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- Ariel Lawhon: Der gefrorene Fluss | Mysite
Ariel Lawhon: Der gefrorene Fluss Maine, 1789: Als der Kennebec River zufriert und die Leiche eines toten Mannes im Eis sichtbar wird, soll Martha Ballard den Leichnam untersuchen und die Todesursache feststellen. Als Hebamme und Heilerin ist sie in vieles eingeweiht, was sich hinter verschlossenen Türen in der Kleinstadt Hallowell abspielt. Ihr Tagebuch ist eine Aufzeichnung aller Geburten und Todesfälle, Verbrechen und Debakeln, die sich in der engen Gemeinschaft ereignen. Monate zuvor dokumentierte Martha die Einzelheiten einer angeblichen Vergewaltigung, die von zwei der angesehensten Herren der Stadt begangen wurde - einer von ihnen wurde nun tot im Eis aufgefunden. So ist Martha sich sicher, dass sie es hier mit einem Mord zu tun hat. Doch ein örtlicher Arzt widerlegt ihre Schlussfolgerung und erklärt den Tod für einen Unfall. Martha ist entschlossen, den schockierenden Mord auf eigene Faust zu untersuchen. Im Laufe eines Winters, während der Prozess näher rückt und Gerüchte und Vorurteile zunehmen, ist Martha beharrlich auf der Suche nach der Wahrheit. Ihr Tagebuch gerät bald in den Mittelpunkt des Skandals, verwickelt diejenigen, die sie liebt, in die Sache und zwingt Martha, zu entscheiden, wo ihre eigene Loyalität liegt. Klappentext zur Autorin: Ariel Lawhon, 1978 geboren, ist eine US-amerikanische Autorin historischer Romane zum Buch: erschienen: 2025 Übersetzerin: Rena Ziehneret Verlag: Adrian Verlag Genre: Historisch, Biografische Fikton Seitenanzahl : 496 zur unseren Lesekreis-Erfahrungen:
- Edouard Louis: Anleitung ein anderer zu | Mysite
Édouard Louis: Anleitung ein anderer zu werden Klappentext: Mit Mitte zwanzig hat er schon mehrere Leben hinter sich: Eine Kindheit in extremer Armut, die Scham über die eigene Herkunft, die Flucht vom Dorf in die Stadt, nach Aufbruch nach Paris. Er macht sich frei von den Grenzen seiner Herkunft, nimmt einen neuen Namen an, liest und schreibt wie ein Besessener, probiert sich aus, will alle Leben leben. Er trifft sich in mondänen Hotels mit Männern, die in einer Nacht soviel ausgeben, wie seine Familie im Dorf in einem ganzen Jahr. Immer neue Welten erschließen sich ihm. Mit unbändiger Energie erfindet er sich wieder und wieder, schließt Freundschaften und hinterfragt doch die radikale Selbstveränderung, die sich nie ganz vollendet. zum Autor: Édouard Louis ist ein französischer Schriftsteller... Wikipedia zum Buch: Genre: Gegenwartsliteratur, Coming-of -Age, Autobiografie Verlag: Aufbau Verlag Berlin Übersetzerin: Sonja Finck erschienen: 2022 Seitenzahl: 272 zu unseren Lesekreis-Erfahrungen
- Anne Weber: Annette, ein Heldinnen-Epos | Mysite
Anne Weber: Annette, ein Heldinnenepos Klappentext: zur Autorin: Was für ein Leben! Geboren 1923 in der Bretagne, aufgewachsen in einfachen Verhältnissen, schon als Jugendliche Mitglied der kommunistischen Résistance, Retterin zweier jüdischer Jugendlicher - wofür sie von Yad Vashem später den Ehrentitel "Gerechte unter den Völkern" erhalten wird -, nach dem Krieg Neurophysiologin in Marseille, 1959 zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt wegen ihres Engagements auf Seiten der algerischen Unabhängigkeitsbewegung… und noch heute an Schulen ein lebendiges Beispiel für die Wichtigkeit des Ungehorsams. Anne Weber erzählt das unwahrscheinliche Leben der Anne Beaumanoir in einem biografischen Heldinnenepos. Die geschilderten Szenen werfen viele Fragen auf: Was treibt jemanden in den Widerstand? Was opfert er dafür? Wie weit darf er gehen? Was kann er erreichen? Anne Weber, 1964 in Offenbach am Main geboren, ist eine deutsche Autorin und literarische Übersetzerin... Quelle Wikipedia klick hier: Lesekreis-Erfahrungen: Der Lesekreis ist sich darüber einig, dass das Werk ein experimentelles Lese-Erlebnis ist. Eine Ode mit Ironie und Witz an eine Frau, deren Entwicklung zur Widerstandskämpferin und Vita wir nachspüren. Im Schreibstil des Epos wird Brechts Verfremdungseffekt angewandt: Immer mit dem Focus auf: es hätte so sein KÖNNEN, manchmal widersprüchlich zur Realität, immer in einem neuen, anderen Licht Viele der Teilnehmerinnen sind durch die sehr dicht erzählten Zusammenhänge irritiert, es bringt aus dem Konzept, erschwert den Überblick über die Geschehnisse. Gefallen: Die Mannigfaltig der Ironie: „…Carminus, Hainbuche…was vielleicht nicht von Carmen kommt, aber dochnebenbei noch Charme und Zauber heißt. Sie sehn sich unter diesem Baum zum letzten Mal.- Wer sich für Wurzeln interessiert, kann unschwer in Erfahrung bringen, dass unter den vielfältigen Wurzelwerken, die es in der Natur so gibt, die Hainbuchenwurzel eine ist, die im Querschnitt einem Herzen gleicht und deshalb auch Herzwurzel heißt.“ „…so stehts in seinem Buch Les demnés de la terre (Frantz Fanon), Vorwort von Sartre: -denn in der ersten Zeit der Revolte muss getötet werden-..-wer einen Europäer umbringt, schlägt zwei Fliegen mit einem Streich; schafft einen Unterdrücker aus der Welt und eine Unterdrückten.- Wobei Sartre vergisst, dass er selbst Europäer ist.“ ..beim Prozess: „“Da sie sich umdreht, ihn zu begrüßen, erhob er sich und küsste ihr die Hand. (Für eine Verfilmung ihres Lebens raten wir sehr zu dieser Szene ;-) ). Als störend empfunden wurde: Der blinde Gehorsam der Protagonistin im Widerstand; Die Folgen ihres Handelns und Denkens für die Familie, der Stellenwert besonders der Kinder, die bei der Loyalität zur Sache, ihrem Gerechtigkeitssinn, nie an 1. Stelle kamen, was letztendlich auch zur Entfremdung geführt hat. Zeitgeist: Es geht um die Macht von Männern, MACHT UND Veränderung Genderfrage, Frauen- und Männerbild zum aktuellen Zeitpunkt Im Widerstand ist sie zunächst als sehr junger Mensch für „Hilfsdienste“ zuständig, kleine Aufgaben als“ Fahrrad-Kurier“ erfüllend. Sie ist nie in einer „führenden“ Position, bereitet lediglich Missionen vor. Berührend: „Die Tür hat sich hinter den dreien längst geschossen, da steht er noch und möchte weinen weinen weinen, und wir, wir stehen in der fernen Zeit und stehen und finden keinen Satz und keinen Vers und keine Zeile, die etwas andres möchte als zu stehen und mit ihm zu weinen.“ Vergleiche: Hunger nach Bildung wie in „Streulicht“ Camus. der 1. Mensch Herkunft, Scham und Schulbildung Reflektion der Autorin Metapher mit Sisyphus: „Der Stein wird immer größer, den Annette auf den Berg zu stemmen hat, und immer höher wird der Gipfel. Unter der Last beginnt ihr Rücken sich nach und nach etwas zu krümmen.“ Fazit: Nach der Buchbesprechung fällt verschiedentlich der Entschluss, es unter dem Eindruck Dieser noch einmal „beherzt“ zu lesen, das Werk bleibt jedoch tendenziell nicht unumstritten. Um hier ein Zitat von Francis Bacon anzuwenden ;-) : An manchen Büchern muß man naschen, andre wollen verschlungen sein, wieder andere gründlich gekaut und verdaut.
- Lesekreis-Erfahrungen Die hellen Tage | Mysite
Lesekreis-Erfahrungen: Die hellen Tage: Kleine Einstimmung und freie Assoziation "Der hellen Tage", deren Geschichte in und um Heidelberg, später bis nach Rom führt ;-) Rom - mit freundlicher Genehmigung und zur Verfügung-Stellung von Frau Marliese Will Wie hat es uns gefallen? Ein Mut-Mach-Buch über das Erwachsenwerden mit immer wieder positiven Elementen und Wendungen des Lebens. In der Erzählung finden sich Alle wieder. Mit dem Aspekt des häufigen Draußen-Seins, bereichert durch die Wahrnehmung des Kindes, das alle Umstände noch heller, noch strahlender, glücklicher empfinden lässt. Die Geschichte beginnt mit der Kindheit in den 60er Jahren und endet um die Zeit des Mauerfalls. Sie lässt uns teilhaben am Erwachsenwerden, der Pubertät, dem Abschied vom Zuhause und dem Aufbruch zum Studium nach Rom und schließlich die Rückkehr. Inhaltlich geht es außerdem um Trauer, Verluste und Verlassenwerden, Verrat und Lügen. Wie finden wir die Beschreibungen? Bildreich und farbig, geradezu poetisch die Beschreibung der Farben, Stimmungen, Landschaften und die Gefühlswelten der Protagonisten. Dadurch fühlt man sich schnell in die Geschichte „mit hineingenommen“. Die Autorin berichtet mit viel Einfühlungsvermögen, jedoch nicht mit erhobenem Zeigefinger. Die Erzählperspektive hat Tagebuch-Charakter. Sie ist fortlaufend chronologisch, es wird nicht zwischen Vergangenheit und Gegenwart gewechselt. Welche der Figuren stehen uns am nächsten? Allen voran die unkonventionelle Evi, die mit all ihren Schrulligkeiten sehr liebenswert wirkt. Im Prinzip sind alle Figuren sympathisch, weil in ihrer Gefühlswelt nachvollziehbar, lediglich Ellen und Zigi könnte teilweise Egoismus unterstellt werden, was beide unsympathischer erscheinen lässt. Zigi gewinnt allerdings am Ende wieder an Sympathie, da er seine Bedürfnisse zugunsten von Evis Erkrankung hintenanstellt. Die weiblichen Figuren, insbesondere die Mütter, werden als starke Persönlichkeiten geschildert, die maßgebliche Stützen für andere sind. Zusammen flechten sie ein tröstliches Netzwerk, das die Kindheit und Problematik der besonderen Umstände auffängt und trägt. Unsere Lieblingsstellen / Zitate: Zitat Seri: „Wir laufen durch Kirchblüt, und alles ist anders, wir haben es verloren, so wie wir die Orte unserer Kindheit verlieren, zum 1. Mal, wenn wir keine Kinder mehr sind, und später noch einmal, wenn wir als Erwachsene zurückkehren und uns wundern wie sie wirklich aussehen“ „Wir hatten unsere Mütter, und trotz deren kleinen und großen wunden, die sie uns zufügten, klammerten wir uns an sie und hielten uns fest an ihren Händen, als könnten wir sonst umfallen, als könne uns etwas zustoßen, in der Zeit, in der wir Abschied nahmen von den vielen Dingen, die unsere Kindheit eingerahmt hatten“. Was hat am meisten berührt? Einig waren wir uns bei der Szene, in der Evi ihren Wunsch nach einer Grabinschrift äußert: „Die hellen Tage behalte ich, die dunklen gebe ich dem Schicksal zurück.“ Darüber hinaus haben uns viele unterschiedliche Szenen sehr stark berührt, weil man sich den Figuren durchwegs sehr nahe fühlt. Würden wir das Buch empfehlen? Das Buch würden wir in jedem Fall empfehlen und darüber hinaus auch verschenken, evtl. mit dem Hinweis, sich nicht von über mehreren Zeilen ausufernden Sätzen abschrecken zu lassen. – Wir befinden vom Buchhandel zu Recht als „Hochkaräter“ bezeichnet!
- Tonio Schachinger: Echtzeitalter | Mysite
Tonio Schachinger: Echtzeitalter Klappentext: Ein elitäres Wiener Internat, untergebracht in der ehemaligen Sommerresidenz der Habsburger, der Klassenlehrer ein antiquierter und despotischer Mann. Was lässt sich hier fürs Leben lernen? Till Kokorda kann weder mit dem Kanon noch mit dem snobistischen Umfeld viel anfangen. Seine Leidenschaft ist das Gamen, konkret das Echtzeit-Strategiespiel Age of Empires 2. Nach dem Tod seines Vaters wird für ihn aus dem Hobby eine Notwendigkeit. Ohne dass jemand aus seinem Umfeld davon wüsste, ist Till mit 15 eine Online-Berühmtheit. der jüngste Top-10-Spieler der Welt. Nur: Wie real ist so ein Glück? Im Abschlussjahr 2020 kommt für Till, in der Schule und im Leben, alles noch einmal ganz anders als gedacht zum Autor: Tonio Schachinger, geboren 1992 in Neu-Delhi.. Wikipedia zum Buch: Genre: Roman, liter. Fiktion, Coming of Age Verlag: Rowohlt-Verlage erschienen: 2023 Seitenzahl: 368 zu unseren Lesekreis-Erfahrungen:
- Marie Benedict: Frau Einstein | Mysite
Marie Benedict: Frau Einstein Klappentext: Die amerikanische Autorin Marie Benedict stellt uns in ihrem Roman Frau Einstein Mileva Marić vor, die erste Ehefrau von Albert Einstein. Der Roman basiert auf – und orientiert sich an – historischen Begebenheiten. Diese werden mit erfundenen Wahrheiten angereichert. Wieviel Dichtung steckt in der Wahrheit? Oder umgekehrt: wieviel Wahrheit verbirgt sich in genau dieser Dichtung? Um diese Fragen wird der Leser von Frau Einstein nicht herumkommen. Wir kennen Mileva Marić nicht. Aber alle Welt meint, Albert Einstein zu kennen. Das irre Genie mit der wilden Frisur. Der Erfinder, der Entdecker oder der Vater der Relativitätstheorie, der uns frech seine Zunge entgegenstreckt. Auch mit diesem Albert Einstein macht uns Marie Benedict in Frau Einstein bekannt. Und soviel sei vorab verraten: sie lässt kein gutes Haar an dem brillanten Wuschelkopf. Und alles – somit auch der Weg zur Relativitätstheorie – ist relativ. zur Autorin: Heather Bendedict Terrell schreibt einige ihrer Romane als Marie Benedict ist geboren 1973, studierte am Boston College Geschichte und Kunstgeschichte und an der Boston University School of Law. Sie ist Anwältin und lebt mit ihrer Familie in Pittsburgh. Quelle: Wikipedia Klick hier: Das Thema und vielleicht auch Leidenschaft der Autorin ist es, die verborgenen Geschichten bedeutender Frauen zu erzählen. Es soll eine Reihe entstehen: Frau Einstein, 2. Buch Lady Churchill, in Arbeit: Mrs. Agatha Christie Frau Einstein ist ein historischer Roman von 337 Seiten, keine Biografie Uns hat gefallen: Das Buch ist gut recherchiert, lässt sich lebendig und flüssig lesen, wobei der Focus als Antipathie-Träger mit Fortschreiten der Geschichte immer mehr statt weniger Herr Einstein ist und bleibt. – Hier relativiert sich nichts! Was hat uns gestört Das Buch hat uns gemeinsam zu dem Ergebnis kommen lassen, dass Albert Einstein in der Erzählung bei aller fachlichen Genialität eine emotionale Dysfunktion bescheinigt werden kann. Er erscheint charakterlich als egozentrischer Narzisst. Diesen Eindruck vermitteln auch die Nachforschungen, die zum Thema Mileva Maric in einem WDR-Beitrag verarbeitet: https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag3312.html Berührt hat uns die Stimmung im Werk Die Ohnmacht von Mileva stimmt fast aggressiv. Die Haltung der Mutter mit ihrem Rat, die erst- und unehelich geborene Tochter in ihrer Obhut zu lassen und Einstein nach Bern zu folgen. Ein Entschluss, den Mileva bitter bereuen sollte. Zitate: „Du bist ein Genie. Aber in Herzensangelegenheiten versagst du völlig“ S.248 Einzige Auflehnung gegen Albert nach Schlag ins Gesicht, S.322 -„Ich beschloss lieber Albert schlecht dastehen zu lassen“ – die Grenzen der Loyalität! Zeitgeist Ebenso ist Einigkeit in der Lesegruppe, dass der Zeitgeist, der in der Jahrhundertwende vorherrschte, die Umstände prägte. Eine Männerdomäne, nur durchbrochen von sehr wenigen Frauen, die es wagten und auch durchsetzen konnten, eher weniger denn mehr gleichberechtigt identische Studiengänge zu belegen. – In Mileva Maric’s Fall unterstützte ihr Vater sie aus dem Gedanken heraus, dass diese als behinderte Person, mit einem höherem Bildungsniveau ihr eigenes Einkommen zu verdienen in der Lage wäre, und dadurch Glück und Zufriedenheit zu erlangen. Nach Meinung der Eltern würde ihr kein Ehemann / Versorger „beschieden“ sein. – Die fragwürdigen damaligen Moralvorstellungen bei Scheidung Die Frau in der Ehe emotional, ordnend, beflissen den Gatten unterstützend, aber niemals doch bitte dominierend! Immer wieder: und drinnen waltet die züchtigte Hausfrau – manchmal sogar ge-züchtigt. Daher sah Mileva den Ausweg der Scheidung für sich sehr spät, (29. Juli 1914 S.344) da sie die Stigmatisierung in der Gesellschaft als geschiedene Frau fürchtete. Wir sprachen über: Geschlechter- Rollenverständnis heute In der Diskussion versuchten wir uns mit dem Thema, inwieweit sich das traditionelle Rollenbild tatsächlich bis heute gewandelt hat. Haben wir unterschwellig noch diese stereotypen Geschlechterrollen? Was haben wir als die Generation der Eltern unserer Kinder getan, um dies aufzubrechen? Den Mann als Familienoberhaupt, Ernährer gibt es nicht mehr, die Männer müssen sich als gleichberechtigte Partner in der Familienkonfiguration finden und verstehen. Pionier*innen der Wissenschaft, die ebenfalls in dieser Zeitspanne, Epoche lebten : Lise Meitner, https://de.wikipedia.org/wiki/Lise_Meitner in Preußen durften zu der Zeit die Frauen noch nicht studieren, so musste sie durch den Hintereingang das Gebäude betreten und durfte die Vorlesungsräume und experimentierräume der Studenten nicht betreten. dies fiel erst 1909 als das Frauenstudium in Preußen offiziell eingeführt wurde. Sie wurde 1906 als 2. Frau an der Wiener Universität promoviert! Marie Curie, https://de.wikipedia.org/wiki/Marie_Curie die gleichberechtigt mit ihrem Mann forschen durfte und von ihm Unterstützung erhielt, als 1. Frau und 1. Professorin, die 1908 an der Sorbonne lehrte. Die Universität Hamburg zog 1985 in ihrem Begleitheft zur Ausstellung Frauen in den Naturwissenschaften das folgende Fazit: „Marie Curie ist wegen der von ihr erhaltenen Nobelpreise in Physik (1903, gemeinsam mit Pierre Curie und Becquerel) und Chemie (1911) die wohl bekannteste Physikerin. Weniger bekannt pflegen die Schwierigkeiten zu sein, auf die sie stieß: sie wurde nicht zum Studium an der Warschauer Universität zugelassen, verdiente das Geld für ihre ersten Forschungen als Mädchenschullehrerin, und noch 1911 (!) wurde ihr die Aufnahme in die französische Akademie der Wissenschaften verweigert. Ähnlich unbekannt scheint auch ihr Engagement beim Völkerbund zu sein: Von 1922 bis 1934 war sie Vizepräsidentin der internationalen Kommission für geistige Zusammenarbeit beim Völkerbund. Auch die Möglichkeiten einer medizinischen Nutzung ihrer Entdeckungen interessierten sie stark.“[91] Zu benennen gewesen wäre sicher auch Clara Immerwahr https://de.wikipedia.org/wiki/Clara_Immerwahr , die mit dem späteren Nobelpreisträger Fritz Haber verheiratet, ebenfalls der Ehe ihre Karriere geopfert hat, und sich jung später das Leben nahm. Fazit: Die Frage, wo ist der Charme der guten alten Zeit? ;-) unsere Lesekreis-Erfahrungen:
- unsere Lesekreis-Erfahrungen | Mysite
Man versteht nicht, was man nicht mit anderen teilt... Wofür du keinen Sinn hast, das geht dir verloren. (Günderrode) 20250619_113057 Zur See von Dörte Hansen Der grosse Sommer von Ewald Arenz Ich bleibe hier von Marco Balzano Ein Engel an meiner Tafel von Janet Frame Was vom Tage übrig blieb von Kazuo Ishiguro Der Markisenmann von Jan Weiler Eine englische Ehe von Claire Fuller Deine Juliet von Mary Ann Shaffer Annie Barrows Der amerikanische Architekt von Amy Waldman Die Unschärfe der Welt von Iris Wolff Die Enkelin von Bernhard Schlink was man von hier aus sehen kann von Mariana Leky Stay away from Gretchen von Susanne Abel Ein anständiger Mensch von Jan Christophersen Die Geschichte der Einsamkeit von John Boyne Der weisse Tiger von Aravind Adiga Die hellen Tage von Zsuzsa Bànk Frau Einstein von Marie Benedict Jakobs Schweigen von Anja Goerz Herzfaden von Thomas Hettche Kleine Freiheit von Nicola Kabel Das Seelenhaus von Hannah Kent Maschinen wie ich von Ian McEwan 3 sind 1 Dorf von Dina Nayeri Streulicht von Deniz Ohde Ombra von Hanns-Josef Ortheil Lempi Minna Rytisalo Belletristik Turbulenzen von David Szalay Annette, ein Heldinnen-Eops von Anne Weber Vom Ende der Einsamkeit von Benedict Wells Neujahr von Juli Zeh Das Genie von Klaus Cäsar Zehrer Die Tochter des Fotografen von Kim Edwards
- Samantha Harvey: Umlaufbahnen | Mysite
Samantha Harvey: Umlaufbahnen Aus dem Englischen von Julia Wolf. Ausgezeichnet mit dem Booker Prize 2024. Von oben betrachtet sieht die Welt gleich ganz anders aus: Sechs Astronauten schweben in einer Raumstation durchs All. Den Planeten Erde umkreisen sie einmal in 90 Minuten, sechzehnmal in 24 Stunden. Die zwei Frauen und vier Männer aus ganz unterschiedlichen Nationen arbeiten, essen und schlafen auf engstem Raum - und doch ist alles losgelöst vom Alltag, Schwerkraft und Zeitempfinden sind außer Kraft gesetzt. Was passiert, wenn man seine Heimat nur aus weiter Ferne durch ein kleines Fenster sieht? Wie verändern sich Denken und Fühlen? In dem Zeitraum von nur einem Tag, während die Sonne sechzehnmal auf- und untergeht, betrachtet dieser ungewöhnliche, kraftvoll poetische Roman die großen und kleinen Fragen der Menschheit und bringt uns der Schönheit des Universums ganz nahe. zur Autorin: Samantha Harvey, 1975 geboren, lebt und arbeitet als Autorin in Bath, England. 2024 erhielt sie für ihren Roman Orbital den Booker-Prize. Quelle: Wikipedia zum Buch: erschienen: 2024 Übersetzerin: Julia Wolf Verlag: DTV Verlagsgesellschaft Genre: Gegenwartsliteratur Seitenanzahl : 224 zu unseren Lesekreis-Erfahrungen
- Klaus Cäsar Zehrer: Das Genie | Mysite
Klaus Cäsar Zehrer: Das Genie Klappentext: Boston, 1910. Der elfjährige William James Sidis wird von der amerikanischen Presse als”Wunderjunge von Harvard“gefeiert. Sein Vater Boris, ein bekannter Psychologe mit dem brennenden Ehrgeiz, die Welt durch Bildung zu verbessern, triumphiert. Er hat William von Geburt an mit einem speziellen Lernprogramm trainiert. Durch Anwendung der Sidis-Methode könnten alle Kinder die gleichen Fähigkeiten entwickeln wie sein Sohn, behauptet er. Doch als William erwachsen wird, bricht er mit seinen Eltern und seiner Vergangenheit. Er weigert sich, seine Intelligenz einer Gesellschaft zur Verfügung zu stellen, die von Ausbeutung, Profitsucht und Militärgewalt beherrscht wird. Stattdessen versucht er, sein Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten - mit aller Konsequenz. zum Autor: Klaus Cäsar Zehrer, deutscher Autor geboren in Schwabach 1969 Studium für angewandte Literaturwissenschaften an der Universität Lüneburg; war Praktikant in der Redaktion der Satirezeitschrift Titanic und erhielt 2002 an der Universität Bremen mit der Dissertation "Dialektik der Satire" Promotion. Das Genie wurde 2017 als Romanbiographie über das Leben des Genies William James Sidis veröffentlicht,, Z. lebt in Berlin als freier Autor Herausgeber und Übersetzer. Quelle: Wikipedia Klick hier: Erfahrungen in unserem Lesekreis: Kontext und Zeitgeist: USA zur Jahrhundertwende und im 1. Und 2. Weltkrieg Protagonisten und Themen: 2 Erzählungen, die der Eltern Sarah und Boris Sidis, und die des Genies William James Sidis Problematische Geschichte der Eltern: Boris , im Lesekreis als Großkotz bezeichnet ;-), exzentrisch, mit Trauma und Traum: Er ist seelisch geschädigt durch 2 Jahre Isolationshaft in Russland, weshalb er mit seinen letzten finanziellen Mitteln nach Amerika emigriert. Sein Denken ist pragmatisch, „Das einzige Vermögen, das einem keiner stehlen kann, ist jenes, das man im Kopf hat“ „Das menschliche Geschlecht, der erstarrte Homosapiens wird wieder radikal verändert werden und wir unter seinen eigenen Händen zum Objekt der kompliziertesten Methoden künstlicher Auslese und psychologischer Trainierung werden. Der Mensch wird unvergleichlich stärker klüger feiner werden. Der menschliche Durchschnitt wird sich bis zum Niveau eines Aristoteles, Goethe, Marx erheben“ S 528 von Billie zitiert Er erscheint frauenverachtend, das 2. Kind, vielleicht weil eine Tochter, wird als nicht intelligent genug wahrgenommen um der Begabtenförderung würdig zu sein. Die Mutter schließt sich dem an, findet eine weitere Anwendung der Sidis-Erziehungsmethode in diesem Fall doch als zu anstrengend. Sarah , sehr ehrgeizig, materiell orientiert, promoviert zwar während der Ehe in Medizin, praktiziert jedoch nicht und unterstützt ohne eigenes Engagement Boris voll und ganz in seiner „Unterrichtsmethode“, wenn auch bei ihr manchmal leise Zweifel nagen. Über den Tod ihres Sohnes hinaus wendet sie sich nach dem Bruch nicht mehr ihm zu. Billy: Erziehung und „Förderung“ Die sogenannte frühkindliche Erziehung eine Form von Missbrauch; Ergebnis: bei Billy fällt das Fehlen der kognitiven Fähigkeiten auf. Er ist sozial zurückgeblieben und ihm fehlt es an Empathie. Einzig im Versteckspiel mit der jüngeren Schwester – wird ihm erstmals der Perspektivwechsel möglich, WER BIN ICH , wie nehmen mich die anderen wahr, und möchte gefunden werden…oder NICHT GESEHEN WERDEN? (Entzug von der Autorität der Eltern/des Vaters), ist begeistert vom Spiel… Rolle der Medien bei Erfolg, bzw. Misserfolg: Vom Wunderkind zum Loser Billy, von der Presse verfolgt, von den Eltern als Projekt betrachtet, wird zum Experiment gemacht, sehnt sich als Jugendlicher nach Normalität und Anonymität in der Verzweiflung „irgendwie anders „ zu sein. Als Erwachsener wird die Negativ-Bilanz publiziert, dass er sich für wenige Dollar die Stunde für Büroarbeiten verkaufte. Sehr berührend ist für den Leser der ethische Entschluss Billies, überzeugter Pazifist, in die „Loser-Büroarbeit“ zu gehen und nicht mehr in der Wissenschaft zu bleiben „ich darf mein Wissen nicht weitergeben, damit es nicht missbraucht wird“ (Militärische Nutzbarkeit). – seit Anbeginn wird hier die Janusköpfigkeit der Wissenschaft thematisiert. – Als Weg in die Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung und versuchte Freiheit empfindet er vermutlich die Straßenbahnfahrten, das Schienennetz. “ …von einer Straßenbahn in die nächste, von einer Stadt zur anderen, durchs ganze Land, die ganze Welt, immer der Nase nach. Was, wenn nicht das, war Freiheit?“ #270 Fiktives Denkmal, vor Billies geistigem Auge: „An dieser Stelle erlangte am 28. Oktober 1923 um 1608 William James im Alter von 25 Jahren Sidis und … Monaten und …Tagen Normalität“ #485 Ich möcht‘ einmal ein anderer werden, wie ein anderer solcher geworden ist…(Peter Handke) Das unglückliche, aber stimmige Ende: „..und er wurde ein Teil des Ganzen und schwebte in Helligkeit und sein Leib war ohne Gewicht und sein Geist ohne Qual und Leiden.“ Er war frei. Der Schreibstil Der Schreibstil ist kalkulierend kühl, ohne Wärme für die Protagonisten und spiegelt somit die Erziehungsmethode. Bei manchen werden atmosphärische Bilder vermisst. Teilweise humoristisch erzählt, mit wenn auch traurigem Amüsement. Vergleich mit Kaspar Hauser - Peter Handkes Stück über die „Dressur des Menschen durch Sprache und Sprachregeln“ Fazit Wurde der Autismus hier anerzogen? Ergebnis der Erziehungsmethode: die emotionale Vereinsamung und sein fehlendes Selbstwertgefühl „…und als er glaubte, den Impfstoffe gegen die Dummheit entdeckt zu haben, nämlich seine Erziehungsmethode…und was für eine Ernüchterung ja Verbitterung als sich im weiteren Testverlauf (des Sohns) Komplikationen einstellten. und William hatte es vermasselt. Andererseits: Hatte ein Vater das Recht, sein Kind zur Überprüfung seiner Theorien zu missbrauchen? Und nebenbei: Wäre die Welt besser geworden, wenn sich die Sidis-Methode flächendeckend durchgesetzt hätte? Wenn die Universitäten voll mit Zehnjährigen wären „ Auf einmal fiel William so viel ein, worüber er gerne mit seinem Vater diskutiert hätte. Er wollte ihm sagen, wie sehr er bedauerte, ihn enttäuscht zu haben.“ #488- 489 Der Roman wirkt auf uns faszinierend, schockierend und teilweise verstörend, tragisch und erschütternd. Im wahrsten Sinne des Wortes keine leichte Lektüre, so auch ob der 656 Seiten
- info aktuell November 20 | Mysite
Liebe Lesekreis-Mitglieder*innen, Interessierte! Im Moment können wir leider wie bekannt, unseren turnusmäßigen Termin (24. November) nicht aufrechterhalten, da das gefürchtete Corona-Virus zu neuen Maßnahmen ab morgen gezwungen hat, und das soziale Miteinander wieder lähmt. Wir wollen hoffen, dass die kommenden Wochen die gewünschte Wirkung bringen, so dass wir zu gegebener Zeit, vielleicht mit einer Woche Verschiebung (falls überhaupt möglich), unsere Besprechung(en) fortsetzen können. Ich werde mich in jedem Fall melden. Um uns nicht ganz zu verlieren, werde ich an dieser Stelle der Website von Zeit zu Zeit etwas veröffentlichen, was vielleicht ein wenig Ablenkung, Entspannung bringt. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir, falls Sie Lust haben, etwas in der Richtung senden, Fotos, Textbeiträge, ganz wie Ihnen zumute ist, um das Ganze zu bereichern. In diesem Sinne, bleiben Sie gesund, Tage und Wochen der Achtsamkeit liegen vor uns, Ihre Vera Kleinhans Noch bist du da Wirf deine Angst in die Luft Bald Ist deine Zeit um Bald Wächst der Himmel Unter dem Gras Fallen deine Träume Ins Nirgends Noch duftet die Nelke Sing die Drossel Noch darfst du lieben Worte verschenken Noch bist du da Sei was du bist Gib was du hast Rose Ausländer
- Lesekreis-Erfahrungen Verzauberter Apri | Mysite
Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Verzauberter April - Elizabeth von Arnim Der Roman erzählt von vier englischen Frauen, die dem trüben Londoner Alltag entfliehen und gemeinsam einen Frühlingsmonat in einem italienischen Castello verbringen. Die Handlung spielt in den 1920er Jahren und folgt den Protagonistinnen: der schüchternen Lotty Wilkins, rothaarig, (nach Ansicht Mrs. Fishers zu direkt - die Wandlung von schüchtern zu direkt geschieht mit dem Betreten des Palais) der frommen Rose Arbuthnot, (Die, lt. Mrs. Fisher, mit der anständigen Frisur und der sanften Stimme) dunkeläugig, der verehrten Lady Caroline wunderschön, anmutig, 28 Jahre, unverheiratet, und eben der missmutigen Mrs. Fisher habsüchtig, egoistisch, spröde (ist 65 geht am Stock, seit 11 Jahren verwitwet immer noch Schwarz tragend). Vier Frauen, die sich zunächst kaum kennen, aber durch die Anzeige eines zu vermietenden Castellos in den sonnenverwöhnten Hügeln Italiens mit seinem mediterranen Flair zusammengeführt werden. Angezogen von dem gemeinsamen Wunsch nach Sinnstiftung, seien es vernachlässigte Ehen, gesellschaftlicher Druck oder Einsamkeit, begeben sie sich auf ihr Abenteuer. In und um das Castello paradiesische Zustände, üppige Landschaft, die vor Farben und Leben strotzt, und die den Protagonistinnen neues Selbstbewusstsein und Perspektiven der in der Selbstreflexion erfahren lässt. Im Laufe der Tage entdecken die Frauen, dass das Castello nicht nur ein Zufluchtsort vor ihren Problemen , sondern auch ein Ort der Heilung und Erneuerung ist. Die Ehefrauen erleben eine Renaissance der Wertschätzung und Anerkennung ihrer Männer. Am Ende wurde das Castello zu einem Heiligtum der Transformation 😉 Wie hat es uns gefallen: Es ist ein Märchen, anrührend und modern, trotzdem voller Frauenpower. Einfach erfrischend erquicklich, ob der ständig präsenten Problematik der Weltlage, sei es gesellschaftlich, politisch, oder klimatisch. Ein kleiner Auszug aus dem Feuerwerk der Naturbeschreibungen: Seite 87: „Die Glyzinen überschlugen sich in exzessiver Lebenslust, Blütenüppigkeit,; und da, wo die Pergola aufhörte, strahlte die Sonne auf scharlachrote Geranien, wahre Büsche und Unmengen von Kapuzinerkresse und leuchtenden Ringelblumen, die zu brennen schienen, auf rote und rosafarbene Löwenmäulchen, und jede Pflanze übertraf die andere an Leuchtkraft der Farbe.“ Was hat uns gefallen: Der "triviale Schmelz" wird immer wieder sehr geschickt ironisch gebrochen, die Autorin schrieb verschmitzt. Seite 199: „ (..)aber es war seltsam, es nach über fünfzig Jahren wieder zu verspüren. Sie hätte gern mit jemanden darüber gesprochen, aber sie schämte sich. Ein unsinniges Gefühl in ihrem Alter. Doch immer häufiger und mit jedem Tag stärker hatte Mrs. Fisher das lächerliche Gefühl, als würde sie bald knospen. ..“ Trotz Ihrer mürrischen Art verspürt Lotti Mitgefühl für Mrs. Fisher. Die anderen Damen haben Vorbehalte und Respekt, besonders vor ihrer scharfen Zunge und kritischen Art. Daher wirkt der gewaltlose Widerstand von Lotti gegenüber ihr, besonders geschickt. Die Wirkung von Schönheit, in diesem Fall die füllige Landschaft mit all ihren Sinneseindrücken, das geteilte ästhetische Erleben, verbindet die Menschen und schafft Gemeinsamkeit, ein Gefühl der Verbundenheit. Kritisiert wurde: dass die Ehemänner diese Idylle (gewünscht/gewollt) der Frauenrunde unterbrechen, sie werden recht karikiert ((bestimmt gewollt, aber ein wenig too much) dargestellt, die "Verwandlung" von Lotti, für unseren Geschmack etwas zu schnell vorangetrieben wird. Vergleiche mit: Sturmhöhe von Emily Bronte Zimmer mit Aussicht von E.M. Forster Der Geheime Garten von Frances Hodgson Burnett Fazit: Wir würden es empfehlen und verschenken, der Roman hat mit großer Leichtigkeit auch Tiefgang in den Fragen zur Selbstverwirklichung und weiblichen Rollenbildern der damaligen Zeit, einfach zum "Abtauchen"
- Mary Ann Shaffer & Annie Barrows: Deine | Mysite
Mary Ann Shaffer and Annie Barrows: Deine Juliet Klappentext: London in den späten vierziger Jahren: Die temperamentvolle junge Schriftstellerin Juliet erhält eines Tages einen erstaunlichen Brief. Absender ist Dawsey Adams, ein Bauer von der Kanalinsel Guernsey. Er hat antiquarisch ein Buch erworben, das zuvor ihr gehörte. Zwischen der Literatin und dem Bauern entspinnt sich ein Briefwechsel, durch den Juliet von der Existenz eines literarischen Clubs erfährt, den die Inselbewohner gründeten, um sich über die schwere Kriegszeit hinwegzuhelfen. Je mehr Juliet über Dawsey und die anderen erfährt, desto neugieriger wird sie. Sie beschließt, auf die Insel zu reisen. Dort stößt sie auf die Geschichte von Elizabeth und deren großer Liebe zu einem deutschen Offizier. Und sie lernt Dawsey kennen... zu den Autorinnen: Mary Ann Shaffer und Annie Barrows... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Brief-Roman Übersetzung aus dem Englischen: Margarete Längsfeld und Martina Tichy erschienen im: btb (Taschenbuch) herausgegeben: 2008 Seitenzahl: 304 unsere Lesekreiserfahrungen: Same procedure...: Ergänzung zum Klappentext- Inhalt: Die junge und aufstrebende Autorin Juliet Ashton ist auf der Suche nach einem Thema, einer Idee für ein neues Buch, als ein Inselbewohner Guernseys sie anschreibt, um sich für ein Buch, dessen Vorbesitzerin sie war, zu bedanken. Ihre Definition von Schriftsteller*innen: Seite 38 “...ist von Berufs wegen verpflichtet, die Nase in anderer Leute Angelegenheiten zu stecken.“ 😉 Man schreibt 1946, das Jahr nach Beendigung des 2. Weltkrieges, einer Gewaltzeit, die die Menschen traumatisiert und nicht nur ihrer Illusionen beraubt, hinterlassen hat. Auch Juliet wurde in London ausgebombt. Wie hat es uns gefallen? Einmal mehr haben wir es mit einer starken Persönlichkeit als Protagonistin zu tun, Juliet ist fortschrittlich, selbstbewusst. Das Buch liest sich flüssig und unterhaltsam dazu mit amüsanter Note also sehr erbaulich. Es sollte jedoch deshalb nicht heruntergebrochen werden auf flache Unterhaltungsliteratur. Ohne die Traurigkeit und Tragik der schwierigen Nachkriegs- Besatzungszeit in irgendeiner Weise zu beschönigen, werden die Zustände von Not, Hunger, Verzweiflung geschildert. Berichtet wird gleichermaßen von der Verbitterung der Inselbewohner und deren quälenden Auflagen durch den Feind, als auch vom Leid und Elend der Zwangsarbeiter. Was uns gefallen hat: Der Schreibstil ist ein Brief-Roman, in fortlaufender chronologischer Reihenfolge von Januar -September 1946, in denen im Briefwechsel die Begebenheiten von Juni 1940 - 1945, der Invasion der Deutschen auf Guernsey, erzählt werden. Der Briefwechsel ist in der Sprache der 40er Jahre verankert. Die Figurenzeichnungen passen zur jungen, sehr begeisterungsfähigen Protagonistin. Die Charaktere sind eindringlich dargestellt. Die Hauptakteure: Juliet, engagiert, temperamentvoll und bezaubernd erfrischend, mit einem sonnigen Gemüt, und einem gehörigen Schuss britischen Humor! Sie gibt zwei Empfehlungen (auf Nachfrage der Leiterin des Buchclubs, bevor sie Interna mit ihr teilen möchten), um ihren Charakter beurteilen zu können : Positiv: Hochwürden Simon Simpless Negativ: Lady Bella Taunton, sie ist überzeugt, Juliet hat keinen Verstand (Seite 49) Dawsey Adams, zurückhaltend und schüchtern, aber im Ernstfall mit viel Überzeugungskraft, ein Mann der Tat, umsichtig und hilfsbereit. Er schätzt und sammelt die Bücher von Charles Lamb 1774-1834, Essayist. Markham Reynolds, ein vermögender Amerikaner ist Juliets Verehrer,, selbstherrlich, mit Hang zur Arroganz - Seite 77 : Juliet: „Opernkarten sind schwer zu bekommen“…Mark: „Er wird sich mit einem Stehplatz begnügen…(..)“ Isola Pribby liebt Tiere, Eingemachtes und ihre Elixiere …und: Die Sturmhöhe von Emily Bronte Amelia Maugery mag die Natur und Landwirtschaft, daher jede Menge Fachbücher darüber, was die Auswahl des frisch gegründeten Buchclubs bei den Büchern erschwert, und Die Pickwickier von Charles Dickens Eben Ramsey, der „Postmeister“ entscheidet sich für Shakespeare eine Auswahl Dickens + Wordsworth Seite 71: „Hätte ich die Worte -der klare Tag ist hin, im Dunkel bleiben wir- denken können, wäre ich ein wenig getröstet und bereit gewesen.“ (zum Tag der Landung der Deutschen) John Booker - alias von 1940 -44 Lord Tobias Penn-Piers (die Idee Elizabeths, da die Mutter Jüdin ist. Seite 98) Er schwört auf Seneca und liest mit Hingabe immer dasselbe Buch. Seite 98: "Es scheint, dass man mit Senecas Wort gut fährt –" Seite 101: „Mit der Zeit liebte ich unsere Büchertreffen – (…)ich blieb Seneca treu. Manchmal hatte ich das Gefühl, er spräche zu mir. Sie halfen mir, die Besatzung erträglich zu machen.“ Adelaide Addison, die Missgünstige und Gehässige in „christlicher“ Besorgnis und Bestürzung Und … Elizabeth!!, das Herz am rechten Fleck, mutig, sehr hilfsbereit und empathisch, von ungeheurem Einfallsreichtum. Juliet fühlt sich mit ihr seelenverwandt, die Liebe zu Büchern, ästhetischer Blick für schöne Dinge. Das hat uns besonders berührt: Ganz besonders zu Herzen gehend war für uns die Stelle der Kinderverschickung Seite 82 in Eben Ramseys Brief, der seinen Enkel verabschieden musste (Elis Mutter war hochschwanger und konnte nicht mitkommen), und Seite 135: „Die kleinsten Kinder waren ganz aufgeregt..(..) Manche dachten, es sei so etwas wie ein Sonntagschulausflug und sie würden bei Einbruch der Dunkelheit zurück sein..(..).Die älteren Kinder wie Eli wussten es besser. Sehr bewegend auch die innige Bereitwilligkeit des Buchclubs: In der Hauptverantwortung kümmert sich nach ihrer Verhaftung Amelia Maugery um Elizabeths verwaistes Kind. Der Freundeskreis unterstützt sie abwechselnd wochenweise in der Betreuung, so dass es in der dörflichen Gemeinschaft behütet ist. Wir sprachen über: Die Entwicklungsform von Elizabeth zur Hauptfigur des Romans, den Juliet schreibt. Die Bewältigung der Situationen durch Literatur, der Verbindung der Menschen durch Literatur, als Kultur. Sie erfahren so ein neues Bewusstsein der Zusammengehörigkeit, Verbundenheit und Gemeinsamkeit. Der Buchclub als Zufluchtsort. Aus Dorfnachbarn, Bekannten, nahezu Fremden wurden Freunde. „Beim Disputieren wuchsen sie sich gegenseig immer mehr ans Herz.“- Die Landschafts-Stimmung> <der Kanalinsel ist im Roman sehr schön nachempfunden, die Liebe seiner Bewohner zu ihr wird mit Juliet begeistert geteilt. Seite 151: „es gibt keine schönere Anfahrt nach Guernsey als von der Seeseite - im Licht der untergehenden Sonne, mit goldgeränderten, schwarzen Gewitterwolken oder der aus dem Nebel auftauchenden Insel“ - „ immer wieder der Blick von den Klippen, Wiesen mit Wildblumen , hohe Gräser und Ginster“, Seite 181 „bewaldete Täler, Herrenhäuser, Dolmen, wilde Klippen, Hexenwinkel, Scheunen im Tudorstil und normannische , steinerne Cottages“ ...u.v.m. Lieblingszitate: Schön schräger britischer Humor: „Möchtest du zu mir kommen? Ich habe eine Wurst. Juliet“ -Seite 142 „Lieber Mark, (…)..hinterher können wir uns die Mumien anschauen – Juliet“ - Seite 109 Nach dem Unfall Sidneys: „…etwas schicken, was zur Genesung beiträgt? Bücher, Schallplatten, Pokermarken, meine Blut?“ - Seite 93 „Was sagt der Arzt zu deinem Bein, Sidney – Du hattest ja inzwischen genug Zeit, dir ein neues wachsen zu lassen. Grüsse und Küsse deine Juliet“ - Seite 123 Fazit: Lesen!! Zum Vergnügen, wobei ich mich hier Brecht’s Gedicht bediene: Vergnügen: Der erste Blick aus dem Fenster am Morgen Das wiedergefundene alte Buch Begeisterte Gesichter Schnee, der Wechsel der Jahreszeiten Die Zeitung Der Hund Die Dialektik Duschen, Schwimmen Alte Musik Bequeme Schuhe Begreifen Neue Musik Schreiben, Pflanzen Reisen Singen Freundlich sein😉