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  • Jane Gardam: Ein untadeliger Mann | Mysite

    Jane Gardam: Ein untadeliger Mann Klappentext: Aus dem Englischen von Isabel Bogdan. Alles an Edward Feathers ist ohne Fehl und Tadel - seine Garderobe, seine Manieren und sein Ruf als Anwalt mit glänzender Karriere in Hongkong. Nun ist er alt und muss mit dem Tod seiner Frau Betty zurechtkommen, so wie er immer mit allem zurechtgekommen ist. Seine perfekte Haltung täuscht alle und manchmal sogar ihn selbst. Doch mit Bettys Tod bricht etwas in ihm auf, und behutsam beginnt Feathers, vergangene Ereignisse ans Licht zu holen. An einem kalten englischen Wintermorgen setzt er sich ans Steuer seines Wagens und fährt los, das eigene Leben zu erkunden. zur Autorin: Jane Gardam, geboren 1928, ist eine englische Schriftstellerin... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Gegenwartsliteratur Verlag: Hanser Verlag erschienen: erstmals 2004 Übersetzung: Isabel Bogdan 2015 Seitenzahl: 352 zu unserer Lesekreis-Erfahrung unsere Lesekreiserfahrungen: Jane Gardam Ein untadeliger Mann Unser neuer Roman ist wirklich und wahrhaftig very britisch: innen und außen. Die Autorin, sowie deren Übersetzerin schafft es mit einer Leichtigkeit das Leben und die Psyche des Protagonisten „Old Filth“ , Kronanwalt in seinen hohen 80-ern, sowie seiner Ehefrau, sehr geschickt und warmherzig, ohne Wertung zu beleuchten. Die atmosphärischen Beschreibungen der Landschaften, die „Grillen“ Teddies und Bettys sind ein Juwel von Literatur und deren Übersetzung. Auch bei Filth‘s Reflektion gibt es ein Innen und Außen, seiner gedanklichen Reise in die Vergangenheit und dann in die reale Außenwelt. Dabei werden starke Emotionen gegenüber Freunden und alten Weggefährten wieder erinnerlich. . Alles mit viel Authenzität und Gespür für die Empfindungen der jeweiligen Person. Ohne Klischee-Bedienung haben die Figuren mit ihrer Charakteristik ein nuanciertes Eigenleben. Edward Feathers, ehemaliger Raj-Waise mit der für immer verletzten Seele, als Erwachsener skurril exzentrisch. Betty, seine Frau, Schottin in Peking geboren, spricht fließend Mandarin, die chinesischen Sitten und Gebräuche sind ihr vertraut, wie er fühlt sie sich damit wohl: „Sein ganzes Leben hatte er chinesische Werte hochgehalten: Die Höflichkeit, die plötzlichen Seitenhiebe, die unbedingte Gastfreundschaft, die Freude am Geld, die Schicklichkeit, die Wertschätzung des Essens, die Diskretion, die Cleverness.“ Betty und Teddie sind kinderlos. „Wer ohne Liebe aufgewachsen ist, kann kein Kind lieben. „Ich wurde seit ich 4 ½ Jahre alt war nicht mehr geliebt“, sagt Filth, der in diesem Alter seinem Heimatort und den Bezugspersonen entrissen wurde, um die englische Sprache und Wertvorstellungen zu lernen. der gefühlsarme Vater Eddies, dessen Herz ebenfalls gebrochen wurde traumatisiert und mit einer Kriegsverletzung. Seite 39: „Er bat nicht darum, das Baby (seinen Sohn) sehen zu dürfen..(..)..monatelang kam er dem Kind nicht näher“ Auntie May, Missionarin in Malaysia und Teddies erste Bezugsperson, die ihn seit Geburt kennt Vereint im Leid bei Ma Didds (Pflegefamilie) Brutalität und Gewaltherrschaft: die Cousinen Babs und Claire - Seite 189: „Anscheinend, sagte Claire, reißt Bettys Tod Grenzen ein. Spült Leichen an die Oberfläche.“ die verrückten englischen Tanten Muriel und Tilda, „Les Girls“, laut Einschätzung Eddies psysisch taub, sind tatsächlich nur mit sich selbst beschäftigt und frönen der Selbstwahrnehmung ihrer Rolle zu Teddie der konkurrierende Widersacher Anwalt Terry Veenering Seite 21 „sie kreuzten nicht nur die Säbel, sie gingen mit Krummsäbeln aufeinander los“ …als späterer Nachbar in England, Seite 23: „ein Stück Regenrinne für die Morgenzeitung „..er hat mir das mit der Regenrinne nachgemacht“, sagte Old Filth, „er war noch nie besonders originell „ das „Schlitzohr“ Albert Ross alias Colerdige, Weggefährte chin. Herkunft ohne Eltern, Teddie lernt ihn bei seiner Überfahrt zurück nach Singapur kennen. Vom Uhrendieb zum Rechtsanwalt, bringt er Filth letztendlich nach Hongkong und begründet so dessen Reichtum. Seite 318 („er hat mich aufs Pferd gesetzt") Father Tansy, herrlich aus der Sichtweise des Alters: ..“Seite 183 „..kam ein Luftzug durch die Kirche…(..)..ein lockiger Junge kam den Gang heruntergehüpft. Er trug ein Kollar und Jeans….(…)..Sie möchten beichten?“…und er stellte sich vor, wie das Priesterbübchen innen drin den Kopf an die Seite lehnte.“.. Seite 325: „Father Tansy wartete mit leuchtenden Augen, wie ein Eichhörnchen.“ Ein Buch, das gefangen nimmt und eintauchen lässt, in die Suche nach Heimat, Geborgenheit und Zugehörigkeit, reich an Perspektivwechsel. Die Szenen so herrlich gestaltet, gemalt, dass sie wie ein Film vor dem geistigen Auge des Lesers ablaufen. Ob es bspw. Teddies Fahrkünste und die Reaktion anderer Verkehrsteilnehmer darauf sind, oder die Beurteilung Filth’s die „Anzugsordnung“ der jüngeren Generation betreffend😉. Als die berührendsten Stellen empfanden wir: Die Angst des Verlassenwerdens, die ihn nie mehr verläßt, siehe seinen Heiratsantrag „ Lass mich nie allein.“ Seite 92: …“eines Tages werde ich meinen letzten Willen für dich aufschreiben. Mit meinen ganzen persönlichen Wünschen.“ - „Hast du noch so viele“ - „Nicht viele. Ein Ende in Frieden, vielleicht.“ - „Und dass du mich nie verlässt, dachte er“. Seite 325: „Mein ganzes Leben lang, seit ich ein kleines Kind war, wurde ich verlassen oder im Stich gelassen, oder durch den Tod von den Menschen getrennt, die ich geliebt habe und denen ich wichtig war.“ Die Szene im Hotel, als er beim Frühstück den Nachruf auf seine Betty in der Zeitung sieht. Er „weinte still hinter den Händen , während er an diesem unbekannten Ort saß“, der einzige Verbliebene in dem großen Speisesaal. Erst jetzt realisiert er seinen Verlust, erlaubt sich, daran zu denken, weint immer weiter. Um ihn herum werden die Tische, auch sein Tisch vom Personal abgeräumt, das Tuch gewechselt. „Sie sagten kein Wort.“ Sie lassen ihn still bei sich. Immer wieder liegen Tragik und Komik kunstvoll so nah beieinander und rutschen dennoch nie in Slapstick ab. Seite 131“ Betty duldete keinen Unfug, wenn es um Blumen ging (…..). Sie predigte Blumen.“ Der Tod im Tulpenbeet mit ihren „Schandperlen“: „Filth hatte es nicht so mit den Blumen. Er fand sie nichtssagend, manchmal feindselig. Die Tulpen waren es, dachte er, die Betty erwischt haben.“ Sehr schönes Zitat: Seite 306: „Mein Gedächtnis war immer zuverlässig. Vielleicht zu zuverlässig,. Es hat mich nie verschont Erinnerung und Sehnsucht … ohne Erinnerung und Sehnsucht ist das Leben sinnlos.“ Mit einem Super- Twist am Ende schließt die Autorin den Roman, als Teddie nach Vergebung sucht. Fazit: Ein Meisterwerk an Erzählkunst Tragik-Komik, Ironie. Lesen und genießen!!

  • Lesekreis-Erfahrungen Ein untadeliger | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Jane Gardam Ein untadeliger Mann Unser neuer Roman ist wirklich und wahrhaftig very britisch: innen und außen. Die Autorin, sowie deren Übersetzerin schafft es mit einer Leichtigkeit das Leben und die Psyche des Protagonisten „Old Filth“ , Kronanwalt in seinen hohen 80-ern, sowie seiner Ehefrau, sehr geschickt und warmherzig, ohne Wertung zu beleuchten. Die atmosphärischen Beschreibungen der Landschaften, die „Grillen“ Teddies und Bettys sind ein Juwel von Literatur und deren Übersetzung. Auch bei Filth‘s Reflektion gibt es ein Innen und Außen, seiner gedanklichen Reise in die Vergangenheit und dann in die reale Außenwelt. Dabei werden starke Emotionen gegenüber Freunden und alten Weggefährten wieder erinnerlich. . Alles mit viel Authenzität und Gespür für die Empfindungen der jeweiligen Person. Ohne Klischee-Bedienung haben die Figuren mit ihrer Charakteristik ein nuanciertes Eigenleben. Edward Feathers, ehemaliger Raj-Waise mit der für immer verletzten Seele, als Erwachsener skurril exzentrisch. Betty, seine Frau, Schottin in Peking geboren, spricht fließend Mandarin, die chinesischen Sitten und Gebräuche sind ihr vertraut, wie er fühlt sie sich damit wohl: „Sein ganzes Leben hatte er chinesische Werte hochgehalten: Die Höflichkeit, die plötzlichen Seitenhiebe, die unbedingte Gastfreundschaft, die Freude am Geld, die Schicklichkeit, die Wertschätzung des Essens, die Diskretion, die Cleverness.“ Betty und Teddie sind kinderlos. „Wer ohne Liebe aufgewachsen ist, kann kein Kind lieben. „Ich wurde seit ich 4 ½ Jahre alt war nicht mehr geliebt“, sagt Filth, der in diesem Alter seinem Heimatort und den Bezugspersonen entrissen wurde, um die englische Sprache und Wertvorstellungen zu lernen. der gefühlsarme Vater Eddies, dessen Herz ebenfalls gebrochen wurde traumatisiert und mit einer Kriegsverletzung. Seite 39: „Er bat nicht darum, das Baby (seinen Sohn) sehen zu dürfen..(..)..monatelang kam er dem Kind nicht näher“ Auntie May, Missionarin in Malaysia und Teddies erste Bezugsperson, die ihn seit Geburt kennt Vereint im Leid bei Ma Didds (Pflegefamilie) Brutalität und Gewaltherrschaft: die Cousinen Babs und Claire - Seite 189: „Anscheinend, sagte Claire, reißt Bettys Tod Grenzen ein. Spült Leichen an die Oberfläche.“ die verrückten englischen Tanten Muriel und Tilda, „Les Girls“, laut Einschätzung Eddies psysisch taub, sind tatsächlich nur mit sich selbst beschäftigt und frönen der Selbstwahrnehmung ihrer Rolle zu Teddie der konkurrierende Widersacher Anwalt Terry Veenering Seite 21 „sie kreuzten nicht nur die Säbel, sie gingen mit Krummsäbeln aufeinander los“ …als späterer Nachbar in England, Seite 23: „ein Stück Regenrinne für die Morgenzeitung „..er hat mir das mit der Regenrinne nachgemacht“, sagte Old Filth, „er war noch nie besonders originell „ das „Schlitzohr“ Albert Ross alias Colerdige, Weggefährte chin. Herkunft ohne Eltern, Teddie lernt ihn bei seiner Überfahrt zurück nach Singapur kennen. Vom Uhrendieb zum Rechtsanwalt, bringt er Filth letztendlich nach Hongkong und begründet so dessen Reichtum. Seite 318 („er hat mich aufs Pferd gesetzt") Father Tansy, herrlich aus der Sichtweise des Alters: ..“Seite 183 „..kam ein Luftzug durch die Kirche…(..)..ein lockiger Junge kam den Gang heruntergehüpft. Er trug ein Kollar und Jeans….(…)..Sie möchten beichten?“…und er stellte sich vor, wie das Priesterbübchen innen drin den Kopf an die Seite lehnte.“.. Seite 325: „Father Tansy wartete mit leuchtenden Augen, wie ein Eichhörnchen.“ Ein Buch, das gefangen nimmt und eintauchen lässt, in die Suche nach Heimat, Geborgenheit und Zugehörigkeit, reich an Perspektivwechsel. Die Szenen so herrlich gestaltet, gemalt, dass sie wie ein Film vor dem geistigen Auge des Lesers ablaufen. Ob es bspw. Teddies Fahrkünste und die Reaktion anderer Verkehrsteilnehmer darauf sind, oder die Beurteilung Filth’s die „Anzugsordnung“ der jüngeren Generation betreffend😉. Als die berührendsten Stellen empfanden wir: Die Angst des Verlassenwerdens, die ihn nie mehr verläßt, siehe seinen Heiratsantrag „ Lass mich nie allein.“ Seite 92: …“eines Tages werde ich meinen letzten Willen für dich aufschreiben. Mit meinen ganzen persönlichen Wünschen.“ - „Hast du noch so viele“ - „Nicht viele. Ein Ende in Frieden, vielleicht.“ - „Und dass du mich nie verlässt, dachte er“. Seite 325: „Mein ganzes Leben lang, seit ich ein kleines Kind war, wurde ich verlassen oder im Stich gelassen, oder durch den Tod von den Menschen getrennt, die ich geliebt habe und denen ich wichtig war.“ Die Szene im Hotel, als er beim Frühstück den Nachruf auf seine Betty in der Zeitung sieht. Er „weinte still hinter den Händen , während er an diesem unbekannten Ort saß“, der einzige Verbliebene in dem großen Speisesaal. Erst jetzt realisiert er seinen Verlust, erlaubt sich, daran zu denken, weint immer weiter. Um ihn herum werden die Tische, auch sein Tisch vom Personal abgeräumt, das Tuch gewechselt. „Sie sagten kein Wort.“ Sie lassen ihn still bei sich. Immer wieder liegen Tragik und Komik kunstvoll so nah beieinander und rutschen dennoch nie in Slapstick ab. Seite 131“ Betty duldete keinen Unfug, wenn es um Blumen ging (…..). Sie predigte Blumen.“ Der Tod im Tulpenbeet mit ihren „Schandperlen“: „Filth hatte es nicht so mit den Blumen. Er fand sie nichtssagend, manchmal feindselig. Die Tulpen waren es, dachte er, die Betty erwischt haben.“ Sehr schönes Zitat: Seite 306: „Mein Gedächtnis war immer zuverlässig. Vielleicht zu zuverlässig,. Es hat mich nie verschont Erinnerung und Sehnsucht … ohne Erinnerung und Sehnsucht ist das Leben sinnlos.“ Mit einem Super- Twist am Ende schließt die Autorin den Roman, als Teddie nach Vergebung sucht. Fazit: Ein Meisterwerk an Erzählkunst Tragik-Komik, Ironie. Lesen und genießen!!

  • über unseren Lesekreis | Mysite

    Leselust im Dialog Sie lesen gerne und haben Spaß daran, sich über den Inhalt auszutauschen? Wir treffen uns einmal monatlich zum offenen und entspannten Gespräch. Es soll ein lockerer Gedanken/- Meinungsaustausch stattfinden: wie der Roman auf uns gewirkt hat, was uns angesprochen hat oder auch nicht ;-) und bewegt. Wir wollen keine Detail-Analysen erstellen oder Abfragemodi starten. Stattdessen sprechen wir über Sympathien, Antipathien mit den Protagonisten, vielleicht der persönliche Held/-in, aber auch Stimmungen, die das Buch in uns ausgelöst hat. Wir treffen uns einmal im Monat Dienstags um 10 Uhr morgens in der Gemeindebücherei Maxdorf. Voranmeldung nicht erforderlich. Wir freuen uns auf Sie, eine anregende Zeit zusammen, mit und über Bücher, die zum Weiterlesen animieren! Lesekreis in der Gemeindebücherei Maxdorf Dankeschön ! Am 03.03. hatten wir doch tatsächlich 5-jähriges Jubiläum! Lebhafte Diskussionen und anregende Gespräche haben wir nicht geführt! Wir haben uns mit Leidenschaft auseinandergesetzt, verschiedene Meinungen beleuchtet und tiefgründige Bedeutungen erörtert. Diese erfüllten Tage, die uns selbst durch die herausfordernden Zeiten von Corona getragen haben, waren wie eine Oase des Loslassens und der Neugier auf Neues. Ich möchte mich von Herzen für eure engagierte Mitarbeit und die bereichernden Stunden bedanken, die wir zusammen erleben durften. Das gemeinsame Interesse am Lesen und der Austausch unserer Gedanken darüber bedeuten mir sehr viel, ich möchte diese wunderbaren Momente nicht missen. Ich freue mich auf weitere inspirierende Jahre voller Geschichten und gemeinsamer Entdeckungen, herzliche Grüße eure Vera Lesen verbindet Gerne sind Sie in unserem Lesekreis willkommen! Wir freuen uns, Sie in unserer lebhaften Gemeinschaft begrüßen zu dürfen, die sich leidenschaftlich der Literatur und dem Austausch über Werke widmet. Lassen Sie uns gemeinsam in spannende Geschichten eintauchen und die Vielfalt der Literatur entdecken. Wir freuen uns auf inspirierende Diskussionen und darauf, unsere Begeisterung für Bücher miteinander zu teilen!

  • Wir lesen gerade: | Mysite

    Ayelet Gundar-Goshen Wo der Wolf lauert Klappentext Für Lilach Schuster war Kalifornien immer ein verheißungsvoller Ort. Er ist ein Versprechen auf Freiheit - von Lilachs nationaler Identität, von ihrer Familie, von ihrer Vergangenheit. Nur ungern denkt sie an ihre Heimat Israel zurück, an das Gefühl der ständigen Bedrohung. Doch dann stirbt ein Mitschüler ihres Sohnes Adam, und schlagartig wittert sie Gefahr. Aber aus welcher Richtung wird die Gefahr kommen? Von den Leuten, die antisemitische Parolen an die Schulmauern sprayen? Von Uri, dem undurchsichtigen Trainer von Adam? Oder gar von Adam selbst, der mehr über den Tod seines Mitschülers zu wissen schein, als er zugibt. zur Autorin: Ayelet Gundar-Goshen, geboren 1982, studierte Psychologie in Tel Aviv... zum Buch: erschienen: 2021 Übersetzer: aus dem Hebräischen von Ruth Achlama Verlag: Kein & Aber Genre: Gesellschaftsroman Seitenanzahl : 347

  • TC. Boyle: Sprich mit mir | Mysite

    T.C. Boyle: Sprich mit mir Klappentext Wer ist menschlicher? Der Mensch oder der Affe? Sam, der Schimpanse, den Professor Schemerhorn in eine TV-Show bringt, kann in der Gebärdensprache nicht nur einen Cheeseburger bestellen, sondern auch seinen Namen sagen. Wie ein Kind wächst er umsorgt von Wissenschaftlern auf. Als die schüchterne Aimee dazu stößt, entspinnt sich eine einzigartige Beziehung: Sam erwidert ihre Gefühle und entwickelt sich regelrecht zu einem Individuum. Als jedoch die Vision Schemerhorns, der an das Menschliche im Tier glaubt, keine Schule macht, wird er für Tierexperimente von einer anderen Universität beschlagnahmt. Aimee ist am Boden zerstört und fasst einen verrückten Plan. zum Autor: T. Coraghessan Boyle, 1948 in Peekskill, N.Y., geboren, ist der Autor von zahlreichen Romanen und Erzählungen, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Er wurde unter anderem mit dem PEN/Faulkner-Preis, dem Prix Médicis, dem Henry David Thoreau Prize und dem Rea Award für Kurzgeschichten ausgezeichnet. Quelle: Hanser-Verlag zu unseren Lesekreiserfahrungen zum Buch: erschienen: 2021 Übersetzer: aus dem Amerikanischen von Dirk van Gunsteren Verlag: Hanser Verlag Genre: Gesellschaftsroman Seitenanzahl : 352

  • Bernhard Schlink: Die Enkelin | Mysite

    Bernhard Schlink: Die Enkelin Klappentext: Im Sommer 1964 verlieben sich eine Studentin aus dem Osten und ein Student aus dem Westen ineinander. Er verhilft ihr zur Flucht. Erst nach ihrem Tod entdeckt der Siebzigjährige, was seine Frau ihm ein Leben lang verschwiegen hat: Sie hatte damals eine Tochter zurückgelassen. Er tut, was sie immer wollte, aber nicht schaffte, er sucht nach ihr. Die Suche wird zu einer Reise in die Vergangenheit und einer Begegnung mit den Wunden und Narben, die DDR, Wende und Anpassung des Ostens an den Westen hinterlassen haben. Als er die Tochter findet, lebt sie verheiratet in einer völkischen Gemeinschaft auf dem Land. Ihre vierzehnjährige Tochter freut sich, dass auf einmal ein Großvater in ihr Leben tritt., wie er sich über eine Enkelin freut. Aber seine Welt ist ihr so fremd wie ihm ihre. Kann er sie erreichen? Edit zum Autor: Bernhard Schlink (* 6. Juli 1944 in Großdornberg, heute Bielefeld) ist ein deutscher Jurist, ehemaliger Hochschullehrer und Schriftsteller... Quelle: Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: ROMAN erschienen im: DIOGENES VERLAG herausgegeben: 2021 Seitenzahl: 367 unsere Lesekreis-Erfahrungen Wie hat es uns gefallen: Die Erzählung Bernhard Schlinks hat uns alle sehr bewegt. Die Geschichte einer großen Liebe und Hingabe (Birgit und Kaspar), absolut, außergewöhnlich und bedingungslos. Diese Hingabe und Stärke erweitert sich im Handlungsverlauf auf die Enkelin Sigrun, von deren Existenz er vor dem Tod Birgits nichts ahnte, wusste. In seiner Trauer und Einsamkeit erkennt er eine neue Lebens-Sinn-Aufgabe, mit dem er gleichzeitig das Vermächtnis Birgits zu erfüllen glaubt. Die Leere nach Birgits Tod, das Bewusstsein und auch die Freude, dass da ein Kind ist, lässt ihn die Suche der unbekannten Tochter aufnehmen. Seine Nachforschungen bringen ihn zu einem Völkischen Dorf, abgeschottet von der Außenwelt. Er baut eine Beziehung zur Enkelin auf, mit dem Willen des Verstehen-Wollens. Der Schreibstil ist sensibel, aber auch packend und fordernd. Welche Figuren stehen uns am nächsten: Der Protagonist Kaspar erscheint oft vorsichtig tastend, ist einfühlsam, und erweckt oft den Eindruck er nimmt sich völlig zurück. Er möchte eine Beziehung zu Sigrun aufbauen, wofür er sehr viel Toleranz und Verständnis mitbringt, in dem Wunsch, mit ihr im Gespräch zu bleiben. Am meisten berührt hat uns : Birgits Empfindungen nach der Flucht „ich war nicht mehr dort und ich war noch nicht hier“ Birgits Alkoholsucht „Ich wusste nicht, was Verschweigen langfristig anrichtet“ Ver-Schweigen und Vertrauen in der Partnerschaft „Es hatte zwischen ihnen bei aller Nähe eine tiefe Distanz gegeben, er hatte sie mehr geliebt als sie ihn, sie hatte sich finden wollen und war ohne ihn auf die Suche gegangen, sie hatte Geheimnisse vor ihn gehabt --- (…) – Na und? Tief drinnen und tief drunten hatte er nicht alles gewusst aber doch, dass sie sich nie ganz geben konnte und dass er sie nie ganz hatte.“ (S132) Die Sensibilität Kaspars, das Bemühen, der Kampf um Sigrun, die Enkelin, er möchte die Saat des Zweifels säen, weiß jedoch nicht, ob er sie letztlich erreichen wird. Mit kleinen Prozedere wie das Auswählen und Abspielen der „ Gute-Nacht- Musik“ wird die Verbundenheit, das Wir-Gefühl gestärkt. Lieblingsstelle Zitat: „Er hatte sie in sein Herz geschlossen. Nur unter dem Vorbehalt, dass sie ihrer Welt abschwören und in seine finden würde?“ Wir sprachen über: Ost-West Thema dass 40 Jahre Unrechtsstatt ihre Spuren in den Seelen und Köpfen der Menschen hinterlassen, sie prägen. Der Missklang der Gefühle in Ost-lern, die sich im Westen nach Meinung der Wessis überglücklich schätzen müssten, ihrem System entronnen zu sein, Lebensmodelle des Westens werden „übergestülpt“ „Im Osten war etwas Eigenes entstanden? Im Osten hatte es Unterdrückung, Unrecht und Unglück gegeben, Unterdrückung und unrecht waren vorbei, die unterdrückten Ostdeutschen konnten wieder sein wie die nicht unterdrückten Westdeutschen und hatten keine Grund mehr, anders zu sein. Wenn sie es doch waren, war es ungehörig und überdies undankbar.“ Zeitgeist: Politische Hilflosigkeit Umgehen mit Andersdenkenden, die vielleicht noch erreicht werden können Völkische Siedler, ähnlich Reichsbürgern, Rechtsradikale abgekapselt in ihrer eigenen Welt „Ich wusste, dass du die Lügenpresse liest und für den Schuld-Kult bist und zu den Willkommensklatschern gehörst .. Du hast keine Ehre im Leib“ Björn Was ist unsere Meinung zur Stimmung im Werk: Brisant, emotional, hochaktuell, intensiv Buch Cover : Das Cover zeigt sehr passend „A Village Maiden“ von Sir George Clausen Fazit: Tröstliche Botschaft; Liebe findet immer einen Weg ;-) Empfehlen, verschenken: Ja!!! Unbedingt lesen

  • Martin Suter: Melody | Mysite

    Martin Suter: Melody Klappentext: In einer Villa am Zürichberg wohnt Alt-Nationalrat Dr. Stotz, umgeben von Porträts einer jungen Frau. Melody war einst seine Verlobte, doch kurz vor der Hochzeit - vor über 40 Jahren - ist sie verschwunden. Bis heute kommt Stotz nicht darüber hinweg. Für die Ordnung des Nachlasses stellt der alte Herr einen Studenten ein, der diesen Job dringend braucht. Nach und nach stellt sich Tom die Frage, ob Dr. Stotz wirklich ist, wer er vorgibt zu sein. zum Autor: Martin Suter, geboren 1948... Wikipedia zum Buch: Genre: Roman, liter. Fiktion Verlag: Diogenes erschienen: 2023 Seitenzahl: 320 unsere Lesekreis-Erfahrungen: Wir sind uns einig, dass es bessere Werke Suters gibt. Er gilt als einer der besten Erzähler der Gegenwart, die Geschichten sind ebenso intelligent wie unterhaltend, bergen immer eine Überraschung, ein Geheimnis. Der Roman ist ein Page-Turner der seine Leser*innen in die schillernde Welt der Reichen und Schönen eintauchen lässt. Der Stoff ist klar: Das zentrale Thema ist die Liebesgeschichte von Dr. Stotz zu Melody. - Die Kamingeschichten des Dr. Stotz. Darüber hinaus geht es um Illusion versus Wahrheit. Mit dem Wunschdenken eine Illusion schaffen, die von der harten Realität ablenkt. Es ist der Wunsch, dass die Dinge anders sind, als sie tatsächlich sind. Zitate Dr. Stotz: "Die Erinnerungen sind eine seltsame Sache je älter du wirst, desto weniger weißt du, ob sie echt sind oder einfach entstanden wie Stalaktiten in einer Tropfsteinhöhle." " Ich habe mein ganzes Leben versucht der Welt von mir ein bestimmtes Bild zu vermitteln, ihre Aufgabe besteht darin, dieses auch für die Nachwelt zu bewahren". " ..ich liebe die Fiktion wesentlich mehr als die Realität... .Ich möchte keine Geschichtsfälschung, sondern -Gewichtung" 😉 Wunschdenken und Realität sind zwei Konzepte, die oft in einem spannungsgeladenen Verhältnis zueinanderstehen. So sei diesmal eine kleine nicht zwingend ernst zu nehmende Karikatur gestattet: Wie im Märchen,... lebte ein sehr betagter Mann, einst erfolgreicher Wirtschaftsmagnat, in Gesellschaft und Politik angesehen und hoch dotiert, in einem Schloss, respektive einer Villa. Über deren Eingang war in Stein gemeißelt, passend zum Thema „Tempus fugit, amor manet“, der Leitgedanke. Dieser setzte sich in den Räumen mit entsprechenden „Altären“ seiner großen Liebe fort. Im Schloß sorgten die Bediensteten – eine begnadete Köchin, die mehr Sterne als ein Michelin-Restaurant verdiente, und ein Butler, so perfekt, dass er selbst Freddie Frinton (Butler James, Dinner for one) in den Schatten stellte, dafür, dass alles nach Plan lief. Und während der alte reiche Mann, nicht verkraften konnte, dass seine wesentlich jüngere Liebe ihn gegen einen jugendlicheren, vlt. besseren Mann eingetauscht hatte, in seiner Trauer schwelgte, hielt er mit aller Macht seine Version des einsamen Liebenden aufrecht. Schließlich war Stil das letzte Gesetz. Der äußere Schein war für ihn so wichtig wie der letzte Schliff an einem teuren Anzug. Als Bösewicht kam ein eifersüchtiger Bruder aus der Familie der Braut in die Szene, mit einem Herzen voller Missgunst, die getarnt war mit der Sorge über die zusätzliche Problematik der religiösen und kulturellen Unterschiede des Paares. - Und dann war da noch die Nichte des alten Mannes, die sich in Tom, den "Memoiristen" ad hoc verliebte. Das junge Paar, charmant und frisch , sorgte sich ernsthaft darum, ob sie mit dem ererbten Reichtum umgehen konnten. Schließlich war es nicht leicht, die Verantwortung für ein Vermögen zu tragen, das sie nicht einmal selbst verdient hatten! ....und wenn sie nicht... Die Beobachtungen im Lesekreis sind, dass die Charaktere mit ihrer Identität oder ihrem Selbstbild kämpfen, sich dabei aber nicht entwickeln. Die grundsätzliche Idee ist gut, aber ein wenig Selbstironie statt Theatralik hätte bisweilen nicht geschadet. Die Figuren sind zu sehr stereotyp, angefangen bei dem Narzissten Dr. Stotz, bis zum ewigen Studenten Tom Elmer, Rest siehe Märchen. Es geht uns zu viel um Mahlzeiten und den natürlich passenden!! Alkohol. Fazit: Wer sich einlassen, verzaubern lassen möchte, vom Ambiente der Superlative, auch was die Reisen des leidenden Dr. S angeht, kann bei diesem Buch Butler Roberto sagen hören: It is served. 😉

  • Lesekreis-Erfahrungen Sprich mit mir | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Wie hat es uns gefallen: Der Roman überzeugte in unserer Lesegruppe vor allem durch seine erzählerische Energie, seine moralischen Fragestellungen und die intensive Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Mensch und Tier. Kontrovers diskutiert wurde die starke Vermenschlichung des Schimpansen Sam. Gerade diese Reibungsfläche machte das Buch jedoch zu einer ergiebigen Grundlage für eine lebhafte und vielschichtige Diskussion. Was hat uns gefallen: Positiv hervorgehoben wurden die erzählerische Dynamik, die schnellen Perspektivwechsel, die bissigen Dialoge und der gelegentliche schwarze Humor. Der Roman operiert bewusst an den Grenzen zwischen Wissenschaft, Ethik, Satire und Empathie. Verantwortung gegenüber Tieren, die Überheblichkeit des Menschen, sowie dessen häufige Empathielosigkeit gegenüber anderen Lebewesen. Bewusstsein für die Mensch-Tier-Beziehung und regt zur Reflexion über Forschungsethik und Machtverhältnisse an. Besonders gelungen erschien die Darstellung fließender Übergänge zwischen Mensch und Tier. Der Schimpanse Sam eröffnet neue Perspektiven auf das Menschsein. Die Schimpansen-Thematik wurde als ideal geeignet angesehen, um die Grenzen zwischen Mensch und Tier, Kultur und Instinkt zu hinterfragen. Der politische und gesellschaftliche Gehalt des Romans wurde gewürdigt, insbesondere die Kritik daran, dass Lebewesen letztlich auf ihren Nutzwert reduziert werden. Zur Lieblingsfigur der Runde wurde vielfach Brenda, die Managerin des Trailerparks. Ihre Bodenständigkeit, ihr Mitgefühl und ihr couragiertes Handeln machten sie zu einer der authentischsten Figuren des Romans. Gerade weil sie vergleichsweise wenig überzeichnet erscheint, fiel sie besonders positiv auf. Grenzwertig bezeichnet wurde: Die starke Vermenschlichung des Schimpansen Sam wurde unterschiedlich bewertet. Einige empfanden sie als notwendiges Stilmittel, andere als problematisch, stellenweise als unangenehm bis hin zu einem Gefühl des Ekels. Besonders die Kapitel, in denen Sams Gedankenwelt dargestellt wird, wurden in diesem Zusammenhang kontrovers diskutiert: Sind sie ein gelungener Perspektivwechsel oder eine zu starke Anthropomorphisierung? Der Versuch, über Sprache und Gebärdensprache die Grenze zwischen Mensch und Tier aufzuheben, wurde nicht von allen als glaubhaft empfunden. Die Taufszene von Sam (S. 306 -Aimee glaubt nun, dass Sam eine Seele hat) wurde von mehreren Teilnehmenden kritisch gesehen. Die Figurenzeichnung erschien uns stellenweise überzeichnet, etwa Professor Moncrief, der mit Kapitän Ahab verglichen wurde, jedoch war sich die Gruppe weitgehend einig, dass die Provokation und Überzeichnung vieler Figuren von Boyle bewusst eingesetzt werden. Die Mischung zwischen Wissenschaft, Satire und emotionalem Drama gefiel nicht allen vorbehaltslos. Bewegendste Stelle: Vom Ersatzkind zum Versuchsobjekt: Als besonders berührend wurde die Szene empfunden, in der Sam sein vertrautes Umfeld verlassen muss und wieder in einen Käfig gebracht wird (S. 137). Sie wirkt wie eine Vertreibung aus dem Paradies: Vom geliebten Ersatzkind und Hoffnungsträger der Forschung wird er wieder zum Versuchsobjekt reduziert. Gerade dieser abrupte Rollenwechsel macht die ganze Ambivalenz der Mensch-Tier-Beziehung sichtbar und führt die Grenzen menschlicher Empathie schmerzhaft vor Augen. Besondere Diskussionsbezüge: Jane Goodall und die Primatenforschung der 1970er- und 1980er-Jahre. - Ihre Aussage, der Schimpanse zeige oft mehr über das Menschsein als die Menschen selbst. Die Experimente zur Gebärdensprache mit Menschenaffen. Als reale Parallele wurde das Forschungsprojekt um den Schimpansen Nim Chimpsky genannt, dessen Erlernen von Gebärdensprache ähnliche Fragen nach Sprache, Bewusstsein und der Vermenschlichung von Menschenaffen aufwirft wie die Figur Sam im Roman. Parallelen zu Franz Kafkas „Die Verwandlung“: Sam erkennt seine eigene Art ähnlich fremd, wie Kafkas Gregor Samsa sich selbst als Käfer erlebt. Diskussionen über ökologische Verantwortung und Empathie gegenüber nichtmenschlichen Lebewesen. Fazit: Die Diskussion zeigte, dass die größte Stärke des Romans zugleich seine größte Provokation ist: Indem Boyle den Schimpansen Sam so nahe an den Menschen heranrückt, zwingt er die Leserinnen und Leser, ihre eigenen Vorstellungen von Menschlichkeit, Sprache, Bewusstsein und moralischer Verantwortung zu hinterfragen. Die dabei entstehende Irritation erwies sich im Lesekreis weniger als Schwäche des Romans, denn als Ausgangspunkt für besonders intensive Gespräche. - Dankeschön!

  • Lesekreis-Erfahrungen 22 Bahnen | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Caroline Wahl: 22 Bahnen: Wie hat es uns gefallen: Die Autorin zählt zu den Schriftstellerinnen der jungen Generation, in unserem Lesekreis sogar zur Jüngsten. Nach ihren eigenen Aussagen wollte sie eine zeitlose Geschichte schreiben, die jede Altersgruppe anspricht und weit weg von ihrem eigenen Leben ist. Dem können wir so nicht zustimmen, ist doch jede Generation durch unterschiedliche technologisch und kulturelle Einflüsse geprägt, und bringt daher eigene Interessen, Werte und Erfahrungen mit. Erzählt wird in einer jungen Sprache, die klar und präzise ist, mit trendiger Ausdrucksweise. In den drehbuchhaften Dialog, die Variante der direkten Rede Er:, Sie:, muss sich erst eingelesen werden. Tilda schwimmt regelmäßig ihre 22 Bahnen, ein Ritual, das ihr Halt gibt, hilft, mit ihrem Alltag umzugehen. Eine junge Frau sehnt sich nach einem selbstbestimmten Leben, während sie mit katastrophalen familiären Belastungen, ersten Liebeserfahrungen und dem Bewusstsein ihrer Verantwortlichkeit konfrontiert ist. Sie ist die zentrale Figur, eine starke junge Frau als Heldin. In einem Familienleben, das keines ist, versucht sie die jüngere Schwester zu schützen und zu coachen, „ich hätte 5 Monate Zeit, um Ida vorzubereiten. …Denn ich kann nur gehen, wenn Ida gewappnet ist. Sie müsste eine Kämpferin werden, und ich müsste sie rüsten. ….(…)“ Seite 73: versäumte Jugend: „Ich bin die ganze Zeit hiergeblieben, ganze 6 Jahre nach dem Abi, und während meine Freunde wegzogen, umzogen und reisten ..(…)..war ich 6 Jahre hier, habe gearbeitet, studiert, Ida großgezogen..(..). Wie eine Oma. ..dabei weine ich immer noch, aber ich lache auch laut, weil ich Ida habe und Ida mich hat.“ Was hat uns gefallen: Die Texte sind oft sehr poetisch und die Sehnsucht nach Freiheit fühlbar. Seite 65 „…die Wolken flogen nur so dahin. Das Gesicht eines Pandabären, dem allmählich ein Körper wuchs, und ein Adler, der seine Flügel immer weiter ausbreitete.“ Schwimmen Seite 53:“....und das Wasser, in das ich mich ungeduscht fallen lasse, schmiegt sich um meinen erschöpften Körper und wäscht das Chaos, das ich ausgeschwitzt habe, von meiner Haut.“ Seite 150: „Der Herbst ist ein Magier, der alles verzaubert. Er hüllt die Welt in Wind, Nebel und Regen, und es riecht nach Leben. Grün wird zu Feuer.“ Seite 105: Zuflucht Lesen 😉 Die Gedanken über das Lesen, die Bücher: „Ich wusste, das Lesen ein guter Vorschlag sein würde. Lesen hat mir damals viel gegeben, und gibt mir immer noch viel. …(..) dass mir niemand diese Geschichten, diese Welten wegnehmen kann, in die ich mich zu flüchten vermag, beruhigte mich und machte mich unverwundbar.“ Nicht gefallen hat uns, dass kein Perspektiv-Wechsel auf die Mutter stattfindet. Auch das erfolgreiche Ende (Tilda coacht Ida so, dass sie ihren Weg auch mit der Distanz, die Tildas Doktoranden-Stelle mit sich bringt, zu ertragen glaubt. )– , halten wir für ein wenig 😉 realitätsfern. Es sorgt jedoch mit für das Wohlfühl-Gefühl, das sich beim Lesen einstellt….und: Der Märchenprinz für Tilda darf natürlich auch nicht fehlen. Berührend fanden wir: Toll beschrieben: Die Ambivalenz, die sich im Verhältnis zur Mutter hervorhebt: Sie wird sowohl als Bezugsperson als auch als Monster dargestellt, insbesondere wenn sie in ihrer Sucht gefangen ist. Das Wechselspiel zwischen den widersprüchlichen Gefühlen und Rollen – von Mutter zu Ungeheuer und umgekehrt- wird deutlich gezeigt. Abtauchen in Fantasien: Ida malt und erfindet Märchen, die sie mit Tilda zusammen weiterentwickelt, als Flucht von der Realität. Seite 76 „Es war einmal eine mutige Ritterin. Ihr Name war Tilda.“ Als Lieblingsperson in der Gruppe wurde Ida gekürt, ein Kind, dessen absolute und einzige Bezugsperson in der desolaten Familie die große Schwester ist. Fazit: Wir würden es einordnen in die Kategorie Resilienz-Buch, es ist nicht verstörend, zerstörerisch, manchmal nicht ganz glaubhaft. Für die ganz Jungen und jung Gebliebenen ist das Buch absolut zu empfehlen und gelungen. Die Älteren dürfen gern neugierig sein, es kann mit einem Augenzwinkern gelesen werden. Unsere Gruppe ist sich einig, das Buch ist besonders für die jüngere Generation geeignet, die mit frischem Blick und viel Energie in die Geschichte eintauchen möchte.

  • Deniz Ohde: Streulicht | Mysite

    Deniz Ohde: Streulicht Klappentext: zur Autorin: Deniz Ohde (* 1988 in Frankfurt am Main ) ist eine deutsche Schriftstellerin . "Streulicht" ist ihr Debütroman. Quelle Wikipedia Klick hier! Erfahrungen im Lesekreis: Industrieschnee markiert die Grenzen des Orts, eine feine Säure liegt in der Luft, und hinter der Werksbrücke rauschen die Fertigungshallen, wo der Vater tagein, tagaus Aluminiumbleche beizt. Hier ist die Ich-Erzählerin aufgewachsen, hierher kommt sie zurück, als ihre Kindheitsfreunde heiraten. Und während sie die alten Wege geht, erinnert sie sich: an den Vater und den erblindeten Großvater, die kaum sprachen, die keine Veränderungen wollten und nichts wegwerfen konnten, bis nicht nur der Hausrat, sondern auch die verdrängten Erinnerungen hervorquollen. An die Mutter, deren Freiheitsdrang in der Enge einer westdeutschen Arbeiterwohnung erstickte, bis sie in einem kurzen Aufbegehren die Koffer packte und die Tochter beim trinkenden Vater ließ. An den frühen Schulabbruch und die Anstrengung, im zweiten Anlauf Versäumtes nachzuholen, an die Scham und die Angst - zuerst davor, nicht zu bestehen, dann davor, als Aufsteigerin auf ihren Platz zurückverwiesen zu werden. Deniz Ohde erkundet in ihrem Debütroman die feinen Unterschiede in unserer Gesellschaft. Satz für Satz spürt sie den Sollbruchstellen im Leben der Erzählerin nach, den Zuschreibungen und Erwartungen an sie als Arbeiterkind, der Kluft zwischen Bildungsversprechen und erfahrener Ungleichheit, der verinnerlichten Abwertung und dem Versuch, sich davon zu befreien. Um es auf den Punkt zu bringen: Es ist KEIN landläufig zu nennen „schönes“ Buch. Der Schreibstil ist emotional sehr distanziert, wirkt Tatsachenbericht ähnlich, was als Selbstschutz der Protagonistin empfunden wird. Die Erzählung gleicht einer Dokumentation mit protokollarischer Ausführlichkeit, dennoch ist die innere Anspannung spürbar und der Ton nie moralisierend oder zensierend. Was hat uns gefallen? Die Protagonistin zeichnet sich durch ihre Resilienz aus. Die Beharrlichkeit mit der sie den gesellschaftlichen und familiären Umständen trotzt (doppelt fremd- isoliert -fühlend als Arbeiterkind mit türkischem Elternteil) und ihr Studium aufnimmt. Schön wird auch die 3er Beziehung aufgenommen: Die Protagonistin mit „geheimen Namen“, Sophia und Pikka erinnert die Gruppe an die 3er- Freundschaft in „ Helle Tage“ Was hat uns gestört? Eltern von Pikka und Sophia wirken leblos – als Originale geboren, die zur Kopie wird. Die Traumatas der Familie: „wir waren 2 x ausgebombt“ der Vater, schwer in der Fabrik arbeitend, alkoholabhängig, jähzornig, Messi „wir stehen unter Beobachtung“, der Vater gegenüber der Mutter, gebürtige Türkin nur nicht auffallen „Man durfte zu keiner Zeit zur Bürde der Anderen werden“ die Protagonistin Eigene Reflektionen zum Thema Schulsystem, Ignoranz und Toleranz „Es war keine Identität die sich heraus bildete, sondern eher wurde sie mir entzogen, verschwand im Keller der Schule, zwischen bis in die 60er zurückreichenden Akten, weil ich die Einzige aus meinem Jahrgang war, die nicht auf eine höherer Schule wechselte…“ „Ich betrachtete die Tintenschrift, manchmal durch Tränenflüssigkeit verwischt, was ich damals zum Zeichen meiner Überforderung stehen gelassen hatte, in der Hoffnung, jemand würde es verstehen...“ Die Situationen des Werks erinnerten an: Max Frisch "Du bist nicht", sagt der Enttäuschte oder die Enttäuschte: "wofür ich Dich gehalten habe." Und wofür hat man sich denn gehalten? Für ein Geheimnis, das der Mensch ja immerhin ist, ein erregendes Rätsel, das auszuhalten wir müde geworden sind. Man macht sich ein Bildnis. Das ist das Lieblose, der Verrat. Am Meisten am berührt hat uns: Der Gedankengang zur Selbstmord-Attentäterin in der Kirche – für die Protagonistin eine Form des Davongehens: „Im Alter von zehn Jahren stellte ich mich auf meine Fensterbank und schaute nach unten auf die Straße. Es könnte vorbeisein, dachte ich“. Lieblingszitate: „Ich stehe ja am Rande der Gesellschaft“, sagte ich und lachte in die Runde (….) Über mich selbst lachen, damit die anderen es nicht taten.“ - Ironie der Verzweiflung Zeitgeist: Zugehörigkeit und Identität „Du bist Deutsche“, „du kannst nicht gemeint sein“ sagt die Mutter. Die Protagonistin ist in Deutschland geboren und hat einen deutschen Pass. –Die Integration fehlt. Wie empfinden wir die Stimmung im Werk? Die Stimmung wir als deprimierend empfunden „kein Garten umschloss unser Haus, keine Birke spendete mir Schatten, denn aus Schatten bestand ja unser ganzes Grundstück, und unsere Wohnung war ein Geheimnis, das wir zu hüten hatten, dessen wir uns schämten“ Fazit / Empfehlung: Ein Buch, das nicht nur einmal gelesen werden kann (muss), mit vielen Ansätzen zur Selbstreflektion. Zum Nachdenken, wie man selbst reagieren würde, oder schon hat. Was sind meine Empfindungen, habe ich mich schon ähnlich verhalten. Es läßt den Leser*in erschüttert und in sich gekehrt zurück.

  • Lesekreis-Erfahrungen Eigentum | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Wolf Haas: Eigentum Wie hat es uns gefallen: Dieses Mal ist der Kritikanteil höher als bei anderen Werken, die bisher besprochen wurden. Das Mutter-Sohn- Verhältnis wird vom größten Teil der Gruppe als lieb- und respektlos wahrgenommen, der Humor des Autors kommt nicht an. Den Erzählstil empfinden sie als schonungslos und bissig, mit Sarkasmus das Leben der Mutter ins Lächerliche gezogen. Der Roman hat Zwei Handlungsstränge Das Leben der Mutter und zwar ausschließlich Der Aufgabe von Wolf Haas, der eine Poetiklesung, die er halten soll, vorbereitet, Er beginnt 2 Tage vor ihrem Tod, als der Autor noch kein Thema für seine Lesung erkoren hat, demzufolge ist auch kein Text vorhanden. Die Überlegung ist „kann man vom Leben schreiben“ Der Schauplatz ist vornehmlich das Alten- und Pflegeheim, in dem die Mutter ihn zur Welt brachte, und nun dem Tode entgegendämmert. Es wurde von einer Geburtsklinik in ein Pflegeheim umgewandelt. The Circle of Life S. 75: „weil ich in dem Gebäude, in dem meine Mutter starb, geboren wurde. Zuerst hat sie meinen Bruder hier zur Welt gebracht, vier Jahre später mich, jetzt starb sie hier. „Da wären wir wieder einmal. (….) Jetzt ging der Embryo nahezu 60 Jahre später zurück“. Vielleicht ein wenig zu pathetisch, aber auch sehr melancholisch Der Schreibstil: Bei den Erzählpassagen Mutter - Sohn, wechselt er gerne in die Sprache der Mutter in Dialekt und einfacher gehalten. Was hat uns gestört: Es wurde die Mutter als „vorgeführt“ empfunden, der Humor eher als makaber. Lästig wirkten auf viele auch die ständigen Wortwiederholungen. Am meisten berührt hat uns: Am meisten berührt negativ war für fast alle das Begräbnis der Mutter (Was könnte sie anhaben) die „Spielerei mit Beileid.. Am positivsten berührt hat uns das „Telefonieren“ mit dem Jenseits gleich zu Beginn des Buches und zum Ende, ebenfalls eine schöne Schließung des Kreises. Die Zusammenfassung der Fertigkeiten und Sprachgewandtheit seiner Mama auf Seite 116/117 präsentieren eine intelligente Frau, die alles konnte „nur nicht mit Leuten“ und zeigt liebevolle Zärtlichkeit und Hochachtung. „Nachdem sie ihren Traum, ihr eigenes Grundstück zu erwerben, aufgegeben und von keinerlei Eigentum Besitz ergriffen hatte, hatte etwas von ihr Besitz ergriffen: Niedergeschlagenheit.“ Vergleich: Wir fühlen uns erinnert an Alex Schulmans „Verbrenn all meine Briefe“ Lieblingsstellen Zitate: Über das Seufzen als vorsprachliche Äußerung Seite 21: das vorwurfsvolle, mitfühlende, Lustvolle, sentimentale, schmerzerfüllte. 😉 Wir sprachen über: Die Verbitterung dieser Frau, über ihre lebenslange Armut, die Entbehrungen und Auswirkungen der Weltkriege, die Inflation. Die prägende Erfahrung für Mutter und Kind Seite 34: „Schon als Fünfjähriger wusste ich, was Inflation war“ (….) Das ganze Geld hin. Kaputt. (…) Hast nichts mehr dafür gekriegt. (…) Alles hin.“ Eine Frau, die leider keinen Optimismus für sich in Anspruch nehmen konnte. Was ist unsere Meinung zur Stimmung im Werk: Der Sound des Buches ist uns zu düster, pietätlos, sein Humor gemessen am Thema für zu makaber, was bei der Beerdigung bspw. besonders kritisiert wird. Bei den meisten stellt sich ein unangenehm bedrückendes Gefühl ein. (Seite 147). Es kommt keine Spannung auf. Was ist unser Fazit, sind unsere Erkenntnisse? Vielleicht als Einstieg in die Haas-Sprache das falsche Buch!

  • Mariana Leky: Was man von hier aus sehen | Mysite

    Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann Klappentext: Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman. 'Was man von hier aus sehen kann' ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Für Luise zum Beispiel, Selmas Enkelin, gilt es viele tausend Kilometer zu überbrücken. Denn der Mann, den sie liebt, ist zum Buddhismus konvertiert und lebt in einem Kloster in Japan … zur Autorin: Mariana Leky, geboren 1973 in Köln ist eine deutsche Autorin... siehe Wikipedia-Link ... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Belletristik, Fiktion erschienen im: Dumont Verlag herausgegeben: 2017 Seitenzahl: 320 unsere Lesekreis-Erfahrungen: Die Zauberwelt Luises, der Protagonistin in der Coming of Age Erzählung, oder: Die Welt, in der wir gerne leben möchten? Once upon a Time in einem kleinen westerwäldischen Dorf in den 80er Jahren, wo die Menschen skurril, sehr Erd- und Mystik- verbunden sind, verschroben in der ihnen eigenen kleinen Welt. Wir stellen fest: Eine Bearbeitung der Geschichte mit pragmatischen, praktischen oder gar zweckmäßigen Überlegungen ist nicht möglich, und wird nur zu Enttäuschungen führen, hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit der Ereignisse und Begebenheiten. 😉 Alles ist aus Sicht des neunjährigen Mädchens Luise und ihrer Wahrnehmung geschrieben. So werden beispielsweise keine zum Einsturz gefährdeten Böden repariert, sondern lediglich als außerordentliche Gefahrenstelle kenntlich gemacht. Der Roman umfasst 20 Jahre Entwicklung des 9-jährigen Kindes, bis zu dessen Abitur. Erwachsenwerden und Ausbildung zur Buchhändlerin bei Buchhändler Rödder, wir leiden mit beim erstmaligen Erleben Luises von Freundschaft, Liebe und Verlust. Was sich als logisch aufdrängt, wird oftmals ausgeblendet, manche Akteure sind mit ihrem Berufsstand und gleichsam mit ihrer Charaktereigenschaft oder ihren Gemütszustand beschrieben, aber nicht „benamt“. Bemerkenswert: etwa der tatsächliche Name des verliebten Optikers in (Oma) Selma kommt erst auf den letzten Seiten ans Licht, indem er während eines Telefonats sich namentlich vorstellt. Die Figurenzeichnungen der Personen und ihrer Charaktere sind sehr lebendig: Da ist der Schulkamerad MARTIN, der „Hochheber“ (Idol der Kran von Schachty), kommt bei Zugunfall ums Leben - sein Vater Palm ist Alkoholiker SELMA, Luises Oma, unbewusste Doppelgängerin von Rudi Carell 😉, sieht durch Okapi-Traum den Tod voraus …“Selma trug eine große violette Rüschen-Badehaube, die aussah wie eine Hortensie und die sie sich von Elsbeth geliehen hatte, damit Rudi Carrells Frisur nichts geschah“. OPTIKER– Dietrich Hahnberg, Liebesbriefschreiber, Mitarbeiter des Monats der der einzige Mitarbeiter ist. -ist schon seit Jahren in Selma verliebt, unzählige Briefe angefangen, nie zu Ende gebracht, oder gar abgeschickt. Selma und der Optiker sind beide maßgeblich in die Erziehung, Entwicklung und Bildung von Luise und Martin involviert. Die Ehe der ELTERN Luises ist weder harmonisch, noch funktioniert sie, beide wirken eher als Nebendarsteller, immer zweifelnd, ob man sich nicht besser trennen sollte. Mutter Astrid (Besitzerin des Blumenladens Blütenrein) hat es ewig eilig, und ein Verhältnis mit dem Eisdielenbesitzer Alberto mit Vorliebe für klingende Namen seiner Produkte z.B. „Flammende Versuchung, Heißes Verlangen“. Vater Arzt und Aussteiger, lebt in dem Gefühl etwas verpasst zu haben, möchte die Welt sehen und geht dann auf Reisen. „Ein bisschen mehr Welt hereinlassen“. HUND ALASKA als Metapher für Schmerz (des Vaters eingekapselter, der so externalisiert werden soll laut. Dr. Maschke), Mischling irischer Wolfshund mit Pudel (wer kann sich darunter etwas vorstellen?) Die abergläubige ELSBETH, Kräuterhexe wohnt am Dorfende stellt u.a. Schneckensalbe her, die graue Haare wieder blond machen soll. FREDERIC, der Mönch aus dem Wald, konvertiert zum Buddhismus, lebt in einem Kloster in Japan. „Luise liebt einen Buddhisten, der nicht zölibatär in Japan lebt und uns in drei Wochen besucht“ S. 162 Die immer schlecht gelaunte, traurige MARLIES, deren Tante hat sich mit 92 Jahren erhängt hat, und Marlies fand, „da lohnte das Aufhängen auch nicht mehr“ S 56 Besonders gefallen hat uns: Der Ton der Erzählung ist bewusst dem Alter Luises und Zeitgeist der 80er Jahre angepasst. Beispielsweise die Pralinen Mon Cheri zum Geburtstag Selmas, „da die Füllung so entspannend sei“ 3. Teil des Buches Kapitel S 147 „Unendliche Weiten" Star-Treck-Serie (Raumschiff Enterprise), der Märchenwelt, Heinrich, der Wagen bricht S.279, Der Froschkönig, Detailliert wie nur Kinderaugen zu beobachten, registrieren,die Beschreibungen der „Anzugsordnung“ der traurigen Marlies, die die Farbe ihrer Unterhosen mit einem ausgeleierten Norwegerpullover kombiniert. Es mag manchen Leserinnen mitunter allzu viel des Guten sein, amüsiert jedoch durch die Bildhaftigkeit, die hängen bleibt. Es wurde kritisiert: Unstimmig: Luise ist 1 Jahr jünger als Martin und macht ihm die Hausaufgaben Fragwürdig: Die „Läuterung Palms, (Vater Martins), der nach dem Verlust des Sohnes vom Alkoholiker zum bibeltreuen Gläubigen. Der Hintergrund des Mönchs fehlt, er kommt aus dem nichts, Familie? Zu viele Wiederholungen, wiederkehrende Sätze und Szenen. Was hat uns besonders berührt: Das Wort/Ähnlichkeitsspiel mit Oma Selma, Optiker, Martin und Luise, S. 50, überhaupt, ihre Hingabe zu den Kindern Zitate: "Keiner ist alleine, solange er noch WIR sagen kann" (S. 287) "Wenn wir etwas anschauen", S. 162) "Martin erkannte einen jungen Braunbären der sich sowohl mit seiner Farbe als auch mit dem Westerwald vertan hatte". Frederic: "Du bist verschwommen, Luise" Der Roman endet mit der Entscheidung Luises, hinaus in die weite Welt zu treten. Geht gut aus, stimmig und nicht abrupt. Zum Buchtitel: "Wenn man etwas gut Beleuchtetes lange anschaut, und dann die Augen schließt, sieht man dasselbe vor dem inneren Auge nochmal als unbewegtes Nachbild, in dem das was eigentlich hell war, dunkel ist, und das was eigentlich dunkel war, hell erscheint." Prolog Seite 9 Fazit: Vergleich zu „Helle Tage“ ein Resilienz- und Mutmach-Buch, wir würden es verschenken, empfehlen.

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