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- Nicola Kabel: Kleine Freiheit | Mysite
Nicola Kabel: Kleine Freiheit Klappentext: Gerade vierzig geworden, kümmert sich die Richterin Saskia in Elternzeit um ihre beiden Söhne, während ihr Mann Christian zwischen dem Heimatort in der norddeutschen Provinz und einer Kanzlei in Hamburg pendelt. Da bringt ein geplanter Windpark vor ihrer Haustür Saskias geordnetes Leben ins Wanken. Als sie sich in einer Bürgerinitiative engagiert, schenkt ihr Joachim Wedekamp besondere Aufmerksamkeit. Sie gerät in seinen konservativen Zirkel und erlebt beunruhigt, dass sich hinter dessen Widerstand gegen den Windpark eine viel grundsätzlichere Kritik an der heutigen Gesellschaft, der Zuwanderung, dem Wertewandel verbirgt. Wedekamp steht mit seiner väterlich-höflichen Art im Kontrast zu ihrem eigenen Vater, dem Alt-68er Hans, den sie liebt und der ihr oft doch peinlich ist. Bei ihm sind Saskia und ihre kleine chaotische Schwester Sophie in bunten WGs aufgewachsen, nachdem die Mutter die Familie verlassen hatt. Als Jurist durchaus erfolgreich, hat er sich dennoch seine wütende Kritik an der grassierenden Ungleichheit, am globalen Kapitalismus und der Konsumgesellschaft bewahrt, ist so unkonventionell wie eh und je und schont auch keine Verwandten. In ihrem feinfühligen Debütroman erzählt Nicola Kabel eine berührende Vater-Tochter-Geschichte, die zugleich den Finger in Wunden legt, die die Zerreißroben der Gegenwart uns zufügen. zur Autorin: Nicola Kabel, geboren 1978, studierte Geschichte und öffentliches Recht in Hamburg und war mehrere Jahre Redakteurin. Der Deutschen Presse-Agentur. Seit 2912 arbeitet sie in der politischen Kommunikation. Sie lebt mit ihrer Familie in Lübeck. Quelle: Einband C.H.Beck-Verlag unsere Lesekreis-Erfahrung: Wie hat es uns gefallen Das Buch ist flott zu lesen, oft mit leichter Belustigung bei der evtl. sich einstellenden eigenen Reflexion (was möchten doch die erwachsenen Kinder bei der Erziehung ihrer Kinder wiederum nicht alles besser und anders machen ;-)) Was hat uns gefallen Die Aktualität der Themen angesichts des allerorten spürbaren Klimawandels und des wie- damit- Umgehens, sorgen für Spannung und Erwartung. Was hat uns gestört Die Lesekreisteilnehmerinnen fanden die Themen teilweise nur angerissen und nicht in die Tiefe gehend. Die Figuren wirkten auf sie oft, vielleicht auch gewollt, klischeehaft überzeichnet. Nicht hineinpassend, ohne Zusammenhang, erscheint die Szene der Fast-Affäre mit dem Nachbarn Markus, (Klischee liebenswerter Lebenskünstler). Welche Figuren stehen uns am nächsten Die Entwicklung der Protagonistin Saskia, deren Kinder- und Jugendzeit, erfahren wir im Rückblick im Roman. Ein Aufwachsen mit Eltern, die versuchen ihren Traum zu leben, das Lebensgefühl der Flower-Power-Zeit, mit der Ablehnung von bürgerlichen Wertvorstellungen und Zwängen, antiautoritär und antihierarchisch. Saskia und ihre Schwester Sophie, leben in einer Kommune bei Gorleben, die die Mutter irgendwann verlässt. Die Geschwister werden von Hans oft weitergereicht an andere Kommunen-Mitglieder, von denen sich die warmherzigen Bezugspersonen (Georg und Ruth) später für das sogenannte bürgerliche Leben, das verachtete Family-Glück entscheiden. Es bleiben als Familienverband nur die Großeltern, Saskia die Wut und Enttäuschung auf den Vater, der die Kinder abschiebt. Sie möchte in der Erziehung, dem Aufwachsen ihrer Kinder nicht diese Fehler machen, Kontrolle und Ordnung sind ihr sehr wichtig. Der Vater Hans ist trotz seiner Vorstellungen, Überzeugungen und Grundsätzen in der 68-er Bewegung ein erfolgreicher Jurist, zwischenzeitlich gut etabliert. Seine Widerstände gegen Spießigkeit und kleinbürgerlicher Zwänge demonstriert er nur im Fehlen der Krawatte, zweier offenstehender Hemdsknöpfe und dem mittlerweile graugewordenen Pferdeschwanz. #109 „Plötzlich verdiente Hans Geld, etwas mehr als 40 Jahre alt. Erstmals bügelte der Hemden. Er reihte sich ein in die Herde: morgens im Anzug raus aus der U-Bahn…“ Am meisten berührt hat uns Besonders berührend fanden wir die Not von Sas, die nach dem Weggang der Mutter die Fürsorgerolle dieser übernimmt: Das Pausenbrot für die kleine quirlige Schwester, ebenso wie Abwasch, Wäschewaschen etc.. Ebenso ihre Fluchten und Auswege um ihren Altersgenossen vorzuspielen, dass sie dazugehört. Sie will nicht die Außenseiterin sein, kauft sich heimlich zum Beweis selbst Weihnachtsgeschenke, deren Finanzierung sie ebenfalls organisieren muss, da zuhause kein Weihnachtsfest gefeiert wird. #85 „Dabei hatte Saskia gar nicht gelernt, wie Weihnachten geht. Mal feierten die Frauen in dem großen, gelben Haus Wintersonnenwende.“ Einen bitteren Geschmack fühlt man ebenfalls als Hans Ex- 68er, erkennt, dass er ohne seine Familie, die Kinder, die er nicht wollte, an Weihnachten einsam dasteht, nicht weiß wohin, was tun. Was ist unsere Meinung zur Stimmung im Werk? Die Stimmung im Werk ist bedrückend, das Gefühl der Unzufriedenheit der Protagonisten mit sich selbst, förmlich greifbar. Erschreckend, wie wenig die einzelnen Familienmitglieder voneinander wissen, bis zum Ende. Titel, Cover Der Titel" kleine Freiheit" – Jeder nimmt sich nur seine „kleinen Freiheiten?“ Das Cover zeigt Greifvögel „ im Sog der Windräder“ Wir sprachen über: Jugendrebellion von 68 – Protest gegen starre Strukturen – anti-autoritäre Erziehung, Freie Liebe, Wilde Ehe, Auflehnung an die bestehende Wirtschaftsordnung Heutige Jugendbewegung/en) Fridays for Future Den Wandel unserer gesellschaftlichen Werte Fazit: Wir würden es empfehlen, verschenken
- Elizabeth von Arnim: Verzauberter April | Mysite
Elizabeth von Arnim: Verzauberter April Klappentext: Vier englische Damen entfliehen dem trüben Londoner Alltag und reisen gemeinsam nach Italien – eine Reise, die einige Überraschungen mit sich bringt. In einem Palazzo am Meer, zwischen Pinien und Glyzinien entdecken sie nicht nur die Verzauberungskraft des mediterranen Frühlings, sondern auch die Liebe … Von diesem verzauberten April erzählt Elizabeth von Arnim vergnüglich und mit viel Charme in ihrem bekanntesten und erfolgreichsten Buch Text: Thalia.de zum Autorin: Elizabeth von Arnim (1866-1941) war eine deutsch-britische Schriftstellerin, die vor allem für ihre Romane und Erzählungen bekannt ist. Sie wurde in Australien geboren, wuchs jedoch in Deutschland auf und lebte später in England. Zu ihren bekanntesten Werken zählt der Roman „Elizabeth und ihre Gartenliebe“ (1898), der von ihrer Leidenschaft für Gärten und das Landleben handelt. Ihre Werke sind oft von einem humorvollen und ironischen Stil geprägt und thematisieren häufig die Rolle der Frauen in der Gesellschaft.... Für eine umfassendere Darstellung über ihren Lebensweg und prägende Stationen bitte dem Wikipedia-Link folgen Wikipedia zum Buch: Genre: Klassische Belletristik Verlag: Suhrkamp Übersetzerin: Adelheid Dormagen erschienen: erstmals 1922, aktuell 2025 Seitenzahl: 306 zu unseren Lesekreiserfahrungen:
- Isabel Bogdan: Der Pfau | Mysite
Klappentext: Isabel Bogdan: Der Pfau "Einer der Pfauen war verrückt geworden." Dummerweise geschieht das gerade, als Chefbankerin Liz und ihre vierköpfige Abteilung sich mitsamt einer Psychologin und einer Köchin zum Teambuilding in die ländliche Abgeschiedenheit der schottischen Highlands zurückgezogen haben. Der verrückt gewordene Pfau , das rustikale Ambiente und ein spontaner Wintereinbruch sorgen dafür, dass das Wochenende ganz anders verläuft als geplant. So viel Natur sind die Banker nicht gewohnt. Isabel Bogdan, preisgekrönte Übersetzerin englischer Literatur, erzählt in ihrem 1. Roman pointenreich von der pragmatischen Problemlösung durch Lord McIntosh, von der verbindenden Wirkung guten Essens und einer erstaunlichen Verkettung von Ereignissen, die bald keiner der Beteiligten mehr durchschaut. zur Autorin: Isabel Bogdan, ist eine deutsche Literatur-Übersetzerin, Schriftstellerin... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Gesellschafts-Satire Verlag: Kiepenheuer & Witsch erschienen: 2016 Seitenzahl: 256
- Lesekreis-Erfahrungen Über Menschen | Mysite
Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Juli Zeh Über Menschen: Was hat uns gefallen: Wir besprechen diesmal ein Buch, das sich hautnah mit aktueller Gesellschafts-Problematik befasst, ob Klimawandel, Populismus oder Corona-Thematik. Da ist zum einen die gewiss noch nicht mental aufgearbeitete, völlig neue Situation einer Pandemie und was sie verändert hat, uns und unser Verhalten. Zum andern die Ansichten und Meinungen verschiedenster Gruppierungen und dem Verständnis, der Toleranz unterschiedlicher Positionen. Wie hat es uns gefallen: Der Ton der Protagonistin ist schnoddrig und modern, die Anglizismen fließen nahtlos ein und gehören, so die Meinung der Gruppe, zu unserem heutigen Sprachgebrauch dazu. Die Überlegungen und Gedanken Doras, sind sehr treffend und pointiert ausformuliert. Die Autorin hebt weder den Zeigefinger, noch polarisiert sie. Vor allem in der Corona-Thematik zeigt sie die Angst vor dem Unbekannten, das bedingungslose Glauben-Wollen Aller, was richtig und falsch ist. Eine starke Seite ist der Wortwitz Doras, die sich vorstellt mit „DORA“, als Akronym für Dorf-Rand 😉 Seite 24: „the Walking dead in Berlin“. Robert hat sich in die Panik verliebt - Seite 70: „I decided to Panic“ hatte Greta gesagt (deren wörtliche Rede) und Robert tat es ihr nach". Gote, Seite 191: „homo giganteus brackensis“ Beerdigung: „Outlaws im Anpassungsmodus“ Personenklischees: Die Autorin versteht es, die agierenden Personen gekonnt zu überzeichnen, um den Leser schmunzelnd zum Nachdenken zu bringen: Axel , Doras Bruder, hat Zwillingsmädchen, ist Hausmann und Vollzeitvater, dank seiner Ehefrau Christine . Diese arbeitet in einer großen Kanzlei; ist systemrelevant. Mitbewohner des 285-Seelen Dorfes Bracken Tom und Steffen , das homosexuelle Paar, Tom hat einen Blumenladen. Seite 126: „Dont’t forget the Kornblumen in the drying chamber!“ Sein Mann Steffen ist Kleinkunstdarsteller und arbeitet in der Pandemie als Kabarettist über Video. Jojo, Doras Vater, ist erfolgreicher Arzt und Professor an der Charité. Seite 263: „Natürlich, er rettet nicht nur Leben, trinkt erlesene Weine und hört moderne Klassik – er liest auch zwischendurch noch internationale Gegenwartsliteratur." Nicht gefallen hat uns: Weniger witzig und etwas nervig fanden wir, dass Jochen, der Rochen, ständig repetiert wird. Besonders berührt.. ..hat uns Seite 364 der Ausflug zu Gotes Kindheits-Ort. Wir glauben, es war aus Sicht Gotes der Versuch, seinen „Werdegang“ zu erklären. Gleichzeitig zeigt es Dora eindrücklich Gotes hassgefülltes Umfeld von Jugend an. Dora ist schockiert und entsetzt: Seite 365: „Dora versteht nicht gleich, was er meint. Dann begreift sie und schlägt innerlich auf dem Boden auf.“ Interessante Relationen: Seite 69: „Wer war klimaneutraler, ein Aktivist, der quer durch Europa zu Demos fährt, oder eine uneinsichtige Oma, die zwar auf Mülltrennung verzichtet, aber noch nie im Leben ein Flugzeug bestiegen hat. Was war aus der Gewissheit geworden, dass es keine absoluten Gewissheiten gibt, weshalb man an allem gezweifelt, über alles gesprochen und gestritten werden muss". Seite 218 „Kaum zu glauben, dass sich ein stinkreiches Land Regionen leistet, in denen es nichts gibt (komplett fehlende Infrastruktur)…..(..).." Seite 339/340 Minneapolis I can’t breathe“: “Der ganze Wahnsinn dieser verkorksten Welt legt es nahe, auf Emotionen zu verzichten“. Seite 343 (zu 339/340) „In Deutschland zeigt man sich gewohnt fassungslos. Allerdings, wie Dora scheint, gemischt mit Erleichterung, weil der Rassismus gerade woanders stattfindet…“ Fazit: Die Geschichte Ist nicht beschönigend, weder in Sprache, noch in den Schilderungen, ohne Wertung menschelt es sehr. Absatz der Seite 367: …es hat sich herrlich angefühlt …“UND OB ICH BESSER BIN“. Aber auf den zweiten Blick ist der Satz die Mutter aller Probleme. Am Ortsrand von Bracken und im globalen Maßstab. Ein Langzeitgift, das die ganze Menschheit von innen auffrisst.“
- Marie Benedict: Frau Einstein | Mysite
Marie Benedict: Frau Einstein Klappentext: Die amerikanische Autorin Marie Benedict stellt uns in ihrem Roman Frau Einstein Mileva Marić vor, die erste Ehefrau von Albert Einstein. Der Roman basiert auf – und orientiert sich an – historischen Begebenheiten. Diese werden mit erfundenen Wahrheiten angereichert. Wieviel Dichtung steckt in der Wahrheit? Oder umgekehrt: wieviel Wahrheit verbirgt sich in genau dieser Dichtung? Um diese Fragen wird der Leser von Frau Einstein nicht herumkommen. Wir kennen Mileva Marić nicht. Aber alle Welt meint, Albert Einstein zu kennen. Das irre Genie mit der wilden Frisur. Der Erfinder, der Entdecker oder der Vater der Relativitätstheorie, der uns frech seine Zunge entgegenstreckt. Auch mit diesem Albert Einstein macht uns Marie Benedict in Frau Einstein bekannt. Und soviel sei vorab verraten: sie lässt kein gutes Haar an dem brillanten Wuschelkopf. Und alles – somit auch der Weg zur Relativitätstheorie – ist relativ. zur Autorin: Heather Bendedict Terrell schreibt einige ihrer Romane als Marie Benedict ist geboren 1973, studierte am Boston College Geschichte und Kunstgeschichte und an der Boston University School of Law. Sie ist Anwältin und lebt mit ihrer Familie in Pittsburgh. Quelle: Wikipedia Klick hier: Das Thema und vielleicht auch Leidenschaft der Autorin ist es, die verborgenen Geschichten bedeutender Frauen zu erzählen. Es soll eine Reihe entstehen: Frau Einstein, 2. Buch Lady Churchill, in Arbeit: Mrs. Agatha Christie Frau Einstein ist ein historischer Roman von 337 Seiten, keine Biografie Uns hat gefallen: Das Buch ist gut recherchiert, lässt sich lebendig und flüssig lesen, wobei der Focus als Antipathie-Träger mit Fortschreiten der Geschichte immer mehr statt weniger Herr Einstein ist und bleibt. – Hier relativiert sich nichts! Was hat uns gestört Das Buch hat uns gemeinsam zu dem Ergebnis kommen lassen, dass Albert Einstein in der Erzählung bei aller fachlichen Genialität eine emotionale Dysfunktion bescheinigt werden kann. Er erscheint charakterlich als egozentrischer Narzisst. Diesen Eindruck vermitteln auch die Nachforschungen, die zum Thema Mileva Maric in einem WDR-Beitrag verarbeitet: https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag3312.html Berührt hat uns die Stimmung im Werk Die Ohnmacht von Mileva stimmt fast aggressiv. Die Haltung der Mutter mit ihrem Rat, die erst- und unehelich geborene Tochter in ihrer Obhut zu lassen und Einstein nach Bern zu folgen. Ein Entschluss, den Mileva bitter bereuen sollte. Zitate: „Du bist ein Genie. Aber in Herzensangelegenheiten versagst du völlig“ S.248 Einzige Auflehnung gegen Albert nach Schlag ins Gesicht, S.322 -„Ich beschloss lieber Albert schlecht dastehen zu lassen“ – die Grenzen der Loyalität! Zeitgeist Ebenso ist Einigkeit in der Lesegruppe, dass der Zeitgeist, der in der Jahrhundertwende vorherrschte, die Umstände prägte. Eine Männerdomäne, nur durchbrochen von sehr wenigen Frauen, die es wagten und auch durchsetzen konnten, eher weniger denn mehr gleichberechtigt identische Studiengänge zu belegen. – In Mileva Maric’s Fall unterstützte ihr Vater sie aus dem Gedanken heraus, dass diese als behinderte Person, mit einem höherem Bildungsniveau ihr eigenes Einkommen zu verdienen in der Lage wäre, und dadurch Glück und Zufriedenheit zu erlangen. Nach Meinung der Eltern würde ihr kein Ehemann / Versorger „beschieden“ sein. – Die fragwürdigen damaligen Moralvorstellungen bei Scheidung Die Frau in der Ehe emotional, ordnend, beflissen den Gatten unterstützend, aber niemals doch bitte dominierend! Immer wieder: und drinnen waltet die züchtigte Hausfrau – manchmal sogar ge-züchtigt. Daher sah Mileva den Ausweg der Scheidung für sich sehr spät, (29. Juli 1914 S.344) da sie die Stigmatisierung in der Gesellschaft als geschiedene Frau fürchtete. Wir sprachen über: Geschlechter- Rollenverständnis heute In der Diskussion versuchten wir uns mit dem Thema, inwieweit sich das traditionelle Rollenbild tatsächlich bis heute gewandelt hat. Haben wir unterschwellig noch diese stereotypen Geschlechterrollen? Was haben wir als die Generation der Eltern unserer Kinder getan, um dies aufzubrechen? Den Mann als Familienoberhaupt, Ernährer gibt es nicht mehr, die Männer müssen sich als gleichberechtigte Partner in der Familienkonfiguration finden und verstehen. Pionier*innen der Wissenschaft, die ebenfalls in dieser Zeitspanne, Epoche lebten : Lise Meitner, https://de.wikipedia.org/wiki/Lise_Meitner in Preußen durften zu der Zeit die Frauen noch nicht studieren, so musste sie durch den Hintereingang das Gebäude betreten und durfte die Vorlesungsräume und experimentierräume der Studenten nicht betreten. dies fiel erst 1909 als das Frauenstudium in Preußen offiziell eingeführt wurde. Sie wurde 1906 als 2. Frau an der Wiener Universität promoviert! Marie Curie, https://de.wikipedia.org/wiki/Marie_Curie die gleichberechtigt mit ihrem Mann forschen durfte und von ihm Unterstützung erhielt, als 1. Frau und 1. Professorin, die 1908 an der Sorbonne lehrte. Die Universität Hamburg zog 1985 in ihrem Begleitheft zur Ausstellung Frauen in den Naturwissenschaften das folgende Fazit: „Marie Curie ist wegen der von ihr erhaltenen Nobelpreise in Physik (1903, gemeinsam mit Pierre Curie und Becquerel) und Chemie (1911) die wohl bekannteste Physikerin. Weniger bekannt pflegen die Schwierigkeiten zu sein, auf die sie stieß: sie wurde nicht zum Studium an der Warschauer Universität zugelassen, verdiente das Geld für ihre ersten Forschungen als Mädchenschullehrerin, und noch 1911 (!) wurde ihr die Aufnahme in die französische Akademie der Wissenschaften verweigert. Ähnlich unbekannt scheint auch ihr Engagement beim Völkerbund zu sein: Von 1922 bis 1934 war sie Vizepräsidentin der internationalen Kommission für geistige Zusammenarbeit beim Völkerbund. Auch die Möglichkeiten einer medizinischen Nutzung ihrer Entdeckungen interessierten sie stark.“[91] Zu benennen gewesen wäre sicher auch Clara Immerwahr https://de.wikipedia.org/wiki/Clara_Immerwahr , die mit dem späteren Nobelpreisträger Fritz Haber verheiratet, ebenfalls der Ehe ihre Karriere geopfert hat, und sich jung später das Leben nahm. Fazit: Die Frage, wo ist der Charme der guten alten Zeit? ;-) unsere Lesekreis-Erfahrungen:
- Pascal Mercier: Der Klavierstimmer | Mysite
Pascal Mercier: Der Klavierstimmer Ein berühmter italienischer Tenor wird während der Aufführung von Puccinis "Tosca" auf offener Bühne erschossen. Die Kinder des Täters, die Zwillinge Patrice und Patricia, reisen nach Berlin, um zu verstehen, wie es zu dieser Tat kommen konnte. Schicht für Schicht legen sie die Beweggründe frei, die ihren Vater, einen legendären Klavierstimmer und glücklosen Opernkomponisten, zur Waffe greifen ließen. zum Autor: Pascal Mercier, dieses Jahr im Juni gestorben,... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: tragischer Roman Verlag: btb (als Taschenbuch) erschienen: erstmals 1998 Seitenzahl: 507 zu unserer Lesekreis-Erfahrung:
- Francesca Melandri: Eva schläft | Mysite
Francesca Melandri: Eva schläft Klappentext: Der Roman einer Provinz ohne Vaterland und eines Mädchens ohne Vater. Eva ist Anfang vierzig, als sie einen Anruf von dem Mann erhält, der eine Zeitlang die Rolle ihres Vaters einnahm, bevor er verschwand. Vito Anania. Er liegt im Sterben und will Eva noch einmal sehen. Sie reist mit dem Zug von Südtirol quer durch Italien in den äußersten Süden. In ihrer Erinnerung entfaltet sich unterwegs ihre ganze Kindheit: Sie wuchs in einer Region auf, die Jahrzehnte lang der Spielball bedrohlicher Allianzen war und dann den Aufbruch wagte. Geprägt wurde Eva von der Liebe ihrer Mutter, die ihr Vorbild war und Schutz. Autorin Francesca Melandri, geboren in Rom, schrieb zahlreiche Drehbücher für Fernseh- und Kinofilme. "Eva schläft" ist ihr erster Roman und spielt vor dem Hintergrund der wechselnden Geschichte Südtirols, wo die Autorin 15 Jahre lebte. Verlag Wagenbach Wikipedia zum Buch: Genre: Gesellschafts- und Familienroman Verlag: Klaus Wagenbach TB 805 13. Auflage 2014 Übersetzung: aus dem Italienischen von Bruno Genzler erschienen: erstmals 2010 Seitenzahl: 434 zu unseren Lesekreiserfahrungen:
- Benjamin Myers: Offene See : | Mysite
Klappentext: Benjamin Myers: Offene See Der junge Robert weiß schon früh, dass er wie alle Männer seiner Familie Bergarbeiter sein wird. Dabei ist ihm Enge ein Graus. Er liebt Natur und Bewegung, sehnt sich nach der Weite des Meeres. Daher beschließt er kurz nach dem zweiten Weltkrieg, sich zum Ort seiner Sehnsucht, der offenen See, aufzumachen. Fast am Ziel angekommen, lernt er eine ältere Frau kennen, die ihn auf eine Tasse Tee in ihr leicht heruntergekommenes Cottage einlädt. Eine Frau wie Dulcie hat er noch nie getroffen: unverheiratet, allein lebend, unkonventionell, mit sehr klaren und für ihn unerhörten Ansichten zu Ehe, Familie und Religion. Aus dem Nachmittag wird ein längerer Aufenthalt, und Robert lernt eine ihm vollkommen unbekannte Welt kennen. In den Gesprächen mit Dulcie wandelt sich sein von den Eltern geprägter Blick auf das Leben. Als Dank für ihre Großzügigkeit bietet er ihr seine Hilfe rund um das Cottage an. Doch als er eine wild wuchernde Hecke stutzen will, um den Blick auf das Meer freizulegen, verbietet sie das barsch. Ebenso ablehnend reagiert sie auf ein Manuskript mit Gedichten, das Robert findet. zum Autor: Benjamin Myers, geboren, 1976, ist Journalist und Schriftsteller.. Dumont Buchverlag zum Buch: Genre: Coming- of- Age-Roman Verlag: Dumont Buchverlag erschienen: 2021 aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann Seitenzahl: 265 zu den Lesekreis-Erfahrungen
- Jan Weiler: Der Markisenmann | Mysite
Jan Weiler: Der Markisenmann Klappentext: Was wissen wir schon über unsere Eltern? Meistens viel weniger, als wir denken. Und manchmal gar nichts. Die fünfzehnjährige Kim hat ihren Vater noch nie gesehen, als sie von ihrer Mutter über die Sommerferien zu ihm abgeschoben wird. Der fremde Mann erweist sich auf Anhieb nicht nur als ziemlich seltsam, sondern auch als der erfolgloseste Vertreter der Welt. Aber als sie ihm hilft, seine fürchterlichen Markisen im knallharten Haustürgeschäft zu verkaufen, verändert sich das Leben von Vater und Tochter für immer. Ein Buch über das Erwachsenwerden und das Altern, über die Geheimnisse in unseren Familien, über Schuld und Verantwortung und das orange-gelbe Flimmern an Sommerabenden. zum Autor: Jan Weiler... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Roman Verlag: Heyne erschienen: 2021 Seitenzahl: 336 unsere Lesekreis-Erfahrungen
- Lesekreis-Erfahrungen Verbrenn all mei. | Mysite
Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Alex Schulman: Verbrenn all meine Briefe Der Roman erzeugte in unserem Lesekreis gemischte Gefühle. Die Charaktere von Olof und Sven wurden als sehr extrem in ihren Persönlichkeiten erlebt und die Aufarbeitung familiärer Konflikte wurden als beklemmend empfunden. Unter dem Gesichtspunkt der transgenerationalen Weitergabe von Traumata aber auch als wichtig und fesselnd. Wie im Klappentext angekündigt, untersucht er seine historischen Wurzeln. Es ist kein Wohlfühl-Buch. Manchen wirkt es ein wenig zu aufgesetzt. Seite 158 der Autor: „Ich bin der allwissende Leser“ (der Briefe), „der weiß, wie es ausgehen wird.“ Und: Wir konnten keinen Sympathie-Träger küren 😉Der Roman wirkt auf uns stark und intensiv. Die Personen der Dreiecksbeziehung: Olof (*1911 - +2002) zu schwärmerisch, seine Texte oft sehr sentimental, schicksalsschwer Seite 156: „..das Tagebuch eines Todgeweihten…“ …(…..) Ein langsamer Weg in den Wahn…. 157: … "dass sie die Zeit hier vergoldet“ Seite 177 „sie schlafen miteinander, (…)…er spricht von verschmelzen“ Sven (*1905 – +1996) ist ein Egomane und Narzisst Verfasst Moralische Schriften über die Rolle der Frau – ein Despot, der nach einer überstandenen TB immer noch glaubte, bei jeder Krankheit auf dem Sterbebett zu liegen. „Im Sommer 1932 verlor ich den Glauben an die Menschheit“ . – wurde ich Opfer eines sexuellen Übergriffs“ - Den Gipfel des Narzissmus und seines Höhenflugs leistet sich Sven mit dieser Aussage. Unerträglich, einen Betrug gleichzusetzen mit dem Leid, das Opfer von Vergewaltigungen erfahren müssen. Karin (*1907 – +2003) Seite 212 „Mit Olof braucht sie nicht darüber nachzudenken, wie sie sich benimmt“ Seite 154: „Jeder Streit endet damit, dass er mich Hure nennt“. ….“Weil ich ein loses Frauenzimmer bin. Ich bin unrein.“ Die Darstellung von Karins Geschichte und ihr Umgang mit den gesellschaftlichen Erwartungen ist besonders berührend und kontrovers. Wir diskutierten: Als unverständlich wurde die Ambivalenz zwischen Karin, eine „gestandenen Frau“ mit Erfahrung und Intellekt, die sich auf ein Heimchen am Herd degradieren lässt, und verschüchtert bleibt, empfunden. Die Gruppe ist sich einig, dass das Geburtsjahr (1907) wahrscheinlich eine große Rolle gespielt hat, und zur Stigmatisierung einer geschiedenen Frau geführt hätte. Es wäre ihr vermutlich nicht möglich gewesen, mit Ihrer Stelle als Übersetzerin ihren Lebensunterhalt autark zu bestreiten, da sie vermutlich unter fadenscheinigen Ausreden abgewiesen worden wäre. Gibt es ein Familienkarma, das einen Teil der Familien-Geschichte weiterreicht? Wie können wir uns befreien? Die Aufarbeitungstechnik in der Familienaufstellung Wir fanden besonders bewegend: Eine der schlimmsten Szenen des Buches, ist Svens öffentliche Lesung der Abtreibung aus Karins vorehelicher Beziehung. Entwürdigung und Enttäuschung sind nicht ausdrucksstark genug, um die Meinung der Gruppe wiederzugeben. Seite 196 -199: „Brandschrift über den Verfall der Sexualmoral“. Einen Markstein der Resignation setzt die Situation nach dem „Autounfall, eher Mordversuch, der ein erweiterter Suizid war. Seite 40 , ein Mordversuch oder erweiterter Suizid …“nirgendwo in seinem Buch oder wenn er davon erzählte, erwähnte er, dass meine Großmutter auch mit im Auto gesessen hatte…..(…).. ihr Gesicht hatte Feuer gefangen, sie erlitt Brandwunden 3. Grades an Brust und Hals….“ Seite 266: Sind wir uns einig? Fazit: Insgesamt war der Roman eine intensive und tiefgründige Lektüre, eine Anregung für den Leser zum Nachdenken über die Auswirkungen vergangener Traumata auf die Gegenwart. Es steht schon auf Seite 40: „ Und das Gift wirkte über Generationen fort. Wir lernten alle, einander zu hassen. Jedoch: Bleiben SIE Positiv!!! 😉
- Jan Christopheersen: Ein anständiger Men | Mysite
Jan Christophersen: Ein anständiger Mensch Klappentext: Steen Friis ist studierter Philosoph und öffentlicher Intellektueller: Als Autor mehrerer Bestseller zu Fragen des Anstands wird er von der Presse zitiert, sobald die richtige Haltung zum aktuellen Weltgeschehen zur Debatte steht. In dieser Rolle fühlt Steen sich wohl - bis die Ereignisse weniger Tage all seine Werte infrage stellen. Mit seiner Frau und einem befreundeten Paar verbringt er ein Wochenende in seinem dänischen Inseldomizil. Man plaudert und geht gemeinsam in die Pilze, und ganz beiläufig erinnert seine Frau ihn an ein altes Versprechen: sich gegenseitig auch in der Liebe die größtmögliche Freiheit zu lassen. Noch bevor Steen sich über die ganze Tragweite dieses Gesprächs bewusst wird, geschieht ein Unglück, an dem er sich allein schuldig wähnt und das nicht nur sein Ego, sondern sein gesamtes Weltbild zu erschüttern droht. zum Autor: Edit Jan Christophersen, 1974 in Felnsburg geboren ist ein deutscher Schriftsteller.... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Fiktion erschienen im: mareverlag herausgegeben: 2019 Seitenzahl: 272 unsere Lesekreis-Erfahrungen Zur Geschichte: Zwei Paare auf dem Höhepunkt ihrer Erfolgsleiter, finanziell unabhängig, Gero mit eigener teurer Yacht, IT-gefragter IT Spezialist in der Kosmetikbranche, Ute angesehene Lektorin u.a. auch Steens, dieser, der Protagonist, bekannt aus Funk und Fernsehen in Fragen der Moral, des Anstandes, besitzt eine Stadtwohnung und ein Häuschen auf einer dänischen Halbinsel. Frauke, seine Frau, führt eine gutgehende Psychologenpraxis. Das Drama eines „Ich will Spaß“ -Wochenendes, bei dem Konflikte und Probleme aufbrechen, Komplexe werden deutlich werden. Wie hat es uns gefallen? Wie schon bei den beiden vorangegangenen Büchern ist der Protagonist kein Sympathieträger. Die eigenwillige Erzählweise, ausschließlich aus Steens Sicht, sorgt dafür, dass der Spannungsbogen erhalten bleibt und das Besondere ausmacht. Der Roman ist landschaftlich und atmosphärisch sehr schön geschrieben, die Idylle und Einsamkeit der Insel plastisch festgehalten. Ein Umstand, der die Mare-Romane auszeichnet, in denen immer das Meer eine Rolle spielt. – Von Menschen, die dort leben und sterben, und natürlich ihre Beziehungskrisen haben. „die dunkle Front am Beziehungshimmel“ S. 80 Was hat uns nicht gefallen? Der Charakter Steens, unverbesserlich von sich überzeugt, "Alles an diesem Haus war wie für mich geschaffen," …Seite 25 selbstverliebt, selbst bemitleidend bis zum Schluss. Die niedrige Denkungsweise, als Gero seine Entschuldigung erzwingt: „Geld. Er will Geld von dir, Steen“ Seite 310 Reaktionen Steens in der Rolle von Schuld und Sühne, die er ebenfalls irgendwo genießt, auskostet. Sich großartig fühlt, als er das Insel-Haus verkauft „Am Ende geht es vor allem darum, dass wir mit dem, was wir tun leben können“ Seite 179 Besonders berührt: Die Umstände der Dialyse-Behandlungen, die Transplantation der Niere der Tochter für Steen. Größter „Verlierer“ ist Gero, dessen Partnerschaft zerbricht und er finanziell großen Schaden erleidet. In seiner Frustration erzwingt er nach etlichen Monaten des Schweigens die Entschuldigung Steens. Wir sprachen über: Grenzen der Moral S. 93 „macht alles, was nötig ist und bleibt anständig" Wohlstandsgesellschaft im wahrsten Sinne des Wortes? – daraus resultierend die Bereitschaft zum Abenteuer bei beiden Paaren -Spiel mit dem Feuer: zweifelhafte Wette, das Schreiben eines Scandi-Krimis gegen Nacktfoto / Steen versus Ute - Seite 65 Frauke erinnert Steen an Versprechen vor langer Zeit -freie Liebe- Utes offensives Flirten von Anfang an gegenüber Steen Midlife-Krisis bei Steen Hinterfragen von Wertvorstellungen – eigene und die der öffentlichen Meinung, gesellschaftliche Klischees Vergleiche, Assoziationen Philosophy Richard David Precht Ishiguro „Never let me go“ Zum Cover: Am Abgrund aus der Vogelperspektive des Falken. Die Falken als Leitmotiv, bei der 1. Mordfantasie Steens hatte an der Steilküste ein Falkenpärchen auf dem Felsvorsprung genistet „vier Falkenaugen erspähten und fixierten uns auf dem Felsvorsprung in ihrem Nest“ S 98 Fazit: Eingeschränkt zu empfehlen, nicht verschenken, jedoch mehrmals zu lesen ;-) Ironie S. 251 "die Lektürebilanz das Leben ist zu kurz, um Texte zu lesen, die man nicht lesen will.“ ...Dem ist nichts mehr hinzuzufügen ;-)
- Tochter des Fotografen | Mysite
Der Klappentext: Kim Edwards: Die Tochter des Fotografen Lexington, Kentucky 1964: In einer stürmischen Winternacht entbindet der Arzt Dr. David Henry seine hochschwangere Frau. Zuerst bringt sie einen kerngesunden Jungen zur Welt. Doch dann setzen die Wehen erneut ein und de, Jungen folgt seine Zwillingsschwester nach. Dieses Kind ist behindert. In Sekundenschnelle trifft David eine Entscheidung, die das Leben aller Beteiligten folgenreich verändert: Währen d seine Frau Norah in Narkose liegt, bittet er die Krankenschwester Caroline, den Säugling stillschweigend in ein Heim zu bringen. Aber Caroline flieht mit dem Mädchen und zieht es alleine groß.- So beginnt eine ergreifende Geschichte, die mehr als ein Vierteljahrhundert umspannt und die Schicksale ganz außergewöhnlicher Menschen erzählt. Erst am Schluss treffen alle Lebenswege wieder zusammen, die in jener Nacht so grausam getrennt wurden. zur Autorin: Aus dem Englischen übersetzt - (Wikipedia) Kim Edwards, geboren am 4. Mai 1958 in Killeen, Texas, USA ist eine amerikanische Autorin und Pädagogin. Sie wuchs in der Region Finger Lakes im Bundesstaat New York auf und absolvierte die Colgate University und die University of Iowa, wo sie eine MfA (Master of Fine Arts) in Belletristik und einen MA in Linguistik erwarb. Sie erhielt mehrere Preise für ihren Roman und ihre Kurzgeschichten. Memo ry Keeper- Schatten der Vergangenheit wurde 2008 verfilmt. Erfahrung im Lesekreis: Ein leichter, lesenswerter, von der Problematik aus Liebe, Schuld, Trauer, und Behinderung sehr lebendiger Roman, der so schnell nicht loslässt und eigene Emotionen freisetzt. Bietet Stoff für vielfältige Diskussionsansätze. Die Figuren sind im Lesekreis nicht unumstritten: Im Roman kommt der Ehemann und Arzt Dr. David Henry "schlecht weg", durch seine autoritäre Entscheidung, das behinderte Kind kurzerhand in ein Heim geben zu wollen und obendrein seiner Frau eine Totgeburt zu suggerieren. Auch das Verhältnis zum anderen Kind, einem Sohn, ist mehr kühl und distanziert. Sein Hang zu starrem Perfektionismus ist ihm hier, wie in vielen Lebensbereichen absolut im Weg. In der Überzeugung, nur das Beste für Alle zu wollen, verstrickt er sich in immer weitere Lügen. Einzig in seinen Fotografien stellt er sich der Wahrheit als "Bewahrer der Erinnerungen". Der vermeintliche Verlust des Kindes stürzt die Ehefrau Norah in eine schwere Identitätskrise, die sie ihrerseits mit dem allein getroffenen Entschluß, eine Trauer- und Bestattungsfeier zu organisieren, zu verarbeiten sucht. Die Gefahr, ihren Schmerz mit Alkohol zu betäuben, wird deutlich, aber thematisch im Roman nicht weiter verfolgt. Die Rolle der Krankenschwester Caroline als alles ausgleichende, liebevolle und sich für das behinderte Kind einsetzende Pflegemutter erscheint dem Lesekreis etwas "aufgesetzt". Ihr aufopferndes Verhalten in jeder Situation, ihre Kämpfe um Anerkennung ihrer behinderten Pflegetochter Phoebe wirken manchmal zu glatt endend und dadurch überzogen. Wie auch der Schluss des Romans: der Vater stirbt, die Mutter verheiratet sich wieder und die dann erwachsenen Kinder lernen sich kennen und schätzen. Irgendwie haben sich dann wohl alle lieb ;-). Um die Assoziation zur Fotografie noch einmal aufzunehmen: In schwarz/weiß wären wohl die Akteure Dave / Caroline