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  • Aravind Adiga: Der weiße Tiger | Mysite

    Aravind Adiga: Der weiße Tiger Klappentext: Aus dem Englischen von Ingo Herzke. Balram Halwai ist ein ungewöhnlicher Ich-Erzähler: Diener, Philosoph, Unternehmer, Mörder. Im Verlauf von sieben Nächten und in der Form eines Briefes an den chinesischen Ministerpräsidenten erzählt er uns die schreckliche und zugleich faszinierende Geschichte seines Erfolges - der ihm keineswegs in die Wiege gelegt war. Balram - der "weiße Tiger" - kommt aus einem Dorf im Herzen Indiens. Seine düsteren Zukunftsaussichten hellen sich auf, als er, der klügste Junge im Dorf, als Fahrer für den reichsten Mann am Ort engagiert wird und mit ihm nach Delhi kommt. Hinter dem Steuer eines Honda City entdeckt Balram - und wir mit ihm - eine neue Welt. Balram sieht, wie seinesgleichen, die Diener, aber auch ihre reichen Herren mit ihrer Jagd nach Alkohol, Geld, Mädchen und Macht den Großen Hühnerkäfig der indischen Gesellschaft in Gang halten. Durch Balrams Augen sehen wir das Indien der Kakerlaken und Call Center, der Prostituierten und Gläubigen, der alten Traditionen und der Internetcafes, der Wasserbüffel und des mysteriösen "weißen Tigers". Mit seinem ebenso unwiderstehlichen wie unerwarteten Charisma erzählt uns Balram von seiner Flucht aus dem Hühnerkäfig, dem Sklavendasein - eine Flucht, die ohne Blutvergießen nicht möglich ist. Keine Saris, keine exotischen Düfte und Gewürze, keine Tabla-Musik und Maharadschas - dies ist das Indien von heute. Und mehr als das: In seiner Kritik am Sklavendasein ist es ein Angriff der dritten auf die erste Welt. zum Autor: Aravind Adiga, geboren am 23. Oktober 1974 in Chennai, Indien ist ein indischer Journalist und Schriftsteller. Sein 1. Roman "The White Tiger" gewann 2008 den Booker Prize... Quelle: Wikipedia Klick hier: Lese-Erfahrungen im Lesekreis: Aravind Adiga: Der weisse Tiger what a fucking joke !! ;-) Man muss sich auf den Schreibstil des Buchs einlassen, Satire pur, der trieft von Ironie und Sarkasmus, ausgesprochen keck-dreist und despektierlich ist. So die Fiktion mit dem Ministerpräsidenten Pekings Jibabao auf Augenhöhe von Unternehmer zu Unternehmer zu kommunizieren, Tipps, Erfahrungen weiterzugeben. Genre-Beobachtungen: Gegliedert ist das Werk in 7 Briefe, lebensvoll und bitterböse. Die Erzählform ist schonungslos und knallig drastisch. Die Sprache so bildhaft, dass manchmal sogar Ekel aufkommt: „..des Lehrers Auswurf hatte an 3 Wänden überm Boden so eine Art roter Teppich gebildet.“ satirisch:Land der 36 000 004 Götter ;-) witzig: Das Yoga-Asana „ gelangweilter Fahrer“ S. 150 komisch: Die Ohnmachtsbewältigung Balrams: B. boxt, schlägt grünem Kobold (Glückbringer am Rückspiegel des Autos) ins Gesicht S.134 Die Erzählung aus „der Froschperspektive des Dieners“ Wir sprachen über: Wie zeitnah ist diese Überzeichnung? Spiegelbild der indischen Gesellschaft? Ein Land der Gegensätze eingeengt in Jahrhunderte alte Traditionen, Kastenwesen und Kapitalismus Sozialkritische Themen Die Situation der Jugend, die nach 2 oder 3 Schuljahren aus dem Unterricht genommen wird, um Geld für die Familie anzuschaffen. Daher: Sie sind „Halb gar“, halb gebildet, halb wissend, aber angefüllt mit Träumen. Die Geschlechterrollen sind in Indien klar abgegrenzt, trotz der offensichtlichen Unterdrückung der Frauen hat im Buch die Oma das Sagen…, die Macht wird anerkannt als die der „Weisen Alten“ „Moderne Sklaverei: Das Kastensystem (der Spiegel 27.6.2020) ¨ wenn sie für ihre Rechte kämpfen, werden sie umso mehr misshandelt ) - Welche Möglichkeiten bleiben den „Unberührbaren“?: Von der Dunkelheit ins Licht ? Vom Hühnerkäfig zum Start-Up-Firmenunternehmer - oder vom traditionsgeprägten Dorf ins „Big Apple“ Indiens Dorf Laxmangarg „…durch das Buddha eher hindurch gefegt sein müsste – so schnell er konnte -, und als er wieder draußen war, hat er sich nicht umgeschaut!...“ zur „Welthauptstadt von Computertechnologie und Outsourcing Bangalore“ ;-) Das Fazit zum offenen Ende des Buchs: Wie könnte es weitergehen? Tötet der Neffe Balram? Die Lehren des erfolgreichen Balram (selbstverständlich vorurteilslos ;-) ): „Der amerikanische Präsident hat die Sodomie in seinem Land gesetzlich erlaubt. Jetzt heiraten Männer anstatt Frauen andere Männer…“ Handys verursachen Hirnkrebs und lassen die Männlichkeit schrumpeln…“ S. 303 und …da wächst eine neue Generation ohne jede Moral heran… S 314 - geben Spielraum. Zudem: „Wie pflegte Mr. Ashok zu sagen: In Indien gibt es nie ein Ende „ S.319 what a fucking joke !! ;-)

  • Claire Fuller: Ene englische Ehe | Mysite

    Claire Fuller: Eine englische Ehe Klappentext: Eigentlich hatte sie andere Pläne. Ein selbstbestimmtes Leben, Reisen, vielleicht eine Karriere als Schriftstellerin. Doch als sich Ingrid in ihren Literaturprofessor Gil Coleman verliebt und von ihm schwanger wird, wirft sie für ihn all dies über Bord. Gil liebt seine junge Frau, und dennoch betrügt er sie, lässt sie viel zu oft mit den Kindern allein. In ihren schlaflosen Nächten beginnt sie, Gil heimlich Briefe zu schreiben. Statt ihm ihre innersten Gedanken anzuvertrauen, steckt sie ihre Briefe in die Bücher seiner Bibliothek und verschwindet schließlich auf rätselhafte Weise. Zwölf Jahre später glaubt Gil, seine Frau in dem kleinen Ort an der englischen Küste wieder gesehen zu haben - und ihre gemeinsame Tochter Flora, hin und her gerissen zwischen Hoffnung und Verzweiflung, beginnt nach Antworten zu suchen, ohne zu ahnen, dass sie nur die Bücher ihres Vaters aufschlagen müsste, um sie zu erhalten ... zu unserer Lesekreis-Erfahrung zur Autorin: Claire Fuller 1967 geboren ist eine englische Autorin.... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Roman | Krimi Übersetzung aus dem Englischen: Susanne Hoebel erschienen im: Piper Verlag herausgegeben: 2017 Seitenzahl: 368

  • Lesekreis-Erfahrungen Echtzeita | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Echtzeitalter von Tonio Schachinger Wie hat es uns gefallen: Noch einmal ist das „Setting“ in Wien 😉 Es ist ein sogenannter Internats-Roman, der mit spitzer Feder und jungem Esprit geschrieben, Kritik an Bildungsinstitutionen und deren Einfluss auf junge Menschen vornimmt. Er erzählt sehr satirisch ironisch über die Herausforderungen des Heranwachsens, der Selbstfindung und der Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Erwartungen. Das Internat wirkt wie ein Mikro-Kosmos, deren Schüler einer Gesellschaftsschicht angehören, zu denen Außenstehende keinen Zugang haben. Wir begleiten den Protagonisten Till (2002 geboren) von der vierten Klasse bis zur Matura (Abitur). Wir erfahren von der Trennung seiner Eltern, dem frühen Tod seines Vaters, als er 15 ist, und erleben sein erstes Verliebtsein. Der Weg bis zu seinem Matur-Abschluss, der in die herausfordernde Zeit der Pandemie fällt, wird dabei eindrucksvoll nachgezeichnet. „Er beherrscht zunächst die Kunst des Nichtauffallens “ 2013 beginnt Tills Geschichte in der 3. Klasse, als er ernsthaft „auffällig“ bei Herrn Dolinar, der ihn in der Französisch-Stunde demütigt. Wir nehmen teil an den Gefühlen zu seiner ersten Liebe Feli, einer überbegabten Mitschülerin. Bleiben dabei wir bis zum Ende seiner Internatszeit, dem Matura-Abschluss, der in die Corona -Zeit fällt. So ist er von seinem Peiniger befreit, der ihm jedoch schon irgendwo in seinen tiefsten Tiefen leid tut, da er ist… was er ist. Er hat das Selbstbewusstsein in der Deutsch Matura (sein vermutlicher „Showdown “ mit Dolinar) als einer von nur wenigen 100 Schülern in Österreich ein leeres Blatt abzugeben, da ihm die Auswahlthemen zur Textanalyse nicht motivieren. Er weiß, dass er mit einem 3er in Zeugnis trotzdem die Matura schafft. Die Entwicklung, die dieser Abschnitt (Kapitel 50, Seite 362) zeichnet, läßt eine unabhängige und selbstbewusste Persönlichkeit erkennen, mit der Till seinen eigenen Weg gehen wird. Was hat uns gefallen: Die Erzählweise des Autors, und das Tempo, das er im Roman vorgibt, machen ihn zu einem Pageturner. Die Sprache ist lebendig, jugendlich und sehr amüsant zu lesen. Die Schilderungen mit viel Charme sind reich an österreichischem Schmäh. Es werden Generationskonflikte gezeichnet, Schachinger wechselt öfter die Perspektive, lässt die Gedanken in den Köpfen der „Mitspielenden“ real zu Wort kommen. S.94: "Die Buchhändlerin denkt noch eine Weile über die schimpfenden Buben nach und über den dritten, der sich dabei völlig rausgehalten hatte…(…) Erst am Abend kommt sie zu dem Ergebnis, dass es auf diese Fragen keine Antwort gibt….“ Das Machtgefälle zwischen den Schülern und dem despotischen Lehrer Dolinar wird auch zum Dreh- und Angelpunkt des schulischen Daseins Tills. Der Anspruch des autoritären Lehrers ist es, im Elite-Internat der besseren Wiener Gesellschaft, der Reichsten, und Klügsten, höhere Söhne und seit 2011 auch höhere Töchter auszubilden. Till sucht sich die Bestätigung seines Werts in den Fluchten, die ihm das Spiel Age of Empire bietet. Im Spiel sieht Till die Lösung: Emotionen spielen keine Rolle, das Abtauchen in die Parallelwelt ist ihm wichtig z.B. als Star-Gamer Gestört hat: Teilweise überbordend bei der Zusammensetzung von Anekdoten wurde die intensiven Computerspiel-Internas empfunden. Lieblingszitate: Auslegung von Moral: S.124 "Dass einer seiner Schüler, noch dazu ein Marianist in dritter Generation(…)…aus der Schule abhaut, ist ein Tabubruch….(…)…dabei scheitert und Aufmerksamkeit erzeugt – das ist das Schlimmste. Denn der Dolinar hält, ebenso wie Palffys Eltern und die meisten sich als konservativ beschreibenden Menschen, das Bekanntwerden einer Verfehlung immer für schlimmer als die Verfehlung selbst.“ Interpretation des Gleichgewichts des Schrecken: S. 126 „Laut Lukas Ertl gibt es ein Gleichgewicht des Schreckens auf der Welt. Das Gute und das Schlechte bleiben immer gleich, sie verteilen sich nur unterschiedlich über den Planeten. Deshalb ist jeder glückliche Mensch schuld am Unglück eines anderen, jeder Mensch, der geliebt wird, nimmt einem anderen die Chance geliebt zu werden.“ ..Es gibt nichts Gutes.. 😉 S. 121/122 „Aber keiner macht Anstalten ihn zu verpetzen…(..)Der Schulpfarrer..(…) lächelt Tim an. Er gehört zum Opus Dei und damit zu einer Gruppe von Menschen, die Moral nicht als etwas Momentanes begreifen, sondern über Jahrhunderte weg kalkulieren, als kontinuierlichen Einsatz für das Gute,..(…) deshalb liegt das Petzen nicht in seiner Natur. Besonders anrührend - berührend: "Der Ausbruch" -in jeder Beziehung-: Stifters Brigitta - Klettern über Mauer zur Buchhandlung – Slapstick Feli : initiiert das literarische Zentrum an der Schule, erhält einen Preis für den Aufsatz „was ein Adler erzählt“, das Marianum 1928 bis Heute -die Schule als die Brutstätte des Faschismus in Wien – … Kapitel 32 - 1957 Frauenrecht 50 Jahre lang gleicher Diskurs Kritik ÖVP Seite 361 „Till hat plötzlich Mitleid mit ihm (Dolinar). Er sieht alt und erschöpft aus, und Till stellt sich vor , wie der Dolinar die letzten 2 Monate verbracht haben muss, in einer kargen Wohnung mit CD und Büchern an den Wänden, ohne Smartphone, ohne Computer und ohne Kaffeehaus. Ohne die mündliche Matura als letztes Druckmittel. Seine Macht endet hier. Zeitgeist: Auf vielfältige Themen bietet Echtzeitalter einen kritischen Blick auf politische und soziale Verhältnisse der Gegenwart: den Generationenkonflikt, der sich zwischen analoger und digitaler Welt manifestiert. es werden Diskurse um Frauenrechte, Rassismus, finanzielle Ausgaben und politisches Machtgeplänkel angesprochen die "Ibiza-Affäre" wird erwähnt, ein politischer Skandal, der zum Rücktritt des damaligen Vizekanzlers Heinz-Christian Strache führte, und letztendlich zum Bruch der Regierungskoalition ÖVP und FPÖ 2019 die Mikropolitik in Klassenverbänden und Schulen sowie die Makropolitik auf staatlicher Ebene. Digitalisierung, Sprachverfall und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft werden angesprochen. der Text setzt sich mit dem Konflikt zwischen Tradition und Moderne auseinander Machtmissbrauch und Manipulation in Organisationen und Institutionen werden thematisiert. die Rolle der Popkultur und der Computerspielszene in der zeitgenössischen Gesellschaft. Fazit: Das Buch als Coming of Age Roman allein zu bezeichnen, trifft es nicht, es ist ebenso ein Gesellschaftsroman nicht nur der High-Society Wiens.

  • Lesekreis-Erfahrungen Ein untadeliger | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Jane Gardam Ein untadeliger Mann Unser neuer Roman ist wirklich und wahrhaftig very britisch: innen und außen. Die Autorin, sowie deren Übersetzerin schafft es mit einer Leichtigkeit das Leben und die Psyche des Protagonisten „Old Filth“ , Kronanwalt in seinen hohen 80-ern, sowie seiner Ehefrau, sehr geschickt und warmherzig, ohne Wertung zu beleuchten. Die atmosphärischen Beschreibungen der Landschaften, die „Grillen“ Teddies und Bettys sind ein Juwel von Literatur und deren Übersetzung. Auch bei Filth‘s Reflektion gibt es ein Innen und Außen, seiner gedanklichen Reise in die Vergangenheit und dann in die reale Außenwelt. Dabei werden starke Emotionen gegenüber Freunden und alten Weggefährten wieder erinnerlich. . Alles mit viel Authenzität und Gespür für die Empfindungen der jeweiligen Person. Ohne Klischee-Bedienung haben die Figuren mit ihrer Charakteristik ein nuanciertes Eigenleben. Edward Feathers, ehemaliger Raj-Waise mit der für immer verletzten Seele, als Erwachsener skurril exzentrisch. Betty, seine Frau, Schottin in Peking geboren, spricht fließend Mandarin, die chinesischen Sitten und Gebräuche sind ihr vertraut, wie er fühlt sie sich damit wohl: „Sein ganzes Leben hatte er chinesische Werte hochgehalten: Die Höflichkeit, die plötzlichen Seitenhiebe, die unbedingte Gastfreundschaft, die Freude am Geld, die Schicklichkeit, die Wertschätzung des Essens, die Diskretion, die Cleverness.“ Betty und Teddie sind kinderlos. „Wer ohne Liebe aufgewachsen ist, kann kein Kind lieben. „Ich wurde seit ich 4 ½ Jahre alt war nicht mehr geliebt“, sagt Filth, der in diesem Alter seinem Heimatort und den Bezugspersonen entrissen wurde, um die englische Sprache und Wertvorstellungen zu lernen. der gefühlsarme Vater Eddies, dessen Herz ebenfalls gebrochen wurde traumatisiert und mit einer Kriegsverletzung. Seite 39: „Er bat nicht darum, das Baby (seinen Sohn) sehen zu dürfen..(..)..monatelang kam er dem Kind nicht näher“ Auntie May, Missionarin in Malaysia und Teddies erste Bezugsperson, die ihn seit Geburt kennt Vereint im Leid bei Ma Didds (Pflegefamilie) Brutalität und Gewaltherrschaft: die Cousinen Babs und Claire - Seite 189: „Anscheinend, sagte Claire, reißt Bettys Tod Grenzen ein. Spült Leichen an die Oberfläche.“ die verrückten englischen Tanten Muriel und Tilda, „Les Girls“, laut Einschätzung Eddies psysisch taub, sind tatsächlich nur mit sich selbst beschäftigt und frönen der Selbstwahrnehmung ihrer Rolle zu Teddie der konkurrierende Widersacher Anwalt Terry Veenering Seite 21 „sie kreuzten nicht nur die Säbel, sie gingen mit Krummsäbeln aufeinander los“ …als späterer Nachbar in England, Seite 23: „ein Stück Regenrinne für die Morgenzeitung „..er hat mir das mit der Regenrinne nachgemacht“, sagte Old Filth, „er war noch nie besonders originell „ das „Schlitzohr“ Albert Ross alias Colerdige, Weggefährte chin. Herkunft ohne Eltern, Teddie lernt ihn bei seiner Überfahrt zurück nach Singapur kennen. Vom Uhrendieb zum Rechtsanwalt, bringt er Filth letztendlich nach Hongkong und begründet so dessen Reichtum. Seite 318 („er hat mich aufs Pferd gesetzt") Father Tansy, herrlich aus der Sichtweise des Alters: ..“Seite 183 „..kam ein Luftzug durch die Kirche…(..)..ein lockiger Junge kam den Gang heruntergehüpft. Er trug ein Kollar und Jeans….(…)..Sie möchten beichten?“…und er stellte sich vor, wie das Priesterbübchen innen drin den Kopf an die Seite lehnte.“.. Seite 325: „Father Tansy wartete mit leuchtenden Augen, wie ein Eichhörnchen.“ Ein Buch, das gefangen nimmt und eintauchen lässt, in die Suche nach Heimat, Geborgenheit und Zugehörigkeit, reich an Perspektivwechsel. Die Szenen so herrlich gestaltet, gemalt, dass sie wie ein Film vor dem geistigen Auge des Lesers ablaufen. Ob es bspw. Teddies Fahrkünste und die Reaktion anderer Verkehrsteilnehmer darauf sind, oder die Beurteilung Filth’s die „Anzugsordnung“ der jüngeren Generation betreffend😉. Als die berührendsten Stellen empfanden wir: Die Angst des Verlassenwerdens, die ihn nie mehr verläßt, siehe seinen Heiratsantrag „ Lass mich nie allein.“ Seite 92: …“eines Tages werde ich meinen letzten Willen für dich aufschreiben. Mit meinen ganzen persönlichen Wünschen.“ - „Hast du noch so viele“ - „Nicht viele. Ein Ende in Frieden, vielleicht.“ - „Und dass du mich nie verlässt, dachte er“. Seite 325: „Mein ganzes Leben lang, seit ich ein kleines Kind war, wurde ich verlassen oder im Stich gelassen, oder durch den Tod von den Menschen getrennt, die ich geliebt habe und denen ich wichtig war.“ Die Szene im Hotel, als er beim Frühstück den Nachruf auf seine Betty in der Zeitung sieht. Er „weinte still hinter den Händen , während er an diesem unbekannten Ort saß“, der einzige Verbliebene in dem großen Speisesaal. Erst jetzt realisiert er seinen Verlust, erlaubt sich, daran zu denken, weint immer weiter. Um ihn herum werden die Tische, auch sein Tisch vom Personal abgeräumt, das Tuch gewechselt. „Sie sagten kein Wort.“ Sie lassen ihn still bei sich. Immer wieder liegen Tragik und Komik kunstvoll so nah beieinander und rutschen dennoch nie in Slapstick ab. Seite 131“ Betty duldete keinen Unfug, wenn es um Blumen ging (…..). Sie predigte Blumen.“ Der Tod im Tulpenbeet mit ihren „Schandperlen“: „Filth hatte es nicht so mit den Blumen. Er fand sie nichtssagend, manchmal feindselig. Die Tulpen waren es, dachte er, die Betty erwischt haben.“ Sehr schönes Zitat: Seite 306: „Mein Gedächtnis war immer zuverlässig. Vielleicht zu zuverlässig,. Es hat mich nie verschont Erinnerung und Sehnsucht … ohne Erinnerung und Sehnsucht ist das Leben sinnlos.“ Mit einem Super- Twist am Ende schließt die Autorin den Roman, als Teddie nach Vergebung sucht. Fazit: Ein Meisterwerk an Erzählkunst Tragik-Komik, Ironie. Lesen und genießen!!

  • Benjamin Myers: Offene See : | Mysite

    Klappentext: Benjamin Myers: Offene See Der junge Robert weiß schon früh, dass er wie alle Männer seiner Familie Bergarbeiter sein wird. Dabei ist ihm Enge ein Graus. Er liebt Natur und Bewegung, sehnt sich nach der Weite des Meeres. Daher beschließt er kurz nach dem zweiten Weltkrieg, sich zum Ort seiner Sehnsucht, der offenen See, aufzumachen. Fast am Ziel angekommen, lernt er eine ältere Frau kennen, die ihn auf eine Tasse Tee in ihr leicht heruntergekommenes Cottage einlädt. Eine Frau wie Dulcie hat er noch nie getroffen: unverheiratet, allein lebend, unkonventionell, mit sehr klaren und für ihn unerhörten Ansichten zu Ehe, Familie und Religion. Aus dem Nachmittag wird ein längerer Aufenthalt, und Robert lernt eine ihm vollkommen unbekannte Welt kennen. In den Gesprächen mit Dulcie wandelt sich sein von den Eltern geprägter Blick auf das Leben. Als Dank für ihre Großzügigkeit bietet er ihr seine Hilfe rund um das Cottage an. Doch als er eine wild wuchernde Hecke stutzen will, um den Blick auf das Meer freizulegen, verbietet sie das barsch. Ebenso ablehnend reagiert sie auf ein Manuskript mit Gedichten, das Robert findet. zum Autor: Benjamin Myers, geboren, 1976, ist Journalist und Schriftsteller.. Dumont Buchverlag zum Buch: Genre: Coming- of- Age-Roman Verlag: Dumont Buchverlag erschienen: 2021 aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann Seitenzahl: 265 zu den Lesekreis-Erfahrungen

  • Iris Wolff: Die Unschärfe der Welt | Mysite

    Iris Wolff: Die Unschärfe der Welt Klappentext: Hätten Florentine und Hannes den beiden jungen Reisenden auch dann ihre Türe geöffnet, wenn sie geahnt hätten, welche Rolle der Besuch aus der DDR im Leben der Banater Familie noch spielen wird? Hätte Samuel seinem besten Freund OZ auch dann rückhaltlos beigestanden, wenn er das Ausmaß seiner Entscheidung überblickt hätte? In "Unschärfe der Welt" verbinden sich die Lebenswege von sieben Personen, sieben Wahlverwandschaften, die sich trotz Schicksalschlägen und räumlichen Distanzen unaufhörlich aufeinander zubewegen. So entsteht vor dem Hintergrund des zusammenbrechenden Ostblocks und der wechselvollen Geschichte des 20. Jahrhunderts ein großer Roman über Freundschaft und das, was wir bereit sind, für das Glück eines anderen aufzugeben. Kunstvoll und höchst präzise lotet Iris Wolff die Möglichkeiten und Grenzen von Sprache und Erinnerung aus - und von jenen Bildern, die sich andere von uns machen. Edit zur Autorin: Iris Wolff geboren 1977 in Hermannstadt, Siebenbürgen. Für ihre Romane wurde sie mehrfach ausgezeichnet... Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Roman, Gegenwartsliteratur erschienen im: Klett-Cotta Verlag herausgegeben: 2020 Seitenzahl: 213 unsere Lesekreis-Erfahrungen - bitte hier klicken Die 7 Kurzgeschichten beleuchten immer aus der Sicht einer anderen Person eine Familiensaga aus dem Siebenbürgern und Banat in dessen Zentrum ein alter rumänischer Pfarrhof steht. Sie spielen in der Zeit des 20. Jahrhunderts, von König Michael von Rumänien, der Auflösung des Ostblocks, des Endes des Diktators Ceausescu, bis ins wiedervereinigte Deutschland Die Episoden erzählt jeweils die Person, die miteinander verbunden bzw. verwandt sind. Personenkonstellationen: Generation, Karline + Johann, Eltern von Hannes Generation, Florentine + Hannes; Eltern von Samuel Generation Samuel + Stana Generation Livia, die Tochter von Samuel + Stana Der Protagonist, die Hauptfigur ist eindeutig Samuel, der als einziger nicht erzählt. Was hat uns gefallen: Die Sprache der Autorin ist sinnlich, intensiv und überaus poetisch, bewegt sie sich auf hohem Niveau. Ebenso weiß sie die Ironie einzusetzen, die Sprache ist dann frech, lebendig, bildhaft. „Geliehene Bücher waren wie Sex mit angelassenen Klamotten“ (Bene) In der Geschichte von Oz: „Der Sohn der Sonne liebte sein Volk…..(….) Das Genie der Karpaten lebte bescheiden.“ Die Beschreibung des Diktators und seiner Frau S.130-131 Was hat uns besonders berührt: Die starken Frauen des Buchs: „Was meinst du mit einheimisch? Schwäbisch, slowakisch, ungarisch, rumänisch, tschechisch, jüdisch oder vielleicht serbisch?“ Florentine S 113 „Die Erinnerung ist ein Raum mit wandernden Türen“ Karline S. 69 Beschreibung der Einsamkeit(en) „Es gab verschiedene Einsamkeiten. Die des Berges, der schon immer da war. Die der offenen Landschaft und des Gefühls des Verlorenseins. Die der Großstadt mit ihrer Gleichgültigkeit. …(…) " S. 159 Die Rolle des Zauberers Oz, im Buch Samuels Freund Oswald, der dem Drachen, dem Regime entkommen will. Die tragischen Eltern Ruth und Severin, die ihren Sohn Echo durch einen Unfall verloren Beschreibung der Erinnerung: "Es gab eine Zeit, die vorwärts eilte, und eine Zeit, die rückwärts lief. Eine Zeit, die im Kreis ging, und eine, die sich nicht bewegte, nie mehr war als ein einzelner Augenblick." S.41 Zum Buchtitel: "Etwas kann so oft, und eindrücklich erzählt werden, dass man meint, sich selbst daran zu erinnern… "S 183 Liv an anderer Stelle "wird etwas immer deutlicher, als sähe man durch blankes Glas. Je näher wir an etwas dran sind, desto unschärfer nehmen wir es wahr." Fazit: Dieses Buch KANN nicht nur einmal gelesen werden, so viele Metaphern, poetische Sätze, Verbindungen, Formulierungen, die bewegen, treffen, zum Verinnerlichen und Nachdenken, die sich verdauen lassen müssen. Von Metaphern aus der Welt der Zauberer, über die Illusion des Varietés bis hin zur Regime-Kritik, und zur Vielfalt des Regenbogens.- All das findet sich in diesem Werk. Francis Bacon: Manche Bücher darf man nur kosten, andre muss man verschlingen und nur wenige kauen und verdauen. .. und dazu die Autorin ;-) : Seite 175: "Jedes Buch hatte seine Zeit, es vorher lesen zu wollen, war töricht, es zu spät zu lesen, vergeblich. Eines der Gedichte fing den Gesang eines Vogels ein. Die Melodie sei im Baum, behauptete der Skeptiker. Die Poesie sagt, sie ist in dir. Das Ohr kleidete das Gehörte in hell und dunkle Farben."

  • Juli Zeh: Über Menschen | Mysite

    Juli Zeh: Über Menschen Klappentext: Dora ist mit ihrer kleinen Hündin aufs Land gezogen. Sie brauchte dringend einen Tapetenwechsel, mehr Freiheit, Raum zum Atmen. Aber ganz so idyllisch wie gedacht ist Bracken, das kleine Dorf im brandenburgischen Nirgendwo, nicht. In Doras Haus gibt es noch keine Möbel, der Garten gleicht einer Wildnis, und die Busverbindung in die Kreisstadt ist ein Witz. Vor allem aber verbirgt sich hinter der hohen Gartenmauer ein Nachbar, der mit kahlrasiertem Kopf und rechten Sprüchen sämtlichen Vorurteilen zu entsprechen scheint. Geflohen vor dem Lockdown in der Großstadt muss Dora sich fragen, was sie in dieser anarchischen Leere sucht: Abstand von Robert, ihrem Freund, der ihr in seinem verbissenen Klimaaktivismus immer fremder wird? Zuflucht wegen der inneren Unruhe, die sie nachts nicht mehr schlafen lässt? Antwort auf die Frage, wann die Welt eigentlich so durcheinandergeraten ist? Während Dora noch versucht, die eigenen Gedanken und Dämonen in Schach zu halten, geschehen in ihrer unmittelbaren Nähe Dinge, mit denen sie nicht rechnen konnte. Ihr zeigen sich Menschen, die in kein Raster passen, ihre Vorstellungen und ihr bisheriges Leben aufs Massivste herausfordern und sie etwas erfahren lassen, von dem sie niemals gedacht hätte, dass sie es sucht.. zur Autorin: Juli Zeh, deutsche Schriftstellerin ... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Gesellschaftsroman Verlag: Luchterhand Verlag erschienen: 2022 Seitenzahl: 416 zur Lesekreis-Erfahrung

  • Eve Harris: Die Hochzeit der Chani Kaufm | Mysite

    Klappentext: Eve Harris: Die Hochzeit der Chani Kaufman Chani Kaufman ist hübsch, intelligent und hat ihren eigenen Kopf – nicht die besten Voraussetzungen auf dem hartumkämpften jüdisch-orthodoxen Heiratsmarkt. Schon gar nicht, wenn ihr zukünftiger Ehemann Baruch Levy sein soll. Baruch wird bald in Jerusalem studieren und der erste Rabbi in einer Familie erfolgreicher Unternehmer sein. Sie haben sich dreimal gesehen, sie haben sich noch nie berührt, aber sie werden heiraten. Chaim Zilberman und Rebecca Reuben waren auch einmal Studenten in Jerusalem. Heute sind sie Rabbi und Rebbetzin Zilberman, angesehene Mitglieder der orthodoxen Gemeinde Londons. Aus Liebe hatte Rebecca in das streng geregelte Leben an der Seite eines Rabbis eingewilligt – Sneakers gegen Ballerinas, Jeans gegen bodenlange Röcke und den Wind in ihren langen Haaren gegen einen Scheitel getauscht. Vier Menschen auf der Suche nach ihrem Weg, zwischen Religion und vermeintlicher Freiheit. zur Autorin: Eve Harris, geboren 1973 in London... Wikipedia zum Buch: Genre: zeitgen. britische Literatur, Judentum Verlag: Diogenes Verlag erschienen: 2015 aus dem Englischen von Kathrin Bielfeldt Seitenzahl: 464

  • Zsuzsa Bánk: Die hellen Tage | Mysite

    Zsuzsa Bánk: Die hellen Tage In einer süddeutschen Kleinstadt erlebt das Mädchen Seri helle Tage der Kindheit: Tage, die sie im Garten ihrer Freundin Aja verbringt, die aus einer ungarischen Artistenfamilie stammt und mit ihrer Mutter in einer Baracke am Stadtrand wohnt. Aber schon die scheinbar heile Welt ihrer Kindheit in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts hat einen unsichtbaren Sprung: Seris Vater starb kurz nach ihrer Geburt, und Ajas Vater, der als Trapezkünstler in einem Zirkus arbeitet, kommt nur einmal im Jahr zu Besuch. Karl, der gemeinsame Freund der Mädchen, hat seinen jüngeren Bruder verloren, der an einem hellblauen Frühlingstag in ein fremdes Auto gestiegen und nie wiedergekommen ist. Es sind die Mütter, die Karl und die Mädchen durch die Strömungen und Untiefen ihrer Kindheit lotsen und die ihnen beibringen, keine Angst vor dem Leben haben zu müssen und sich in seine Mitte zu begeben. Zsuszsa Bànk erzählt die Geschichte dreier Familien und begleitet die jungen Helden durch ein halbes Leben: Als Seri, Karl und Aja zum Studium nach Rom gehen, wird die Stadt zum Wendepunkt ihrer Biographien - und zur Zerreißprobe für eine Freundschaft zwischen Liebe und Verrat, Schuld und Vergebung . Der Klappentext: zur Autorin: Zsuzsa Bànk wurde als Tochter ungarischer Eltern geboren, die nach dem Ungarnaufstand 1956 in den Westen geflohen waren. Sie wuchs zweisprachig auf, war Buchhändlerin und studierte Publizistik, Politik und Literatur in Mainz und Washington, DC. Nach dem Studium arbeitete sie als Wirtschaftredakteurin. Seit 2000 ist Zsuzsa Bánk freie Schriftstellerin mit Wohnsitz in Frankfurt am Main. Zsuzsa Bánk schreibt hauptsächlich Romane. Ihr erstes und bisher einziges Theaterstück "Alles ist groß" wurde im September 2020 am Schauspiel Frankfurt uraufgeführt. Auszeichnungen: 2002: Aspekte-Literaturpreis Mara-Cassens-Preis des Literaturhauses Hamburg für "Der Schwimmer" Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung 2003 : Deutscher Bücherpreis Bettina-von Arnim-Preis für die Erzähluung "Unter Hunden" 2004 : Adelbert von Chamisso-Preis 2008 : : 1. Preis Internationaler Kurzgeschichtenwettbewerb der Stadt Mannheim 2007 Quelle Wikipedia "Ich habe das Haus noch nie ohne Buch verlassen. Ich sitze nie an einer Bushaltestelle, an einem S-Bahnhof, ohne in einem Buch zu lesen, und wer mich anspricht, mich fragt, nach dem Gleis, der Uhrzeit, dem Bus, der nicht kommen will, muss mich zurückholen, von Traumpfaden durch die Schweizer Berge und die römische Vorstadt. Ich habe nur Handtaschen, in die mindestens ein Taschenbuch passt, ich wähle sie danach aus." Zitat Zsuzsa Bánk, aus Isolde Ohlbaum's LESEN Lesekreis-Erfahrungen: Bitte hier klicken!

  • Hannah Kent: Das Seelenhaus | Mysite

    Klappentext: "Sie sagen, ich soll sterben. Sie sagen, ich hätte Männern den Atem gestohlen und jetzt müssten sie mir den meinen stehlen." Island 1828. Agnes ist eine selbstbewusste und verschlossene Frau. Sie wird als hart arbeitende Magd respektiert, was sie denkt und fühlt, behält sie für sich. Als sie des Mordes an zwei Männern angeklagt wird, ist sie allein. Die Zeit bis zur Hinrichtung soll sie auf dem Hof eines Beamten verbringen. Die Familie ist außer sich, eine Mörderin beherbergen zu müssen – bis Agnes Stück um Stück die Geschichte ihres Lebens preisgibt. Die Tat war grausam: zwei Männer erschlagen, erstochen und verbrannt. Die angeblichen Täter, neben Agnes Magnúsdóttir ein junges Paar, werden zum Tode verurteilt. Vor allem an Agnes will der zuständige Landrat ein Exempel statuieren. Scheinbar ungerührt nimmt Agnes das Urteil hin, ebenso wie die Ablehnung der Familie. Erleichtert, dem Kerker entkommen zu sein, kann sie bei der Arbeit manchmal ihr Schicksal vergessen. Vieles hier ist ihr vertraut: die schroffe Landschaft, die ärmliche Torfbehausung, der harsche Ton der Hausherrin. Ihr ganzes Leben war davon bestimmt – bis sie einen Mann kennenlernte und sich nach langer Zeit erlaubte, sich ihre Sehnsucht nach Liebe und Zugehörigkeit einzugestehen. Der Schmerz über seinen Tod, der ihr nun angelastet wird, überlagert alles, auch die Angst vor dem eigenen Tod. Schließlich vertraut sich Agnes einem jungen Vikar an, der sie auf den Weg der Reue und Buße führen soll. Während der langen Gespräche, die die ganze Familie mithört, ist es vor allem Margrét, die Hausherrin, die ahnt, dass die offizielle Wahrheit über Agnes vielleicht falsch sein könnte. über die Autorin: aus dem Englischen übersetzt - Wikipedia- Hannah Kent ist 1985 in Adelaide, Australien geboren. Ihr 1. Roman wurde ein internationaler Bestseller und in 30 Sprachen übersetzt. 2010 war Kent Mitbegründerin der australischen Literaturzeitschrift Kill Your Darlings. Sie schrieb unter anderen für die New York Times, The Saturday Paper, The Guardian, und The Sydney Morning. 2011 gewann sie für ihren Roman Burial Rites den ersten Writing Australia Unpublished Manuscript Award. 2017 wurde die Geschichte der Agnes Magnusdöttir verfilmt. Von der tragischen Geschichte der Agnes Magnusdöttir erfuhr sie während eines längeren Aufenthalts auf Island während eines Schüleraustauschs. Langjährige Recherchen in Kirchenregistern, heimatkundlichen Büchern und Gemeindearchiven bildeten die Grundlage für ihr Werk. Ein Dokumentarfilm über Kents Erfahrungen in Island und das Schreiben von Bestattungsriten wurde am 1. Juli 2013 auf ABC1 als Folge der australischen Geschichte mit dem Titel „No More Than a Ghost“ ausgestrahlt. Sie promoviert in kreativem Schreiben an der Flinders University. Erfahrung im Lesekreis: Schauplatz des Romans ist Island, ganz mit Kargheit und Einsamkeit durchdrungenen Landschaft . Island bedeutet Eisland, das selbst im Hochsommer nicht mehr als 15 Grad Celsius Höchsttemperatur gewährt. Die Landesfläche beträgt rund 103.000 Quadratkilometer, das sind im Verhältnis zu 360.0000 Einwohnern (aktuell 2020 Wikipedia) etwa 3,5 Einwohner auf einen Quadratkilometer. Davon leben mehr als 2 Drittel in und um die Metropolregion Reykjavik. Der historische Roman, der sich mit der letzten Hinrichtung 1830 in Island beschäftigt, zieht uns in den Bann dieser Zeit, der damaligen Lebensverhältnisse. Der bitterarmen Torfbauern, die Wertig- Wichtigkeit des Fischfangs, und Schafzucht, als deren einzigen Lebenserhalt. Die vorherrschende Dunkelheit in den langen Wintermonaten gab den Menschen Raum für Sagen und Mythen. Husvik - mit freundlicher Genehmigung von Frau Christin Bräunling Die Stimmung im Werk bezeichnen die Teilnehmerinnen als beklemmend, bedrückend, oft depressiv. Als Adjektive werden für das Buch spannend, packend, aber auch vorherrschend einfühlsam genannt. Tatsächlich absolut beklemmend, das Leben einer Frau, die historisch belegt als letzte Frau in Islands hingerichtet wurde. Und die im Grunde nach nichts anderem gelechzt hat als Anerkennung, ja Liebe, jedoch das Pech hatte, unter einem Unstern von gesellschaftlichen Ressentiments wie unehelich, arm und von niedrigem Stand geboren zu werden. Mit 6 Jahren von der eigenen Mutter verlassen, durfte sie bei ihrer Pflegmutter Inga, die ihren wachen und wissbegierigen Verstand entdeckte Lesen und Schreiben lernen, was jedoch ihrem Dasein als einfache Magd nicht förderlich war. Als Sympathieträger des Romans werden an 1. Stelle Margret genannt, die durch ihre Wandlung von Vorverurteilung und Ablehnung zur Hilfe bzw. zuletzt sogar Freundin hervorsticht. Trotz aller Vorbehalte und Abneigung wäscht sie die verwahrloste Angeklagte gleich zu Anfang, und zum Ende sorgt sie zu einem vergleichsweisen angemessenen und würdevollen "Abgang". Des weiteren gibt es den jungen Vikar Thorvordur kurz "Toti" genannt, den Agnes gegen den ihr zugewiesenen Geistlichen "eintauscht", weil sie sich daran erinnert, dass er ihr einmal bei der Überquerung einer Furt geholfen hat und sie dafür heute noch Dankbarkeit empfindet. Er geht mit ihr durch die Untiefen menschlicher Erlebnisse, kann sie nicht zur von der Kirche geforderten Reue bringen, sich ihr aber als Freund und Unterstützter bis zum letzten Atemzug glaubhaft versichern. Den Gegenpol dazu stellt Natan (einem Traum der Mutter als Satan zu nennen) dar, welchem man aufgrund seiner extremen Stimmungsschwankungen bipolare Störungen unterstellen kann. Er lockt Agnes mit falschen Versprechungen auf seinen Hof, und ist ihr darüber hinaus untreu. Er überschüttet sie an seinen "schlechten Tagen" mit ätzender Verachtung. Als Täter für den Mord an Natan werden 3 Menschen verurteilt bzw. sind daran beteiligt: Pertar, der Natan als wohlhabend wähnt, seine Verlobte Sigga, gleichzeitig die Geliebte Natans, - und Agnes. Wobei Agnes den Tod des schwerverletzten Natans zu verantworten hat. Der Mord an Natan wurde vom Lesekreis daher als eher "aktive Sterbehilfe" bezeichnet. Der Glauben an die Mythen der alten Sagas ziehen sich immer wieder durch den Roman, Krähen als schlechtes Omen zu sehen, auch träumte Natan von einem blutigen Gemetzel mit 3 Echsen (Sigga, Petar, Agnes) und sah darin eine wichtige symbolische Botschaft. Der englische Titel "Buriel Rites" lässt sich bestenfalls am Tod der Pflegemutter Inga mit ihrem Baby festmachen, die aufgrund der Kälte nicht beerdigt werden konnten, und über Monate!! neben den Säcken mit den Fischköpfen gelagert wurden. Der Titel "Seelenhaus" passt eindeutig besser, eine Nennung im Buch gibt es ebenfalls: Unterhaltung zwischen Natan und Agnes Wie nennt man den Raum zwischen den Sternen? - ...es ist ein Ort für die armen Seelen... Unser Lesekreis fühlt sich bei der Thematik und Tragik des Buchs erinnert an Anne Boleyn, die 1. Frau Heinrich des VIII., die auf dem Schafott starb. FAZIT: Trotz des bekannten Endes gelingt es der Autorin die Spannung im Buch bis zuletzt aufrechtzuerhalten. Das Buch wird auf jeden Fall empfohlen, jedoch nicht als Geschenk ;-), ein stark polarisierendes Buch.

  • Sasa Stanisic: Herkunft | Mysite

    Saša Stanišić: Herkunft Klappentext: HERKUNFT ist ein Buch über den ersten Zufall unserer Biografie: irgendwo geboren werden. Und was danach kommt. HERKUNFT ist ein Buch über ein Dorf, in dem nur noch dreizehn Menschen leben, ein Land, das es heute nicht mehr gibt, eine zersplitterte Familie, die meine ist. Es ist ein Buch über die Frage, was zu mir gehört, ein Selbstporträt mit Ahnen. Und ein Scheitern des Selbstporträts. HERKUNFT ist ein Abschied von meiner dementen Großmutter. Während ich Erinnerungen sammle, verliert sie ihre. HERKUNFT ist ein Buch über meine Heimaten, in der Erinnerung und der Erfindung. Ein Buch über Sprache und Scham, Ankommen und Zurechtkommen, Glück und Tod. Quelle: Thalia zum Autor: Sasa Stanisic wurde 1978 in Visegrad in Bosnien-Herzegowina geboren und kam als 14-jähriger nach Heidelberg... Für eine umfassendere Darstellung über seinen Lebensweg und prägende Stationen bitte dem Wikipedia-Link folgen Wikipedia zum Buch: Genre: Fiktionale Autobiografie Verlag: Luchterhand erschienen: 2019 Seitenzahl: 368 zu unseren Lesekreis-Erfahrungen

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