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  • Maja Lunde: Die Geschichte des Wassers | Mysite

    Maja Lunde: Die Geschichte des Wassers Klappentext: Norwegen 2017 Die fast 70-jährige Umweltaktivistin Signe begibt ich auf eine riskante Reise: Mit einem Segelboot und einer ganz besonderen Fracht versucht sie die französische Küste zu erreichen. Dort will sie den Mann zur Rede stellen, der einmal die Liebe ihres Lebens gewesen ist. Frankreich 2041 Eine große Dürre zwingt die Menschen Südeuropas zur Flucht in den Norden, es ist längst nicht genug Trinkwasser für alle da. Doch bei dem jungen Vater David und seiner Tochter Lou keimt Hoffnung auf, als sie in einem vertrockneten Garten ein altes Segelboot entdecken. Signes Segelboot. zur Autorin: Maja Lunde, 1975 in Oslo... Wikipedia zum Buch: Genre: Dystopie, Belletristik Verlag: btb erschienen: 2018 Übersetzung: aus dem Norwegischen von Ursel Allenstein Seitenzahl: 476 unsere Lesekreiserfahrungen: Wie hat es uns gefallen: Mehrere unserer Lesekreisteilnehmerinnen hätten vom Buch mehr erwartet. Die Themenvielfalt ist gegeben, neben dem zentralen Thema Wasser werden auch Themen wie Familie, Verlust, Hoffnung und die Auswirkungen des Klimawandels behandelt. Sie werden allerdings oft nur angerissen, gehen nicht in die Tiefe, und Verschiedenes löst sich nicht auf, passt nicht. Dies führt beim Lesen zur Unzufriedenheit. Relativierend ist festzustellen, das jede Leser*in ihre eigenen Erfahrungen und Perspektiven einbringt, mit ihren persönlichen Symbol-Deutungen. Eine gute Möglichkeit das Buch zu lesen, die vielleicht der Leser*in eine tiefere Auseinandersetzung mit den Themen wie menschliche Beziehungen und Umweltbewusstsein ermöglicht. Was hat uns gefallen: Lunde schafft durch detaillierte Beschreibungen der Umgebung und der Natur eine dichte Atmosphäre, die die Leser in die verschiedenen Zeitperioden und Orte hineinzieht. Was hat uns gestört: Die Kritik beginnt beim Titel: Es ist KEINE Geschichte des Wassers, man hätte besser daran getan, „Blau“, wie es in der Originalfassung heißt, als Titel zu behalten. Gestört haben die teilweise sehr ausufernden Tätigkeitsbeschreibungen von Signes Sailing, ebenso wurde in epischer Breite der Sex von Signes Eltern bzw. Davids mit Marguerite geschildert. Am unwahrscheinlichsten und unglaubwürdigsten erscheint der „Showdown“, das Zusammentreffen von Magnus und Signe zum Ende von Signes Reise. Da hätte es doch etwas mehr Einfallsreichtum gebraucht! Figuren, die uns am nächsten stehen: Für die beiden Hauptakteure des Romans konnten keine Sympathien aufgebracht werden, Signe in ihrer Verbissenheit, David, der den Ernst der Lage viel zu spät erkennt, obwohl seine Frau schon sehr frühzeitig gehen will. Fazit im Lesekreis : Der Roman bietet zwar Elemente, die an kitschige Liebesgeschichten erinnern, doch er regt gleichzeitig zum Nachdenken über Umweltbewusstsein an und liefert wertvolle Diskussionsvorlagen.

  • Aravind Adiga: Der weiße Tiger | Mysite

    Aravind Adiga: Der weiße Tiger Klappentext: Aus dem Englischen von Ingo Herzke. Balram Halwai ist ein ungewöhnlicher Ich-Erzähler: Diener, Philosoph, Unternehmer, Mörder. Im Verlauf von sieben Nächten und in der Form eines Briefes an den chinesischen Ministerpräsidenten erzählt er uns die schreckliche und zugleich faszinierende Geschichte seines Erfolges - der ihm keineswegs in die Wiege gelegt war. Balram - der "weiße Tiger" - kommt aus einem Dorf im Herzen Indiens. Seine düsteren Zukunftsaussichten hellen sich auf, als er, der klügste Junge im Dorf, als Fahrer für den reichsten Mann am Ort engagiert wird und mit ihm nach Delhi kommt. Hinter dem Steuer eines Honda City entdeckt Balram - und wir mit ihm - eine neue Welt. Balram sieht, wie seinesgleichen, die Diener, aber auch ihre reichen Herren mit ihrer Jagd nach Alkohol, Geld, Mädchen und Macht den Großen Hühnerkäfig der indischen Gesellschaft in Gang halten. Durch Balrams Augen sehen wir das Indien der Kakerlaken und Call Center, der Prostituierten und Gläubigen, der alten Traditionen und der Internetcafes, der Wasserbüffel und des mysteriösen "weißen Tigers". Mit seinem ebenso unwiderstehlichen wie unerwarteten Charisma erzählt uns Balram von seiner Flucht aus dem Hühnerkäfig, dem Sklavendasein - eine Flucht, die ohne Blutvergießen nicht möglich ist. Keine Saris, keine exotischen Düfte und Gewürze, keine Tabla-Musik und Maharadschas - dies ist das Indien von heute. Und mehr als das: In seiner Kritik am Sklavendasein ist es ein Angriff der dritten auf die erste Welt. zum Autor: Aravind Adiga, geboren am 23. Oktober 1974 in Chennai, Indien ist ein indischer Journalist und Schriftsteller. Sein 1. Roman "The White Tiger" gewann 2008 den Booker Prize... Quelle: Wikipedia Klick hier: Lese-Erfahrungen im Lesekreis: Aravind Adiga: Der weisse Tiger what a fucking joke !! ;-) Man muss sich auf den Schreibstil des Buchs einlassen, Satire pur, der trieft von Ironie und Sarkasmus, ausgesprochen keck-dreist und despektierlich ist. So die Fiktion mit dem Ministerpräsidenten Pekings Jibabao auf Augenhöhe von Unternehmer zu Unternehmer zu kommunizieren, Tipps, Erfahrungen weiterzugeben. Genre-Beobachtungen: Gegliedert ist das Werk in 7 Briefe, lebensvoll und bitterböse. Die Erzählform ist schonungslos und knallig drastisch. Die Sprache so bildhaft, dass manchmal sogar Ekel aufkommt: „..des Lehrers Auswurf hatte an 3 Wänden überm Boden so eine Art roter Teppich gebildet.“ satirisch:Land der 36 000 004 Götter ;-) witzig: Das Yoga-Asana „ gelangweilter Fahrer“ S. 150 komisch: Die Ohnmachtsbewältigung Balrams: B. boxt, schlägt grünem Kobold (Glückbringer am Rückspiegel des Autos) ins Gesicht S.134 Die Erzählung aus „der Froschperspektive des Dieners“ Wir sprachen über: Wie zeitnah ist diese Überzeichnung? Spiegelbild der indischen Gesellschaft? Ein Land der Gegensätze eingeengt in Jahrhunderte alte Traditionen, Kastenwesen und Kapitalismus Sozialkritische Themen Die Situation der Jugend, die nach 2 oder 3 Schuljahren aus dem Unterricht genommen wird, um Geld für die Familie anzuschaffen. Daher: Sie sind „Halb gar“, halb gebildet, halb wissend, aber angefüllt mit Träumen. Die Geschlechterrollen sind in Indien klar abgegrenzt, trotz der offensichtlichen Unterdrückung der Frauen hat im Buch die Oma das Sagen…, die Macht wird anerkannt als die der „Weisen Alten“ „Moderne Sklaverei: Das Kastensystem (der Spiegel 27.6.2020) ¨ wenn sie für ihre Rechte kämpfen, werden sie umso mehr misshandelt ) - Welche Möglichkeiten bleiben den „Unberührbaren“?: Von der Dunkelheit ins Licht ? Vom Hühnerkäfig zum Start-Up-Firmenunternehmer - oder vom traditionsgeprägten Dorf ins „Big Apple“ Indiens Dorf Laxmangarg „…durch das Buddha eher hindurch gefegt sein müsste – so schnell er konnte -, und als er wieder draußen war, hat er sich nicht umgeschaut!...“ zur „Welthauptstadt von Computertechnologie und Outsourcing Bangalore“ ;-) Das Fazit zum offenen Ende des Buchs: Wie könnte es weitergehen? Tötet der Neffe Balram? Die Lehren des erfolgreichen Balram (selbstverständlich vorurteilslos ;-) ): „Der amerikanische Präsident hat die Sodomie in seinem Land gesetzlich erlaubt. Jetzt heiraten Männer anstatt Frauen andere Männer…“ Handys verursachen Hirnkrebs und lassen die Männlichkeit schrumpeln…“ S. 303 und …da wächst eine neue Generation ohne jede Moral heran… S 314 - geben Spielraum. Zudem: „Wie pflegte Mr. Ashok zu sagen: In Indien gibt es nie ein Ende „ S.319 what a fucking joke !! ;-)

  • Jan Weiler: Der Markisenmann | Mysite

    Jan Weiler: Der Markisenmann Klappentext: Was wissen wir schon über unsere Eltern? Meistens viel weniger, als wir denken. Und manchmal gar nichts. Die fünfzehnjährige Kim hat ihren Vater noch nie gesehen, als sie von ihrer Mutter über die Sommerferien zu ihm abgeschoben wird. Der fremde Mann erweist sich auf Anhieb nicht nur als ziemlich seltsam, sondern auch als der erfolgloseste Vertreter der Welt. Aber als sie ihm hilft, seine fürchterlichen Markisen im knallharten Haustürgeschäft zu verkaufen, verändert sich das Leben von Vater und Tochter für immer. Ein Buch über das Erwachsenwerden und das Altern, über die Geheimnisse in unseren Familien, über Schuld und Verantwortung und das orange-gelbe Flimmern an Sommerabenden. zum Autor: Jan Weiler... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Roman Verlag: Heyne erschienen: 2021 Seitenzahl: 336 Die Ich-Erzählerin Kim, berichtet als inzwischen 32-jährige Schauspielerin von ihren Problemen in der Familie, als verwöhnte und unzufriedene 15 Jahre alte Jugendliche und einer Tat, die nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Die Themen des Romans umfassen Freundschaft, Erste Liebe, das Erwachsenwerden, Rebellion und Verantwortung, Konstellationen in „Patchwork-Familien“, Verrat, die Problematik der beiden deutschen Staaten vor der Wiedervereinigung und Familiengeheimnisse… Es ist auch die Suche nach Identität, Kim’s Vater war bis zum Zeitpunkt des 1. Kennenlernens mit 15 „unscharf“, nämlich auf einer Fotografie und sonst nicht für sie vorhanden. Dies ändert sich mit ihrem Anschlag auf den Bruder. Sie darf nicht mit in den Familienurlaub, sondern muss die Ferienzeit bei ihrem leiblichen Vater, dem „Unscharfen“ in Duisburg verbringen. Sie erkennt sich zwar visuell in ihm, der Mensch selbst ist ihr natürlich völlig fremd, ebenso seine Gründe, nie vorher Kontakt mit ihr aufgenommen zu haben.... Wie hat es uns gefallen: Die sich entwickelnde Vater-Tochter-Beziehung ist so anrührend, bewegend und gleichzeitig komisch geschrieben, dass es schwer fällt, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Großartig gezeichnet ist das Lokalkolorit des Ruhrpotts, die Charakteristik des Menschenschlags. So nah am Puls, „menschelt“ es zuhauf. Was hat uns gefallen: Besonders gefallen hat uns der Schreibstil des Autors, das Herausarbeiten von Komik im Ernst der Geschichte. So die herrlichen Wortschöpfungen: – „wohlstandsverwahrlost“ Seite 122: „offenbar besaß Ronald Papen eine seit Jahrzehnten ausgebaute Wurst-Kompetenz“ Seite 198: „Stellt euch mal vor, der Lütz hat Eiswürfel gekauft, rief er. Das wird eine völlig neue Dimension von Trinkkultur. Unerhört.“ Die Figur der Außenseiterrolle, ob bei Kim, Ronald oder Alic ist sehr gut dargestellt. Seite 257: „Dass mein Vater als Erwachsener ein Außenseiter war, darauf war ich schon selbst gekommen“ Seite 102: „Ich verstand, dass er kein eigenbrötlerischer Mensch war, eher schüchtern und abwartend.“ Auch Alic sucht nach Zugehörigkeit, Identität: Seite 81 „Ich kann es nicht als Russe schaffen und auch nicht als Tunesier. Aber als Alik Cherif kann ich jemand sein“ „Er hatte keine Freunde, weil er sich niemanden zugehörig fühlte“. Hoch interessant auch Wandel der Figur Heikos während des Buchs, wir verraten nicht, wodurch 😉 Unsere besondere Aufmerksamkeit galt Kims Mutter und deren Gefühlen in der Familie. Was fanden wir noch bewegend: Die Entstehung der Vater-Tochter-Bindung ist sehr berührend. Seite 202: „Er wollte mir bloß nichts aufnötigen, zumal er keine Ahnung von pädagogischen Ansätzen bei schwer erziehbaren sechzehnjährigen Mädchen hatte. ( ..)er erzog mich trotzdem, quasi aus Versehen, indem er mir vorlebte, wie man sich als zivilisierter Mensch verhält.“ Die Laufbahn Alics, der trotz überdurchschnittlicher Anlagen, hoher Intelligenz, am Tresen von Klaus „endet.“ - Es fehlt die Förderung des Elternhauses, der Gesellschaft schlechthin. Vergleich zu „Streulicht“. Wir sprachen über: Sehr gut fanden wir ebenfalls das Treffen der Balance, bei den Schilderungen die den Stasi-Knast, die Foltermethoden betreffen. Sie werden nicht „ausgeschlachtet“ und dennoch kann jede(r) sich vorstellen, was es bedeutet hat. Fazit: U N E R H Ö R T 😉 Wir empfehlen nicht nur einhellig den Roman, wir wählen ihn auch liebend gern als Geschenkvorschlag. Am Ende ein kleiner Ausflug in die Musikwelt der Puhdys, dessen Text im Buch eine wichtige Rolle spielt und sehr zum berührenden Wohlfühlcharakter beigetragen hat: Puhdys - Wenn ein Mensch lebt '79 - YouTube . unsere Lesekreiserfahrungen:

  • Lesekreis-Erfahrungen Hausbrand | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: HAUSBRAND von Kamila Shamsie Vorbemerkungen zum Buch: Die Autorin hat sich sehr bewusst für eine Adaption bzw. die Neuinterpretation von Sophokles Stück Antigone entschieden. Die Erzählung spielt unter britischen Muslimen. Die Ersterscheinung des Buchs war 2017. Das Thema war brisant, aufgrund des Attentats im Mai 2017 in Manchester, noch explosiver jetzt, nach dem schrecklichen Ereignis in Solingen, den Ängsten und Bedenken der Menschen in der heutigen Zeit. Unser Fokus liegt auf der modernen Neuerzählung von Sophokles' "Antigone". Wir vergleichen die zeitlosen Themen des Originals mit der aktuellen Relevanz in „Hausbrand", die in modernen Kontexten neu interpretiert werden können. Die Romangeschichte bewegt sich in 2014 + 2015 und erzählt über Familienbande, Loyalität und Vorurteile in der modernen Welt. Wie Antigone thematisieren beide Werke zentrale Fragen von Loyalität, Moral, Identität, und dem Konflikt zwischen individuellen Überzeugungen, Religion und staatlichen Gesetzen, Recht und Gerechtigkeit. Familienloyalität vs. staatliche Autorität: In "Antigone" steht die Protagonistin vor der Wahl, die Gesetze des Staates zu befolgen oder ihrer familiären Pflicht nachzukommen, indem sie ihren Bruder beerdigt. Auch Aneeka sieht sich in diesem ethischen Zwiespalt: Soll man die Gesetze des Staates über die moralischen Verpflichtungen gegenüber der Familie stellen? Aneeka / Isma Seite 194: „Was ist mit seinem Körper? „ „Das ist bloß eine Hülle, wie ein Muschelhaus.“ „Halt dir ein Muschelhaus ans Ohr, und du hörst noch den Ozean , aus dem es gekommen ist (…)..Er wünscht sich nach Hause zu kommen –(…) dass ich ihn nach Haus hole, und sei es in Form eines Muschelhauses.“ Identität und Zugehörigkeit: Ebenso erkunden sie die Themen Identität und Zugehörigkeit. In "Antigone" ist die Identität der Protagonistin stark mit ihrer Familie und deren Traditionen verbunden. In "Homefire" wird die Identität der Charaktere durch ihre muslimische Herkunft und die Herausforderungen, die sie in der westlichen Gesellschaft erleben, geprägt. „Für Mädchen war es unvermeidlich, Frauen zu werden; Für Jungen war es ein Ehrgeiz Männer zu werden.“ Konflikt zwischen Geschwistern: In beiden Geschichten gibt es einen starken Fokus auf die Beziehung zwischen Geschwistern. Antigone und Ismene in "Antigone" sowie die Geschwister in "Homefire" müssen sich mit den Entscheidungen und dem Schicksal ihrer Geschwister auseinandersetzen, was zu Konflikten und tragischen Konsequenzen führt. „Wir sind nicht in der Position, den Staat unsere Loyalität in Frage stellen zu lassen. Verstehst du das nicht?“ Isma zu Aneeka Tragödie und Konsequenzen: Beide Werke enden tragisch und zeigen die weitreichenden Konsequenzen von Entscheidungen, die aus einem tiefen Sinn für Gerechtigkeit und Loyalität getroffen werden. Die Charaktere müssen die Folgen ihrer Handlungen tragen, was zu einem Gefühl der Unausweichlichkeit führt. Seite 205: „Hier würde sie mit ihrem Bruder sitzen, bis sich die Welt änderte, oder sie beide zu Staub zerfielen .“ Uns hat besonders gut gefallen: Die Gliederung des Romans teilt sich in 5 Erzählperspektiven der jeweiligen Protagonisten. Shamsie schafft es, ohne Wertung jede Person unvoreingenommen und vorurteilsfrei zu zeichnen, die Beweggründe ihres Handelns und ihrer Standpunkte darzulegen. Die einzelnen Abschnitte sind unterteilt mit einem geometrischen Muster, das ebenso für ein Labyrinth wie für griechische Wandfriese stehen kann. Isma – sie übernimmt als 12jährige die Mutterrolle für die Zwillinge Aneeka + Parvaiz Seite 13: Flughafenkontrolle: „Aber Sie sehen sich als Britin?“ „Ich habe mein ganzes Leben hier verbracht.“ Sie wollte damit sagen, dass es kein anderes Land gäbe, dem sie sich zugehörig fühlen könnte, aber ihre Worte hörten sich wie eine Ausflucht an." Eamonn – ist der Sohn des Innenministers, ein junger Mann, dem es gut geht, der ziemlich unbedarft in die Welt blickt. Seite 116: “Mein Fehler, wiederholte sein Vater mit trauriger Stimme. (…) ich bin derjenige, der nie wollte, dass du erfährst, wie es sich anfühlt, wenn einem Türen vor der Nase zugeschlagen werden. Wenn man sich den Zutritt erkämpfen muss. Ich hatte nicht gedacht, dass dich das so selbstgefällig macht, ein solches Anspruchsdenken in dir weckt.“ Aneeka + Parvaiz deren besondere Beziehung zusätzlich durch die Zwillings- Ähnlichkeit betonte wird. Parvaiz +Anneka beide haben ihren Vater nie kennengelernt Karamat ist der Vater von Eamon, britischer Innenminister, selbst Moslem und führt einen harten Kampf gegen Hardliner, fordert von britischen Muslimen, dass sie angepasst leben. Er sieht sich mit der Loyalität zu seiner Familie, der Religion und den Erwartungen der Gesellschaft konfrontiert. Was hat uns besonders berührt: Wir fanden besonders anrührend und die Sprache poetisch: S. 185: „Schmerz manifestierte sich auf alle möglichen Weisen, nur nicht als Schmerz: Schmerz löschte alle anderen Gefühle aus außer dem Schmerz; Schmerz veranlasste einen Zwilling , tagelang das gleiche Hemd zu tragen, um den Morgen zu bewahren, an dem der Tote noch gelebt hatte;“ Anneka / Eamonn: “The world was dark and then there you were, blazing with light. How can anyone fail to love hope?“ Die Welt war dunkel, und dann warst du da, strahlend vor Licht. Wie kann man die Hoffnung nicht lieben? Letzter Satz: „Einen Moment lang sind sie ein Liebespaar im Park unter einem alten Baum, vom Sonnenlicht gesprenkelt, schön und in Frieden“. Wir sprachen über: Die Rolle der Medien, bei der Zuspitzung der Ereignisse von Shamsie sehr geschickt eingeflochten, deren Berichterstattung oft aufrührerisch beschämend, sehr parteilich aber nicht unbekannt ist. Fazit: Wir wissen nicht, ob wir es empfehlen können, es ist sehr schwere „Kost“ in jeder Beziehung. Eine unserer Teilnehmerinnen erklärte die Frage ist, „wem es zuzumuten ist“, Ich finde das trifft es sehr gut.

  • Claire Fuller: Ene englische Ehe | Mysite

    Claire Fuller: Eine englische Ehe Klappentext: Eigentlich hatte sie andere Pläne. Ein selbstbestimmtes Leben, Reisen, vielleicht eine Karriere als Schriftstellerin. Doch als sich Ingrid in ihren Literaturprofessor Gil Coleman verliebt und von ihm schwanger wird, wirft sie für ihn all dies über Bord. Gil liebt seine junge Frau, und dennoch betrügt er sie, lässt sie viel zu oft mit den Kindern allein. In ihren schlaflosen Nächten beginnt sie, Gil heimlich Briefe zu schreiben. Statt ihm ihre innersten Gedanken anzuvertrauen, steckt sie ihre Briefe in die Bücher seiner Bibliothek und verschwindet schließlich auf rätselhafte Weise. Zwölf Jahre später glaubt Gil, seine Frau in dem kleinen Ort an der englischen Küste wieder gesehen zu haben - und ihre gemeinsame Tochter Flora, hin und her gerissen zwischen Hoffnung und Verzweiflung, beginnt nach Antworten zu suchen, ohne zu ahnen, dass sie nur die Bücher ihres Vaters aufschlagen müsste, um sie zu erhalten ... zu unserer Lesekreis-Erfahrung zur Autorin: Claire Fuller 1967 geboren ist eine englische Autorin.... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Roman | Krimi Übersetzung aus dem Englischen: Susanne Hoebel erschienen im: Piper Verlag herausgegeben: 2017 Seitenzahl: 368 Das Romangerüst im Klappentext: 2004 vermeint der gealterte Gil seine seit 12 Jahren verschwundene Frau aus dem Fenster auf der Straße zu erkennen und hat dadurch einen Unfall. Anlässlich diesem tritt die verbleibende Familie bestehend aus seinen beiden Töchtern Flora und Nan wieder zusammen. Die Geschichte hat 2 Erzählebenen: Die Haupt-Story rollt sich 1976 mit Gil als attraktiven Literaturprofessor, ein „anerkannter“ Frauenheld und der sehr jungen, ihn bewundernden, schwärmerischen Ingrid, als seine lern- und wissbegierige Studentin, die sich ineinander verlieben, auf. Es kommt zu einer ungewollten Schwangerschaft und schließlich Heirat. Aufgrund der Statuten der Universität darf Ingrid nicht weiter studieren, und ihren Abschluss machen, Gil kostet es die Anstellung. Ingrids Ambitionen, als unabhängige, und selbstbestimmte, weltoffene Frau, enden im Mutterdasein, Heimchen am Herd, Betrug und Geldsorgen. Eine innere Verbundenheit durch die Geburt und Blutsverwandtschaft Nan’s stellt sich bei ihr nicht ein, was sie irritiert und besorgt.. In der Gegenwart: zum Zeitpunkt des Unfall Gil‘s und danach, geht es um die beiden Töchter, traumatisiert durch das nie aufgeklärte Verschwinden ihrer Mutter und den Verlust. Nan macht sich Vorwürfe, am Verschwinden ihrer Mutter schuld zu sein, da sie sich am Tag ihres Fortgehens versteckt hatte, und diese so in ihren Augen einfach gehen ließ. Sie vertrat die Mutterrolle an ihrer 10-jährigen Schwester mit 15.. Flora, die jüngere Tochter, ist immer noch davon überzeugt, dass die Mutter noch lebt. Der Roman ist intensiv, nicht geschönt geschrieben, einzuordnen zwischen Drama und Krimi. Wie hat es uns gefallen: Die Erzählform gibt einen interessanten Bezug zur Literatur: Gil ist begeisterter Sammler von Büchern aller Art, insbesondere welchen mit Randnotizen, fast schon messie-haft. Ingrid, die ihre Briefe Gil nicht aushändigt, versteckt sie in seinen Büchern mit der passenden Thematik. Sie werden chronologisch erzählt, klingen zunehmend bitterer, von Enttäuschung und Verzweiflung geprägt. Sie fangen im Sommer 1993 an, als er Ingrid verlassen hat, um in London zu leben. Sympathieträger für unsere Gruppe ist Richard, der Freund Floras, der Kunst studiert und versucht ausgleichend zu wirken, den „Mädels“ gegenüber, sowie Gil. Das Buch bietet viele Interpretations- Spielräume: Verbrennung der Bücher Eitelkeit? Prolog „bei Eintritt seines Todes seine Bücher auf einem einzigen großen Haufen zu verbrennen(…) ein Leuchtfeuer, das seinen Tod verkündete…" Oder dem Wunsch Ingrids folgend?, Seite 339 „..du musst (Briefe) sie zerstören, zerreißen, wegwerfen, verbrennen. Lass sie nicht den Mädchen in die Hände fallen…" Bereut Gil sein Verhalten? S. 209: „Es lohnt sich nicht“ sagte Gil. „Was lohnt sich nicht? „Jemanden unglücklich zu machen, den man liebt.“ Lebt Ingrid doch noch? Erscheinung im Epilog.. Stimmung im Werk: .. ist geprägt von der Melancholie. Ingrids Einsamkeit, Entrüstung, Enttäuschung, Vernachlässigung, das Bewusstsein geplatzter Lebensträume. „Was ich liebe: wie wir damals waren und wie (was) wir hätten werden können“ Seite 71: "…will nicht mehr die Augen vor der Wahrheit verschließen, hier, in den Briefen stehen die nackten Tatsachen.“ Es steht im extremen Kontrast zu Gils Unbekümmertheit, Arroganz, Hahnenverhalten, Verantwortungslosigkeit. Gespräch Jonathan/Gil Seite 202: „…“dass barfuß herumzulaufen und schwanger zu sein das ist, was Ingrid will. Ich dachte, sie wollte mehr“ „Ich habe sie gerettet“, sagtest du ohne eine Spur von Ironie. „Wovor um alles in der Welt?“ „Vor einem traurigen und einsamen Leben“ - Brief in Gierig, von Martin Amis Besonders hat uns berührt: das Zitat Seite 241 „Der Garten und das Schwimmen waren meine Ablenkung von den Geldsorgen und den endlosen Aufgaben als Mutter. Das Wasser tat dem gut, was in mir vorging. (….) Diese Morgen hatten etwas Magisches. Ich stellte mir das Baby in seinem Fruchtwasser vor, während ich in meinem Wasser war, jeder in seinem Element.“ Die bewegende Schilderung der Fehlgeburt Ingrids, das Baby, das zu früh auf die Welt kam und es nicht geschafft hat : Seite 247 „unser kleiner George, kalt und allein. Ein kleiner Fisch, der zu früh aus seinem kleinen Meer geschwommen ist.“ Zeitgeist: Seite 160: Ingrid / Dekan der Universität: „Aber nächste Woche fangen meine Abschlussprüfungen an“ „Gehen sie nach Hause und kümmern sie sich um ihren Mann und ihr Baby.“ und das war das Ende meines Studiums, eine Woche bevor ich es ohnehin abgeschlossen hätte.“ Brief in „Ratschläge an eine Ehefrau zur Erhaltung ihrer Gesundheit und Behandlung …Pye Henry Chavasse, 1913 Gestört hat uns: Die Übersetzung des Titels scheint uns misslungen. „swimming lessons“ passte wunderbar zu der Erzählung. Welchen Kontext „eine englische Ehe“ haben soll, haben Engländer*innen nicht verdient. Die skurrilen Skelettszenen 😉, das Flora Richard mit Edding auf den Körper malt, Annie, das Skelett als Gast fanden keinen Anklang, Floras ständiges Tragen des alten Ballkleides von Ingrid wurde als übertrieben empfunden. Zum Buch Cover: Das Buch Cover ist außergewöhnlich künstlerisch und dem Romaninhalt angepasst. Ingrids Hobby, eher Passion, ist das Schwimmen. Ihre einzige Möglichkeit sich frei zu fühlen, einig mit sich selbst zu sein. Auch die Flucht ist in ihrem Element arrangiert. Die Wellen des Wassers, die die blonden Haarsträhnen aufnehmen.. Bei diesem Buch möchte ich schließen mit für mich besonders bemerkenswerten Zitaten Gils über Autoren, Bücher und ihre Leser 😉! Seite 36 „alle Bücher werden durch den Leser geschaffen ..(..) wenn ihr das nicht versteht, welche Bedeutung das für eure eigene Arbeit hat, dann wisst ihr nicht das geringste über das schreiben und ihr werdet auch nie..“ Seite 45 „zeigen, dass wir alle etwas anderes aus einem Buch mitnehmen“ Seite 137 „Gibt es keine Leser, haben all die Bücher keinen Sinn „deshalb sind die Bücher genauso wichtig wie der Autor, wenn nicht wichtiger „ . unsere Lesekreiserfahrungen:

  • Lesekreis-Erfahrungen Echtzeita | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Echtzeitalter von Tonio Schachinger Wie hat es uns gefallen: Noch einmal ist das „Setting“ in Wien 😉 Es ist ein sogenannter Internats-Roman, der mit spitzer Feder und jungem Esprit geschrieben, Kritik an Bildungsinstitutionen und deren Einfluss auf junge Menschen vornimmt. Er erzählt sehr satirisch ironisch über die Herausforderungen des Heranwachsens, der Selbstfindung und der Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Erwartungen. Das Internat wirkt wie ein Mikro-Kosmos, deren Schüler einer Gesellschaftsschicht angehören, zu denen Außenstehende keinen Zugang haben. Wir begleiten den Protagonisten Till (2002 geboren) von der vierten Klasse bis zur Matura (Abitur). Wir erfahren von der Trennung seiner Eltern, dem frühen Tod seines Vaters, als er 15 ist, und erleben sein erstes Verliebtsein. Der Weg bis zu seinem Matur-Abschluss, der in die herausfordernde Zeit der Pandemie fällt, wird dabei eindrucksvoll nachgezeichnet. „Er beherrscht zunächst die Kunst des Nichtauffallens “ 2013 beginnt Tills Geschichte in der 3. Klasse, als er ernsthaft „auffällig“ bei Herrn Dolinar, der ihn in der Französisch-Stunde demütigt. Wir nehmen teil an den Gefühlen zu seiner ersten Liebe Feli, einer überbegabten Mitschülerin. Bleiben dabei wir bis zum Ende seiner Internatszeit, dem Matura-Abschluss, der in die Corona -Zeit fällt. So ist er von seinem Peiniger befreit, der ihm jedoch schon irgendwo in seinen tiefsten Tiefen leid tut, da er ist… was er ist. Er hat das Selbstbewusstsein in der Deutsch Matura (sein vermutlicher „Showdown “ mit Dolinar) als einer von nur wenigen 100 Schülern in Österreich ein leeres Blatt abzugeben, da ihm die Auswahlthemen zur Textanalyse nicht motivieren. Er weiß, dass er mit einem 3er in Zeugnis trotzdem die Matura schafft. Die Entwicklung, die dieser Abschnitt (Kapitel 50, Seite 362) zeichnet, läßt eine unabhängige und selbstbewusste Persönlichkeit erkennen, mit der Till seinen eigenen Weg gehen wird. Was hat uns gefallen: Die Erzählweise des Autors, und das Tempo, das er im Roman vorgibt, machen ihn zu einem Pageturner. Die Sprache ist lebendig, jugendlich und sehr amüsant zu lesen. Die Schilderungen mit viel Charme sind reich an österreichischem Schmäh. Es werden Generationskonflikte gezeichnet, Schachinger wechselt öfter die Perspektive, lässt die Gedanken in den Köpfen der „Mitspielenden“ real zu Wort kommen. S.94: "Die Buchhändlerin denkt noch eine Weile über die schimpfenden Buben nach und über den dritten, der sich dabei völlig rausgehalten hatte…(…) Erst am Abend kommt sie zu dem Ergebnis, dass es auf diese Fragen keine Antwort gibt….“ Das Machtgefälle zwischen den Schülern und dem despotischen Lehrer Dolinar wird auch zum Dreh- und Angelpunkt des schulischen Daseins Tills. Der Anspruch des autoritären Lehrers ist es, im Elite-Internat der besseren Wiener Gesellschaft, der Reichsten, und Klügsten, höhere Söhne und seit 2011 auch höhere Töchter auszubilden. Till sucht sich die Bestätigung seines Werts in den Fluchten, die ihm das Spiel Age of Empire bietet. Im Spiel sieht Till die Lösung: Emotionen spielen keine Rolle, das Abtauchen in die Parallelwelt ist ihm wichtig z.B. als Star-Gamer Gestört hat: Teilweise überbordend bei der Zusammensetzung von Anekdoten wurde die intensiven Computerspiel-Internas empfunden. Lieblingszitate: Auslegung von Moral: S.124 "Dass einer seiner Schüler, noch dazu ein Marianist in dritter Generation(…)…aus der Schule abhaut, ist ein Tabubruch….(…)…dabei scheitert und Aufmerksamkeit erzeugt – das ist das Schlimmste. Denn der Dolinar hält, ebenso wie Palffys Eltern und die meisten sich als konservativ beschreibenden Menschen, das Bekanntwerden einer Verfehlung immer für schlimmer als die Verfehlung selbst.“ Interpretation des Gleichgewichts des Schrecken: S. 126 „Laut Lukas Ertl gibt es ein Gleichgewicht des Schreckens auf der Welt. Das Gute und das Schlechte bleiben immer gleich, sie verteilen sich nur unterschiedlich über den Planeten. Deshalb ist jeder glückliche Mensch schuld am Unglück eines anderen, jeder Mensch, der geliebt wird, nimmt einem anderen die Chance geliebt zu werden.“ ..Es gibt nichts Gutes.. 😉 S. 121/122 „Aber keiner macht Anstalten ihn zu verpetzen…(..)Der Schulpfarrer..(…) lächelt Tim an. Er gehört zum Opus Dei und damit zu einer Gruppe von Menschen, die Moral nicht als etwas Momentanes begreifen, sondern über Jahrhunderte weg kalkulieren, als kontinuierlichen Einsatz für das Gute,..(…) deshalb liegt das Petzen nicht in seiner Natur. Besonders anrührend - berührend: "Der Ausbruch" -in jeder Beziehung-: Stifters Brigitta - Klettern über Mauer zur Buchhandlung – Slapstick Feli : initiiert das literarische Zentrum an der Schule, erhält einen Preis für den Aufsatz „was ein Adler erzählt“, das Marianum 1928 bis Heute -die Schule als die Brutstätte des Faschismus in Wien – … Kapitel 32 - 1957 Frauenrecht 50 Jahre lang gleicher Diskurs Kritik ÖVP Seite 361 „Till hat plötzlich Mitleid mit ihm (Dolinar). Er sieht alt und erschöpft aus, und Till stellt sich vor , wie der Dolinar die letzten 2 Monate verbracht haben muss, in einer kargen Wohnung mit CD und Büchern an den Wänden, ohne Smartphone, ohne Computer und ohne Kaffeehaus. Ohne die mündliche Matura als letztes Druckmittel. Seine Macht endet hier. Zeitgeist: Auf vielfältige Themen bietet Echtzeitalter einen kritischen Blick auf politische und soziale Verhältnisse der Gegenwart: den Generationenkonflikt, der sich zwischen analoger und digitaler Welt manifestiert. es werden Diskurse um Frauenrechte, Rassismus, finanzielle Ausgaben und politisches Machtgeplänkel angesprochen die "Ibiza-Affäre" wird erwähnt, ein politischer Skandal, der zum Rücktritt des damaligen Vizekanzlers Heinz-Christian Strache führte, und letztendlich zum Bruch der Regierungskoalition ÖVP und FPÖ 2019 die Mikropolitik in Klassenverbänden und Schulen sowie die Makropolitik auf staatlicher Ebene. Digitalisierung, Sprachverfall und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft werden angesprochen. der Text setzt sich mit dem Konflikt zwischen Tradition und Moderne auseinander Machtmissbrauch und Manipulation in Organisationen und Institutionen werden thematisiert. die Rolle der Popkultur und der Computerspielszene in der zeitgenössischen Gesellschaft. Fazit: Das Buch als Coming of Age Roman allein zu bezeichnen, trifft es nicht, es ist ebenso ein Gesellschaftsroman nicht nur der High-Society Wiens.

  • Emma Stonex: Die Leuchtturmwärter | Mysite

    Emma Stonex: Die Leuchtturmwärter Klappentext: .Aus dem Englischen von Eva Kempter. In der Silvesternacht verschwinden vor der Küste Cornwalls drei Männer spurlos von einem Leuchtturm. Die Tür ist von innen verschlossen. Der zum Abendessen gedeckte Tisch unberührt. Die Uhren sind stehen geblieben. Zurück bleiben drei Frauen, die auch zwei Jahrzehnte später von dem rätselhaften Geschehen verfolgt werden. Die Tragödie hätte Helen, Jenny und Michelle zusammenbringen sollen, hat sie aber auseinandergerissen. Als sie zum ersten Mal ihre Seite der Geschichte erzählen, kommt ein Leben voller Entbehrungen zutage - des monatelangen Getrenntseins, des Sehnens und Hoffens. Und je tiefer sie hinabtauchen, desto dichter wird das Geflecht aus Geheimnissen und Lügen, Realität und Einbildung..... Edit zur Autorin: zum Buch: Emma Stonex , geboren 1983 , ist eine britische Autorin . Quelle: Wikipedia . bitte hier klicken! Genre: Roman, Drama erschienen im: S. Fischer Verlag Frankfurt übersetzt von: Eva Kempter herausgegeben: 2021 Seitenzahl: 432 Wie hat es uns gefallen: Das Buch ist der Debütroman der Autorin unter eigenem Namen, basierend auf einer wahren Begebenheit, im Jahr 1900 in Schottland. Hier: Silvesternacht 1972, die 20 Jahre später ein Schriftsteller recherchiert. Es ist der Sohn des Bootsführers Jory, der das Ablöseboot steuerte, um Leuchtturmwärter William (Bill) Walker den Schichtwechsel zu ermöglichen und den Leuchtturm Maiden völlig verlassen vorfand. Die Geschichte spielt in 2 Zeitebenen: 1972 und 1992, deren Ereignisse 1972 im Erzählstil wiedergegeben werden. eigenwillig und interessant: 20 Jahre später, die Interviews der Frauen: Als Monologe, die Frage in der Antwort impliziert. Welche Figuren stehen uns am nächsten: Für uns gibt es in dieser Story nur Anti-Protagonisten 😉. Tragische Familienereignisse, Eifersucht und Neid bestimmen das Klima der Paare. Personen- Konstellationen und Charaktere (aufgrund des Buchtitels werden die Männer zuerst genannt) : Arthur und Helen: Oberwärter Arthur ist Ältester und Dienstältester (33 Dienstjahre) introvertiert und sehr gewissenhaft. Der Vater kam mit einem Trauma aus dem Krieg, Arthur hat eine posttraumatische Persönlichkeitsstörung durch den Verlust des einzigen Kindes Thommy, gemeinsam von Arthur und Helen. Helen wirkt als die Intellektuellste des Trios der Frauen, selbstbewusst und pragmatisch. Bill und Jenny: Bill, "der Stalker", ist 38 Jahre alt und empfindet eine besondere Zuneigung zu Helen, vermutlich, weil sie das Gegenteil zu seiner Frau darstellt. Er stiehlt als Fetisch, Medaillon, Schal, etc. von Helen. Er ist laut Generationenvertrag Leuchtturmwärter und war bereits mit 20 schon mit Jennifer, seiner Jugendliebe verheiratet. Bills Kindheit war problematisch, die Mutter starb bei seiner Geburt. Er lebt mit der Schuldzuweisung des Vaters, er hätte sie „massakriert“. Jenny 1972 depressiv, unselbständig, vereinnahmend, ist sie fixiert auf das Zusammenleben mit Bill. Sie definiert sie sich über ihre Verwöhn-Kochkünste. Ihr Eifer, ihre Hingabe lassen jedoch fühlt Bill sich eher eingeengt/-und -schränkt fühlen. Jenny Seite 64: „Was eine Ehe zusammenhält sind die kleinen Gesten: Dinge, die wenig kosten, aber dem anderen sagen, dass man ihn liebt und dafür nichts von ihm verlangt“ Die Eifersucht auf den Leuchtturm Maiden, der ihr Bill vermeintlich wegnimmt, die Zweisamkeit regelmäßig mit den Arbeitsschichten zerstört, gipfelt darin, dass sie Pralinen mit WC-Reiniger gefüllt herstellt, in der diffusen Absicht, Bill durch Krankheit vom Dienst abzuhalten. Bill und Jenny haben 3 Kinder, 2 Töchter und einen Sohn. Vincent und Michelle: Vincent ist 22 Jahre alt und als Pflegekind aufgewachsen. Er hat ein unglückliches Sozialmilieu, und ist vorbestraft. Als entlassener Häftling ist er auf der Suche nach einem neuen Anfang, einer neuen Aufgabe. Michelle spricht von „einer gemeinen Ader“ die er hat und teilweise fehlender Empathie. Von Arthur ist er sehr beeindruckt, und sieht in ihm nahezu eine Vater-Figur. Gedichte, die er schreibt, teilt er mit ihm. Michelle, sehr jung, erscheint recht naiv. Durch sie befindet sich Vince erstmalig in einer liebevollen und harmonischen Beziehung. Besonders berührt hat uns: Die Einsamkeit auf beiden Seiten, die der Frauen, die abgeschottet in der für sie eigens gebauten Siedlung nur wenig Möglichkeiten der Beschäftigung hatten, als auf die Männer zu warten. die der Männer, zu dritt auf engstem Raum im Leuchtturm, keine Privatsphäre, die Entbehrungen „Durch sein Fernglas sah Arthur in der Ferne Land….Er dachte, möglicherweise starrte seine Frau zurück, sie könnten einander Signale senden, ohne es zu wissen..“ Seite 386 Die Verzweiflung, Ungewissheit und Trauer der Frauen, die mit ihrem Verlust nie richtig abschließen konnten. „Es gab kein Grab. Eine Sitzbank auf der Landzunge trug die Inschrift… …hell erstrahlt des Vaters Gnade von seinem Leuchtturm immerdar lasst die Küstenfeuer brennen lass sie leuchten weit hinaus… dieses Lied hatte Arthur oft gesungen“. Lieblingsstelle, Zitat: Das Signal am Ufer des Meeres traf ich einen Mann, er blickte hinaus und fragte mich dann, kannst du es sehen, siehst du es nicht? und ich sah–schwarzes Feuer mit blauem Licht. mein Herz ist verloren, sagte er, verloren dort draußen weit auf dem Meer, suchst du mein Herz, bringst es zurück? Ich selbst kann es nicht, dafür fehlt mir ein Stück. Je weiter ich schwamm, desto heller sein Schein, desto lauter rief es, strahlend und rein, doch als ich mich drehte und zum Ufer sah, war der Mann, den ich traf, nicht mehr da. ich fand sein Herz und nahm es auf in mich, die salzige Flut stieg und dann wich sie zurück und zog mich mit sich hinab, zur Seele des Wärters in ihrem nassen Grab; da bist du ja, das lodernde Licht warst die ganze Zeit du –ich kenn dein Gesicht. die Flamme, die Flamme sie leuchtet uns allen, deinem Geist und auch meinem, zu Staub zerfallen. Seite 369 Es wurde diskutiert: Viele Themen werden nur angerissen, es kommt nicht zur Auflösung. Halluzinationen und Realität vermischen sich, die Grenzen zerfließen. -die Uhren bleiben Viertel vor 9 stehen Todeszeitpunkt des Kindes Thommy -Der Silberne Mann, der nicht an 2 Orten gleichzeitig sein konnte -Unklar die Rolle von Sid, dem Mechaniker, der jedoch nicht im Turm war – „Angstgegner“ von Vincent? „Geheime Gedanken befielen ihn. Er wunderte sich, dass jemand so von etwas erfüllt sein konnte, das für andere Menschen nicht offensichtlich war“. Arthur Seite 386 Zusätzliches Leitmotiv Vögel? das Ende, die Frauen nähern sich am Jahrestag Arm in Arm. -vielleicht durch die Aufarbeitung des Schriftstellers- Fazit: Ein spannendes Buch mit Potenzial für Interpretationen, wer den Mix aus Mythos, Thrill und Tragik mag und sich gerne in die Spiritualität begibt ;-) . zu unseren Lesekreis-Erfahrungen

  • Lesekreis-Erfahrungen offene S | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Benjamin Myers: Offene See Robert erzählt die Geschichte seiner Künstlerwerdung im hohen Alter, wie er als Sechzehnjähriger, introvertiert und verträumt, gegen familiären Zwang rebelliert. Er bricht aus der Familientradition aus, die unweigerlich aus der finanziellen Situation dem Bergbau verschrieben ist und sucht seinen eigenen Weg in einer Selbstfindungsphase. – Aus dem Kohleschacht hinauf ans Meer. Auf seiner Wanderung lernt er Dulcie kennen, erfahren, schätzungsweise in ihren 60ern. Sie stellt mit ihrer Erscheinung sowie ihrem Verhalten seine wenigen bisherigen Erfahrungen komplett auf den Kopf. Sie führt einen anarchischen Lebensstil und predigt den Genuss des Augenblicks., zeigt und erklärt ihm die Welt der Bücher, von denen ihn besonders der englische Naturdichter und Romantiker John Clare inspiriert. Wie hat es uns gefallen: Das Buch behandelt mit 2 Protagonisten und einem Hund 😉 3 gewichtige Themen: Die Geschichte zeigt das damalige Gesellschaftsbild Englands im Jahr 1946,, besonders die Lebensumstände seiner Menschen nach dem 2. Weltkrieg sehr gut auf. - Den Krieg gewonnen, dennoch unter den Folgen leidend. Das 2. Thema ist die Suche nach Identität und Freiheit des jungen Robert, sein Coming-of Age. Dazu stellt sich heraus, dass Dulcie, die wir als rätselhaft, undurchsichtig und manchmal übergriffig gegenüber dem unerfahrenen Robert beurteilen, ein tragisches Schicksal mit sich trägt. Was hat uns gefallen: Wunderbar sind die Naturschilderungen des Autors, und Roberts Gefühl dabei, mit sich selbst im Reinen zu sein: Seite 52 „Ich spürte eine Verstärkung und Verfälschung der Sinne, sonderbar, aber durchaus lustvoll, als erlebte ich die Pflanzen- und Tierwelt um mich herum in einem gesteigerten und intensiveren Masse. Als erlebte ich sie nicht nur, sondern als wäre ich ein Teil von ihr dann (... ) Ich atmete tief ein, roch Erde, Bärlauch, Kräuter schwebende Pollen und den Duft des salzigen Seeluft. Ein Sinnenschmaus.“ Seite 95 „ stattdessen ging ich tief hinein in die Wildwiese und streckte mich für einige Momente dort aus, lauschte Ihrem Surren und Rascheln und spürte wie die Sonne mir Strahlenkränze auf die geschlossenen Lider malte.“ Angetan hat es uns die Figur der Dulcie, die sich der Bohemian Lebensart verschrieben hat, liebt ihre Individualität, Kunst, Musik, und ein einfaches, aber erfülltes Leben. Durch ihre Beziehungen und Kontakte kann sie sich auch gewisse Schrulligkeiten leisten unter anderem gutes Essen leisten.. Sie raucht, nur in Verbindung mit Lyrik 😉 (S.211), stört sich nicht an gesellschaftlichen Normen und Konventionen. Sie ermuntert Robert, seinen eigenen Weg zu gehen, fördert ihn. S. 109 „ Leute wie ich gehe nicht studieren. - Was meinst du mit Leute wie ich? – Bergmannsleute. - Aber du hast ein funktionsfähiges Organ in deinem Schädel oder? - ich hoffe es“. Nach Dulcies buntem Querschnitt, was er lesen sollte, schenkt sie ihm einen Stapel Bücher: Seite 118 „Es tut gut, ein bisschen auszumisten. Außerdem sind nicht die Bücher das Wesentliche, Robert. Die sind bloß Papier, aber sie enthalten ganze Revolutionen. Die meisten Diktatoren lesen kaum etwas anderes als die schmeichelhaften Biografien, die irgendwelche Schleimer über sie verfassen. Und das ist ihr Fehler: nicht genug Poesie in Ihrem Leben“ Verschiedene von uns haben das Werk ebenso als Anti-Kriegs-Buch und eine Lanze für den Pazifismus gesehen: Seite 49 „ … habe ich gelernt dass sie alle so ziemlich gleich sind: Menschen sind Menschen. Ich spreche da aus Erfahrung manche Menschen sind tapfer und andere töricht und fast alle haben Angst. Krieg ist Chaos mehr nicht. Deutsche oder Briten, Armenier, Holländer oder Tongaer - die meisten Menschen wollen bloß ein ruhiges Leben. Ein gutes Essen, ein bisschen Liebe. Einen Abendspaziergang. Einen geruhsamen Sonntag.“ S. 200 Nachkriegssituationen: „ überall um uns herum hatte der Krieg Spuren hinterlassen, und die Art des ländlichen Lebens änderte sich. Die Rationierung hatte einen Appetit geweckt, der sich als unstillbar erwies, und landwirtschaftliche Flächen wurden aufgekauft und auf Massenproduktion umgestellt. Die große Angst war jetzt der Hunger, nicht mehr der bewaffnete Konflikt.“. Was hat uns gestört: Einfach to much, manchmal geht es mit ihm (dem Autor) durch 😉 oder er möchte es immer noch besser machen: Seite 29: „Hecken umsäumten mich und ich kaum an Kühen vorbei deren Euter wie Partyballons herum baumelten, gelegentlich auch an Pferden die auf tristen Kuppeln angebunden..(…) und deren Rippen hervortraten wie die Rümpfe von gestrandeten Booten“ Seite 119: „ Der Himmel grollte. Die Ohren des Hundes stellten sich auf: 2 haarige, aufs Meer hinaus gerichtete Schallspiegel, die den Umschwung in der Atmosphäre aufnahmen.“ Solche alternativen Bildfelder passen nicht. Pädagogisch nicht besonders wertvoll fanden wir den „Ausrutscher„ Dulcies, als sie Robert zum exzessiven Alkoholgenuss verführt. Besonders bewegend/ anrührend: Ein besonders bewegender Moment war, als Dulcie das Atelier ihrer verstorbenen Partnerin für Robert vorbereitete und ihm zeigte, dass der gravierte Buchstabe "R" nicht nur für Romy, sondern auch für Robert steht. So hatte Dulcie hat einen Weg gefunden, ihr Schicksal anzunehmen. Vergleich: Der "Leben eines Taugenichts" ist eine Novelle von Joseph von Eichendorff, die die Geschichte eines jungen Mannes erzählt, der sein Zuhause verlässt, um sein Glück in der Welt zu suchen. Auf seiner Reise erlebt er verschiedene Abenteuer und lernt wichtige Lebenslektionen. Letztendlich findet er sein Glück und seine Erfüllung in der Natur und in der Liebe. Fazit: Wir empfehlen es uneingeschränkt. Wie schon eingangs geschrieben, ein Lesestoff der nach vielerlei Richtung den Leser fesselt. Die wunderschönen Bilder wurden von einem Lesekreis-Mitglied zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank!!

  • Dagmar Schifferli: Wegen Wersai | Mysite

    Dagmar Schifferli Wegen Wersai Klappentext: Die zwölfjährige Katharina wächst in der Schweiz der 60er Jahre auf. Da ihre Mutter schwer erkrankt ist, lebt das Mädchen vorwiegend bei der Pflegemutter "Tantelotte", einer verhärteten Frau, die die Erfahrungen aus ihrer entbehrungsreichen Kindheit während der NS-Zeit sogar noch Jahrzehnte später ihr Pflegekind spüren lässt. Katharina versucht, die sie umgebenden Erwachsenen zu verstehen, stellt Fragen und bemüht sich, Zusammenhänge herzustellen, doch nur selten erhält sie eine Antwort. Um sich selbst zu schützen, errichtet sie eine Fassade der Anpassung, während sie die Lügen und Verzerrungen der Erwachsenen immer deutlicher durchschaut. Autorin Dagmar Schifferli wurde 1951 in Zürich geboren. Sie studierte Sozialpädagogik, Psychologie sowie Gerontologie und war viele Jahre als Dozentin in diesen Fachbieten tätig.. Nagel und Kimche Wikipedia zum Buch: Genre: Gegenwartsliteratur Verlag: Verlag Nagel & Kimche Übersetzer: erschienen: 2024 Seitenzahl: 192 zu unseren Lesekreis-Erfahrungen Button

  • Alex Schulman: Verbrenn all meine Briefe | Mysite

    Klappentext: Alex Schulman: Verbrenn all meine Briefe Sommer 1932: Die 24-jährige Karin verliebt sich in den jungen Schriftsteller Olof. Aber es gibt ein Problem: Karin ist mit Sven verheiratet, einem stürmischen, hochrangigen Schriftsteller mit einer grausamen Ader. Wird sie es wagen, ihren Mann zu verlassen und ein anderes Leben mit ihrer neu entdeckten Liebe zu beginnen? 68 Jahre später fragt sich Karins Enkel Alex, warum er so eine tiefe Wut in sich trägt; eine Wut, die seinen Kindern Angst macht und eine Kluft zwischen ihm und seiner Frau schafft. Auf der Suche nach Antworten stößt er auf die Geschichte zweier unglücklich Liebender, die zeigt, wie tief sich Leidenschaft und Wut über Jahrzehnte und Generationen hinweg in eine Familie graben können. zum Autor: Alex Schulman, geboren 1976 ist ein schwedischer Autor und Jounalist... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Autobiografisch-/fiktional Familenroman Verlag: dtv 2023 erschienen: erstmals 2018 in Schweden Übersetzung: Hanna Granz Seitenzahl: 297 zu unserer Lesekreiserfahrung

  • Edouard Louis: Anleitung ein anderer zu | Mysite

    Édouard Louis: Anleitung ein anderer zu werden Klappentext: Mit Mitte zwanzig hat er schon mehrere Leben hinter sich: Eine Kindheit in extremer Armut, die Scham über die eigene Herkunft, die Flucht vom Dorf in die Stadt, nach Aufbruch nach Paris. Er macht sich frei von den Grenzen seiner Herkunft, nimmt einen neuen Namen an, liest und schreibt wie ein Besessener, probiert sich aus, will alle Leben leben. Er trifft sich in mondänen Hotels mit Männern, die in einer Nacht soviel ausgeben, wie seine Familie im Dorf in einem ganzen Jahr. Immer neue Welten erschließen sich ihm. Mit unbändiger Energie erfindet er sich wieder und wieder, schließt Freundschaften und hinterfragt doch die radikale Selbstveränderung, die sich nie ganz vollendet. zum Autor: Édouard Louis ist ein französischer Schriftsteller... Wikipedia zum Buch: Genre: Gegenwartsliteratur, Coming-of -Age, Autobiografie Verlag: Aufbau Verlag Berlin Übersetzerin: Sonja Finck erschienen: 2022 Seitenzahl: 272 zu unseren Lesekreis-Erfahrungen

  • Thomas Hettche: Herzfaden | Mysite

    Thomas Hettche: Herzfaden Klappentext Ein zwölfjähriges Mädchen gerät nach einer Vorstellung der Augsburger Puppenkiste durch eine verborgene Tür auf einen Dachboden, wo Prinzessin Li Si, der klappernde Tod, Kater Mikesch und ein sprechender Storch auf es warten. Vor allem aber trifft es jene Frau, die all diese Marionetten geschnitzt hat und nun ihre Geschichte erzählt. Es ist die Geschichte eines einmaligen Theaters und der Familie, die es gegründet und berühmt gemacht hat. Sie beginnt im 2. Weltkrieg, als Walter Oehmichen, ein Schauspieler des Augsburger Stadttheaters, für seine kleinen Töchter eine Marionettenbühne baut. In der Bombennacht, die 1944 Augsburg zerstört, verbrennt sie zu Schutt und Asche. "Herzfaden" erzählt, wie Walters Tochter Hatü mit ihrer Freundin dieses Puppentheater wieder auferstehen lässt und ihr neues Leben in den Ruinen erprobt. Es ist die Geburtsstunde von Figuren, die legendär geworden sind, wie dem Urmel oder Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer. zum Autor: Thomas Hettche ist ein deutscher Schriftsteller und Essayist. Er ist geboren 1964 in Treis, Landkreis Gießen. Über Leben und Wirken und die zahlreichen Auszeichnungen mehr... Quelle Wikipedia klick hier! Erfahrungen im Lesekreis klick hier::

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