibt keine Schuldzuweisung. Weder die Eltern noch die Gregorys handeln ausschließlich richtig oder falsch. Ihre Entscheidungen entstehen aus Angst, Liebe, Überforderung und den Bedingungen des Krieges. Uns hat besonders berührt: Besonders anrührend empfanden wir die Schilderung der beiden Mütter. Sie werden nicht als Konkurrentinnen um Beatrix’ Liebe dargestellt, sondern als zwei Frauen, die auf ganz unterschiedliche Weise für dieses Kind empfinden und lieben – und die beide in einem schmerzhaften Dilemma gefangen sind. Millie, die leibliche Mutter, muss ihr Kind loslassen, gerade weil sie es schützen möchte. Nancy wiederum muss Beatrix lieben, obwohl sie von Anfang an weiß, dass diese Liebe mit der Gewissheit eines erneuten Verlustes verbunden ist und ihr nicht die eigenen fehlende Tochter ersetzen kann. So tragen beide Frauen ihren eigenen Schmerz und handeln doch aus Fürsorge und Liebe. Keine von ihnen kann Beatrix vor allem Leid bewahren, und vielleicht liegt gerade darin die besondere Stärke dieser Darstellung: Ihr Verhalten lässt sich nicht eindeutig in richtig oder falsch einordnen. Beatrix‘ Entwicklung ist von einem Identitätsverlust geprägt, sie muss sich an die neue Umgebung anpassen In London ist sie die Tochter von Millie und Reginald In Boston wird sie Teil der Familie Gregory Nach ihrer Rückkehr nach England fühlt sie sich keiner Seite mehr vollständig zugehörig. Beatrix gehört zu beiden.. Keine dieser Familien kann die andere vollständig ersetzen. Ihre Identität entsteht gerade aus diesem Dazwischen. Im Prolog wird dieser Konflikt besonders deutlich. Bea ist erwachsen, kann aber ihr früheres Selbst kaum mit ihrer Gegenwart verbinden. Sie empfindet die frühere Zeit beinahe so, als habe „jemand anderes“ sie erlebt. »Die Gegenwart ist kaum vorhanden; die Zukunft existiert nicht. In den kurzen Augenblicken eines Menschenlebens zählt nur die Liebe.« William Trevor, Turgenjews Schatten Seite 7 Prolog „Mein Lieblingsteam? Die Red Sox. Mein Lieblingsort? Maine. Mein Lieblingsessen? Die Muffins deiner Mutter, Und doch bin ich hier,. Das ist mein Zuhause, Meine Mutter ist hier, Ich gehöre hierher und doch bin ich wirklich im Schwebezustand, gefangen zwischen zwei Welten. Ich finde einfach nicht, wo ich hingehöre“ Beatrix zu William Nicht gefallen hat uns: Kritisiert wurde der Epilog, als überflüssig wahrgenommen, scheinbar zusammengebaut , geschönt, passend gemacht. Vielleicht hätte man das Ende ungewisser enden lassen sollen… Symbolik: Der Titel verweist auf einen Satz aus Virginia Woolfs Die Wellen: „Am Anfang war da das Kinderzimmer mit Fenstern, die auf einen Garten hinausgingen, und dahinter das Meer“. Das Meer bildet somit eine Grenze zwischen Vertrautem und Unbekanntem. Es liegt „dahinter“ und symbolisiert eine Welt, die gleichzeitig fern und emotional ständig präsent ist. So beispielgebend für die Bücher des Mare Verlags ;-) Fazit: Die Autorin macht deutlich, dass Familie nicht ausschließlich durch biologische Verwandtschaft entsteht, sondern durch gemeinsam verbrachte Zeit, Fürsorge und emotionale Bindung. Gleichzeitig wird gezeigt, dass ein Mensch zwischen mehreren Heimaten und Identitäten dauerhaft innerlich zerrissen bleiben kann. Wir empfehlen es sehr gerne! .

  • Mariana Leky: Was man von hier aus sehen | Mysite

    Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann Klappentext: Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman. 'Was man von hier aus sehen kann' ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Für Luise zum Beispiel, Selmas Enkelin, gilt es viele tausend Kilometer zu überbrücken. Denn der Mann, den sie liebt, ist zum Buddhismus konvertiert und lebt in einem Kloster in Japan … zur Autorin: Mariana Leky, geboren 1973 in Köln ist eine deutsche Autorin... siehe Wikipedia-Link ... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Belletristik, Fiktion erschienen im: Dumont Verlag herausgegeben: 2017 Seitenzahl: 320 unsere Lesekreis-Erfahrungen: Die Zauberwelt Luises, der Protagonistin in der Coming of Age Erzählung, oder: Die Welt, in der wir gerne leben möchten? Once upon a Time in einem kleinen westerwäldischen Dorf in den 80er Jahren, wo die Menschen skurril, sehr Erd- und Mystik- verbunden sind, verschroben in der ihnen eigenen kleinen Welt. Wir stellen fest: Eine Bearbeitung der Geschichte mit pragmatischen, praktischen oder gar zweckmäßigen Überlegungen ist nicht möglich, und wird nur zu Enttäuschungen führen, hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit der Ereignisse und Begebenheiten. 😉 Alles ist aus Sicht des neunjährigen Mädchens Luise und ihrer Wahrnehmung geschrieben. So werden beispielsweise keine zum Einsturz gefährdeten Böden repariert, sondern lediglich als außerordentliche Gefahrenstelle kenntlich gemacht. Der Roman umfasst 20 Jahre Entwicklung des 9-jährigen Kindes, bis zu dessen Abitur. Erwachsenwerden und Ausbildung zur Buchhändlerin bei Buchhändler Rödder, wir leiden mit beim erstmaligen Erleben Luises von Freundschaft, Liebe und Verlust. Was sich als logisch aufdrängt, wird oftmals ausgeblendet, manche Akteure sind mit ihrem Berufsstand und gleichsam mit ihrer Charaktereigenschaft oder ihren Gemütszustand beschrieben, aber nicht „benamt“. Bemerkenswert: etwa der tatsächliche Name des verliebten Optikers in (Oma) Selma kommt erst auf den letzten Seiten ans Licht, indem er während eines Telefonats sich namentlich vorstellt. Die Figurenzeichnungen der Personen und ihrer Charaktere sind sehr lebendig: Da ist der Schulkamerad MARTIN, der „Hochheber“ (Idol der Kran von Schachty), kommt bei Zugunfall ums Leben - sein Vater Palm ist Alkoholiker SELMA, Luises Oma, unbewusste Doppelgängerin von Rudi Carell 😉, sieht durch Okapi-Traum den Tod voraus …“Selma trug eine große violette Rüschen-Badehaube, die aussah wie eine Hortensie und die sie sich von Elsbeth geliehen hatte, damit Rudi Carrells Frisur nichts geschah“. OPTIKER– Dietrich Hahnberg, Liebesbriefschreiber, Mitarbeiter des Monats der der einzige Mitarbeiter ist. -ist schon seit Jahren in Selma verliebt, unzählige Briefe angefangen, nie zu Ende gebracht, oder gar abgeschickt. Selma und der Optiker sind beide maßgeblich in die Erziehung, Entwicklung und Bildung von Luise und Martin involviert. Die Ehe der ELTERN Luises ist weder harmonisch, noch funktioniert sie, beide wirken eher als Nebendarsteller, immer zweifelnd, ob man sich nicht besser trennen sollte. Mutter Astrid (Besitzerin des Blumenladens Blütenrein) hat es ewig eilig, und ein Verhältnis mit dem Eisdielenbesitzer Alberto mit Vorliebe für klingende Namen seiner Produkte z.B. „Flammende Versuchung, Heißes Verlangen“. Vater Arzt und Aussteiger, lebt in dem Gefühl etwas verpasst zu haben, möchte die Welt sehen und geht dann auf Reisen. „Ein bisschen mehr Welt hereinlassen“. HUND ALASKA als Metapher für Schmerz (des Vaters eingekapselter, der so externalisiert werden soll laut. Dr. Maschke), Mischling irischer Wolfshund mit Pudel (wer kann sich darunter etwas vorstellen?) Die abergläubige ELSBETH, Kräuterhexe wohnt am Dorfende stellt u.a. Schneckensalbe her, die graue Haare wieder blond machen soll. FREDERIC, der Mönch aus dem Wald, konvertiert zum Buddhismus, lebt in einem Kloster in Japan. „Luise liebt einen Buddhisten, der nicht zölibatär in Japan lebt und uns in drei Wochen besucht“ S. 162 Die immer schlecht gelaunte, traurige MARLIES, deren Tante hat sich mit 92 Jahren erhängt hat, und Marlies fand, „da lohnte das Aufhängen auch nicht mehr“ S 56 Besonders gefallen hat uns: Der Ton der Erzählung ist bewusst dem Alter Luises und Zeitgeist der 80er Jahre angepasst. Beispielsweise die Pralinen Mon Cheri zum Geburtstag Selmas, „da die Füllung so entspannend sei“ 3. Teil des Buches Kapitel S 147 „Unendliche Weiten" Star-Treck-Serie (Raumschiff Enterprise), der Märchenwelt, Heinrich, der Wagen bricht S.279, Der Froschkönig, Detailliert wie nur Kinderaugen zu beobachten, registrieren,die Beschreibungen der „Anzugsordnung“ der traurigen Marlies, die die Farbe ihrer Unterhosen mit einem ausgeleierten Norwegerpullover kombiniert. Es mag manchen Leserinnen mitunter allzu viel des Guten sein, amüsiert jedoch durch die Bildhaftigkeit, die hängen bleibt. Es wurde kritisiert: Unstimmig: Luise ist 1 Jahr jünger als Martin und macht ihm die Hausaufgaben Fragwürdig: Die „Läuterung Palms, (Vater Martins), der nach dem Verlust des Sohnes vom Alkoholiker zum bibeltreuen Gläubigen. Der Hintergrund des Mönchs fehlt, er kommt aus dem nichts, Familie? Zu viele Wiederholungen, wiederkehrende Sätze und Szenen. Was hat uns besonders berührt: Das Wort/Ähnlichkeitsspiel mit Oma Selma, Optiker, Martin und Luise, S. 50, überhaupt, ihre Hingabe zu den Kindern Zitate: "Keiner ist alleine, solange er noch WIR sagen kann" (S. 287) "Wenn wir etwas anschauen", S. 162) "Martin erkannte einen jungen Braunbären der sich sowohl mit seiner Farbe als auch mit dem Westerwald vertan hatte". Frederic: "Du bist verschwommen, Luise" Der Roman endet mit der Entscheidung Luises, hinaus in die weite Welt zu treten. Geht gut aus, stimmig und nicht abrupt. Zum Buchtitel: "Wenn man etwas gut Beleuchtetes lange anschaut, und dann die Augen schließt, sieht man dasselbe vor dem inneren Auge nochmal als unbewegtes Nachbild, in dem das was eigentlich hell war, dunkel ist, und das was eigentlich dunkel war, hell erscheint." Prolog Seite 9 Fazit: Vergleich zu „Helle Tage“ ein Resilienz- und Mutmach-Buch, wir würden es verschenken, empfehlen.

  • John Boyne: Die Geschichte der Einsamkei | Mysite

    John Boyne: Die Geschichte der Einsamkeit Klappentext: Odran Yates kommt 1972 an das renommierte Dubliner "Clonliffe Seminary", um Priester zu werden. Voller Hingabe widmet er sich seinen Studien. Er kann es kaum erwarten, endlich Gutes zu tun.Vierzig Jahre später ist sein Vertrauen in die katholische Kirche zutiefst erschüttert. Waren Priester jahrzehntelang unanfechtbare Respektspersonen, die von der irischen Bevölkerung verehrt wurden, schlägt ihnen jetzt nur noch Verachtung entgegen. Odran muss dabei zusehen, wie alte Freunde zu Recht vor Gericht stehen, wie einstige Würdenträger verurteilt werden und ins Gefängnis kommen. Odran ist erschüttert, und zieht sich zurück - aus Angst vor den missbilligenden Blicken seiner Umwelt. Erst als bei einem unverhofften Wiedersehen alte Wunden aufgerissen werden, sieht er sich gezwungen, sich den Ereignissen zu stellen und seine Komplizenschaft zu erkennen. Edit zum Autor: John Boyne, geboren 30.April 1971 in Dublin, Irland ist ein irischer Schriftsteller. Er veröffentlichte bisher... Quelle: Wikipedia . bitte hier klicken! unsere Lesekreis-Erfahrungen Der Roman beginnt mit dem Rückblick Pater Odran Yates im Jahr 2001, ernüchtert ob seines Wissens um die Entwicklung der Katholischen Kirche in Irland. Wie hat es uns gefallen Eine bewegende Geschichte, die uns so gefesselt hat, dass wir reihum fast nicht in der Lage waren, das Buch aus der Hand zu legen. Was hat uns gefallen Das Buch ist klug erzählt, ohne jedes Moralpathos und emotional sehr intensiv. Es prangert nicht an. Welche Figuren, Charaktere stehen uns am nächsten In diesem Werk gibt es keine Identifikationsfigur. Protagonist ist der Ich- Erzähler Odran, sein Lebensweg zum Priester, dessen Berufung seine Mutter erkannt haben will. Er ist ein Meister des Verdrängens, ignorant und wenig empathisch kultiviert er seine Naivität. Am meisten berührt hat uns wie schon im im Buchtitel : Die Einsamkeit – des Erzählers Odran, der Opfer, im stillen Leid Wo beginnt die Schuld? Es stellt sich die Frage: Wie wird man so emotionslos, voll blind(em) Gehorsams, richtet sich eine Nische der Unschuld ein – Das tragische Resümee des Zerfalls des Glaubens, respektive des Ansehens, der Stellung seiner Seelsorger früher und heute, explizit in diesem Fall 1972 – 2001 Zitat Odran: „Auf dem Weg nach Hause, wo mich mein leeres Bett erwartete, ahnte ich mit einem Mal, dass es die Welt, die mir vertraut war und an die ich ein Leben lang geglaubt hatte, bald nicht mehr geben würde. Die alte Welt lag im Sterben, und die neue war noch nicht geboren.“ Wir sprachen über: Die Rolle der Religion(en) früher und heute Abhängigkeit zur Kirche durch Kriegstraumen festhalten am Glauben Sinn des Lebens Vakuum füllen Das umstrittene Frauenbild in der kathol. Kirche Magdalenen-Heime in Irland https://de.wikipedia.org/wiki/Magdalenenheim Die Parallelwelt Kurie: Eigene Gerichte Hochschulen Vatikan Arbeitsamt Vatikan Bank Rundfunkstationen Druckerei Schweizer Garde Vergleich, Anregung Buch-Tipp zum Weiterlesen: David Yallop: "Im Namen Gottes? Der mysteriöse Tod des 33-Tage-Pabstes Johanes Paul I" Fazit Ein hochbrisantes Thema, anspruchsvoll, Einhellig: unbedingt lesen!!!

  • Lesekreis-Erfahrungen Der Tod in Venedi | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Für Februar wählten wir einen literarischen Klassiker: Der Tod in Venedig von Thomas Mann. Ein vielfach interpretierter Text, intensiv rezipiert in Schule und Wissenschaft – Grund genug, diesmal vom herkömmlichen Referat abzuweichen. Unsere Besprechung zeigte eindrücklich die Vielschichtigkeit der Novelle. Die Beobachtungen und Diskussionen habe ich im Folgenden in Form eines „kriminalistischen Protokolls“ gebündelt. Kurzprotokoll zum Fall „von Aschenbach“ Schauplatz: Dekadentes, von Cholera bedrohtes Venedig – Symbol des Verfalls (1911, Jahr künstlerischer Aufbrüche, wie der Futurismus und expressionistische Strömungen) Beziehung: Einseitige, stumme Obsession Ton: Tragisch, morbide, subtil ironisch Fokus: Künstlerkrise und ästhetisch überhöhtes Begehren Ausgang: Tod des Protagonisten als letzte Konsequenz der Selbstentgrenzung Tatort: Venedig Venedig erscheint als schillernder, ambivalenter Schauplatz: verführerisch schön und zugleich von Verfall und Krankheit durchzogen. Die Stadt wirkt wie ein Labyrinth, das Aschenbach anzieht und moralisch wie physisch immer tiefer hineinzieht. Die verschwiegene Cholera wird zum Symbol einer doppelten Zersetzung – der äußeren (körperlichen) wie der inneren (ethischen). Venedig ist damit nicht nur Kulisse, sondern Mitakteur: Ort der Sinnlichkeit, der Täuschung und des Niedergangs. 2. Das Opfer : Gustav von Aschenbach 50 Jahre - Beziehungslosigkeit Der frühe Verlust seiner Familie hinterlässt ein existenzielles Vakuum. Seine Isolation ist selbstgewählt, er meidet jede zwischenmenschliche Verbindung. Seine Hinwendung zu Tadzio kann als verzweifelter Versuch gelesen werden, Lebendigkeit und Nähe zu erfahren – jedoch nur in Projektion. Die Unfähigkeit zu realer Beziehung verstärkt die innere Entfremdung. - Opfer der Gesellschaft ? Aschenbach ist geprägt von Disziplin, Pflichtbewusstsein und bürgerlicher Moral. In einer Zeit des kulturellen Umbruchs gerät dieses starre Wertesystem ins Wanken. Seine Faszination für Tadzio unterläuft die eigene Lebensmaxime und legt die Brüchigkeit seines Selbstbildes offen. - Opfer von Alter und Krankheit Von Beginn an ist Aschenbachs körperliche Schwäche präsent. Die Cholera spiegelt seinen inneren Verfall. Sein lebenslang kultivierter Verzicht auf Sinnlichkeit schlägt ins Gegenteil um: Die späte, maßlose Hingabe an ein jugendliches Ideal konfrontiert ihn schmerzhaft mit der eigenen Sterblichkeit. - Entwürdigung: Besonders eindrücklich ist hier die „Friseur-Szene“, der Moment, in dem Aschenbach sich endgültig von seiner ursprünglichen Würde und Selbstkontrolle verabschiedet und sich ganz im Gegensatz zu seinem früheren Bild der Welt der Gecken und Oberflächlichkeiten hingibt. 3. Der „Verdächtige“: Tadzio, 14-jähriger Knabe Tadzio erscheint als ästhetisches Ideal – als Projektionsfläche. Für Aschenbach ist er weniger reale Person als Sinnbild verlorener Jugend, unerreichbarer Schönheit und absoluter Form. In der berühmten Strandszene verdichtet sich diese Wahrnehmung: Tadzios Bewegungen wirken für Aschenbach wie die Erscheinung eines antiken Gottes – zugleich bleibt er ein Kind, unberührt von der Bedeutung, die ihm zugeschrieben wird. Die Beziehung existiert nur im Blick. Sie ist einseitig, stumm und vollständig imaginär. Gerade diese Unerreichbarkeit steigert Aschenbachs Obsession. Das Begehren bleibt ästhetisch überhöht – und moralisch brisant. Lesart: Tadzio als bewusster Verführer Gerade in der Strandszene scheint Tadzio den Blick Aschenbachs zu erwidern. Er bleibt nicht zufällig im Sichtfeld, er wendet sich, verharrt, lächelt vielleicht sogar andeutungsweise. Man könnte argumentieren: Er spürt die Bewunderung und genießt sie. In dieser Perspektive wird Tadzio zu einer fast mythischen Figur – einem Eros, der nicht naiv, sondern instinktiv agiert. Seine Jugend wäre dann keine Unschuld, sondern Macht. Eine Macht, die sich ihrer selbst nicht rational bewusst sein muss, aber intuitiv eingesetzt wird. Das Verführerische läge also nicht in berechnender Absicht, sondern in einer natürlichen Koketterie, einem Spiel mit Wirkung. Lesart:.Tadzio als unschuldiges Kind Alles, was über ihn hinausgeht, entsteht ausschließlich im Bewusstsein Aschenbachs. Die Blicke, die Gesten, die vermeintliche Erwiderung – sie sind Bedeutungszuschreibungen eines alternden Mannes, der verzweifelt nach Sinn sucht. In dieser Lesart existiert keine Verführung. Es gibt nur Wahrnehmung – und Fehlwahrnehmung. Tadzios Spiel am Strand ist einfach Spiel. Seine Bewegungen sind nicht Inszenierung, sondern kindliche Unbefangenheit. Dass sie wie antike Statuen erscheinen, sagt mehr über Aschenbachs Bildungswelt aus als über den Jungen selbst. Tadzio bleibt unberührt, vielleicht sogar ahnungslos. 4. Ausgang : Ein „gnädiger“ Tod? Am Ende steht kein dramatischer Höhepunkt, sondern ein leises Erlöschen, oder aber eine Form der Erlösung: Aschenbachs Tod tragische Konsequenz aus innerer Zerrissenheit und obsessiver Fixierung. Die Novelle verbindet Künstlerkrise, Pathologie des Begehrens und Motiv des Verfalls zu einem tragisch-morbiden, zugleich ironisch gebrochenen Gesamtbild. Schluss-Überlegung: Vielleicht liegt die eigentliche Tragik Aschenbachs nicht in seiner Obsession sondern darin, dass er nie gelernt hat mit Unvollkommenheit zu leben – weder mit der eigenen noch mit der der Welt. Und so wird aus der Suche nach vollendeter Form am Ende der Verlust jeder Form.

  • Iris Wolff: Die Unschärfe der Welt | Mysite

    Iris Wolff: Die Unschärfe der Welt Klappentext: Hätten Florentine und Hannes den beiden jungen Reisenden auch dann ihre Türe geöffnet, wenn sie geahnt hätten, welche Rolle der Besuch aus der DDR im Leben der Banater Familie noch spielen wird? Hätte Samuel seinem besten Freund OZ auch dann rückhaltlos beigestanden, wenn er das Ausmaß seiner Entscheidung überblickt hätte? In "Unschärfe der Welt" verbinden sich die Lebenswege von sieben Personen, sieben Wahlverwandschaften, die sich trotz Schicksalschlägen und räumlichen Distanzen unaufhörlich aufeinander zubewegen. So entsteht vor dem Hintergrund des zusammenbrechenden Ostblocks und der wechselvollen Geschichte des 20. Jahrhunderts ein großer Roman über Freundschaft und das, was wir bereit sind, für das Glück eines anderen aufzugeben. Kunstvoll und höchst präzise lotet Iris Wolff die Möglichkeiten und Grenzen von Sprache und Erinnerung aus - und von jenen Bildern, die sich andere von uns machen. Edit zur Autorin: Iris Wolff geboren 1977 in Hermannstadt, Siebenbürgen. Für ihre Romane wurde sie mehrfach ausgezeichnet... Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Roman, Gegenwartsliteratur erschienen im: Klett-Cotta Verlag herausgegeben: 2020 Seitenzahl: 213 unsere Lesekreis-Erfahrungen - bitte hier klicken Die 7 Kurzgeschichten beleuchten immer aus der Sicht einer anderen Person eine Familiensaga aus dem Siebenbürgern und Banat in dessen Zentrum ein alter rumänischer Pfarrhof steht. Sie spielen in der Zeit des 20. Jahrhunderts, von König Michael von Rumänien, der Auflösung des Ostblocks, des Endes des Diktators Ceausescu, bis ins wiedervereinigte Deutschland Die Episoden erzählt jeweils die Person, die miteinander verbunden bzw. verwandt sind. Personenkonstellationen: Generation, Karline + Johann, Eltern von Hannes Generation, Florentine + Hannes; Eltern von Samuel Generation Samuel + Stana Generation Livia, die Tochter von Samuel + Stana Der Protagonist, die Hauptfigur ist eindeutig Samuel, der als einziger nicht erzählt. Was hat uns gefallen: Die Sprache der Autorin ist sinnlich, intensiv und überaus poetisch, bewegt sie sich auf hohem Niveau. Ebenso weiß sie die Ironie einzusetzen, die Sprache ist dann frech, lebendig, bildhaft. „Geliehene Bücher waren wie Sex mit angelassenen Klamotten“ (Bene) In der Geschichte von Oz: „Der Sohn der Sonne liebte sein Volk…..(….) Das Genie der Karpaten lebte bescheiden.“ Die Beschreibung des Diktators und seiner Frau S.130-131 Was hat uns besonders berührt: Die starken Frauen des Buchs: „Was meinst du mit einheimisch? Schwäbisch, slowakisch, ungarisch, rumänisch, tschechisch, jüdisch oder vielleicht serbisch?“ Florentine S 113 „Die Erinnerung ist ein Raum mit wandernden Türen“ Karline S. 69 Beschreibung der Einsamkeit(en) „Es gab verschiedene Einsamkeiten. Die des Berges, der schon immer da war. Die der offenen Landschaft und des Gefühls des Verlorenseins. Die der Großstadt mit ihrer Gleichgültigkeit. …(…) " S. 159 Die Rolle des Zauberers Oz, im Buch Samuels Freund Oswald, der dem Drachen, dem Regime entkommen will. Die tragischen Eltern Ruth und Severin, die ihren Sohn Echo durch einen Unfall verloren Beschreibung der Erinnerung: "Es gab eine Zeit, die vorwärts eilte, und eine Zeit, die rückwärts lief. Eine Zeit, die im Kreis ging, und eine, die sich nicht bewegte, nie mehr war als ein einzelner Augenblick." S.41 Zum Buchtitel: "Etwas kann so oft, und eindrücklich erzählt werden, dass man meint, sich selbst daran zu erinnern… "S 183 Liv an anderer Stelle "wird etwas immer deutlicher, als sähe man durch blankes Glas. Je näher wir an etwas dran sind, desto unschärfer nehmen wir es wahr." Fazit: Dieses Buch KANN nicht nur einmal gelesen werden, so viele Metaphern, poetische Sätze, Verbindungen, Formulierungen, die bewegen, treffen, zum Verinnerlichen und Nachdenken, die sich verdauen lassen müssen. Von Metaphern aus der Welt der Zauberer, über die Illusion des Varietés bis hin zur Regime-Kritik, und zur Vielfalt des Regenbogens.- All das findet sich in diesem Werk. Francis Bacon: Manche Bücher darf man nur kosten, andre muss man verschlingen und nur wenige kauen und verdauen. .. und dazu die Autorin ;-) : Seite 175: "Jedes Buch hatte seine Zeit, es vorher lesen zu wollen, war töricht, es zu spät zu lesen, vergeblich. Eines der Gedichte fing den Gesang eines Vogels ein. Die Melodie sei im Baum, behauptete der Skeptiker. Die Poesie sagt, sie ist in dir. Das Ohr kleidete das Gehörte in hell und dunkle Farben."

  • Hanns-Josef Ortheil: Ombra | Mysite

    Hanns-Josef Ortheil: Ombra Klappentext: "Ombra" erzählt die Geschichte einer Wiederkehr aus großer Todesnähe: Im Sommer 2019 wird bei Hanns-Josef Ortheil eine schwere Herzinsuffizienz festgestellt. Die anschließende Operation verläuft nicht ohne Komplikationen, es folgt der lange Aufenthalt in einer Rehaklinik. Das Leben des höchst produktiven Autors, der sich selten schont, steht am Scheideweg - der Körper hat die Herrschaft übernommen und lässt nicht mit sich verhandeln. Doch in das Gefühl der Ohnmacht und Angst hinein kehrt allmählich das Schreiben zurück. Stück für Stück setzt Hanns-Josef Ortheil in seinem wohl persönlichsten Buch aus Wahrnehmungen, Erinnerungen und Reflexionen sein Leben neu zusammen. Wer ist er gewesen vor der Krankheit? Und wer kann er danach einmal sein? zum Autor: Hanns Josef Ortheil, einer der produktivsten und erfolgreichsten aktuellen deutschen Schriftsteller vollendete im November sein 70. Lebensjahr.... Quelle: Wikipedia Klick hier: Erfahrungen in unserem Lesekreis Wie hat es uns gefallen: Der Lesekreis ist sich einig, dass es sich um ein sehr ruhiges, nachdenklich-berührendes Buch handelt. Teilweise sind Überlegungen da, das Werk „Die Erfindung des Lebens“ kennen zu sollen/müssen, ob der außergewöhnlichen Vita von Hanns-Josef Ortheils und seines oftmaligen Bezugnehmens. Was hat uns gefallen: Allein visuell sehr anschaulich und gut aufgebaut fanden wir die am Anfang des Buches zuerst stockenden kurzen, dann die Entwicklung der immer länger werdenden Dialoge mit dem Fortschreiten seiner Genesung. Er möchte seine Beobachtungen, die Beleuchtung seiner Situation, wie immer im Schreiben kompensieren, für ihn ein elementares Bedürfnis seit Kindheit, in die er sich aufgrund seiner Schwäche zurückversetzt fühlt. Dieser Weg aus der Dunkelheit heraus ist zu Anfang sehr mühsam , die Tagebuch-mäßigen Einträge gelingen dann unter zu Hilfenahme des Handys (Diktierfunktion). Humor und Ironie: Es spricht für seine Selbstironie und geben einer gewissen Heiterkeit gerade bei diesem ernsten Thema Raum: Die Anwesenheit der Geister, die er ruft 😉, bei der Beschäftigung mit der Krankheit als Therapie, in Form seiner Mutter, seines Vaters, und man höre und staune: Doktor Sigmund Freud entstehen sehr ironische Dialoge ja, intensive Diskussionen zwischen Doktor Freud und dem Vater, da dieser der Psychoanalyse schon immer sehr kritisch gegenüberstand. Ebenso die Beobachtungen der Meditation und ihrer Lehre aus seiner eigenen Frustration heraus. Besonders amüsant fand die Gruppe das gegenseitige verbale „Umringen“ der Psychologin Frau Doktor Werth und ihm. Jeder von beiden während der Sitzungen bemüht, nicht zu viel von sich preiszugeben, herauszulassen. Was hat uns gestört Viele im Lesekreis haben bei der Entwicklung seiner Rekonvaleszenz die Rolle, Einbindung der Familie (Ehefrau, Kinder) vermisst. Eine jedoch sehr bewegende Deutung auf die Familienmitglieder findet sich bei der Befreiung, dem Erwachen aus dem Koma. Seite 186 : „Ich habe meine Trias gesehen, die Liebsten standen an meinem Bett. Sie hatten tagelang auf mein Erwachen gewartet.“ Was ist unsere Meinung zur Stimmung im Werk? Wir empfinden es als sehr ernstes Werk, bedrückend, jedoch auch positiv. Ernst – das Grübeln um die Hintergründe, Ursachen der Herzinsuffizienz mit der daraus folgenden lebensbedrohenden Operation, so typisch die „Schuldfrage“ – Bin ich nicht achtsam genug mit meinem Körper umgegangen (z.B. innerhalb eines Jahres 3 Veröffentlichungen, die Obsession des Schreibens, siehe Unterhaltung mit Frau Dr. Werth ) Bedrückend – die Hilflosigkeit des Autors gegenüber seines Zustandes nach dem Erwachen aus dem Koma mitzuerleben. Positiv - mit dem „Auftauchen aus der Nacht“ der Wille, das Bewusstsein, das Wiederteilnehmen- wollen am Leben, das eigene Fazit: Seite 158 „Das zweite Leben ist eine komplett neue Erfahrung. Du hast bisher vieles bewusst übersehen und nicht genauer wahrnehmen wollen. Deinen Körper, deine Kindheitstraumata, die Ursachen deines Klavierspielens und des ewigen Schreibens. Sie spielen im Hintergrund des zweiten Lebens eine bedeutende Rolle. Vergiss aber nicht, das zweite Leben auch wirklich zu leben.“ Lieblingszitate: Seite 192 „Das Schöne an guten Freundschaften war einmal, dass man sich keine Gedanken machen musste, weder darüber was man sagt. noch darüber was der andere gerade über einen denken mochte. Man steigt in den Fluss jahrzehntelanger Gespräche und man beobachtet nicht, wie es am Ufer aussieht und wie tief das Wasser ist.“ Gedanken zur Gehmeditation: „Was beobachte ich denn? Nichts, ich beobachte nicht, die Gruppe tut es auch nicht, man geht mit geschlossenen Augen und verankert sich hier und da. Wohin geht die Reise? Nirgendwohin! Niemand ‚geht‘, es hat sich ausgegangen!“ Fazit: Diesmal ein Gedicht von Robert Gernhardt Es geht aufwärts Genesen bedeutet Drei Stufen steigen, zweimal straucheln, eunmal fallen. Es geht zwar bergauf, doch es gibt Augenblicke, da ersehnst du die Mühen der Ebene.

  • Ewald Arenz: Der große Sommer | Mysite

    Ewald Arenz: Der grosse Sommer Klappentext: Als erwachsener Mann läuft Frieder über einen Friedhof. Während er nach einem bestimmten Grab sucht, erinnert er den Sommer, der ihn für immer geprägt hat. Die Aussicht, sich bei seinem unnahbaren Großvater auf die Nachprüfungen vorbereiten zu müssen, findet Frieder niederschmetternd. Doch dann kommt alles anders als erwartet. Er verbringt die Wochen nicht eingesperrt in einer Lehrstube. Vielmehr erlebt Frieder mit Beate die erste große Liebe, mit all den aufregenden und verunsichernden Momenten, die dazugehören. Er erfährt von der komplizierten und dennoch beglückenden Liebe seiner Großeltern. Er genießt unbeschwerte Tage im Schwimmbad, die tiefe Verbundenheit mit seiner Schwester Alma und seinem besten Freund Johann. Zugleich gerät er in Situationen, in denen er lernt, was es heißt, wahrhaftig ein Freund zu sein - und das nicht zuletzt durch den Großvater. Frieder ahnt, dass es ein Sommer ist, wie es vermutlich keinen zweiten mehr für ihn geben wird. zum Autor: Ewald Arenz, 1965 in Nürnberg geboren... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Coming of Age - Roman Verlag: DuMont Buchverlag erschienen: 2021 Seitenzahl: 316 Der große Sommer ist ein Coming-of age Roman des Schriftstellers und Pädagogen Ewald Arenz über die Entwicklung, Gefühle und Erlebnisse eines zeichenhaften Sommers. Es geht um Liebe, Vertrauen, Respekt und Trauer. Wie immer, manchmal auch nicht 😉 erzählt schon der Klappentext vom Grundgerüst, wie hier: der Teenager Frieder, 16-jährig, darf nach schlechten Leistungen in der Schule, nicht mit in den Familienurlaub. Beim strengen Großvater soll er sich auf die Nachprüfung der Schule vorbereiten, um nicht noch einmal eine Klasse zu wiederholen. Seite 61: „Klar. Der Großvater freute sich auf mich. Wie ein Löwe sich auf eine Antilope freut.“ Wie hat uns das Buch gefallen? Lebendig, intensiv und sehr amüsant erzählt der Autor Frieders Geschichte als Erwachsener Ich-Erzähler. Die eigene Erinnerungen spiegeln sich, beim „Abtauchen“ ins Buch, es tauchen Gefühle aus der eigenen Jugend wieder auf, des Jungseins, der Unbezwingbarkeit ( du kannst alles , du musst es nur wagen). Ein Stück dieser Empfindungen hallt nach. Beispielgebend hierfür der Schauplatz Schwimmbad, der Sprung ins Wasser vom „7 ein Halber“ , Seite 122 Was hat nicht gefallen? Unsere Lesegruppe stellt den geschilderten Unterrichtsstil in Frage, ist der Meinung, dass dieser nicht in die 80er Jahre passt. Was hat uns gefallen? Sehr schön dargestellt fanden wir die Gegensätze der familiären Situation von Beate und Friedrich: Beate ist Einzelkind, die Mutter alleinerziehend und finanziell nicht auf Rosen gebettet, Frieder dagegen eines von 6 Geschwistern, ohne Geldprobleme je zu spüren bekommen zu haben. Die innige Bindung Kleeblatts Frieder, Beate, Alma und Johann, der Zusammenhalt spürbar gut beschrieben. Seite 33: „Das war das Schönste zwischen uns“-- Auch die Großeltern Frieders bilden ein interessantes Paar, Nana musste mit der Tochter (Frieders Mutter) fliehen, der Opa ist sein Stief-Großvater. Seite 78: „Konnte so ein Mann wie der Großvater lieben?..“. und die Entwicklungsphasen 😉 Seite 158: “Ich hätte nie gedacht, dass Großvater einer war, er irgendetwas sammelt.“ Als der Bagger demoliert war… Auf Opa ist Verlass" Seite 282: „…keine Ahnung, ob ich ihn verdiente“ (diesen Großvater). „Aber irgendwie glaubte ich nicht, dass viele einen… so klugen Großvater hatten.“ Familienbande… Seite 18: „Für meine Freunde waren wir sowieso immer ein Zoo (6 Kinder, 2 Katzen, 2 Hunde)“ Seite 57: „Ich mochte meinen Vater. Er war super, wenn ich meine Freunde mit meiner skurrilwen Familie beeindrucken wollte. Ganz anders als meine Mutter erlaubte er einfach alles.“ Seite 301: "..eine plötzliche heiße Welle der Dankbarkeit flutete in mir hoch. Ich hatte so eine coole Familie .“ Am meisten hat uns berührt: Seite 310: Die Szene des Abschieds von Frieders Ferien bei den Großeltern: „Als ich auf den Balkon hinausging, um ihnen von hier aus gute Nacht zu sagen, sah ich, dass sie nebeneinander saßen. (…… )Sie hielten sich an den Händen.“ Lieblingszitate: Nana Seite 65:“Vor allem habe ich mich dann in Walther verliebt. In unserer Familie, Frieder, ist Liebe immer beides zugleich. Das größte Glück und die größte Katastrophe. – Super Neuigkeiten. Ich hoffe, das überspringt mal eine Generation, sagte ich.“ Großvater beim Essen: „Verliebtheit ist eine temporäre Hormonvergiftung Meist heilt sie von selbst wieder ab. Bist du fertig?“ Fazit: Ein Roman mit Sehnsucht nach Sommer, Nostalgie nicht ausgeschlossen, so anrührend! „Er würde vorbeigehen, aber jetzt war SOMMER " (Seite 111) unsere Lesekreis-Erfahrungen:

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