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  • Daniel Kehlmann: Lichtspiel | Mysite

    Daniel Kehlmann: Lichtspiel Klappentext: Einer der Größten des Kinos, vielleicht der größte Regisseur seiner Epoche: Zur Machtergreifung dreht G.W. Pabst in Frankreich; vor den Gräueln des neuen Deutschlands flieht er nach Hollywood. Aber unter der blendenden Sonne Kaliforniens sieht der weltberühmte Regisseur mit einem Mal aus wie ein Zwerg. Nicht einmal Greta Garbo, die er unsterblich gemacht hat, kann ihm helfen. Und so findet Pabst sich, fast wie ohne eigenes Zutun, in seiner Heimat Österreich wieder, die nun Ostmark heißt. Die barbarische Natur des Regimes spürt die heimgekehrte Familie mit aller Deutlichkeit. Doch der Propagandaminister in Berlin will das Filmgenie haben, er kennt keinen Widerspruch, und er verspricht viel. Während Pabst noch glaubt, dass er dem Werben widerstehen, dass er sich keiner Diktatur als der der Kunst fügen wird, ist er schon den ersten Schritt in die rettungslose Verstrickung gegangen. zum Autor: Daniel Kehlmann, deutsch-österreichischer Autor.... Wikipedia zum Buch: Genre: Biografische Fiktion, historische Fiktion Verlag: Rowohlt Verlag erschienen: 2023 Seitenzahl: 480 (gebunden)

  • Lesekreis-Erfahrungen Der gefrorene gefr | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Wie hat es uns gefallen: „Der gefrorene Fluss“ wurde von uns als ein gut zu lesender, insgesamt sehr unterhaltsamer Roman, der Kriminalhandlung und Sozialgeschichte geschickt miteinander verknüpft, beurteilt. Die dichte Atmosphäre, die moralischen Fragestellungen und die historische Verankerung machen das Buch von Beginn an zugänglich und zugleich inhaltlich gehaltvoll. Grundlage ist das reale Tagebuch der Hebamme Martha Ballard, deren Aufzeichnungen über mehr als 27 Jahre einen Einblick in das Leben im späten 18. Jahrhundert bieten. Im Zentrum steht Martha selbst: eine 54-jährige, hochqualifizierte autodidaktische Hebamme, deren Erfahrung und Autorität sich aus gelebter Praxis speisen. Was hat uns gefallen: Thematisch bleibt der Roman erschreckend aktuell. Fragen wie Victim Blaming, Amtsanmaßung oder Gatekeeping werden im historischen Kontext greifbar und lassen sich mühelos in die Gegenwart übertragen – etwa in Parallelen zur #MeToo-Debatte. Der Konflikt zwischen einflussreichen Männern und der Glaubwürdigkeit von Frauen, strukturelle Ungleichheiten vor Gericht sowie der Einfluss von Geld auf Rechtsprechung werden eindrücklich herausgearbeitet. Besonders stark ist das Motiv der „Schrift als Macht“: Marthas Tagebuch ist mehr als bloße Dokumentation, es wird zur zivilisatorischen Technik, die Erinnerung ordnet und als Gegenmacht zum Patriarchat fungiert. In einer Welt, in der weibliche Stimmen vor Gericht eingeschränkt sind, schafft das Schreiben eine Form von Autorität und Beweiskraft. Zitat: „Erinnerung ist eine böse Sache, die sich verzerrt und verdreht. Aber Papier und Tinte empfangen die Wahrheit ohne Emotionen und lesen sie ohne Parteilichkeit zurück." Auch die Darstellung von Wissenskonflikten überzeugt: Als erfahrene Hebamme widerspricht Martha einem studierten Arzt – ein Spannungsfeld, das bis heute in Medizin und Wissenschaft nachwirkt. Ergänzt wird dies durch Themen wie soziale Ungleichheit, Zugang zu Recht und die Fragilität von Wahrheit. Die Struktur des Romans ist klar: Tagebucheinträge geben Orientierung und vermitteln ein Gefühl für Zeit, Ort und die langen, entbehrungsreichen Winter. Shakespeare-Zitate eröffnen die Kapitel, jedoch ohne thematischen Bezug. Nebenbei entsteht ein lebendiges Bild des Gemeinschaftslebens, inklusive Dorfklatsch und sozialer Dynamiken. Hervorzuheben ist auch die ungewöhnliche Unterstützung, die Martha von ihrem Ehemann erfährt – ein bemerkenswerter Gegenentwurf zur sonst stark männerdominierten Gesellschaft. Kritisiert wurde: Der Roman wirkt auf uns stellenweise zu lang und ausschweifend, mit einer Tendenz zum Melodramatischen. Die Figur Martha erscheint mitunter einmischend, belehrend und selbstgerecht, was ihre Identifikation erschweren kann. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Sprache der Dialoge, die teilweise moderner wirkt, als es dem historischen Setting entspricht. Dadurch geht stellenweise Authentizität verloren. Das metaphorische Element der Füchsin als Symbolfigur – bleibt interpretativ offen und nicht vollständig überzeugend eingebunden. Fazit: Dennoch überwiegt der positive Gesamteindruck: Die klare Struktur durch Tagebucheinträge, die thematische Tiefe und die Verbindung von persönlichem Schicksal mit gesellschaftlichen Fragen tragen das Buch auch über seine Längen hinweg. Am Ende bleibt ein lesenswerter, Roman, der historische Stoffe mit aktuellen Debatten verknüpft – und damit noch lange nachwirkt.

  • Wir lesen gerade: | Mysite

    Daniel Glattauer: Darum Klappentext Stell dir vor, es ist Mord, und keiner glaubt dir. So geht es dem allseits beliebten Journalisten und Gerichtsreporter Jan Rufus Haigerer, der eines Abend einen Menschen niederschießt, um sich gleich darauf in die Hände der Justiz zu begeben. Dort will man ihn allerdings als Mörder partout nicht in Frage kommen lassen. Haigerer versucht mit allen Mitteln, endlich für seine Tat verurteilt zu werden. Doch sein Wille zur Sühne wird durch das unerbittliche Wohlwollen der Mitmenschen auf eine harte Probe gestellt... zum Autor: Daniel Glattauer, geboren 1960 in Wien, ist seit 1985 als Journalist und Autor tätig. ...Goldmann zum Buch: erschienen: 2009 Verlag: Goldmann Genre: Kriminalroman Seitenanzahl : 316

  • Dagmar Schifferli: Wegen Wersai | Mysite

    Dagmar Schifferli Wegen Wersai Klappentext: Die zwölfjährige Katharina wächst in der Schweiz der 60er Jahre auf. Da ihre Mutter schwer erkrankt ist, lebt das Mädchen vorwiegend bei der Pflegemutter "Tantelotte", einer verhärteten Frau, die die Erfahrungen aus ihrer entbehrungsreichen Kindheit während der NS-Zeit sogar noch Jahrzehnte später ihr Pflegekind spüren lässt. Katharina versucht, die sie umgebenden Erwachsenen zu verstehen, stellt Fragen und bemüht sich, Zusammenhänge herzustellen, doch nur selten erhält sie eine Antwort. Um sich selbst zu schützen, errichtet sie eine Fassade der Anpassung, während sie die Lügen und Verzerrungen der Erwachsenen immer deutlicher durchschaut. Autorin Dagmar Schifferli wurde 1951 in Zürich geboren. Sie studierte Sozialpädagogik, Psychologie sowie Gerontologie und war viele Jahre als Dozentin in diesen Fachbieten tätig.. Nagel und Kimche Wikipedia zum Buch: Genre: Gegenwartsliteratur Verlag: Verlag Nagel & Kimche Übersetzer: erschienen: 2024 Seitenzahl: 192 zu unseren Lesekreis-Erfahrungen Button

  • Minna Rytisalo: Lempi | Mysite

    Minna Rytisalo: LEMPI das heißt Liebe Klappentext: Aus dem Finnischen von Elina Kritzokat Der junge Bauernsohn Viljami hat sich in Lempi, die Tochter des Ladenbesitzers aus der kleinen StadtRovaniemi, verliebt. Hals über Kopf heiraten sie, und Lempi, der das Landleben fern ist, zieht zu Viljami auf den Hof. Um sie zu entlasten und über die Trennung von ihrer Zwillingsschwester hinwegzutrösten, stellt ihr Mann die Magd Elli ein, die insgeheim glühend eifersüchtig ist und selbst gern an seiner Seite wäre. Nach einem einzigen glücklichen Sommer wird Viljami zum Kriegsdienst eingezogen. Als er zurückkehrt, ist die Stadt zerstört und Lempi verschwunden. Dass sie wie ihre Schwester Sisko mit einem Wehrmachtsoffizier nach Deutschland gegangen sein soll, kann er sich nicht vorstellen. Viljami, die Magd Elli und Sisko erinnern sich an Lempi - aus ihrer jeweils eigenen, sehr individuellen Perspektive. Vielschichtig, emtional, eindrucksvoll: die Geschichte einer tragischen Liebe vor dem Hintergrund des Lapplandkrieges. zur Autorin : Rytisalo stammt aus Lappland und arbeitet als Finnischlehrerin. Sie betreibt im Internet einen literarischen Blog. 2016 veröffentlichte sie ihren ersten Roman Lempi, der in Lappland angesiedelt ist. Er wurde als bester Roman 2016 mit dem Blogistania-Finlandia-Preis ausgezeichnet, außerdem erhielt Rytisalo 2017 den Botnia-Literaturpreis. Quelle: Wikipedia Klick hier: Lesekreis-Erfahrungen: Gefallen: Einhellig ist das Werk bei allen Teilnehmerinnen sehr gut angekommen. Die Lebendigkeit der Sprache, mit der sich die 3 Ich –Erzähler*Innen sich förmlich ins Ohr graben, nimmt alle gefangen. Auch dass jede /jeder mit einer ganz eigenen Stimme berichtet, wie er die Protagonistin für sich wahrgenommen und gefühlt hat. Die Diskussionsrunde wird bereits sehr lebendig bei der Frage der Identifikationsfigur, bzw. welche Perspektive der Erzähler*innen am meisten an den einzelnen Lesekreisteilnehmer emotional herankommt .- Viljami , der Ehemann, die Schmetterlinge der 1. Liebe im Bauch, kehrt traumatisiert vom Krieg zurück , führt eine innere Zwiesprache, in der er das Kennenlernen Lempis, sowie die wenigen Monate des Zusammenlebens Revue passieren lässt und seine bedingungslose Verehrung pflegt. Das Bewusstsein der Leere im Dasein des Heimkehrers. Seite 65: "Die Schotterstraße nehme ich nicht. Die ist für Menschen, die wissen, wohin sie wollen, und nicht schnell genug am Ziel sein können." Vergleich: Wolfgang Borchert, „Draußen vor der Tür„ Dann Elli , die Magd, im Vorhinein vom Schicksal benachteiligt, was ihre Behinderung, soziale Herkunft, finanzielle Situation und zumindest in ihrem Fühlen auch das Aussehen betrifft. Der Ton ist oft hasserfüllt und von Neid gebeutelt, ist doch Viljami ihre Liebe auf den ersten Blick, den sie mit allen Mitteln versucht, für sich zu gewinnen, dass er ihre Werte und Qualitäten erkennen möge. Ihre Erzählung als alte Frau gibt Sisko, die Zwillingsschwester wieder, sie war zum Zeitpunkt des Dramas mit einem deutschen Offizier liiert, der sie letzten Endes sitzen ließ. Sie berichtet von der innig-intensiven Beziehung der Zwillingsschwestern, richtungsweisend wie ein morphogenetisches Feld, spürt in sich nach, wie es der Zwillingsschwester gehen könnte, was gerade mit ihr passiert, dann geschehen ist. Endet in einer Art Ringstruktur, ich muss die Kinder meiner Schwester retten, bin nun für sie da. Die Hauptfigur Lempi ist da und doch nicht da. Wie wird Lempi vom einzelnen beurteilt: Wirklich faul, herablassend, selbstgefällig? Oder einfach eine junge, doch etwas verwöhnte Kaufmannstochter, die die Härte des Bauernlebens in der Einsamkeit unterschätzt hat. Ein Buch mit Diskussionspotenzial ;-) ! Bei der Stimmung im Werk werden Verbindungen zum „Seelenhaus“ geknüpft. Die nordische Mythologie, die das Wesen und Dasein von Elli bestimmt, die Flüche, mit denen sie Lempi mit bösen Verwünschungen belegt. Darüber hinaus stellen sich viele offene Fragen, die den Spannungsbogen des Buches noch steigern Das Zeitfenster einer Nacht für Geburt und Tod und der Löschung der Spuren, nicht zuletzt „Verschwindenlassen“ der Leiche die Erfolgsleiter von Sisko, von der Verlassenen Rückkehrerin , zur Ehefrau, der Mutter, Studium und Karriere Nicht gefallen bzw. kritisiert wurde, dass die Zusammenhänge des 2. Weltkrieges insbesondere darin die Rolle Finnlands nur angerissen, und erst mit dem Nachwort der Übersetzerin dankenswerter Weise mehr herausgearbeitet wurden Zum Lob des Nachworts der Übersetzerin und eines zum Cover des Buchs: Die Erklärung zu der schemenhaften Figur der lebensfrohen Lempi, fand ich großartig: Dass Elli sie durch ihre erhebliche Leseschwäche so unscharf gesehen hat. An dieser Stelle möchte ich mich sehr für die immer fruchtbaren und bereichernden Gespräche und Diskussionen unseres Lesekreises bedanken und freue mich auf viele weitere Begegnungen! Fazit: eine Empfehlung für Minna Rytisalo’s LEMPI!!!

  • Isabel Bogdan: Der Pfau | Mysite

    Klappentext: Isabel Bogdan: Der Pfau "Einer der Pfauen war verrückt geworden." Dummerweise geschieht das gerade, als Chefbankerin Liz und ihre vierköpfige Abteilung sich mitsamt einer Psychologin und einer Köchin zum Teambuilding in die ländliche Abgeschiedenheit der schottischen Highlands zurückgezogen haben. Der verrückt gewordene Pfau , das rustikale Ambiente und ein spontaner Wintereinbruch sorgen dafür, dass das Wochenende ganz anders verläuft als geplant. So viel Natur sind die Banker nicht gewohnt. Isabel Bogdan, preisgekrönte Übersetzerin englischer Literatur, erzählt in ihrem 1. Roman pointenreich von der pragmatischen Problemlösung durch Lord McIntosh, von der verbindenden Wirkung guten Essens und einer erstaunlichen Verkettung von Ereignissen, die bald keiner der Beteiligten mehr durchschaut. zur Autorin: Isabel Bogdan, ist eine deutsche Literatur-Übersetzerin, Schriftstellerin... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Gesellschafts-Satire Verlag: Kiepenheuer & Witsch erschienen: 2016 Seitenzahl: 256 unsere Lesekreiserfahrungen Die hervorragende Übersetzung des Romans „Ein untadeliger Mann“ durch Isabel Bogdan ließ uns nach eigenen Werken der Schriftstellerin schauen und wir entdeckten eine köstliche Groteske mit typisch englischem Humor. Wie hat es uns gefallen: Der Roman wirkt auf uns wie ein Boulevardstück vom Feinsten: Missverständnisse mit Verstrickungen, Heimlichtuerei, schlechtem Gewissen und Vertuschungen. Was hat uns gefallen: Ganz besonders hat es uns die Situationskomik mit viel psychologischer Feinfühligkeit angetan. Wir fanden interessant, dass Frau Bogdan ohne jede wörtliche Rede auskommt und sogar dem Terrier eine eigene Stimme verleiht, mit der er seinen Gefühlen Ausdruck gibt. Es ist vielleicht kurios, aber rutscht nie ins Kitschige ab. Ort und Handlungsverlauf Isabel Bogdan hat ihre Geschichte nicht nur mit dem erwähnten Humor ausgestattet, sondern hat auch den Ort des Retreats natürlich in die Highlands gelegt. Hier sollen zum Wohle der Abteilung, respektive der Bankgeschäfte, die 5 stadtgewohnten Mitarbeiter ihr gegenseitiges Verhältnis ins Gleichgewicht bringen. Unterstützt werden sie von der Köchin Helen, die mit eigenen Vorräten anreist, und der Psychologin und Moderatorin Rachel. Dazu kommen dem Landleben entsprechend Tiere, nämlich eine Gans, mehrere Pfauen und der Hund Merwin der Chef-Bankerin als Akteure dazu. Alles verrutscht zunächst einmal ins Ungleichgewicht, vermutlich aufgrund von Zuviel Natur für die Banker. Wintereinbruch und Stromausfall im renovier bedürftigen Gemäuer, eine daraus resultierende Grippe tun ihr Übriges. Lieblingsfigur: Zu unserer Lieblingsfigur kürten wir einstimmig Helen, die Köchin, patent, cool und mit einem unerschöpflichen Einfallsreichtum. Beispielsweise die Idee, den Pfau zu „entsorgen“, aber dabei noch einer Verwendung zuzuführen, indem man ihn Fasan- oder Gänsecurry anbietet. Lieblingsstellen, Zitate: Seite 7: „einer der Pfauen war verrückt geworden. Vielleicht sah er auch nur schlecht, jedenfalls hielt er mit einem Mal alles, was blau war und glänzte, für Konkurrenz auf dem Heiratsmarkt „ Seite 147: „ Und was war denn hier oben mit den Biestern los? Erst die Sache mit der Gans und ihren Ausscheidungen bei ihrer Ankunft, dann permanent weitere Attacken der aggressiven Gans, wann immer man vor die Tür trat und dauernd diese Pfauen– erst fiel ihr einer auf den Kopf, dann riss Mervin einen, jetzt klebte einer an ihrem Fenster - das war doch alles nicht normal, da konnte man doch wirklich paranoid werden - Mistviecher !“ Seite 244: „Dann saßen Lord und Lady McIntosh am Küchentisch, rührten in ihren Teetassen und fragten sich, wie die Leute eigentlich manchmal auf die Idee kamen, in so einem abgeschiedenen Tal wäre nichts los“ Am meisten berührt hat uns: Wir fanden einfach herrlich, wie sich mit der zwischenmenschlichen Dynamik, auch der „dress-code, die Anzugsordnung ändert. Beispielsweise den Nicky-Freizeit-Anzug, den die Chefin nach überstandener Krisis unbekümmert trug, wo doch vorher auf ein seriöses, gut aufeinander abgestimmtes Outfit im Business-Look geachtet wurde. Fazit: Ziel erreicht, die Bankergruppe ist am Ende zusammengewachsen und respektiert die Vorzüge und Schwächen des Anderen. Eine Lese-Empfehlung für alle, die manchmal ein wenig Abstand vom Weltgeschehen benötigen. Herzerfrischend Nicht-Sinn-bringend, einfach nur zum Amüsieren und Abtauchen in einer zurzeit mehr als ernüchternden Welt. …und…um es mit Helen, der Köchin zu sagen: Genießen mit einer Tasse Darjeeling und ein paar Scones 😉.

  • Matthias Jügler: Maifliegenzeit | Mysite

    Matthias Jügler: Maifliegenzeit Klappentext Für Katrin und Hans wird der Alptraum aller Eltern wahr: Nach der Geburt verlieren sie noch im Krankenhaus unweit von Leipzig ihr erstes Kind - und kurz darauf auch sich als Paar. Denn Katrin quälen Zweifel an der Darstellung der Ärzte, Zweifel, von denen Hans nichts wissen will. Als Katrin Jahre später stirbt, wird klar, dass sie mit ihren Befürchtungen womöglich Recht hatte. Bei seinen Recherchen, die ihn tief in die Geschichte der DDR führen, stößt Hans auf Ungereimtheiten und eine Mauer des Schweigens. Klären kann er all seine Fragen in Zusammenhang mit dem Tod des Säuglings nicht, doch der Gedanke daran, in einem entscheidenden Moment seines Lebens versagt, etwas versäumt, einen Fehler begangen zu haben, lässt ihn künftig nicht mehr los. Da klingelt eines Tages das Telefon und sein Sohn ist am Apparat. Aufgewachsen in einer Adoptivfamilie, unterscheidet sich seine Vorstellung von der Vergangenheit grundlegend von dem, was Hans ihm erzählt. Wird sich die Kluft, die das Leben in einem Unrechtsstaat und vierzig fehlende gemeinsame Jahre gerissen haben, wieder schließen lassen? zum Autor: Matthias Jügler, 1984 in Halle Saale geboren... zum Buch: erschienen: 2024 Übersetzerin: Verlag: Penguin Verlag Genre: Deutsche Geschichte Seitenanzahl : 161 zu unseren Lesekreis-Erfahrungen:

  • Benedict Wells: Vom Ende der Einsamkeit | Mysite

    Benedict Wells: Vom Ende der Einsamkeit Klappentext: Jules und seine beiden Geschwister wachsen behütet auf, bis ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen. Als Erwachsene glauben sie, diesen Schicksalschlag überwunden zu haben. Doch dann holt sie die Vergangenheit wieder ein. Ein berührernder Roman über das Überwinden von Verlust und Einsamkeit und über die Frage, was in einem Menschen unveränderlich ist. Und vor allem: eine große Liebesgeschichte. zum Autor: Benedict Wells wurde 1984 in München geboren, zog nach dem Abitur nach Berlin und entschied sich gegen ein Studium, um zu schreiben. (Quelle Diogenes Verlag) Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Roman, Gegenwartsliteratur erschienen im: Diogenes Verlag herausgegeben: 2016 Seitenzahl: 354 unsere Lesekreis-Erfahrungen Wie hat es uns gefallen : Das Buch liest sich sehr flüssig und spannend und ist emotional stark mitreißend. Die Sprache ist poetisch. Der Einstieg ist eine Familiengeschichte, die der Ich-Erzähler Jules rückwärts aufrollt. Er beginnt 2014 nach Erwachen aus dem Koma durch einen schweren Motorradunfall, den er selbst provoziert hat. Er erzählt seine Biografie und die seiner Geschwister Marty und Liz, die sich mit der Frage "Vorbestimmung von Glück und Unglück", Überwinden von Verlust, Annahme von Trauer, der Verflechtung von Familienbanden beschäftigt. Der Plot spielt auf 2 Zeitebenen, der Gegenwart 2014 und die Ereignisse von 1980 bis 2014 Als autobiographisch wird angesehen, dass Benedict Wells seine gesamte Schulzeit im Internat verbrachte seine Kindheit war so durch die Abwesenheit der Eltern bestimmt. Besonders berührend, bewegend fanden wir: Durch den tragischen Tod (ebenfalls Unfall) der Eltern kommen die Kinder getrennt in ein Internat. Die Familie als Zufluchtsort gibt es nicht mehr. .Aufgrund der einstürmenden seelischen Belastungen verändern sich Charaktere und Verhaltensweisen der Kinder. „eine schwierige Kindheit ist wie ein unsichtbarer Feind, man weiß nie, wann er zuschlagen wird“ Jules , das jüngste der Geschwister, wandelt sich vom aufgeweckten lebhaften Jungen, der selbstbewusst und kreativ bereits im Alter von 7 kleine Geschichten schreibt, in ein ängstliches, zurückhaltendes Kind, das eine Sprachmarotte entwickelt. Einzig zu seiner Klassenkameradin Alva, die zu seiner großen Liebe und Frau wird, fühlt er ein Zugehörigkeitsgefühl. Marty entwickelt sich zum Eigenbrötler, einem Nerd Klugscheißer. Er leidet unter Angstzuständen und Phobien, etwa ständiges zwanghaftes Klinkendrücken. Liz versucht sich im Internat als femme fatale und hat hier ihre erste Abtreibung. Später rutscht sie in den Drogenkonsum und kann keine Beziehung halten, eine weitere Abtreibung folgt. -Es ist besser, für das was man ist gehasst, als für, das was man nicht ist, geliebt zu werden.- Andrè Gide Wir diskutierten: Ist die Handlung überfrachtet, beispielsweise die Ehe von Alva mit dem Schriftsteller Romanow, dem Jules bei seinem Suizid beisteht. Auf das Geschehen fixiert, fehlen manchmal atmosphärische Beschreibungen. Ist das Ende zu konstruiert, beispielsweise die kinderlose Elena erhält in Jules Kindern ihren Trost. Wir sprachen über: Überwindung von Angst Trauer und Trauerverarbeitung Selbstbestimmter Umgang mit dem Leben /Sterben (Romanow Vergleiche: Erich Segal, Love Story Johannes Mario Simmel, Liebe ist nur ein Wort Fazit: Ein anderes Leben, durch die Familienbande gestärkt, das Annehmen der eigenen Fehler und Schwächen. Mut zur Übernahme von Verantwortung und das Einfinden in die Rolle als Witwer und Vater. Seite 70 "stark im Ei "- fat in his Genes – John Irving

  • Robert Seethaler: Das Café ohne Namen | Mysite

    Robert Seethaler: Das Café ohne Namen Klappentext: Wien im Jahr 1966. Robert Simon verdient sein Brot als Gelegenheitsarbeiter auf dem Karmelitermarkt. Er ist zufrieden mit seinem Leben, doch zwanzig Jahre nach Ende des Krieges hat sich die Stadt aus ihren Trümmern erhoben. Überall wächst das Neue, und auch Simon lässt sich mitreißen: Er pachtet eine Gastwirtschaft und eröffnet sein eigenes Café. Das Angebot ist überschaubar und genaugenommen ist es gar kein richtiges Café, doch die Menschen aus dem Viertel kommen, und sie bringen ihre Geschichten mit - von der Sehnsucht, vom Verlust, vom unverhofften Glück. Sie kommen auf der Suche nach Gesellschaft, manche hoffen sogar auf die Liebe, und während die Stadt um sie herum erwacht, verwandelt sich auch Simons eigenes Leben. zum Autor: Robert Seethaler, geboren 1966 in Wien.. Wikipedia zum Buch: Genre: Roman, liter. Fiktion Verlag: Claassen erschienen: 2023 Seitenzahl: 283 zu unseren Lesekreis-Erfahrungen

  • info aktuell November 20 | Mysite

    Liebe Lesekreis-Mitglieder*innen, Interessierte! Im Moment können wir leider wie bekannt, unseren turnusmäßigen Termin (24. November) nicht aufrechterhalten, da das gefürchtete Corona-Virus zu neuen Maßnahmen ab morgen gezwungen hat, und das soziale Miteinander wieder lähmt. Wir wollen hoffen, dass die kommenden Wochen die gewünschte Wirkung bringen, so dass wir zu gegebener Zeit, vielleicht mit einer Woche Verschiebung (falls überhaupt möglich), unsere Besprechung(en) fortsetzen können. Ich werde mich in jedem Fall melden. Um uns nicht ganz zu verlieren, werde ich an dieser Stelle der Website von Zeit zu Zeit etwas veröffentlichen, was vielleicht ein wenig Ablenkung, Entspannung bringt. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir, falls Sie Lust haben, etwas in der Richtung senden, Fotos, Textbeiträge, ganz wie Ihnen zumute ist, um das Ganze zu bereichern. In diesem Sinne, bleiben Sie gesund, Tage und Wochen der Achtsamkeit liegen vor uns, Ihre Vera Kleinhans Noch bist du da Wirf deine Angst in die Luft Bald Ist deine Zeit um Bald Wächst der Himmel Unter dem Gras Fallen deine Träume Ins Nirgends Noch duftet die Nelke Sing die Drossel Noch darfst du lieben Worte verschenken Noch bist du da Sei was du bist Gib was du hast Rose Ausländer

  • Maja Lunde: Die Geschichte des Wassers | Mysite

    Maja Lunde: Die Geschichte des Wassers Klappentext: Norwegen 2017 Die fast 70-jährige Umweltaktivistin Signe begibt ich auf eine riskante Reise: Mit einem Segelboot und einer ganz besonderen Fracht versucht sie die französische Küste zu erreichen. Dort will sie den Mann zur Rede stellen, der einmal die Liebe ihres Lebens gewesen ist. Frankreich 2041 Eine große Dürre zwingt die Menschen Südeuropas zur Flucht in den Norden, es ist längst nicht genug Trinkwasser für alle da. Doch bei dem jungen Vater David und seiner Tochter Lou keimt Hoffnung auf, als sie in einem vertrockneten Garten ein altes Segelboot entdecken. Signes Segelboot. zur Autorin: Maja Lunde, 1975 in Oslo... Wikipedia zum Buch: Genre: Dystopie, Belletristik Verlag: btb erschienen: 2018 Übersetzung: aus dem Norwegischen von Ursel Allenstein Seitenzahl: 476 unsere Lesekreiserfahrungen: Wie hat es uns gefallen: Mehrere unserer Lesekreisteilnehmerinnen hätten vom Buch mehr erwartet. Die Themenvielfalt ist gegeben, neben dem zentralen Thema Wasser werden auch Themen wie Familie, Verlust, Hoffnung und die Auswirkungen des Klimawandels behandelt. Sie werden allerdings oft nur angerissen, gehen nicht in die Tiefe, und Verschiedenes löst sich nicht auf, passt nicht. Dies führt beim Lesen zur Unzufriedenheit. Relativierend ist festzustellen, das jede Leser*in ihre eigenen Erfahrungen und Perspektiven einbringt, mit ihren persönlichen Symbol-Deutungen. Eine gute Möglichkeit das Buch zu lesen, die vielleicht der Leser*in eine tiefere Auseinandersetzung mit den Themen wie menschliche Beziehungen und Umweltbewusstsein ermöglicht. Was hat uns gefallen: Lunde schafft durch detaillierte Beschreibungen der Umgebung und der Natur eine dichte Atmosphäre, die die Leser in die verschiedenen Zeitperioden und Orte hineinzieht. Was hat uns gestört: Die Kritik beginnt beim Titel: Es ist KEINE Geschichte des Wassers, man hätte besser daran getan, „Blau“, wie es in der Originalfassung heißt, als Titel zu behalten. Gestört haben die teilweise sehr ausufernden Tätigkeitsbeschreibungen von Signes Sailing, ebenso wurde in epischer Breite der Sex von Signes Eltern bzw. Davids mit Marguerite geschildert. Am unwahrscheinlichsten und unglaubwürdigsten erscheint der „Showdown“, das Zusammentreffen von Magnus und Signe zum Ende von Signes Reise. Da hätte es doch etwas mehr Einfallsreichtum gebraucht! Figuren, die uns am nächsten stehen: Für die beiden Hauptakteure des Romans konnten keine Sympathien aufgebracht werden, Signe in ihrer Verbissenheit, David, der den Ernst der Lage viel zu spät erkennt, obwohl seine Frau schon sehr frühzeitig gehen will. Fazit im Lesekreis : Der Roman bietet zwar Elemente, die an kitschige Liebesgeschichten erinnern, doch er regt gleichzeitig zum Nachdenken über Umweltbewusstsein an und liefert wertvolle Diskussionsvorlagen.

  • Hannah Kent: Das Seelenhaus | Mysite

    Klappentext: "Sie sagen, ich soll sterben. Sie sagen, ich hätte Männern den Atem gestohlen und jetzt müssten sie mir den meinen stehlen." Island 1828. Agnes ist eine selbstbewusste und verschlossene Frau. Sie wird als hart arbeitende Magd respektiert, was sie denkt und fühlt, behält sie für sich. Als sie des Mordes an zwei Männern angeklagt wird, ist sie allein. Die Zeit bis zur Hinrichtung soll sie auf dem Hof eines Beamten verbringen. Die Familie ist außer sich, eine Mörderin beherbergen zu müssen – bis Agnes Stück um Stück die Geschichte ihres Lebens preisgibt. Die Tat war grausam: zwei Männer erschlagen, erstochen und verbrannt. Die angeblichen Täter, neben Agnes Magnúsdóttir ein junges Paar, werden zum Tode verurteilt. Vor allem an Agnes will der zuständige Landrat ein Exempel statuieren. Scheinbar ungerührt nimmt Agnes das Urteil hin, ebenso wie die Ablehnung der Familie. Erleichtert, dem Kerker entkommen zu sein, kann sie bei der Arbeit manchmal ihr Schicksal vergessen. Vieles hier ist ihr vertraut: die schroffe Landschaft, die ärmliche Torfbehausung, der harsche Ton der Hausherrin. Ihr ganzes Leben war davon bestimmt – bis sie einen Mann kennenlernte und sich nach langer Zeit erlaubte, sich ihre Sehnsucht nach Liebe und Zugehörigkeit einzugestehen. Der Schmerz über seinen Tod, der ihr nun angelastet wird, überlagert alles, auch die Angst vor dem eigenen Tod. Schließlich vertraut sich Agnes einem jungen Vikar an, der sie auf den Weg der Reue und Buße führen soll. Während der langen Gespräche, die die ganze Familie mithört, ist es vor allem Margrét, die Hausherrin, die ahnt, dass die offizielle Wahrheit über Agnes vielleicht falsch sein könnte. über die Autorin: aus dem Englischen übersetzt - Wikipedia- Hannah Kent ist 1985 in Adelaide, Australien geboren. Ihr 1. Roman wurde ein internationaler Bestseller und in 30 Sprachen übersetzt. 2010 war Kent Mitbegründerin der australischen Literaturzeitschrift Kill Your Darlings. Sie schrieb unter anderen für die New York Times, The Saturday Paper, The Guardian, und The Sydney Morning. 2011 gewann sie für ihren Roman Burial Rites den ersten Writing Australia Unpublished Manuscript Award. 2017 wurde die Geschichte der Agnes Magnusdöttir verfilmt. Von der tragischen Geschichte der Agnes Magnusdöttir erfuhr sie während eines längeren Aufenthalts auf Island während eines Schüleraustauschs. Langjährige Recherchen in Kirchenregistern, heimatkundlichen Büchern und Gemeindearchiven bildeten die Grundlage für ihr Werk. Ein Dokumentarfilm über Kents Erfahrungen in Island und das Schreiben von Bestattungsriten wurde am 1. Juli 2013 auf ABC1 als Folge der australischen Geschichte mit dem Titel „No More Than a Ghost“ ausgestrahlt. Sie promoviert in kreativem Schreiben an der Flinders University. Erfahrung im Lesekreis: Schauplatz des Romans ist Island, ganz mit Kargheit und Einsamkeit durchdrungenen Landschaft . Island bedeutet Eisland, das selbst im Hochsommer nicht mehr als 15 Grad Celsius Höchsttemperatur gewährt. Die Landesfläche beträgt rund 103.000 Quadratkilometer, das sind im Verhältnis zu 360.0000 Einwohnern (aktuell 2020 Wikipedia) etwa 3,5 Einwohner auf einen Quadratkilometer. Davon leben mehr als 2 Drittel in und um die Metropolregion Reykjavik. Der historische Roman, der sich mit der letzten Hinrichtung 1830 in Island beschäftigt, zieht uns in den Bann dieser Zeit, der damaligen Lebensverhältnisse. Der bitterarmen Torfbauern, die Wertig- Wichtigkeit des Fischfangs, und Schafzucht, als deren einzigen Lebenserhalt. Die vorherrschende Dunkelheit in den langen Wintermonaten gab den Menschen Raum für Sagen und Mythen. Husvik - mit freundlicher Genehmigung von Frau Christin Bräunling Die Stimmung im Werk bezeichnen die Teilnehmerinnen als beklemmend, bedrückend, oft depressiv. Als Adjektive werden für das Buch spannend, packend, aber auch vorherrschend einfühlsam genannt. Tatsächlich absolut beklemmend, das Leben einer Frau, die historisch belegt als letzte Frau in Islands hingerichtet wurde. Und die im Grunde nach nichts anderem gelechzt hat als Anerkennung, ja Liebe, jedoch das Pech hatte, unter einem Unstern von gesellschaftlichen Ressentiments wie unehelich, arm und von niedrigem Stand geboren zu werden. Mit 6 Jahren von der eigenen Mutter verlassen, durfte sie bei ihrer Pflegmutter Inga, die ihren wachen und wissbegierigen Verstand entdeckte Lesen und Schreiben lernen, was jedoch ihrem Dasein als einfache Magd nicht förderlich war. Als Sympathieträger des Romans werden an 1. Stelle Margret genannt, die durch ihre Wandlung von Vorverurteilung und Ablehnung zur Hilfe bzw. zuletzt sogar Freundin hervorsticht. Trotz aller Vorbehalte und Abneigung wäscht sie die verwahrloste Angeklagte gleich zu Anfang, und zum Ende sorgt sie zu einem vergleichsweisen angemessenen und würdevollen "Abgang". Des weiteren gibt es den jungen Vikar Thorvordur kurz "Toti" genannt, den Agnes gegen den ihr zugewiesenen Geistlichen "eintauscht", weil sie sich daran erinnert, dass er ihr einmal bei der Überquerung einer Furt geholfen hat und sie dafür heute noch Dankbarkeit empfindet. Er geht mit ihr durch die Untiefen menschlicher Erlebnisse, kann sie nicht zur von der Kirche geforderten Reue bringen, sich ihr aber als Freund und Unterstützter bis zum letzten Atemzug glaubhaft versichern. Den Gegenpol dazu stellt Natan (einem Traum der Mutter als Satan zu nennen) dar, welchem man aufgrund seiner extremen Stimmungsschwankungen bipolare Störungen unterstellen kann. Er lockt Agnes mit falschen Versprechungen auf seinen Hof, und ist ihr darüber hinaus untreu. Er überschüttet sie an seinen "schlechten Tagen" mit ätzender Verachtung. Als Täter für den Mord an Natan werden 3 Menschen verurteilt bzw. sind daran beteiligt: Pertar, der Natan als wohlhabend wähnt, seine Verlobte Sigga, gleichzeitig die Geliebte Natans, - und Agnes. Wobei Agnes den Tod des schwerverletzten Natans zu verantworten hat. Der Mord an Natan wurde vom Lesekreis daher als eher "aktive Sterbehilfe" bezeichnet. Der Glauben an die Mythen der alten Sagas ziehen sich immer wieder durch den Roman, Krähen als schlechtes Omen zu sehen, auch träumte Natan von einem blutigen Gemetzel mit 3 Echsen (Sigga, Petar, Agnes) und sah darin eine wichtige symbolische Botschaft. Der englische Titel "Buriel Rites" lässt sich bestenfalls am Tod der Pflegemutter Inga mit ihrem Baby festmachen, die aufgrund der Kälte nicht beerdigt werden konnten, und über Monate!! neben den Säcken mit den Fischköpfen gelagert wurden. Der Titel "Seelenhaus" passt eindeutig besser, eine Nennung im Buch gibt es ebenfalls: Unterhaltung zwischen Natan und Agnes Wie nennt man den Raum zwischen den Sternen? - ...es ist ein Ort für die armen Seelen... Unser Lesekreis fühlt sich bei der Thematik und Tragik des Buchs erinnert an Anne Boleyn, die 1. Frau Heinrich des VIII., die auf dem Schafott starb. FAZIT: Trotz des bekannten Endes gelingt es der Autorin die Spannung im Buch bis zuletzt aufrechtzuerhalten. Das Buch wird auf jeden Fall empfohlen, jedoch nicht als Geschenk ;-), ein stark polarisierendes Buch.

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