
Suche Autor*in oder Titel
Results found for empty search
- unsere Lesekreis-Erfahrungen | Mysite
Man versteht nicht, was man nicht mit anderen teilt... Wofür du keinen Sinn hast, das geht dir verloren. (Günderrode) 20250619_113057 Zur See von Dörte Hansen Der grosse Sommer von Ewald Arenz Ich bleibe hier von Marco Balzano Ein Engel an meiner Tafel von Janet Frame Was vom Tage übrig blieb von Kazuo Ishiguro Der Markisenmann von Jan Weiler Eine englische Ehe von Claire Fuller Deine Juliet von Mary Ann Shaffer Annie Barrows Der amerikanische Architekt von Amy Waldman Die Unschärfe der Welt von Iris Wolff Die Enkelin von Bernhard Schlink was man von hier aus sehen kann von Mariana Leky Stay away from Gretchen von Susanne Abel Ein anständiger Mensch von Jan Christophersen Die Geschichte der Einsamkeit von John Boyne Der weisse Tiger von Aravind Adiga Die hellen Tage von Zsuzsa Bànk Frau Einstein von Marie Benedict Jakobs Schweigen von Anja Goerz Herzfaden von Thomas Hettche Kleine Freiheit von Nicola Kabel Das Seelenhaus von Hannah Kent Maschinen wie ich von Ian McEwan 3 sind 1 Dorf von Dina Nayeri Streulicht von Deniz Ohde Ombra von Hanns-Josef Ortheil Lempi Minna Rytisalo Belletristik Turbulenzen von David Szalay Annette, ein Heldinnen-Eops von Anne Weber Vom Ende der Einsamkeit von Benedict Wells Neujahr von Juli Zeh Das Genie von Klaus Cäsar Zehrer Die Tochter des Fotografen von Kim Edwards
- Marco Balzano: Ich bleibe hier | Mysite
Marco Balzano: Ich bleibe hier Klappentext: Ein idyllisches Bergdorf in Südtirol - doch die Zeiten sind hart. Die Leute werden vor die Wahl gestellt: Entweder nach Deutschland auszuwandern, oder als Bürger zweiter Klasse in Italien bleiben. Trina entscheidet sich für ihr Dorf, ihr Zuhause. Als die Faschisten ihr verbieten, als Lehrerin tätig zu sein, unterrichtet sie heimlich. Und als ein Energiekonzern für einen Stausee Felder und Häuser überfluten will, leistet sie Widerstand - mit Leib und Seele. zum Autor: Marco Balzano, geboren 1978 in Mailand.... hier ein Interview zum Buch der 3sat Mediathek mit dem Autor vom 14.06.2020 Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Roman - Geschichte Südtirols Verlag: Diogenes erschienen: Original-Ausgabe 2018 Seitenzahl: 280 (Taschenbuch) aus dem Italienischen von Maja Pflug unsere Lesekreis-Erfahrungen Dem Autor ist es gelungen, ein eindringliches Bewusstsein für die Tragik einer Touri-Attraktion zu schaffen, die seit Jahren manchmal unbedarft genutzt wird: Beim Überqueren des Reschen-Passes zu den Feriengebieten Südtirols, kann der Urlauber sich in Foto-Pose setzen, als Hintergrund der aus dem Wasser herausragende Kirchturm des Dörfchens Graun, das 1950 geflutet wurde, zugunsten eines Stausees. Seite 93 „Ich werde dir berichten, was sich in Graun abgespielt hat, an dem Ort, den es nicht mehr gibt“. Es sind 3 Erzählstränge: Familie Politik Umweltprobleme Die Ich-Erzählerin Trina, beschreibt ihr Leben und Schicksal als Südtirolerin von den 20er Jahren bis in die 50er, teilweise in Briefform an ihre verschollene Tochter, mit deren Verlust sie nie abschließen konnte. Trina macht im Frühjahr 1923 die Reifeprüfung und erhält nach ihrer Ausbildung das Lehrerinnendiplom. Sie ist mit ganzem Herzen Bergbäuerin, aber auch Pädagogin, wissbegierig und nachdenklich. „ich glaubte sie können mich retten, die Wörter“. Sie und ihr Mann Erich stehen im Mittelpunkt der Familiengeschichte. Er ist „der einzige Mann, der ihr je gefallen hat“, geradlinig, kraftvoll, ebenso heimatverbunden wie sie. Die Umstände zwingen die Familie doppelt leidgeprüft in den Widerstand; erst gegen die diktatorische Regierung Mussolini, dann gegen die Stausee- Pläne, die ihr Dorf vernichtet. Trina und Erich bekommen 2 Kinder, Michael, der bodenständig ist und den Bauernhof übernehmen möchte. Er entwickelt sich zum kriegsbegeisterten Hitler-Anhänger. Marica, die verlorene Tochter, 4 Jahre jünger, verschwindet ohne Abschied mit Tante (Schwester des Vaters) und Onkel. Wie hat es uns gefallen: Sehr bewegend und flüssig zu lesen, die Geschichte einer ganzen Region, deren Menschen sich heute noch, wie viele aus Gesprächen zu berichten, als autonome Südtiroler und nicht als „eingebürgerte Italiener“ verstehen“. Was hat uns gefallen: Es ist ein „leises“ Buch, das gerade deswegen unter die Haut geht. Die Sätze passen zu den Gegebenheiten, den Lebensbereich, dem sozialen Umfeld der Bergbauern. Sie sind kurz und prägnant. Seite 271 „Als sie den Sprengstoff in den Häusern deponierten, waren wir schon in die Baracken gepfercht.“ Es bedarf keiner zusätzlichen Adjektive, um das Grauen, die Verzweiflung und Hilflosigkeit, die damit verbunden sind deutlich zu machen. Besonders berührt hat uns: die Trauer und Resignation Trinas und Erichs, über den Verlust der Tochter. Erich zeichnet in einem Heft Marica aus der Erinnerung. Seite 149: „Vier Jahre lang hatte ich dir jeden Abend in einem alten Heft geschrieben. Ich las alles noch einmal durch, dann legte ich es in den Kamin. Die rotleuchtende Glut maserte die Asche. Knisternd schlüpfte das Feuer langsam zwischen die Seiten und wurde wieder lebendig. Nie habe ich mich freier gefühlt.“ Als Trina und Erich nach dem Sturz Mussolinis 1943 fliehen müssen mit Deserteuren und Partisanen für mehr als 1 Jahr in das eisige Hochgebirge mit unglaublichen Entbehrungen. Die Zwangs-Evakuierung Seite 263: „Die Männer trugen die Matratzen auf dem Rücken, die Frauen hielten die Kinder auf dem Arm und bemühten sich, geradeaus auf den Horizont zu schauen, der an diesem Tag hell und klar war.(….)…gingen alle in einer Reihe, mit dem langsamen Schritt der Verurteilten, unter den ausdruckslosen Augen der aufmarschierten Carabinieri.“ Als die Felder bereits überflutet waren, beschließt Erich die Kälber, Kühe und Schafe zum Schlachter bringen, und bezahlt dazu für den Hund, Seite 272: „Nimm ihn auch noch, sagte Erich und deutete auf Fleck. Der Metzger sah ihn stumm an.“ »Die einzige Möglichkeit weiterzuleben ist vielleicht, sich zu verändern und nicht zu erstarren. An manchen Tagen bereue ich es, doch es geht mir schon mein ganzes Leben so: Plötzlich muss ich mich von Dingen befreien, sie verbrennen, sie zerreißen, sie von mir wegschieben. Ich glaube, das ist mein Mittel, um nicht wahnsinnig zu werden.“ Wir diskutierten: Was waren die Beweggründe für Schwager Lorenz und Schwägerin, Erichs Schwester Anita, die Marica mit sich nahmen? 1936 kamen sie ins Dorf, bis1939 aus unklaren Gründen.- In der Gruppe wird vermutet, dass aufgrund des Fehlens eigener Kinder diese so ein Adoptivkind zu erhielten. So konnten sie die Ablehnung von Trina und Erich umgehen. Der Abschiedsbrief, den Trina Wochen später erhält, trägt keinen Poststempel, wie fand er den Weg zu Trina und Erich? Warum gab es kein weiteres Lebenszeichen von Marica? - Wir nehmen an, dass sie die Kriegszeiten auf die eine oder andere Art nicht überlebt hat. Schwägerin und Schwager tauchen ebenfalls im Roman nicht mehr auf, vielleicht derselben Ursache geschuldet. Warum hat der Mann mit Hut (Staudamm) oder die dicke Frau (im eisigen Hochgebirge) keinen Namen? Wir sprachen über: Das Instrument der Machtpolitik über Sprache: Den Identitätsverlust: kein Deutsch mehr in den Klassenzimmern, der Amtssprache. Auf dem Friedhof mussten selbst die Gräber umbenannt, auf Italienisch benamt, gekennzeichnet werden. Seite 131 „Die Sprachen waren zu Rassenmerkmalen geworden. Die Diktatoren hatten sie in Waffen und Kriegserklärungen verwandelt.“ Umwelt und Kommerz: Vergewaltigte Natur, Vergleich mit Sotschi, schwarzes Meer, hier entstanden Wintersportanlagen für Olympiade 2014. Fazit: Ein sehr bewegender, zu Herzen gehender Roman. Unbedingt lesen!! Der Mut der Verzweiflung: Der Autor schließt den Roman mit: „Vorwärts gehen, wie Mutter zu sagen pflegt, das ist die einzige Richtung, die erlaubt ist. Sonst hätte Gott uns die Augen seitlich gemacht, wie den Fischen. „
- Wir lesen gerade: | Mysite
Daniel Kehlmann: Lichtspiel Klappentext: Einer der Größten des Kinos, vielleicht der größte Regisseur seiner Epoche: Zur Machtergreifung dreht G.W. Pabst in Frankreich; vor den Gräueln des neuen Deutschlands flieht er nach Hollywood. Aber unter der blendenden Sonne Kaliforniens sieht der weltberühmte Regisseur mit einem Mal aus wie ein Zwerg. Nicht einmal Greta Garbo, die er unsterblich gemacht hat, kann ihm helfen. Und so findet Pabst sich, fast wie ohne eigenes Zutun, in seiner Heimat Österreich wieder, die nun Ostmark heißt. Die barbarische Natur des Regimes spürt die heimgekehrte Familie mit aller Deutlichkeit. Doch der Propagandaminister in Berlin will das Filmgenie haben, er kennt keinen Widerspruch, und er verspricht viel. Während Pabst noch glaubt, dass er dem Werben widerstehen, dass er sich keiner Diktatur als der der Kunst fügen wird, ist er schon den ersten Schritt in die rettungslose Verstrickung gegangen. zum Autor: Daniel Kehlmann, deutsch-österreichischer Autor.... Wikipedia zum Buch: Genre: Biografische Fiktion, historische Fiktion Verlag: Rowohlt Verlag erschienen: 2023 Seitenzahl: 480 (gebunden)
- Edouard Louis: Anleitung ein anderer zu | Mysite
Édouard Louis: Anleitung ein anderer zu werden Klappentext: Mit Mitte zwanzig hat er schon mehrere Leben hinter sich: Eine Kindheit in extremer Armut, die Scham über die eigene Herkunft, die Flucht vom Dorf in die Stadt, nach Aufbruch nach Paris. Er macht sich frei von den Grenzen seiner Herkunft, nimmt einen neuen Namen an, liest und schreibt wie ein Besessener, probiert sich aus, will alle Leben leben. Er trifft sich in mondänen Hotels mit Männern, die in einer Nacht soviel ausgeben, wie seine Familie im Dorf in einem ganzen Jahr. Immer neue Welten erschließen sich ihm. Mit unbändiger Energie erfindet er sich wieder und wieder, schließt Freundschaften und hinterfragt doch die radikale Selbstveränderung, die sich nie ganz vollendet. zum Autor: Édouard Louis ist ein französischer Schriftsteller... Wikipedia zum Buch: Genre: Gegenwartsliteratur, Coming-of -Age, Autobiografie Verlag: Aufbau Verlag Berlin Übersetzerin: Sonja Finck erschienen: 2022 Seitenzahl: 272 zu unseren Lesekreis-Erfahrungen
- Lesekreis-Erfahrungen Anleitung ein an | Mysite
Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Edouard Louis: Anleitung ein anderer zu werden Wieder ist es ein junger Schriftsteller, der uns beschäftigt. Der Klappentext ist gleichzeitig „Die Eröffnung“. Mehr auf den Punkt bringt es der französische Originaltitel „Methode“. Es ist kein schönes Buch, keine Wohlfühl-Lektüre. Es regt zum Diskutieren an 😉. Die „Anleitung“ reflektiert eine ernsthafte Auseinandersetzung mit sich selbst, seinem Klassenaufstieg durch Bildung, seinem Wunsch nach Anerkennung und Glück, aber die Veränderung bewirkt auch Entfremdung , Scham und Schuld. Schlüsselsatz Seite 165: „Mein Privileg bestand darin, dass ich ein Leben ohne Privilegien kennengerlernt hatte.“ Wie hat es uns gefallen : Louis Sprachstil ist gehoben, gepflegt und elegant, erinnert in Teilen an Mercier, in der Schonungslosigkeit an Annie Ernaux. Seine Intension findet sich im 2. Prolog Seite 22: „ob ich jemals eine solche Szene würde scheiben können, eine Szene die ungeheuer weit weg von dem Kind war, das ich einst gewesen bin, und von seiner Welt, (….) alles zu erzählen, was zu dieser Szene geführt hatte,(…...) in dem Versuch,.in der Zeit zurückzugehen.“ Was hat uns gefallen: Die Meinungen sind ambivalent und meist nicht zu seinen Gunsten: Er schreibt strikt subjektiv aus seiner eigenen Perspektive, so dass der Blickwinkel einseitig bleibt. Die Selbstreflexion sind fiktive Aussprachen mit dem Vater: „Imaginäres Gespräch vor dem Spiegel“ Er will dem Milieu entfliehen, das ihn geprägt und verletzt hat. Seine Rachegedanken für eine Kindheit in einem Dorf aufzuwachsen, dessen Atmosphäre von Armut, Alkoholismus, Gewalt, Aggression, Homophobie und Rassismus durchzogen war, lesen sich wie eine Abrechnung. Die „Cuts“, („Weitere Bilder, eine Erinnerung“) die er fortwährend bei seinem Weg, den er einschlägt, begeht, sind sehr hart und lassen ihn als fast schon beziehungsunfähig dastehen. Er lässt Menschen zurück, sei es seine Familie, die 1. Freundin Elena, sowie deren Mutter, die ihn unterstützt und gefördert haben, die Bibliothekarin und später die Theaterdirektorin Babeth, die ihn fast wie einen Sohn behandelt (S.107), daher seine Schuldgefühle gegenüber denen, die ihm geholfen haben. Der Versuch, alles abzustreifen, und sein schlechtes Gewissen ihnen gegenüber – („Bitte denke nicht schlecht von mir“ ) Interessanterweise sind es überwiegend Frauen. Kein Platz für Liebe, gegenseitige Freundschaft. Seite 194: - Egoismus in Reinkultur? Seite 226: „Er musste ein Millionär sein, ein Prinz, ein bekannter Politiker, egal was, Hauptsache jemand der meinem Rachedurst angemessen war – Die Besessenheit zu gefallen, und dann: „(bitte verurteile mich nicht, ich versuche nur, so ehrlich wie möglich zu sein“ Einzig mit Didier Eribon (1953 geboren) , Journalist, Autor, Soziologe und Philosoph, der sein prägender akademischer Lehrer wird, verbindet ihn bis heute eine intensive Freundschaft. Nicht gefallen: hat der ironisch-bittere Unterton, der vermitteln kann, dass er sich wohlfühlt, in der Opferrolle. Er kreist ausschließlich um die Befindlichkeiten einer, nämlich Seiner Person, mit der Transformation als Selbstrettung. die fragmentierte Erzählweise, unzusammenhängende bruchstückhafte Szenen, müssen manchmal puzzleweise zusammengefügt werden. Er spricht von „langen Stunden, in denen ich mein Leben erlernte, als wäre es eine Theaterrolle“. Dies ist der Vorwurf, der in der Gruppe mehrfach wiederholt wird: sein Text lese sich, als würde er die spätere Verfilmung bereits mitdenken. - Auch das Ende kann so ausgelegt werden -, der Epilog, das Versöhnliche, schwer glaubhaft, die Annäherung an die Familie. Wirkt es berechnend ehrlich - oder doch wie der Ausdruck jener Transformation, die jede Entwicklung vom Kind über den Teenager zum jungen Erwachsenen durchläuft, ganz gleich, mit welchen Geburts- oder Lebensumständen man antritt? Besonders berührt hat: Seine Hartnäckigkeit im Aneignen von Wissen und die Besessenheit nach Erfolg, Ruhm, Anerkennung. Seite 71: „Also tat ich für das Lachen dasselbe wie für den Dialekt: ich übte; Ich beschloss ein neues Lachen zu lernen, allein durch Willenskraft". Scham und Schuld: Seite 267 „Ich glaube, ich schreibe, weil ich manchmal alles bereue, wie ich manchmal bereue, mich von der Vergangenheit abgekehrt zu haben, weil ich mir manchmal nicht sicher bin, ob die Bemühungen zu irgendetwas nütze waren. ….um ein Glück gekämpft, das ich nie gefunden habe.“ Seite 268: "Ich vermisse die Gegenwart" Unser Fazit: Egal wie sehr du dich „neu“ erfindest, du schleppst deinen „Rucksack“ mit dir, was zu Scham und Schuldgefühlen gegenüber denjenigen führt, die du auf deinem Weg nach oben zurücklässt.
- Amy Waldmann: Der amerikanische Architek | Mysite
Amy Waldman: Der amerikanische Architekt Klappentext: Eine Jury hat sich in Manhattan versammelt, um den besten Entwurf einer Gedenkstätte für die Opfer des Terroranschlags vom 11. September auszuwählen. Nach langwierigen Beratungen und einem zähen Ringen um das richtige Konzept öffnen die Juroren den Briefumschlag, der den Namen des bislang anonymen Gewinners enthält und sind schockiert. Eine heftige Auseinandersetzung um die Person des Architekten beginnt: Wer darf sich zum Fürsprecher der Trauernden erheben? Innerhalb der Jury setzt sich Claire Burwell am leidenschaftlichsten für den umstrittenen Gewinner ein. Als Betroffene, die ihren Mann bei dem Attentat verlor, hat ihre Stimme besonderes Gewicht. Doch als die Entscheidung an die Öffentlichkeit gelangt, gerät Claire ins Visier entrüsteter Familienangehöriger und wird zur Zielscheibe sensationshungriger Journalisten, radikaler Aktivisten und ehrgeiziger Politiker. Nicht zuletzt bringt der so komplizierte wie begabte Architekt sie an ihre Grenzen. zur Autorin: Amy Waldman, 1969 in den USA geboren, ist eine Journalistin und Autorin, die an der Yale-University studierte.... siehe Wikipedia -Link Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Gegenwartsliteratur Übersetzung aus dem Amerikanischen: Brigitte Walitzek erschienen im: Heyne Verlag (Taschenbuch) herausgegeben: 2011 Seitenzahl: 506 unsere Lesekreiserfahrungen: Zum Plot: Der gute Wille, die besten Absichten waren da…eine Gedenkstätte für die Opfer des Terroranschlags vom 9. September… Die Romanfiktion spielt 2 Jahre nach 9/11, als eine 13- köpfige Jury in einer anonymem Ausschreibung für eine Gedenkstätte entscheiden soll. Die Entscheidung der Jury fällt auf den Entwurf eines Architekten namens Mohammad K….. Schon ist der Selbstläufer einer Tragödie vorprogrammiert… Gefallen hat: Die Personen sind ausnahmslos lebendig gezeichnet, immer mit Hintergrundinformationen über deren Familien, Werdegang. Sehr realistisch die Darstellung der fortschreitend negativen Stimmung, gleich einem Hexenkessel. Gebannt folgen wir dem Fiasko, das, bei aller Bestürzung nachvollziehbar, zum Attentat und Tod Asma‘s führt. Als besonders eindrücklich werden die Entstehung von Fake-News aufgezeigt, und das unverantwortliche Verhalten der Regenbogenpresse : Das Spiel mit Emotionen, Informationen aus dem Konsens gerissen, Effekthascherei um jeden Preis. Seite 419 „ein Foto von Asma nahm die ganze Titelseite ein - lachend, den Kopf zurückgeworfen mit blitzenden Zähnen, als amüsiere sie sich über das Wort, das in riesigen Lettern über ihrem Gesicht stand: illegal“ Ebenso geschickt dargestellt die Einflussnahme der Presse: Seite 213: „Zweifelsfrei hat Mohammad Khan jedes Recht, seine Gedenkstätte zu bauen, hieß es in dem wöchentlichen Kommentar des Chefredakteurs des New Yorker. Die Frage ist, ob er sie bauen SOLLTE.“ Besonders berührend fanden wir : „Steinmännchen“ Seite 146 :„die Idee- impulsiv kreativ- hätte von Cal (Vater Williams) stammen können. Bevor sie aufbrachen, suchte Claire im Wörterbuch nach dem richtigen Begriff und fand Steinhaufen -als Grenz oder Orientierungszeichen, Denkmal etc., aber auch Steinmann, Steinmännchen aufeinander gestapelte Steine in Form kleiner Höhe oder Türmchen als Wegzeichen“. (…)dass er seinem Vater auf diese Weise half, den Weg nach Hause zu finden, ..).“ „kindliche Totenbeschwörung“. S.159: „William, der glaubte, auf diese Weise die Steine zum Leben erwecken, oder seinen Vater nachhause locken zu können.“ Versuch der Trauerverarbeitung: Seite 98: Sean„(...), wenn er abends zurück nach Brooklyn fuhr, war es, als kehrte er von einem Krieg nach Hause zurück… seine Frau sagte er rieche nach Tod und er konnte nicht verstehen, dass sie sich davon abgestoßen fühlte. der Staub, den er mit nach Hause brachte, war ihm heilig. Er schüttelte Schuhe und Hemd über Zeitungspapier aus, um ihn zu sammeln und aufzubewahren.“ Gestört hat uns: Am Ende des Romans gibt es einen exorbitanten Zeitsprung von 20 Jahren, Khan, nun nahe der 60, der inzwischen in Mumbai, dem früheren Bombay lebt, gibt 2 amerikanischen Reportern ein Interview, die einen Doku-Film über die damalige Ausschreibung und das Schicksal der darin verknüpften Personen gedreht haben. Für uns ein zu abrupter Break. Wir sprachen über: Problematik der illegalen Opfer: Asma Seite 122: „Wie konnte man tot sein, wenn man gar nicht existierte? Von den 40 Menschen aus Bangladesch die in den Tagen nach den Anschlägen bei ihrem Konsulat als vermisst gemeldet wurden, waren nur 26 legal im Land. Asma Anwars Mann gehörte nicht zu ihnen. Diejenigen die keine Dokumenten hatten könnten konnten bedauerlicherweise auch nicht gezählt werden, beharrten die Konsulatsmitarbeiter. (….)der Witwe keine finanzielle Unterstützung zukommen lassen. (…) es gab keinen Inam Anwa (….“, Die Gier nach Macht, der Egoismus der Politiker: Paul Seite 425: „Gouverneurinnen sollten besser eine Erklärung parat haben“. er fing sich einen finsteren Blick ein……., sie würde darlegen, dass sie nur versucht hatte, die Gedenkstätte, ganz Amerika, gegen die islamistische Bedrohung zu verteidigen. Selbst wenn der Staat das Verfahren verlor, würde sie gewinnen. Bisher waren ihre Umfragewerte jedes Mal, wenn sie gegen Khan in die Offensive gegangen war, gestiegen. Er war ihr Sauerstoff.“ Seite 427 „Die Gouverneurin führte die Attacke noch weiter: „ ich fühle mit Asma Anwar, aber sie stellt ein ernsthaftes Problem dar. wenn wir nicht aufpassen, wer durch unsere Türen kommt, sterben Tausende von Amerikanern. solange ICH diesen Staat leite, werde ich nicht zulassen, dass so etwas noch einmal geschieht.“ Populismus „hatten Politiker die Stimmung der Öffentlichkeit aufgepeitscht, geschürt vor den zahllosen nicht erfassen Muslimen aus Bangladesch, die es in New York gab, angefangen bei Asmas totem Ehemann. „auch wenn niemand sonst es tut, ich stelle die Frage“, hatte Lou Sarge in seiner Sendung gezetert: „.was hat ihr Mann in den Türmen gewollt?“ S. 427 Die Veränderung der Personen und ihrer Standpunkte: Mo wird zum praktizierenden Muslim. Nachdem er sich von seinen Landsleuten im Stich gelassen fühlt. Seite116/117: Gespräch mit Paul Rubin. „Ganz gleich, was für eine Art Muslim Khan bis jetzt gewesen war, es würde als ein aufgebrachter von hier weggehen.“ Seite 427: Asma resigniert „zu gehen war ihre eigene Entscheidung, irgendwie aber auch nicht. In den Tagen nachdem ihr illegaler Status bekannt geworden war, hatten Politiker die Stimmung der Öffentlichkeit aufgepeitscht, die Angst…. Seite 448: Sean überlegt, den Kampf gegen Khan aufzugeben, zu unterlassen. Zum Buchtitel - Die Übersetzung des Titels ins Deutsche: Die Doppeldeutigkeit der „Submission“ Die Unterwerfung Die Einreichung Die Einreichung - üblich im Baugewerbe bei Ausschreibungen, die Bewerbung um einen Auftrag. Die Unterwerfung – wer unterwirft sich wem? Mo letztendlich der öffentlichen Meinung? Er verlässt das Land, arbeitet nie mehr für die USA Veränderung Claire der öffentlichen Meinung, beispielsweise das Kinder-bullying Seite245? Sie stößt an ihre Grenzen, als Mo zu kompliziert, introvertiert ist, um sich zu erklären, Fazit: Der Roman ist ungeheuer vielschichtig. Ein Buch, das sehr stark die Selbstreflektion fordert: immer wieder fragt man sich, wie würdest du handeln, entscheiden? - Wir empfehlen es!! Die Realität ist immer noch schräger als die Fiktion Doris Dörrie
- Robert Seethaler: Das Café ohne Namen | Mysite
Robert Seethaler: Das Café ohne Namen Klappentext: Wien im Jahr 1966. Robert Simon verdient sein Brot als Gelegenheitsarbeiter auf dem Karmelitermarkt. Er ist zufrieden mit seinem Leben, doch zwanzig Jahre nach Ende des Krieges hat sich die Stadt aus ihren Trümmern erhoben. Überall wächst das Neue, und auch Simon lässt sich mitreißen: Er pachtet eine Gastwirtschaft und eröffnet sein eigenes Café. Das Angebot ist überschaubar und genaugenommen ist es gar kein richtiges Café, doch die Menschen aus dem Viertel kommen, und sie bringen ihre Geschichten mit - von der Sehnsucht, vom Verlust, vom unverhofften Glück. Sie kommen auf der Suche nach Gesellschaft, manche hoffen sogar auf die Liebe, und während die Stadt um sie herum erwacht, verwandelt sich auch Simons eigenes Leben. zum Autor: Robert Seethaler, geboren 1966 in Wien.. Wikipedia zum Buch: Genre: Roman, liter. Fiktion Verlag: Claassen erschienen: 2023 Seitenzahl: 283 zu unseren Lesekreis-Erfahrungen
- Lesekreis-Erfahrungen Herkunft von Sas | Mysite
Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Saša Stanišić zum Buch Herkunft Herkunft ist Saša Stanišić's persönlichster Roman, er erzählt seine eigene Familiengeschichte, und von Jugoslawien, einem Land, das es nicht mehr gibt. Der Roman ist nach eigenen Aussagen essayistisch, fiktional, biografisch. Er ist am 7. März 78 in Višegrad geboren, heute Bosnien. Im Alter von 14 Jahren ist er mit der Familie 1992 nach Heidelberg vor dem Bosnienkrieg geflohen. In Heidelberg lebten sie in einem migrantisch geprägten Viertel der Stadt. Er erzählt von seinen Erinnerungen der Kindheit, von der Ankunft in einem fremden Land als Jugendlicher und die folgende Entwicklung. Ich möchte in diesem Zusammenhang bewusst auf den Begriff „coming-of-age“ verzichten. Es ist sein Anliegen, seine Geschichte und die seiner Familie festzuhalten, die Erinnerung zu „konservieren“. Sein Roman „Herkunft“ sei ein Fragen nach neuralgischen Punkten, betont er im Deutschlandfunk. Als die Eltern 1998 in die USA gehen, (sie wandern nach Florida aus, um der Abschiebung ins ethnisch gesäuberte Višegrad zuvorzukommen) bedeutet das für Saša eine weitere Phase der Entfremdung und Anpassung an neue Lebensumstände.- Seite 66: "Meine Familie lebt über die ganze Welt verstreut. Wir sind mit Jugoslawien auseinandergebrochen, und haben uns nicht mehr zusammensetzen können". Der Auslöser zum Schreiben des Romans sagt er in einem Interview, "war die Demenz meiner Großmutter Christina. Ihr Vergessen der Geschichten und der eigenen Geschichte, das dazu geführt hat, dass ich ihr Fragen stelle.“ Die Großmutter lebt bis zu ihrem Ende in Bosnien. „Ich habe nach ihren Erinnerungen gesucht, gleichzeitig hat sie ihre Erinnerungen verloren. „ Wie hat es uns gefallen: Wir sind alle einer Meinung: Das Buch hat uns beeindruckt, die Geschichte sehr berührt. In Ton und Sprache sind seine Episoden vielschichtig, mit sehr viel Liebe fürs Detail wiedergegeben, reich an Metaphern. Es ist in der Tat ein Lesevergnügen. NDR Kultur spricht mit Recht von einem "besonderen Stanisic-Ton" 😉 Was hat uns gefallen: Ohne den Ernst und die Trauer zu schmälern, gelingt ihm eine Leichtigkeit des Erzählens. Ein Mosaik aus Erinnerungen, Anekdoten, Parallelmontagen und Selbstreflektion. Seite 5: „Es ist der 7. März 2018 in Višegrad, Bosnien und Herzegowina. Großmutter ist siebenundachtzig Jahre alt und elf Jahre alt." Seite 38: „Die Schlange sieht von ihrem Baum auf mich herab und aus meiner Kindheit in mich hinein☹….) Schon bin ich 30 Jahre jünger, ein Junge in Višegrad. Es ist ein Sommer vor dem Krieg in den unruhig träumenden Achtzigern. Vater und Mutter tanzen.“ Seite 269: „Es ist der 17. August 1992. Mutter steigt in den Bus, ich folgte. Es ist der 27. April 2018. Mutter löscht die Zigarette und steigt wieder ein. Wir fahren weiter:“ Besonders berührt hat uns: Dr. Heimat Seite 175: Ein empathischer Zahnarzt, der seine Berufung lebt: Außer die Karies bei Saša und seinen Freunden unentgeltlich zu behandeln zu behandeln, versucht er die Einsamkeit des Großvaters zu lindern. – Er lädt den Großvater zum Angeln ein. Seite 184 : Die Scham – Saša möchte niemanden mitnehmen in sein zuhause in Heidelberg „Man sah ja, wie es uns wirklich ging“ Die Tragik Herkunft teilweise zu verschleiern, oder neu zu erfinden, um Stigmatisierung oder Festlegung zu umgehen. Seite 114: „Zoki kommt ins Klassenzimmer,..(…). Jeder trägt sich ein. Es gibt drei Spalten: Moslem / Serbe / Kroate. Alle versammeln sich, alle zögern. Seite 229 „Ich habe das Betrügerische der Erinnerung satt und das Betrügerische der Fiktion allmählich auch (….) Wie dünn Vater in Deutschland am Ende doch war.“ Wir haben diskutiert über die verschiedenen Möglichkeiten zum Ende des Romans: Die diversen Alternativen sind im Lesekreis auf wenig Gegenliebe gestoßen. Lieblingszitate: "Meine Großmutter besaß ein Nudelholz, mit dem sie mir Prügel androhte. Es kam nicht, ich habe aber bis heute ein reserviertes Verhältnis zu Nudelhölzern und indirekt auch zu Teigwaren." Seite 7 "Herkunft sind die süß-bitteren Zufälle, die uns dorthin getragen haben. Sie ist Zugehörigkeit, zu der man nichts beigesteuert hat." Seite 12 "Jedes Zuhause ist ein zufälliges dort wird du geboren, hierhin vertrieben…" Seite 119 "Ich glaube, dass es wenig Schlimmeres gibt, zu wissen wo man hingehört, aber nicht dort sein zu können ." Seite 170 „Herkunft bleibt doch ein Konstrukt, es ist doch nur eine Art Kostüm, das man ewig tragen soll, nachdem es einem übergestülpt worden ist. Als solches ein Fluch, oder mit etwas Glück ein Vermögen, das keinem Talent sich verdankt, aber Vorteile und Privilegien schafft.” Fazit: Wir stimmen der Verleihung "Deutscher Buchpreis 2019" absolut zu 😉, empfehlen das Buch und würden es auch verschenken - (habe ich schon getan) ...und natürlich noch einmal lesen, um wirklich alle Pointen und Spitzen in sich aufzunehmen!
- Lesekreis-Erfahrungen offene S | Mysite
Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Benjamin Myers: Offene See Robert erzählt die Geschichte seiner Künstlerwerdung im hohen Alter, wie er als Sechzehnjähriger, introvertiert und verträumt, gegen familiären Zwang rebelliert. Er bricht aus der Familientradition aus, die unweigerlich aus der finanziellen Situation dem Bergbau verschrieben ist und sucht seinen eigenen Weg in einer Selbstfindungsphase. – Aus dem Kohleschacht hinauf ans Meer. Auf seiner Wanderung lernt er Dulcie kennen, erfahren, schätzungsweise in ihren 60ern. Sie stellt mit ihrer Erscheinung sowie ihrem Verhalten seine wenigen bisherigen Erfahrungen komplett auf den Kopf. Sie führt einen anarchischen Lebensstil und predigt den Genuss des Augenblicks., zeigt und erklärt ihm die Welt der Bücher, von denen ihn besonders der englische Naturdichter und Romantiker John Clare inspiriert. Wie hat es uns gefallen: Das Buch behandelt mit 2 Protagonisten und einem Hund 😉 3 gewichtige Themen: Die Geschichte zeigt das damalige Gesellschaftsbild Englands im Jahr 1946,, besonders die Lebensumstände seiner Menschen nach dem 2. Weltkrieg sehr gut auf. - Den Krieg gewonnen, dennoch unter den Folgen leidend. Das 2. Thema ist die Suche nach Identität und Freiheit des jungen Robert, sein Coming-of Age. Dazu stellt sich heraus, dass Dulcie, die wir als rätselhaft, undurchsichtig und manchmal übergriffig gegenüber dem unerfahrenen Robert beurteilen, ein tragisches Schicksal mit sich trägt. Was hat uns gefallen: Wunderbar sind die Naturschilderungen des Autors, und Roberts Gefühl dabei, mit sich selbst im Reinen zu sein: Seite 52 „Ich spürte eine Verstärkung und Verfälschung der Sinne, sonderbar, aber durchaus lustvoll, als erlebte ich die Pflanzen- und Tierwelt um mich herum in einem gesteigerten und intensiveren Masse. Als erlebte ich sie nicht nur, sondern als wäre ich ein Teil von ihr dann (... ) Ich atmete tief ein, roch Erde, Bärlauch, Kräuter schwebende Pollen und den Duft des salzigen Seeluft. Ein Sinnenschmaus.“ Seite 95 „ stattdessen ging ich tief hinein in die Wildwiese und streckte mich für einige Momente dort aus, lauschte Ihrem Surren und Rascheln und spürte wie die Sonne mir Strahlenkränze auf die geschlossenen Lider malte.“ Angetan hat es uns die Figur der Dulcie, die sich der Bohemian Lebensart verschrieben hat, liebt ihre Individualität, Kunst, Musik, und ein einfaches, aber erfülltes Leben. Durch ihre Beziehungen und Kontakte kann sie sich auch gewisse Schrulligkeiten leisten unter anderem gutes Essen leisten.. Sie raucht, nur in Verbindung mit Lyrik 😉 (S.211), stört sich nicht an gesellschaftlichen Normen und Konventionen. Sie ermuntert Robert, seinen eigenen Weg zu gehen, fördert ihn. S. 109 „ Leute wie ich gehe nicht studieren. - Was meinst du mit Leute wie ich? – Bergmannsleute. - Aber du hast ein funktionsfähiges Organ in deinem Schädel oder? - ich hoffe es“. Nach Dulcies buntem Querschnitt, was er lesen sollte, schenkt sie ihm einen Stapel Bücher: Seite 118 „Es tut gut, ein bisschen auszumisten. Außerdem sind nicht die Bücher das Wesentliche, Robert. Die sind bloß Papier, aber sie enthalten ganze Revolutionen. Die meisten Diktatoren lesen kaum etwas anderes als die schmeichelhaften Biografien, die irgendwelche Schleimer über sie verfassen. Und das ist ihr Fehler: nicht genug Poesie in Ihrem Leben“ Verschiedene von uns haben das Werk ebenso als Anti-Kriegs-Buch und eine Lanze für den Pazifismus gesehen: Seite 49 „ … habe ich gelernt dass sie alle so ziemlich gleich sind: Menschen sind Menschen. Ich spreche da aus Erfahrung manche Menschen sind tapfer und andere töricht und fast alle haben Angst. Krieg ist Chaos mehr nicht. Deutsche oder Briten, Armenier, Holländer oder Tongaer - die meisten Menschen wollen bloß ein ruhiges Leben. Ein gutes Essen, ein bisschen Liebe. Einen Abendspaziergang. Einen geruhsamen Sonntag.“ S. 200 Nachkriegssituationen: „ überall um uns herum hatte der Krieg Spuren hinterlassen, und die Art des ländlichen Lebens änderte sich. Die Rationierung hatte einen Appetit geweckt, der sich als unstillbar erwies, und landwirtschaftliche Flächen wurden aufgekauft und auf Massenproduktion umgestellt. Die große Angst war jetzt der Hunger, nicht mehr der bewaffnete Konflikt.“. Was hat uns gestört: Einfach to much, manchmal geht es mit ihm (dem Autor) durch 😉 oder er möchte es immer noch besser machen: Seite 29: „Hecken umsäumten mich und ich kaum an Kühen vorbei deren Euter wie Partyballons herum baumelten, gelegentlich auch an Pferden die auf tristen Kuppeln angebunden..(…) und deren Rippen hervortraten wie die Rümpfe von gestrandeten Booten“ Seite 119: „ Der Himmel grollte. Die Ohren des Hundes stellten sich auf: 2 haarige, aufs Meer hinaus gerichtete Schallspiegel, die den Umschwung in der Atmosphäre aufnahmen.“ Solche alternativen Bildfelder passen nicht. Pädagogisch nicht besonders wertvoll fanden wir den „Ausrutscher„ Dulcies, als sie Robert zum exzessiven Alkoholgenuss verführt. Besonders bewegend/ anrührend: Ein besonders bewegender Moment war, als Dulcie das Atelier ihrer verstorbenen Partnerin für Robert vorbereitete und ihm zeigte, dass der gravierte Buchstabe "R" nicht nur für Romy, sondern auch für Robert steht. So hatte Dulcie hat einen Weg gefunden, ihr Schicksal anzunehmen. Vergleich: Der "Leben eines Taugenichts" ist eine Novelle von Joseph von Eichendorff, die die Geschichte eines jungen Mannes erzählt, der sein Zuhause verlässt, um sein Glück in der Welt zu suchen. Auf seiner Reise erlebt er verschiedene Abenteuer und lernt wichtige Lebenslektionen. Letztendlich findet er sein Glück und seine Erfüllung in der Natur und in der Liebe. Fazit: Wir empfehlen es uneingeschränkt. Wie schon eingangs geschrieben, ein Lesestoff der nach vielerlei Richtung den Leser fesselt. Die wunderschönen Bilder wurden von einem Lesekreis-Mitglied zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank!!
- Lesekreis-Erfahrungen Eva schläft | Mysite
Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Francesca Melandri: Eva schläft Wie hat es uns gefallen: Die Autorin verpackt die Geschichte Südtirols geschickt in einen fiktiven Generationenroman. Die historischen Kontexte sind atmosphärisch dicht verflochten. Es beginnt 1919 mit dem Großvater Hermann der als 11-jähriger Waise wird, weil seine Eltern Ende des 1. Weltkriegs an der Spanischen Grippe sterben. Als jüngerer Sohn kann er den Hof nicht erben, sondern muss sich als Knecht in Deutschland verdingen. Die Folgen des 1. Weltkriegs, die er erlebt und die turbulenten Umbrüche in seiner Region lassen ihn zum Faschisten und später zum Nazi werden. Wir erleben die Diskriminierungen seiner Tochter Gerda, die wiederum mit 16 Jahren als Küchenmädchen in ein Kurhotel weggegeben wurde. Eineinhalb Jahre später ist sie schwanger, der künftige Vater heiratet sie nicht. Er ist der Sohn eines Freundes von Hermann, der in die Familie eines Textilfabrikanten eingeheiratet hat, Hannes. Sie versucht in ihrer Not und Verzweiflung die Schwangerschaft abzubrechen, mit grausamen Versuchen an sich. Es folgt der Verlust des Elternhauses für Gerda, (ihre Mutter erleidet bei ihrem Besuch einen tödlichen Herzinfarkt, ihr Vater wirft sie daraufhin hochschwanger aus dem Haus. Eva wird bei Nonnen geboren, einem nationalen Hilfswerk in Bozen Seite 126 „Wer hier eintrat, tat das nicht aus freien Stücken, sondern weil ihm keine andere Wahl blieb“. Die ersten Monate verbringt das Neugeborene in einer Apfelkiste versteckt im Hotelbetrieb, später muss Gerda Eva zu Pflegeeltern geben und sieht sie nur noch 2 Monate im Jahr. Was hat uns gefallen: Während der Zugfahrt von Eva, inzwischen 40jährig, entspinnt sich in Zeitsprüngen die Tragik der Familie über Generationen, in den Zeiten des Südtiroler Freiheitskampfs, als Reaktion auf faschistische Integrationspolitik. Der Zug soll Eva zu der einzigen Vaterfigur (Vito) bringen, die sie jemals hatte, und sie unerwartet wieder verließ. Vito liegt im Sterben. Die Zugreise führt 1400 km quer durchs Land und durch 70 Jahre der jüngeren italienischen Geschichte, während Eva ihre Erinnerungen, familiäre Verluste und zwischenmenschliche Verletzungen reflektiert. Die Spezialität der Autorin sind eindrückliche, oft kleine Szenen und Bilder, die die Kraft haben, für das ganze Ausmaß einer Situation zu stehen. Szene Seite 138, als Hannes fragt, ob er sein Kind sehen kann: „Die Schwester Pförtnerin presste das Kinn gegen die Brust und schaute ihn von unten herauf an. „Ja, wenn du ihr deinen Nachnamen gibst.“ Szene S. 274 als die alte Frau, die 4 Söhne verlor und kein Grab zum Beweinen hat, an den Särgen von 4 Alpinis, Sprengstoffopfer steht: „Sanft fuhr sie mit der Hand über jeden einzelnen Sarg…(..) mehr als ein Vierteljahrhundert zuvor hatte der Krieg der Frau alle vier Söhne genommen, die ungefähr das Alter der vier Gebirgsjäger in den geschlossenen Särgen hatten.“ Szene S. 395 als beim Angebot Hannes zum Beischlaf Gerda den Kochlöffel schwingt, und er noch Glück gehabt hat. S.395 „Gerda zielte und schleuderte dem Vater ihrer Tochter den Kochlöffel ins Gesicht.“ – zuvor hatte sie mit einem Hackebeil eine Rinderschulter entbeint ..😉 Lieblingsfiguren: Die zentrale Figur und Protagonistin des Werks ist für uns Gerda, die Mutter Eva’s. - Der Charakter Eva‘s wurde nicht so herausgearbeitet, ist schwächer gezeichnet und ergeht sich hauptsächlich in absoluter Bewunderung ihrer Mutter. Sehr beeindruckend ist Vito mit seiner Fürsorge um die ihm anvertrauten Soldaten, obwohl er nur wenige Jahre älter ist und seinem starken Gerechtigkeitssinn, gegenüber der Südtiroler Bevölkerung. Eine Lieblingsstelle der feinen Ironie: Seite 84: „Paul“ (Vater von Hannes, dem „Erzeuger von Eva)“ hatte die Erstgeborene einer wohlhabenden Familie von Textilfabrikanten geheiratet. Seine 4 Töchter waren in der Schweiz erzogen worden, fernab von diesem Tal mit seiner kargen, bäuerlichen Lebensweise. Schließlich galt es ihren Sinn für das Unwesentliche zu verfeinern, damit sie später auch Zugang zu den gutbürgerlichen Kreisen erhielten“. Ereignisse, die uns besonders erschüttert und berührend haben: Oft ist die Empathielosigkeit der Charaktere erschreckend. Seite 264 : Das Verwandtschaftsverhältnis: „Der da ist dein Opa.“….. „So lernte Eva, was ein Opa war: ein alter, ausgemergelter Mann, bei dem man, wenn er einen ansah so traurig wurde, dass man gar nicht mehr leben wollte“. Darstellung der elterlichen Macht durch die traditionelle Rollenverteilung in den 60er Jahren Gerda wird einfach ins Kurhotel gegeben; Vito findet kein Verständnis von seiner Mutter, sie will nicht, dass er Gerda heiratet, die Schwester eines Terroristen, ledig mit Kind Darüber hinaus politische Rahmenbedingungen die persönliche Bindungen belasten: Eine Unmöglichkeit, dass Gerda und der Carabinieri Vito eine Familie werden können – Vito ist italienischer Staatsbediensteter. Leidensweg wegen Homosexualität: Eva‘s Cousin und bester Freund Uli outet sich, mit der Folge, dass er sich das Leben nimmt. Zitate: „Mein Reisepass ist italienisch, meine Sprache Deutsch, meine Heimat ist der südliche Teil Tirols, dessen übrige Teile, Nord- und Osttirol, allerdings in Österreich liegen. Für uns heißt dieser Teil Südtirol, doch im Italienischen sag man ‚Alto Adige’ oberes Etschland, denn das ist ja der eigentliche Unterschied: Entscheidend war immer, von wo aus man das Land betrachtet, von oben oder von unten.“ Was uns gestört hat, kritisiert wurde: Die überzeichnete überschwängliche Schilderung der Schönheit Gerdas, vielleicht eine ironische Beschreibung, die der heißblütigen südländischen männlichen heterosexuelle Perspektive auf die Frau geschuldet ist. Beim Schluss des Romans wurde das rasche plötzliche Verzeihen Evas gegenüber Gerda angezweifelt. Vergleich: mit Balzanos „Ich bleibe hier“ der Thematik wegen: Beide Romane spiegeln die Verwerfungen und Umbrüche in Südtirol wider – insbesondere die Assimilisierungs-Politik, sie Umsiedlungen und den Widerstand der Bevölkerung. Verbot des Deutschunterrichts, Zwang zur italienischen Sprache im Alltag, Katakomben Schule als Widerstand Fazit: Zusammengefasst will Francesca Melandri mit ihrem Werk und ihren Aussagen vor allem dazu anregen, Geschichte nicht zu vergessen, sich mit der eigenen Identität kritisch auseinanderzusetzen, Empathie in den Mittelpunkt zu stellen und individuelle Verantwortung für Gesellschaft und Frieden zu übernehmen.
- Lesekreis-Erfahrungen Heute beissen die | Mysite
Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Heute beissen die Fische nicht von Ina Westmann Wie hat es uns gefallen: Eine idyllische Insel im finnischen Schärengarten, 3 Protagonisten und deren ernster Hintergrund: Die Geschichte schickt uns durch eine emotionale Reise durch die Gedankenwelt der Charaktere: Emma , psychologisch, sozial und physisch leidend unter den Auswirkungen ihrer Arbeit als Fotojournalistin oft in Krisen- Gebieten. Die Symptome der traumatischen Erlebnisse aus ihrer Vergangenheit wirken sich zu Problemen auf das Familienleben aus. Emma kämpft darum ihre Vergangenheit mit ihrer Gegenwart in Einklang zu bringen. Ihre Halluzinationen verwischen die Grenzen zwischen Realität und Illusion. Dieser Aspekt der Geschichte, wirft Fragen über die Wahrnehmung und die Zuverlässigkeit der eigenen Erfahrungen auf. Joel , Pädagoge, steht auf der Seite der Wissenschaft, still, eher introvertiert. Joel hadert, kämpft mit Emmas Zustand, er möchte sie vor ihren Dämonen beschützen und gleichzeitig Stabilität für seine Tochter schaffen. Um in der maritimen Symbolik zu bleiben, er möchte der Anker der Familie sein. Fanni , die gemeinsam adoptierte Tochter aus Kenia ist 5 Jahre alt und auf der Suche nach ihren Wurzeln, ihrer Identität. Sie ist ein aufgewecktes Kind mit dunklen Haaren, das in der Gesellschaft der vermutlich hellhäutigen finnischen Küstenbewohner fremdartig wirkt und auffällt. Was hat uns gefallen: Geschickt setzt die Autorin die Abgeschiedenheit der Insel ein, die die Beziehungen und Konflikte innerhalb der Familie intensiviert. Joel, Emma und ihre adoptierte Tochter Fanni leben auf engem Raum, ohne große Ablenkungen. Es gibt keine Fluchtmöglichkeiten in die äußere Welt. Sie sind gezwungen, zwischen Realität und Visionen zu unterscheiden und diese in Einklang zu bringen. Das Buch gliedert sich in kurze, prägnante Kapitel, mit poetischer schöner Sprache, die wie Flash-Backs der einzelnen Protagonisten wirken. Bei der aufgezeigten Problematik ist der Schreibstill nie wertend oder moralisierend. Die kurzen Abschnitte sind wohltuend und begünstigend für den Lesefluß. Kritik – Eindruck: Das Meinungsspektrum der Lese-Gruppe geht diesmal von einem „sehr vielschichtig“ (angenehm) bis zu Themen überladen (unangenehm). Familien- Dynamik und Isolation psychische Gesundheit und Trauma Identität und Selbstfindung Adoption und Zugehörigkeit, Integration Rassismus Kriegs-Traumata Flucht und Migration Krisengebiete mit Hungersnot Umweltprobleme Uns hat am meisten berührt: Sehr berührend empfanden wir die Gespräche zwischen der kleinen Fanni mit dem Großvater. Die Familie im Jetzt und im Jenseits. Die besondere Wahrnehmungsfähigkeit von Kindern, die oft intuitiv Atmosphären und Stimmungen intensiver als Erwachsene erfassen, wird hier einfühlsam dargestellt. Die spirituelle Verbindung Fannis mit dem Großvater , den sie als guten Geist aus dem Jenseits und unsichtbaren Freund erlebt, ist sehr bewegend, geht unter die Haut und berührt das Herz. Unser Lieblingscharakter: Als Favorit wurde Joel gewählt, der sich bemüht, Emma zu helfen, sie zu unterstützen und Halt zu geben auf ihrer Suche nach sich selbst, ihrem inneren Frieden. Gleichzeitig versucht er, sie in Einklang mit Fanni zu bringen. Trotz seiner Ängste und Unsicherheiten, möchte er die Familie schützen, und seinen Werten wie Umweltschutz und vegetarische Lebensweise treu bleiben. Zeitgeist: Gerade bei dem Thema Familiendynamik wurde darüber diskutiert, ob der Zugang zu einer Fülle von Informationen, darunter auch Fehlinformationen, die heutige Familiensituation möglicherweise zusätzlich belasten könnte. Die im Roman angesprochenen Themen spiegeln dabei viele der persönlichen und kollektiven Herausforderungen wider, mit denen moderne Familien konfrontiert sind und als Belastung empfunden werden. Fazit: Noch einmal werden wir maritim 😉: Fische als metamorphisches Symbol für verborgene Wahrheiten und Erinnerungen, die nicht immer leicht zu fassen sind. In den Tiefen unserer Seele schwimmen Erinnerungen wie scheue Fische, - manchmal beißen sie, manchmal nicht.
- Lesekreis-Erfahrungen Die hellen Tage | Mysite
Lesekreis-Erfahrungen: Die hellen Tage: Kleine Einstimmung und freie Assoziation "Der hellen Tage", deren Geschichte in und um Heidelberg, später bis nach Rom führt ;-) Rom - mit freundlicher Genehmigung und zur Verfügung-Stellung von Frau Marliese Will Wie hat es uns gefallen? Ein Mut-Mach-Buch über das Erwachsenwerden mit immer wieder positiven Elementen und Wendungen des Lebens. In der Erzählung finden sich Alle wieder. Mit dem Aspekt des häufigen Draußen-Seins, bereichert durch die Wahrnehmung des Kindes, das alle Umstände noch heller, noch strahlender, glücklicher empfinden lässt. Die Geschichte beginnt mit der Kindheit in den 60er Jahren und endet um die Zeit des Mauerfalls. Sie lässt uns teilhaben am Erwachsenwerden, der Pubertät, dem Abschied vom Zuhause und dem Aufbruch zum Studium nach Rom und schließlich die Rückkehr. Inhaltlich geht es außerdem um Trauer, Verluste und Verlassenwerden, Verrat und Lügen. Wie finden wir die Beschreibungen? Bildreich und farbig, geradezu poetisch die Beschreibung der Farben, Stimmungen, Landschaften und die Gefühlswelten der Protagonisten. Dadurch fühlt man sich schnell in die Geschichte „mit hineingenommen“. Die Autorin berichtet mit viel Einfühlungsvermögen, jedoch nicht mit erhobenem Zeigefinger. Die Erzählperspektive hat Tagebuch-Charakter. Sie ist fortlaufend chronologisch, es wird nicht zwischen Vergangenheit und Gegenwart gewechselt. Welche der Figuren stehen uns am nächsten? Allen voran die unkonventionelle Evi, die mit all ihren Schrulligkeiten sehr liebenswert wirkt. Im Prinzip sind alle Figuren sympathisch, weil in ihrer Gefühlswelt nachvollziehbar, lediglich Ellen und Zigi könnte teilweise Egoismus unterstellt werden, was beide unsympathischer erscheinen lässt. Zigi gewinnt allerdings am Ende wieder an Sympathie, da er seine Bedürfnisse zugunsten von Evis Erkrankung hintenanstellt. Die weiblichen Figuren, insbesondere die Mütter, werden als starke Persönlichkeiten geschildert, die maßgebliche Stützen für andere sind. Zusammen flechten sie ein tröstliches Netzwerk, das die Kindheit und Problematik der besonderen Umstände auffängt und trägt. Unsere Lieblingsstellen / Zitate: Zitat Seri: „Wir laufen durch Kirchblüt, und alles ist anders, wir haben es verloren, so wie wir die Orte unserer Kindheit verlieren, zum 1. Mal, wenn wir keine Kinder mehr sind, und später noch einmal, wenn wir als Erwachsene zurückkehren und uns wundern wie sie wirklich aussehen“ „Wir hatten unsere Mütter, und trotz deren kleinen und großen wunden, die sie uns zufügten, klammerten wir uns an sie und hielten uns fest an ihren Händen, als könnten wir sonst umfallen, als könne uns etwas zustoßen, in der Zeit, in der wir Abschied nahmen von den vielen Dingen, die unsere Kindheit eingerahmt hatten“. Was hat am meisten berührt? Einig waren wir uns bei der Szene, in der Evi ihren Wunsch nach einer Grabinschrift äußert: „Die hellen Tage behalte ich, die dunklen gebe ich dem Schicksal zurück.“ Darüber hinaus haben uns viele unterschiedliche Szenen sehr stark berührt, weil man sich den Figuren durchwegs sehr nahe fühlt. Würden wir das Buch empfehlen? Das Buch würden wir in jedem Fall empfehlen und darüber hinaus auch verschenken, evtl. mit dem Hinweis, sich nicht von über mehreren Zeilen ausufernden Sätzen abschrecken zu lassen. – Wir befinden vom Buchhandel zu Recht als „Hochkaräter“ bezeichnet!