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  • Maja Lunde: Die Geschichte des Wassers | Mysite

    Maja Lunde: Die Geschichte des Wassers Klappentext: Norwegen 2017 Die fast 70-jährige Umweltaktivistin Signe begibt ich auf eine riskante Reise: Mit einem Segelboot und einer ganz besonderen Fracht versucht sie die französische Küste zu erreichen. Dort will sie den Mann zur Rede stellen, der einmal die Liebe ihres Lebens gewesen ist. Frankreich 2041 Eine große Dürre zwingt die Menschen Südeuropas zur Flucht in den Norden, es ist längst nicht genug Trinkwasser für alle da. Doch bei dem jungen Vater David und seiner Tochter Lou keimt Hoffnung auf, als sie in einem vertrockneten Garten ein altes Segelboot entdecken. Signes Segelboot. zur Autorin: Maja Lunde, 1975 in Oslo... Wikipedia zum Buch: Genre: Dystopie, Belletristik Verlag: btb erschienen: 2018 Übersetzung: aus dem Norwegischen von Ursel Allenstein Seitenzahl: 476 unsere Lesekreiserfahrungen: Wie hat es uns gefallen: Mehrere unserer Lesekreisteilnehmerinnen hätten vom Buch mehr erwartet. Die Themenvielfalt ist gegeben, neben dem zentralen Thema Wasser werden auch Themen wie Familie, Verlust, Hoffnung und die Auswirkungen des Klimawandels behandelt. Sie werden allerdings oft nur angerissen, gehen nicht in die Tiefe, und Verschiedenes löst sich nicht auf, passt nicht. Dies führt beim Lesen zur Unzufriedenheit. Relativierend ist festzustellen, das jede Leser*in ihre eigenen Erfahrungen und Perspektiven einbringt, mit ihren persönlichen Symbol-Deutungen. Eine gute Möglichkeit das Buch zu lesen, die vielleicht der Leser*in eine tiefere Auseinandersetzung mit den Themen wie menschliche Beziehungen und Umweltbewusstsein ermöglicht. Was hat uns gefallen: Lunde schafft durch detaillierte Beschreibungen der Umgebung und der Natur eine dichte Atmosphäre, die die Leser in die verschiedenen Zeitperioden und Orte hineinzieht. Was hat uns gestört: Die Kritik beginnt beim Titel: Es ist KEINE Geschichte des Wassers, man hätte besser daran getan, „Blau“, wie es in der Originalfassung heißt, als Titel zu behalten. Gestört haben die teilweise sehr ausufernden Tätigkeitsbeschreibungen von Signes Sailing, ebenso wurde in epischer Breite der Sex von Signes Eltern bzw. Davids mit Marguerite geschildert. Am unwahrscheinlichsten und unglaubwürdigsten erscheint der „Showdown“, das Zusammentreffen von Magnus und Signe zum Ende von Signes Reise. Da hätte es doch etwas mehr Einfallsreichtum gebraucht! Figuren, die uns am nächsten stehen: Für die beiden Hauptakteure des Romans konnten keine Sympathien aufgebracht werden, Signe in ihrer Verbissenheit, David, der den Ernst der Lage viel zu spät erkennt, obwohl seine Frau schon sehr frühzeitig gehen will. Fazit im Lesekreis : Der Roman bietet zwar Elemente, die an kitschige Liebesgeschichten erinnern, doch er regt gleichzeitig zum Nachdenken über Umweltbewusstsein an und liefert wertvolle Diskussionsvorlagen.

  • Hannah Kent: Das Seelenhaus | Mysite

    Klappentext: "Sie sagen, ich soll sterben. Sie sagen, ich hätte Männern den Atem gestohlen und jetzt müssten sie mir den meinen stehlen." Island 1828. Agnes ist eine selbstbewusste und verschlossene Frau. Sie wird als hart arbeitende Magd respektiert, was sie denkt und fühlt, behält sie für sich. Als sie des Mordes an zwei Männern angeklagt wird, ist sie allein. Die Zeit bis zur Hinrichtung soll sie auf dem Hof eines Beamten verbringen. Die Familie ist außer sich, eine Mörderin beherbergen zu müssen – bis Agnes Stück um Stück die Geschichte ihres Lebens preisgibt. Die Tat war grausam: zwei Männer erschlagen, erstochen und verbrannt. Die angeblichen Täter, neben Agnes Magnúsdóttir ein junges Paar, werden zum Tode verurteilt. Vor allem an Agnes will der zuständige Landrat ein Exempel statuieren. Scheinbar ungerührt nimmt Agnes das Urteil hin, ebenso wie die Ablehnung der Familie. Erleichtert, dem Kerker entkommen zu sein, kann sie bei der Arbeit manchmal ihr Schicksal vergessen. Vieles hier ist ihr vertraut: die schroffe Landschaft, die ärmliche Torfbehausung, der harsche Ton der Hausherrin. Ihr ganzes Leben war davon bestimmt – bis sie einen Mann kennenlernte und sich nach langer Zeit erlaubte, sich ihre Sehnsucht nach Liebe und Zugehörigkeit einzugestehen. Der Schmerz über seinen Tod, der ihr nun angelastet wird, überlagert alles, auch die Angst vor dem eigenen Tod. Schließlich vertraut sich Agnes einem jungen Vikar an, der sie auf den Weg der Reue und Buße führen soll. Während der langen Gespräche, die die ganze Familie mithört, ist es vor allem Margrét, die Hausherrin, die ahnt, dass die offizielle Wahrheit über Agnes vielleicht falsch sein könnte. über die Autorin: aus dem Englischen übersetzt - Wikipedia- Hannah Kent ist 1985 in Adelaide, Australien geboren. Ihr 1. Roman wurde ein internationaler Bestseller und in 30 Sprachen übersetzt. 2010 war Kent Mitbegründerin der australischen Literaturzeitschrift Kill Your Darlings. Sie schrieb unter anderen für die New York Times, The Saturday Paper, The Guardian, und The Sydney Morning. 2011 gewann sie für ihren Roman Burial Rites den ersten Writing Australia Unpublished Manuscript Award. 2017 wurde die Geschichte der Agnes Magnusdöttir verfilmt. Von der tragischen Geschichte der Agnes Magnusdöttir erfuhr sie während eines längeren Aufenthalts auf Island während eines Schüleraustauschs. Langjährige Recherchen in Kirchenregistern, heimatkundlichen Büchern und Gemeindearchiven bildeten die Grundlage für ihr Werk. Ein Dokumentarfilm über Kents Erfahrungen in Island und das Schreiben von Bestattungsriten wurde am 1. Juli 2013 auf ABC1 als Folge der australischen Geschichte mit dem Titel „No More Than a Ghost“ ausgestrahlt. Sie promoviert in kreativem Schreiben an der Flinders University. Erfahrung im Lesekreis: Schauplatz des Romans ist Island, ganz mit Kargheit und Einsamkeit durchdrungenen Landschaft . Island bedeutet Eisland, das selbst im Hochsommer nicht mehr als 15 Grad Celsius Höchsttemperatur gewährt. Die Landesfläche beträgt rund 103.000 Quadratkilometer, das sind im Verhältnis zu 360.0000 Einwohnern (aktuell 2020 Wikipedia) etwa 3,5 Einwohner auf einen Quadratkilometer. Davon leben mehr als 2 Drittel in und um die Metropolregion Reykjavik. Der historische Roman, der sich mit der letzten Hinrichtung 1830 in Island beschäftigt, zieht uns in den Bann dieser Zeit, der damaligen Lebensverhältnisse. Der bitterarmen Torfbauern, die Wertig- Wichtigkeit des Fischfangs, und Schafzucht, als deren einzigen Lebenserhalt. Die vorherrschende Dunkelheit in den langen Wintermonaten gab den Menschen Raum für Sagen und Mythen. Husvik - mit freundlicher Genehmigung von Frau Christin Bräunling Die Stimmung im Werk bezeichnen die Teilnehmerinnen als beklemmend, bedrückend, oft depressiv. Als Adjektive werden für das Buch spannend, packend, aber auch vorherrschend einfühlsam genannt. Tatsächlich absolut beklemmend, das Leben einer Frau, die historisch belegt als letzte Frau in Islands hingerichtet wurde. Und die im Grunde nach nichts anderem gelechzt hat als Anerkennung, ja Liebe, jedoch das Pech hatte, unter einem Unstern von gesellschaftlichen Ressentiments wie unehelich, arm und von niedrigem Stand geboren zu werden. Mit 6 Jahren von der eigenen Mutter verlassen, durfte sie bei ihrer Pflegmutter Inga, die ihren wachen und wissbegierigen Verstand entdeckte Lesen und Schreiben lernen, was jedoch ihrem Dasein als einfache Magd nicht förderlich war. Als Sympathieträger des Romans werden an 1. Stelle Margret genannt, die durch ihre Wandlung von Vorverurteilung und Ablehnung zur Hilfe bzw. zuletzt sogar Freundin hervorsticht. Trotz aller Vorbehalte und Abneigung wäscht sie die verwahrloste Angeklagte gleich zu Anfang, und zum Ende sorgt sie zu einem vergleichsweisen angemessenen und würdevollen "Abgang". Des weiteren gibt es den jungen Vikar Thorvordur kurz "Toti" genannt, den Agnes gegen den ihr zugewiesenen Geistlichen "eintauscht", weil sie sich daran erinnert, dass er ihr einmal bei der Überquerung einer Furt geholfen hat und sie dafür heute noch Dankbarkeit empfindet. Er geht mit ihr durch die Untiefen menschlicher Erlebnisse, kann sie nicht zur von der Kirche geforderten Reue bringen, sich ihr aber als Freund und Unterstützter bis zum letzten Atemzug glaubhaft versichern. Den Gegenpol dazu stellt Natan (einem Traum der Mutter als Satan zu nennen) dar, welchem man aufgrund seiner extremen Stimmungsschwankungen bipolare Störungen unterstellen kann. Er lockt Agnes mit falschen Versprechungen auf seinen Hof, und ist ihr darüber hinaus untreu. Er überschüttet sie an seinen "schlechten Tagen" mit ätzender Verachtung. Als Täter für den Mord an Natan werden 3 Menschen verurteilt bzw. sind daran beteiligt: Pertar, der Natan als wohlhabend wähnt, seine Verlobte Sigga, gleichzeitig die Geliebte Natans, - und Agnes. Wobei Agnes den Tod des schwerverletzten Natans zu verantworten hat. Der Mord an Natan wurde vom Lesekreis daher als eher "aktive Sterbehilfe" bezeichnet. Der Glauben an die Mythen der alten Sagas ziehen sich immer wieder durch den Roman, Krähen als schlechtes Omen zu sehen, auch träumte Natan von einem blutigen Gemetzel mit 3 Echsen (Sigga, Petar, Agnes) und sah darin eine wichtige symbolische Botschaft. Der englische Titel "Buriel Rites" lässt sich bestenfalls am Tod der Pflegemutter Inga mit ihrem Baby festmachen, die aufgrund der Kälte nicht beerdigt werden konnten, und über Monate!! neben den Säcken mit den Fischköpfen gelagert wurden. Der Titel "Seelenhaus" passt eindeutig besser, eine Nennung im Buch gibt es ebenfalls: Unterhaltung zwischen Natan und Agnes Wie nennt man den Raum zwischen den Sternen? - ...es ist ein Ort für die armen Seelen... Unser Lesekreis fühlt sich bei der Thematik und Tragik des Buchs erinnert an Anne Boleyn, die 1. Frau Heinrich des VIII., die auf dem Schafott starb. FAZIT: Trotz des bekannten Endes gelingt es der Autorin die Spannung im Buch bis zuletzt aufrechtzuerhalten. Das Buch wird auf jeden Fall empfohlen, jedoch nicht als Geschenk ;-), ein stark polarisierendes Buch.

  • Anja Goerz: Jakobs Schweigen | Mysite

    Anja Goerz: Jakobs Schweigen Der angesehene Bremer Rechtsanwalt Michael Ahlendorf liegt erschossen in seiner Kanzlei. Vier Schüsse sind auf ihn abgegeben worden, der letzte war tödlich. Dringend tatverdächtig ist sein siebzehnjähriger Sohn Jakob. Er wurde kurz nach der Tatzeit beim Verlassen der Kanzlei gesehen. Aber hat er ein Motiv? Für Jakobs Großmutter bricht eine Welt zusammen. Nicht nur hat sie ihren Sohn verloren - ihr Enkel soll auch noch ein Mörder sein? Doch Jakob ist zu keinem Gespräch bereit. Nicht mit Dora, nicht mit David, seinem Dad, nicht mit der Polizei. Überzeugt von Jakobs Unschuld, stellt Dora an der Seite ihres alten Freundes Wolfgang, Rechtsanwalt im Ruhestand, eigene Nachforschungen an. Und fördert eine Tragödie zutage, die sie zutiefst erschüttert. Klappentext: zur Autorin: Anja Goerz geboren 22. April 1968 in Niebüll ist eine deutsche Hörfunkmoderatorin und Autorin . Quelle Wikipedia klick hier! Erfahrungen im Lesekreis: Was hat uns gefallen? Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen, ist der Umgangssprache der jüngeren Generation angepasst. Für manche wurde ein wenig Lokalkolorit von Bremen gut herausgearbeitet, die Präsenz des Stadtbildes und die sogenannten „Bremer Pfeffersäcke“ zu denen sich die Protagonisten Dora, sowie ihr verstorbener Ehemann mit den Kindern unbedingt zugehörig fühlen und es auch sind. Was hat uns gestört? Es ist ein Roman der, trotz des interessanten Themas - Kinder in gleichgeschlechtlicher Ehe- zu sehr an der Oberfläche bleibt, und nicht in die Tiefe geht. Das Thema Leihmutter ist zu kurz behandelt, gleichsam abgehandelt. Wir sprachen über: „Sympathietragende Figuren“ – gibt es in diesem Roman nicht ;-) Dora in ihrer Unselbständigkeit und Unsicherheit glaubt an das von ihr nach außen dargestellte Cover der trotz „ungewöhnlicher“ Konstellation funktionierenden angesehenen Familie mit dem dazugehörigen Familienleben. Kirsten versinkt in immerwährendem Selbstmitleid, das nur die anderen zu verantworten haben. Jakob begeht den absoluten Vertrauensbruch, indem er das Passwort für den PC seines Dad knackt. Michaels Vater erwartet von seinem Sohn geschlechtsrollenkonformes Verhalten. Dora will die Probleme nicht sehen, ihre Kinder erfahren unter ihrem patriarchischem Mann nie eine Stärkung des Selbstbewusstseins, ebenso wenig Dora selbst. Zeitgeist: Wie es euch gefällt? Homosexualität – Zwang zur Etikettierung in der Gesellschaft Viele Psychologen vertraten noch bis in die 80er Jahre hinein die Ansicht, dass es sich bei der Homosexualität um eine Störung handle, die therapiert werden könne. Der § 175 BGB Strafbarkeit der Sexualität von Gleichgeschlechtlichen wurde am 11. Juni 1994 aus dem BGB gestrichen. Das Gesetz über die Eingetragene Lebenspartnerschaft, kurz Lebenspartnerschaftsgesetz (LPartG), ermöglichte von August 2001 bis einschließlich September 2017 zwei Menschen gleichen Geschlechts in der Bundesrepublik die Begründung einer Verpartnerung. Erst seit 2017 ab diesem Zeitpunkt gibt es die gleichgestellte Ehe für alle. Wie empfinden wir die Stimmung im Werk, hält es die Spannung? Einhellig ist die Meinung, dass schon früh klar ist, von wem der letzten Endes „finale“ Todesschuss ausgeführt wurde. Fazit, würden wir es empfehlen, verschenken? Ein unterhaltendes Buch, für einen verregneten oder bitterkalt verschneiten Couch-Nachmittag, mit anregendem Gesprächsaustausch!

  • Marco Balzano: Ich bleibe hier | Mysite

    Marco Balzano: Ich bleibe hier Klappentext: Ein idyllisches Bergdorf in Südtirol - doch die Zeiten sind hart. Die Leute werden vor die Wahl gestellt: Entweder nach Deutschland auszuwandern, oder als Bürger zweiter Klasse in Italien bleiben. Trina entscheidet sich für ihr Dorf, ihr Zuhause. Als die Faschisten ihr verbieten, als Lehrerin tätig zu sein, unterrichtet sie heimlich. Und als ein Energiekonzern für einen Stausee Felder und Häuser überfluten will, leistet sie Widerstand - mit Leib und Seele. zum Autor: Marco Balzano, geboren 1978 in Mailand.... hier ein Interview zum Buch der 3sat Mediathek mit dem Autor vom 14.06.2020 Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Roman - Geschichte Südtirols Verlag: Diogenes erschienen: Original-Ausgabe 2018 Seitenzahl: 280 (Taschenbuch) aus dem Italienischen von Maja Pflug unsere Lesekreis-Erfahrungen Dem Autor ist es gelungen, ein eindringliches Bewusstsein für die Tragik einer Touri-Attraktion zu schaffen, die seit Jahren manchmal unbedarft genutzt wird: Beim Überqueren des Reschen-Passes zu den Feriengebieten Südtirols, kann der Urlauber sich in Foto-Pose setzen, als Hintergrund der aus dem Wasser herausragende Kirchturm des Dörfchens Graun, das 1950 geflutet wurde, zugunsten eines Stausees. Seite 93 „Ich werde dir berichten, was sich in Graun abgespielt hat, an dem Ort, den es nicht mehr gibt“. Es sind 3 Erzählstränge: Familie Politik Umweltprobleme Die Ich-Erzählerin Trina, beschreibt ihr Leben und Schicksal als Südtirolerin von den 20er Jahren bis in die 50er, teilweise in Briefform an ihre verschollene Tochter, mit deren Verlust sie nie abschließen konnte. Trina macht im Frühjahr 1923 die Reifeprüfung und erhält nach ihrer Ausbildung das Lehrerinnendiplom. Sie ist mit ganzem Herzen Bergbäuerin, aber auch Pädagogin, wissbegierig und nachdenklich. „ich glaubte sie können mich retten, die Wörter“. Sie und ihr Mann Erich stehen im Mittelpunkt der Familiengeschichte. Er ist „der einzige Mann, der ihr je gefallen hat“, geradlinig, kraftvoll, ebenso heimatverbunden wie sie. Die Umstände zwingen die Familie doppelt leidgeprüft in den Widerstand; erst gegen die diktatorische Regierung Mussolini, dann gegen die Stausee- Pläne, die ihr Dorf vernichtet. Trina und Erich bekommen 2 Kinder, Michael, der bodenständig ist und den Bauernhof übernehmen möchte. Er entwickelt sich zum kriegsbegeisterten Hitler-Anhänger. Marica, die verlorene Tochter, 4 Jahre jünger, verschwindet ohne Abschied mit Tante (Schwester des Vaters) und Onkel. Wie hat es uns gefallen: Sehr bewegend und flüssig zu lesen, die Geschichte einer ganzen Region, deren Menschen sich heute noch, wie viele aus Gesprächen zu berichten, als autonome Südtiroler und nicht als „eingebürgerte Italiener“ verstehen“. Was hat uns gefallen: Es ist ein „leises“ Buch, das gerade deswegen unter die Haut geht. Die Sätze passen zu den Gegebenheiten, den Lebensbereich, dem sozialen Umfeld der Bergbauern. Sie sind kurz und prägnant. Seite 271 „Als sie den Sprengstoff in den Häusern deponierten, waren wir schon in die Baracken gepfercht.“ Es bedarf keiner zusätzlichen Adjektive, um das Grauen, die Verzweiflung und Hilflosigkeit, die damit verbunden sind deutlich zu machen. Besonders berührt hat uns: die Trauer und Resignation Trinas und Erichs, über den Verlust der Tochter. Erich zeichnet in einem Heft Marica aus der Erinnerung. Seite 149: „Vier Jahre lang hatte ich dir jeden Abend in einem alten Heft geschrieben. Ich las alles noch einmal durch, dann legte ich es in den Kamin. Die rotleuchtende Glut maserte die Asche. Knisternd schlüpfte das Feuer langsam zwischen die Seiten und wurde wieder lebendig. Nie habe ich mich freier gefühlt.“ Als Trina und Erich nach dem Sturz Mussolinis 1943 fliehen müssen mit Deserteuren und Partisanen für mehr als 1 Jahr in das eisige Hochgebirge mit unglaublichen Entbehrungen. Die Zwangs-Evakuierung Seite 263: „Die Männer trugen die Matratzen auf dem Rücken, die Frauen hielten die Kinder auf dem Arm und bemühten sich, geradeaus auf den Horizont zu schauen, der an diesem Tag hell und klar war.(….)…gingen alle in einer Reihe, mit dem langsamen Schritt der Verurteilten, unter den ausdruckslosen Augen der aufmarschierten Carabinieri.“ Als die Felder bereits überflutet waren, beschließt Erich die Kälber, Kühe und Schafe zum Schlachter bringen, und bezahlt dazu für den Hund, Seite 272: „Nimm ihn auch noch, sagte Erich und deutete auf Fleck. Der Metzger sah ihn stumm an.“ »Die einzige Möglichkeit weiterzuleben ist vielleicht, sich zu verändern und nicht zu erstarren. An manchen Tagen bereue ich es, doch es geht mir schon mein ganzes Leben so: Plötzlich muss ich mich von Dingen befreien, sie verbrennen, sie zerreißen, sie von mir wegschieben. Ich glaube, das ist mein Mittel, um nicht wahnsinnig zu werden.“ Wir diskutierten: Was waren die Beweggründe für Schwager Lorenz und Schwägerin, Erichs Schwester Anita, die Marica mit sich nahmen? 1936 kamen sie ins Dorf, bis1939 aus unklaren Gründen.- In der Gruppe wird vermutet, dass aufgrund des Fehlens eigener Kinder diese so ein Adoptivkind zu erhielten. So konnten sie die Ablehnung von Trina und Erich umgehen. Der Abschiedsbrief, den Trina Wochen später erhält, trägt keinen Poststempel, wie fand er den Weg zu Trina und Erich? Warum gab es kein weiteres Lebenszeichen von Marica? - Wir nehmen an, dass sie die Kriegszeiten auf die eine oder andere Art nicht überlebt hat. Schwägerin und Schwager tauchen ebenfalls im Roman nicht mehr auf, vielleicht derselben Ursache geschuldet. Warum hat der Mann mit Hut (Staudamm) oder die dicke Frau (im eisigen Hochgebirge) keinen Namen? Wir sprachen über: Das Instrument der Machtpolitik über Sprache: Den Identitätsverlust: kein Deutsch mehr in den Klassenzimmern, der Amtssprache. Auf dem Friedhof mussten selbst die Gräber umbenannt, auf Italienisch benamt, gekennzeichnet werden. Seite 131 „Die Sprachen waren zu Rassenmerkmalen geworden. Die Diktatoren hatten sie in Waffen und Kriegserklärungen verwandelt.“ Umwelt und Kommerz: Vergewaltigte Natur, Vergleich mit Sotschi, schwarzes Meer, hier entstanden Wintersportanlagen für Olympiade 2014. Fazit: Ein sehr bewegender, zu Herzen gehender Roman. Unbedingt lesen!! Der Mut der Verzweiflung: Der Autor schließt den Roman mit: „Vorwärts gehen, wie Mutter zu sagen pflegt, das ist die einzige Richtung, die erlaubt ist. Sonst hätte Gott uns die Augen seitlich gemacht, wie den Fischen. „

  • Lesekreis-Erfahrungen Herzfaden | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Wie hat uns das Buch gefallen? "Herzfaden" wird in der Gruppe sehr unterschiedlich gesehen. Das Gros ist seit mehr als 50 Jahren Anhänger der Augsburger Puppenkiste, was hinsichtlich der Erwartungshaltung der Geschichte der Puppenkiste nostalgische Gefühle mit sich bringt. Zum einen wird die Stimmung im Buch als sehr poetisch, märchenhaft und metamorphisch bezeichnet, mit einer Fülle von Assoziationsmöglichkeiten. Andere haben keinen Zugang zum Roman gefunden, zeigen sich daher wenig begeistert, fast enttäuscht. Auf die Verknüpfung von Fantasie und Realität der beiden Erzählstränge kann sich hier nicht eingelassen werden. Was hat uns gestört? Es wird über fehlende Struktur geklagt. -Die Rolle des I-Phones gegenüber dem Kasper ist unklar. Interpretationsvorschlag die Taschenlampenfunktion ;-) Licht/Aufklärung ins Dunkel der Geschichte - -Die durchgehende „Kinderstimme / Naivität von Hatü, selbst im Erwachsenenalter ist es nicht die einer Erwachsenen. Über was haben wir diskutiert? Situationen werden als doppeldeutig und widersprüchlich bezeichnet, es gibt Zweifel, ob dies bewusst herbeigeführt ist. Viele dieser Ambivalenzen und Paradoxons werden als störend und nicht authentisch empfunden. als Beispiel: - Bei einigen entstand der Eindruck, trotz schlechter Zeiten war Bewirtung bei Sekt und Schnittchen „gängig"; - Eine Veranstaltung (Vernissage) bei der Nationalsozialisten, Künstler, Demokraten ohne Clush aufeinandertreffen – sogar vordergründig akzeptiert werden? Das mangelnde Mitgefühl Hatü’s gegenüber bester Freundin Vroni in Anbetracht ihres schweren Schicksals als Waise. Die zunehmende Entfremdung zu Hatüs bester Freundin Vroni stößt auf Unverständnis. Unser Blick auf die Buch-Cover- Form: Die liebevolle Gestaltung des Covers und des Buches selbst, wunderschön aufgemacht, die Zeichnungen der Figuren aus der Augsburger Puppenkiste ermöglichen einen inneren Rückblick für jeden Einzelnen der besonderen Art. Welche der Figuren standen der Gruppe am nächsten? Vroni, beste Freundin und zentrale Figur, berührte am meisten und wurde als Sympathieträgerin empfunden. - bewegend Ulla, die im Keller beim Bombenangriff für Hatü "Hänsel und Gretel" leise singt, um diese zu beruhigen- - überzeugend die Stimme des Vaters: „Der wichtigste Faden einer Marionette ist der Herzfaden. Nicht sie wird mit ihm geführt, sondern mit ihm führt sie uns. … macht uns glauben sie sei lebendig, denn er ist am Herzen der Zuschauer festgemacht“ „Wir müssen die Herzen der Jugend erreichen, die von den Nazis verdorben wurden. Und die Fäden, mit denen wir sie wieder an Kultur abknüpfen, das sind die Fäden meiner Marionetten“ Wie wurde die Aufrechterhaltung der Spannung, das Ende beurteilt? Teils wird beanstandet, dass geschilderte Situationen nur „angeschnitten“ und nicht vertieft werden, sie würden deshalb fragmentarisch wirken. - als Beispiel: Frau Brinkmann Anderen ist die "Erlösung" des Kaspers und seine Rolle in der perfiden Nazizeit für Hatü mehr als erschütternd. Zeitgeist Die Verdrängungsmechanismen der Kriegs- bzw. Nachkriegs-Generation, die Sprachlosigkeit, kann von vielen nachvollzogen werden. Geschichtlich zur Entstehung der Augsburger Puppenkiste ist für alle die Sehnsucht nach leichter Unterhaltung absolut verständlich, als ein Stück "heile Welt". Eine besondere Lieblingsstelle / Zitat: „Diese Kiste ist alles, was uns geblieben ist. Sie steht in den Ruinen. In sie sperren wir alles ein, was war. Verwandelt wird es wieder heraus kommen. Fazit?: Bei 7 Teilnehmerinnen würde es von 2 verschenkt, 2 verschenkt mit Hinweis auf Eigenwilligkeit, 3 nicht verschenkt.

  • Amy Waldmann: Der amerikanische Architek | Mysite

    Amy Waldman: Der amerikanische Architekt Klappentext: Eine Jury hat sich in Manhattan versammelt, um den besten Entwurf einer Gedenkstätte für die Opfer des Terroranschlags vom 11. September auszuwählen. Nach langwierigen Beratungen und einem zähen Ringen um das richtige Konzept öffnen die Juroren den Briefumschlag, der den Namen des bislang anonymen Gewinners enthält und sind schockiert. Eine heftige Auseinandersetzung um die Person des Architekten beginnt: Wer darf sich zum Fürsprecher der Trauernden erheben? Innerhalb der Jury setzt sich Claire Burwell am leidenschaftlichsten für den umstrittenen Gewinner ein. Als Betroffene, die ihren Mann bei dem Attentat verlor, hat ihre Stimme besonderes Gewicht. Doch als die Entscheidung an die Öffentlichkeit gelangt, gerät Claire ins Visier entrüsteter Familienangehöriger und wird zur Zielscheibe sensationshungriger Journalisten, radikaler Aktivisten und ehrgeiziger Politiker. Nicht zuletzt bringt der so komplizierte wie begabte Architekt sie an ihre Grenzen. zur Autorin: Amy Waldman, 1969 in den USA geboren, ist eine Journalistin und Autorin, die an der Yale-University studierte.... siehe Wikipedia -Link Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Gegenwartsliteratur Übersetzung aus dem Amerikanischen: Brigitte Walitzek erschienen im: Heyne Verlag (Taschenbuch) herausgegeben: 2011 Seitenzahl: 506 unsere Lesekreiserfahrungen: Zum Plot: Der gute Wille, die besten Absichten waren da…eine Gedenkstätte für die Opfer des Terroranschlags vom 9. September… Die Romanfiktion spielt 2 Jahre nach 9/11, als eine 13- köpfige Jury in einer anonymem Ausschreibung für eine Gedenkstätte entscheiden soll. Die Entscheidung der Jury fällt auf den Entwurf eines Architekten namens Mohammad K….. Schon ist der Selbstläufer einer Tragödie vorprogrammiert… Gefallen hat: Die Personen sind ausnahmslos lebendig gezeichnet, immer mit Hintergrundinformationen über deren Familien, Werdegang. Sehr realistisch die Darstellung der fortschreitend negativen Stimmung, gleich einem Hexenkessel. Gebannt folgen wir dem Fiasko, das, bei aller Bestürzung nachvollziehbar, zum Attentat und Tod Asma‘s führt. Als besonders eindrücklich werden die Entstehung von Fake-News aufgezeigt, und das unverantwortliche Verhalten der Regenbogenpresse : Das Spiel mit Emotionen, Informationen aus dem Konsens gerissen, Effekthascherei um jeden Preis. Seite 419 „ein Foto von Asma nahm die ganze Titelseite ein - lachend, den Kopf zurückgeworfen mit blitzenden Zähnen, als amüsiere sie sich über das Wort, das in riesigen Lettern über ihrem Gesicht stand: illegal“ Ebenso geschickt dargestellt die Einflussnahme der Presse: Seite 213: „Zweifelsfrei hat Mohammad Khan jedes Recht, seine Gedenkstätte zu bauen, hieß es in dem wöchentlichen Kommentar des Chefredakteurs des New Yorker. Die Frage ist, ob er sie bauen SOLLTE.“ Besonders berührend fanden wir : „Steinmännchen“ Seite 146 :„die Idee- impulsiv kreativ- hätte von Cal (Vater Williams) stammen können. Bevor sie aufbrachen, suchte Claire im Wörterbuch nach dem richtigen Begriff und fand Steinhaufen -als Grenz oder Orientierungszeichen, Denkmal etc., aber auch Steinmann, Steinmännchen aufeinander gestapelte Steine in Form kleiner Höhe oder Türmchen als Wegzeichen“. (…)dass er seinem Vater auf diese Weise half, den Weg nach Hause zu finden, ..).“ „kindliche Totenbeschwörung“. S.159: „William, der glaubte, auf diese Weise die Steine zum Leben erwecken, oder seinen Vater nachhause locken zu können.“ Versuch der Trauerverarbeitung: Seite 98: Sean„(...), wenn er abends zurück nach Brooklyn fuhr, war es, als kehrte er von einem Krieg nach Hause zurück… seine Frau sagte er rieche nach Tod und er konnte nicht verstehen, dass sie sich davon abgestoßen fühlte. der Staub, den er mit nach Hause brachte, war ihm heilig. Er schüttelte Schuhe und Hemd über Zeitungspapier aus, um ihn zu sammeln und aufzubewahren.“ Gestört hat uns: Am Ende des Romans gibt es einen exorbitanten Zeitsprung von 20 Jahren, Khan, nun nahe der 60, der inzwischen in Mumbai, dem früheren Bombay lebt, gibt 2 amerikanischen Reportern ein Interview, die einen Doku-Film über die damalige Ausschreibung und das Schicksal der darin verknüpften Personen gedreht haben. Für uns ein zu abrupter Break. Wir sprachen über: Problematik der illegalen Opfer: Asma Seite 122: „Wie konnte man tot sein, wenn man gar nicht existierte? Von den 40 Menschen aus Bangladesch die in den Tagen nach den Anschlägen bei ihrem Konsulat als vermisst gemeldet wurden, waren nur 26 legal im Land. Asma Anwars Mann gehörte nicht zu ihnen. Diejenigen die keine Dokumenten hatten könnten konnten bedauerlicherweise auch nicht gezählt werden, beharrten die Konsulatsmitarbeiter. (….)der Witwe keine finanzielle Unterstützung zukommen lassen. (…) es gab keinen Inam Anwa (….“, Die Gier nach Macht, der Egoismus der Politiker: Paul Seite 425: „Gouverneurinnen sollten besser eine Erklärung parat haben“. er fing sich einen finsteren Blick ein……., sie würde darlegen, dass sie nur versucht hatte, die Gedenkstätte, ganz Amerika, gegen die islamistische Bedrohung zu verteidigen. Selbst wenn der Staat das Verfahren verlor, würde sie gewinnen. Bisher waren ihre Umfragewerte jedes Mal, wenn sie gegen Khan in die Offensive gegangen war, gestiegen. Er war ihr Sauerstoff.“ Seite 427 „Die Gouverneurin führte die Attacke noch weiter: „ ich fühle mit Asma Anwar, aber sie stellt ein ernsthaftes Problem dar. wenn wir nicht aufpassen, wer durch unsere Türen kommt, sterben Tausende von Amerikanern. solange ICH diesen Staat leite, werde ich nicht zulassen, dass so etwas noch einmal geschieht.“ Populismus „hatten Politiker die Stimmung der Öffentlichkeit aufgepeitscht, geschürt vor den zahllosen nicht erfassen Muslimen aus Bangladesch, die es in New York gab, angefangen bei Asmas totem Ehemann. „auch wenn niemand sonst es tut, ich stelle die Frage“, hatte Lou Sarge in seiner Sendung gezetert: „.was hat ihr Mann in den Türmen gewollt?“ S. 427 Die Veränderung der Personen und ihrer Standpunkte: Mo wird zum praktizierenden Muslim. Nachdem er sich von seinen Landsleuten im Stich gelassen fühlt. Seite116/117: Gespräch mit Paul Rubin. „Ganz gleich, was für eine Art Muslim Khan bis jetzt gewesen war, es würde als ein aufgebrachter von hier weggehen.“ Seite 427: Asma resigniert „zu gehen war ihre eigene Entscheidung, irgendwie aber auch nicht. In den Tagen nachdem ihr illegaler Status bekannt geworden war, hatten Politiker die Stimmung der Öffentlichkeit aufgepeitscht, die Angst…. Seite 448: Sean überlegt, den Kampf gegen Khan aufzugeben, zu unterlassen. Zum Buchtitel - Die Übersetzung des Titels ins Deutsche: Die Doppeldeutigkeit der „Submission“ Die Unterwerfung Die Einreichung Die Einreichung - üblich im Baugewerbe bei Ausschreibungen, die Bewerbung um einen Auftrag. Die Unterwerfung – wer unterwirft sich wem? Mo letztendlich der öffentlichen Meinung? Er verlässt das Land, arbeitet nie mehr für die USA Veränderung Claire der öffentlichen Meinung, beispielsweise das Kinder-bullying Seite245? Sie stößt an ihre Grenzen, als Mo zu kompliziert, introvertiert ist, um sich zu erklären, Fazit: Der Roman ist ungeheuer vielschichtig. Ein Buch, das sehr stark die Selbstreflektion fordert: immer wieder fragt man sich, wie würdest du handeln, entscheiden? - Wir empfehlen es!! Die Realität ist immer noch schräger als die Fiktion Doris Dörrie

  • Samantha Harvey: Umlaufbahnen | Mysite

    Samantha Harvey: Umlaufbahnen Aus dem Englischen von Julia Wolf. Ausgezeichnet mit dem Booker Prize 2024. Von oben betrachtet sieht die Welt gleich ganz anders aus: Sechs Astronauten schweben in einer Raumstation durchs All. Den Planeten Erde umkreisen sie einmal in 90 Minuten, sechzehnmal in 24 Stunden. Die zwei Frauen und vier Männer aus ganz unterschiedlichen Nationen arbeiten, essen und schlafen auf engstem Raum - und doch ist alles losgelöst vom Alltag, Schwerkraft und Zeitempfinden sind außer Kraft gesetzt. Was passiert, wenn man seine Heimat nur aus weiter Ferne durch ein kleines Fenster sieht? Wie verändern sich Denken und Fühlen? In dem Zeitraum von nur einem Tag, während die Sonne sechzehnmal auf- und untergeht, betrachtet dieser ungewöhnliche, kraftvoll poetische Roman die großen und kleinen Fragen der Menschheit und bringt uns der Schönheit des Universums ganz nahe. zur Autorin: Samantha Harvey, 1975 geboren, lebt und arbeitet als Autorin in Bath, England. 2024 erhielt sie für ihren Roman Orbital den Booker-Prize. Quelle: Wikipedia zum Buch: erschienen: 2024 Übersetzerin: Julia Wolf Verlag: DTV Verlagsgesellschaft Genre: Gegenwartsliteratur Seitenanzahl : 224 zu unseren Lesekreis-Erfahrungen

  • Elizabeth von Arnim: Verzauberter April | Mysite

    Elizabeth von Arnim: Verzauberter April Klappentext: Vier englische Damen entfliehen dem trüben Londoner Alltag und reisen gemeinsam nach Italien – eine Reise, die einige Überraschungen mit sich bringt. In einem Palazzo am Meer, zwischen Pinien und Glyzinien entdecken sie nicht nur die Verzauberungskraft des mediterranen Frühlings, sondern auch die Liebe … Von diesem verzauberten April erzählt Elizabeth von Arnim vergnüglich und mit viel Charme in ihrem bekanntesten und erfolgreichsten Buch Text: Thalia.de zum Autorin: Elizabeth von Arnim (1866-1941) war eine deutsch-britische Schriftstellerin, die vor allem für ihre Romane und Erzählungen bekannt ist. Sie wurde in Australien geboren, wuchs jedoch in Deutschland auf und lebte später in England. Zu ihren bekanntesten Werken zählt der Roman „Elizabeth und ihre Gartenliebe“ (1898), der von ihrer Leidenschaft für Gärten und das Landleben handelt. Ihre Werke sind oft von einem humorvollen und ironischen Stil geprägt und thematisieren häufig die Rolle der Frauen in der Gesellschaft.... Für eine umfassendere Darstellung über ihren Lebensweg und prägende Stationen bitte dem Wikipedia-Link folgen Wikipedia zum Buch: Genre: Klassische Belletristik Verlag: Suhrkamp Übersetzerin: Adelheid Dormagen erschienen: erstmals 1922, aktuell 2025 Seitenzahl: 306 zu unseren Lesekreiserfahrungen:

  • Thomas Hettche: Herzfaden | Mysite

    Thomas Hettche: Herzfaden Klappentext Ein zwölfjähriges Mädchen gerät nach einer Vorstellung der Augsburger Puppenkiste durch eine verborgene Tür auf einen Dachboden, wo Prinzessin Li Si, der klappernde Tod, Kater Mikesch und ein sprechender Storch auf es warten. Vor allem aber trifft es jene Frau, die all diese Marionetten geschnitzt hat und nun ihre Geschichte erzählt. Es ist die Geschichte eines einmaligen Theaters und der Familie, die es gegründet und berühmt gemacht hat. Sie beginnt im 2. Weltkrieg, als Walter Oehmichen, ein Schauspieler des Augsburger Stadttheaters, für seine kleinen Töchter eine Marionettenbühne baut. In der Bombennacht, die 1944 Augsburg zerstört, verbrennt sie zu Schutt und Asche. "Herzfaden" erzählt, wie Walters Tochter Hatü mit ihrer Freundin dieses Puppentheater wieder auferstehen lässt und ihr neues Leben in den Ruinen erprobt. Es ist die Geburtsstunde von Figuren, die legendär geworden sind, wie dem Urmel oder Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer. zum Autor: Thomas Hettche ist ein deutscher Schriftsteller und Essayist. Er ist geboren 1964 in Treis, Landkreis Gießen. Über Leben und Wirken und die zahlreichen Auszeichnungen mehr... Quelle Wikipedia klick hier! Erfahrungen im Lesekreis klick hier::

  • Tonio Schachinger: Echtzeitalter | Mysite

    Tonio Schachinger: Echtzeitalter Klappentext: Ein elitäres Wiener Internat, untergebracht in der ehemaligen Sommerresidenz der Habsburger, der Klassenlehrer ein antiquierter und despotischer Mann. Was lässt sich hier fürs Leben lernen? Till Kokorda kann weder mit dem Kanon noch mit dem snobistischen Umfeld viel anfangen. Seine Leidenschaft ist das Gamen, konkret das Echtzeit-Strategiespiel Age of Empires 2. Nach dem Tod seines Vaters wird für ihn aus dem Hobby eine Notwendigkeit. Ohne dass jemand aus seinem Umfeld davon wüsste, ist Till mit 15 eine Online-Berühmtheit. der jüngste Top-10-Spieler der Welt. Nur: Wie real ist so ein Glück? Im Abschlussjahr 2020 kommt für Till, in der Schule und im Leben, alles noch einmal ganz anders als gedacht zum Autor: Tonio Schachinger, geboren 1992 in Neu-Delhi.. Wikipedia zum Buch: Genre: Roman, liter. Fiktion, Coming of Age Verlag: Rowohlt-Verlage erschienen: 2023 Seitenzahl: 368 zu unseren Lesekreis-Erfahrungen:

  • Lesekreis-Erfahrungen Herkunft von Sas | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Saša Stanišić zum Buch Herkunft Herkunft ist Saša Stanišić's persönlichster Roman, er erzählt seine eigene Familiengeschichte, und von Jugoslawien, einem Land, das es nicht mehr gibt. Der Roman ist nach eigenen Aussagen essayistisch, fiktional, biografisch. Er ist am 7. März 78 in Višegrad geboren, heute Bosnien. Im Alter von 14 Jahren ist er mit der Familie 1992 nach Heidelberg vor dem Bosnienkrieg geflohen. In Heidelberg lebten sie in einem migrantisch geprägten Viertel der Stadt. Er erzählt von seinen Erinnerungen der Kindheit, von der Ankunft in einem fremden Land als Jugendlicher und die folgende Entwicklung. Ich möchte in diesem Zusammenhang bewusst auf den Begriff „coming-of-age“ verzichten. Es ist sein Anliegen, seine Geschichte und die seiner Familie festzuhalten, die Erinnerung zu „konservieren“. Sein Roman „Herkunft“ sei ein Fragen nach neuralgischen Punkten, betont er im Deutschlandfunk. Als die Eltern 1998 in die USA gehen, (sie wandern nach Florida aus, um der Abschiebung ins ethnisch gesäuberte Višegrad zuvorzukommen) bedeutet das für Saša eine weitere Phase der Entfremdung und Anpassung an neue Lebensumstände.- Seite 66: "Meine Familie lebt über die ganze Welt verstreut. Wir sind mit Jugoslawien auseinandergebrochen, und haben uns nicht mehr zusammensetzen können". Der Auslöser zum Schreiben des Romans sagt er in einem Interview, "war die Demenz meiner Großmutter Christina. Ihr Vergessen der Geschichten und der eigenen Geschichte, das dazu geführt hat, dass ich ihr Fragen stelle.“ Die Großmutter lebt bis zu ihrem Ende in Bosnien. „Ich habe nach ihren Erinnerungen gesucht, gleichzeitig hat sie ihre Erinnerungen verloren. „ Wie hat es uns gefallen: Wir sind alle einer Meinung: Das Buch hat uns beeindruckt, die Geschichte sehr berührt. In Ton und Sprache sind seine Episoden vielschichtig, mit sehr viel Liebe fürs Detail wiedergegeben, reich an Metaphern. Es ist in der Tat ein Lesevergnügen. NDR Kultur spricht mit Recht von einem "besonderen Stanisic-Ton" 😉 Was hat uns gefallen: Ohne den Ernst und die Trauer zu schmälern, gelingt ihm eine Leichtigkeit des Erzählens. Ein Mosaik aus Erinnerungen, Anekdoten, Parallelmontagen und Selbstreflektion. Seite 5: „Es ist der 7. März 2018 in Višegrad, Bosnien und Herzegowina. Großmutter ist siebenundachtzig Jahre alt und elf Jahre alt." Seite 38: „Die Schlange sieht von ihrem Baum auf mich herab und aus meiner Kindheit in mich hinein☹….) Schon bin ich 30 Jahre jünger, ein Junge in Višegrad. Es ist ein Sommer vor dem Krieg in den unruhig träumenden Achtzigern. Vater und Mutter tanzen.“ Seite 269: „Es ist der 17. August 1992. Mutter steigt in den Bus, ich folgte. Es ist der 27. April 2018. Mutter löscht die Zigarette und steigt wieder ein. Wir fahren weiter:“ Besonders berührt hat uns: Dr. Heimat Seite 175: Ein empathischer Zahnarzt, der seine Berufung lebt: Außer die Karies bei Saša und seinen Freunden unentgeltlich zu behandeln zu behandeln, versucht er die Einsamkeit des Großvaters zu lindern. – Er lädt den Großvater zum Angeln ein. Seite 184 : Die Scham – Saša möchte niemanden mitnehmen in sein zuhause in Heidelberg „Man sah ja, wie es uns wirklich ging“ Die Tragik Herkunft teilweise zu verschleiern, oder neu zu erfinden, um Stigmatisierung oder Festlegung zu umgehen. Seite 114: „Zoki kommt ins Klassenzimmer,..(…). Jeder trägt sich ein. Es gibt drei Spalten: Moslem / Serbe / Kroate. Alle versammeln sich, alle zögern. Seite 229 „Ich habe das Betrügerische der Erinnerung satt und das Betrügerische der Fiktion allmählich auch (….) Wie dünn Vater in Deutschland am Ende doch war.“ Wir haben diskutiert über die verschiedenen Möglichkeiten zum Ende des Romans: Die diversen Alternativen sind im Lesekreis auf wenig Gegenliebe gestoßen. Lieblingszitate: "Meine Großmutter besaß ein Nudelholz, mit dem sie mir Prügel androhte. Es kam nicht, ich habe aber bis heute ein reserviertes Verhältnis zu Nudelhölzern und indirekt auch zu Teigwaren." Seite 7 "Herkunft sind die süß-bitteren Zufälle, die uns dorthin getragen haben. Sie ist Zugehörigkeit, zu der man nichts beigesteuert hat." Seite 12 "Jedes Zuhause ist ein zufälliges dort wird du geboren, hierhin vertrieben…" Seite 119 "Ich glaube, dass es wenig Schlimmeres gibt, zu wissen wo man hingehört, aber nicht dort sein zu können ." Seite 170 „Herkunft bleibt doch ein Konstrukt, es ist doch nur eine Art Kostüm, das man ewig tragen soll, nachdem es einem übergestülpt worden ist. Als solches ein Fluch, oder mit etwas Glück ein Vermögen, das keinem Talent sich verdankt, aber Vorteile und Privilegien schafft.” Fazit: Wir stimmen der Verleihung "Deutscher Buchpreis 2019" absolut zu 😉, empfehlen das Buch und würden es auch verschenken - (habe ich schon getan) ...und natürlich noch einmal lesen, um wirklich alle Pointen und Spitzen in sich aufzunehmen!

  • Thomas Mann: Der Tod in Venedig | Mysite

    Unser Lesekreis-Klassiker: Thomas Mann – Der Tod in Venedig Im grauen Februar kehren wir zu einem vertrauten Klassiker zurück: Thomas Manns Erzählung vom Schriftsteller Gustav von Aschenbach, der in Venedig zwischen Disziplin und Begehren, Kunstideal und Selbstverlust ins Wanken gerät. Eine dichte, zeitlose Novelle über Verführung, Vergänglichkeit und die gefährliche Nähe von Schönheit und Verfall. zum Autor: Thomas Mann (1875–1955) war ein deutscher Schriftsteller und einer der bedeutendsten Erzähler des 20. Jahrhunderts. Geboren in Lübeck, stammte er aus einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie, deren Niedergang er literarisch in seinem frühen Erfolgsroman „Buddenbrooks“ (1901) verarbeitete. Für dieses Werk erhielt er 1929 den Nobelpreis für Literatur. Zu seinen bekanntesten Romanen zählen außerdem „Der Zauberberg“, „Joseph und seine Brüder“, „Doktor Faustus“ und „Der Tod in Venedig“. Manns Werk verbindet psychologische Feinzeichnung, Gesellschaftskritik und philosophische Reflexion. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 ging Thomas Mann ins Exil, zunächst in die Schweiz, später in die USA. Er engagierte sich öffentlich gegen das NS-Regime und setzte sich für Demokratie und Humanismus ein. Thomas Mann starb 1955 in Zürich. zum Buch: erschienen: 1911

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