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  • Lesekreis-Erfahrungen Eva schläft | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Francesca Melandri: Eva schläft Wie hat es uns gefallen: Die Autorin verpackt die Geschichte Südtirols geschickt in einen fiktiven Generationenroman. Die historischen Kontexte sind atmosphärisch dicht verflochten. Es beginnt 1919 mit dem Großvater Hermann der als 11-jähriger Waise wird, weil seine Eltern Ende des 1. Weltkriegs an der Spanischen Grippe sterben. Als jüngerer Sohn kann er den Hof nicht erben, sondern muss sich als Knecht in Deutschland verdingen. Die Folgen des 1. Weltkriegs, die er erlebt und die turbulenten Umbrüche in seiner Region lassen ihn zum Faschisten und später zum Nazi werden. Wir erleben die Diskriminierungen seiner Tochter Gerda, die wiederum mit 16 Jahren als Küchenmädchen in ein Kurhotel weggegeben wurde. Eineinhalb Jahre später ist sie schwanger, der künftige Vater heiratet sie nicht. Er ist der Sohn eines Freundes von Hermann, der in die Familie eines Textilfabrikanten eingeheiratet hat, Hannes. Sie versucht in ihrer Not und Verzweiflung die Schwangerschaft abzubrechen, mit grausamen Versuchen an sich. Es folgt der Verlust des Elternhauses für Gerda, (ihre Mutter erleidet bei ihrem Besuch einen tödlichen Herzinfarkt, ihr Vater wirft sie daraufhin hochschwanger aus dem Haus. Eva wird bei Nonnen geboren, einem nationalen Hilfswerk in Bozen Seite 126 „Wer hier eintrat, tat das nicht aus freien Stücken, sondern weil ihm keine andere Wahl blieb“. Die ersten Monate verbringt das Neugeborene in einer Apfelkiste versteckt im Hotelbetrieb, später muss Gerda Eva zu Pflegeeltern geben und sieht sie nur noch 2 Monate im Jahr. Was hat uns gefallen: Während der Zugfahrt von Eva, inzwischen 40jährig, entspinnt sich in Zeitsprüngen die Tragik der Familie über Generationen, in den Zeiten des Südtiroler Freiheitskampfs, als Reaktion auf faschistische Integrationspolitik. Der Zug soll Eva zu der einzigen Vaterfigur (Vito) bringen, die sie jemals hatte, und sie unerwartet wieder verließ. Vito liegt im Sterben. Die Zugreise führt 1400 km quer durchs Land und durch 70 Jahre der jüngeren italienischen Geschichte, während Eva ihre Erinnerungen, familiäre Verluste und zwischenmenschliche Verletzungen reflektiert. Die Spezialität der Autorin sind eindrückliche, oft kleine Szenen und Bilder, die die Kraft haben, für das ganze Ausmaß einer Situation zu stehen. Szene Seite 138, als Hannes fragt, ob er sein Kind sehen kann: „Die Schwester Pförtnerin presste das Kinn gegen die Brust und schaute ihn von unten herauf an. „Ja, wenn du ihr deinen Nachnamen gibst.“ Szene S. 274 als die alte Frau, die 4 Söhne verlor und kein Grab zum Beweinen hat, an den Särgen von 4 Alpinis, Sprengstoffopfer steht: „Sanft fuhr sie mit der Hand über jeden einzelnen Sarg…(..) mehr als ein Vierteljahrhundert zuvor hatte der Krieg der Frau alle vier Söhne genommen, die ungefähr das Alter der vier Gebirgsjäger in den geschlossenen Särgen hatten.“ Szene S. 395 als beim Angebot Hannes zum Beischlaf Gerda den Kochlöffel schwingt, und er noch Glück gehabt hat. S.395 „Gerda zielte und schleuderte dem Vater ihrer Tochter den Kochlöffel ins Gesicht.“ – zuvor hatte sie mit einem Hackebeil eine Rinderschulter entbeint ..😉 Lieblingsfiguren: Die zentrale Figur und Protagonistin des Werks ist für uns Gerda, die Mutter Eva’s. - Der Charakter Eva‘s wurde nicht so herausgearbeitet, ist schwächer gezeichnet und ergeht sich hauptsächlich in absoluter Bewunderung ihrer Mutter. Sehr beeindruckend ist Vito mit seiner Fürsorge um die ihm anvertrauten Soldaten, obwohl er nur wenige Jahre älter ist und seinem starken Gerechtigkeitssinn, gegenüber der Südtiroler Bevölkerung. Eine Lieblingsstelle der feinen Ironie: Seite 84: „Paul“ (Vater von Hannes, dem „Erzeuger von Eva)“ hatte die Erstgeborene einer wohlhabenden Familie von Textilfabrikanten geheiratet. Seine 4 Töchter waren in der Schweiz erzogen worden, fernab von diesem Tal mit seiner kargen, bäuerlichen Lebensweise. Schließlich galt es ihren Sinn für das Unwesentliche zu verfeinern, damit sie später auch Zugang zu den gutbürgerlichen Kreisen erhielten“. Ereignisse, die uns besonders erschüttert und berührend haben: Oft ist die Empathielosigkeit der Charaktere erschreckend. Seite 264 : Das Verwandtschaftsverhältnis: „Der da ist dein Opa.“….. „So lernte Eva, was ein Opa war: ein alter, ausgemergelter Mann, bei dem man, wenn er einen ansah so traurig wurde, dass man gar nicht mehr leben wollte“. Darstellung der elterlichen Macht durch die traditionelle Rollenverteilung in den 60er Jahren Gerda wird einfach ins Kurhotel gegeben; Vito findet kein Verständnis von seiner Mutter, sie will nicht, dass er Gerda heiratet, die Schwester eines Terroristen, ledig mit Kind Darüber hinaus politische Rahmenbedingungen die persönliche Bindungen belasten: Eine Unmöglichkeit, dass Gerda und der Carabinieri Vito eine Familie werden können – Vito ist italienischer Staatsbediensteter. Leidensweg wegen Homosexualität: Eva‘s Cousin und bester Freund Uli outet sich, mit der Folge, dass er sich das Leben nimmt. Zitate: „Mein Reisepass ist italienisch, meine Sprache Deutsch, meine Heimat ist der südliche Teil Tirols, dessen übrige Teile, Nord- und Osttirol, allerdings in Österreich liegen. Für uns heißt dieser Teil Südtirol, doch im Italienischen sag man ‚Alto Adige’ oberes Etschland, denn das ist ja der eigentliche Unterschied: Entscheidend war immer, von wo aus man das Land betrachtet, von oben oder von unten.“ Was uns gestört hat, kritisiert wurde: Die überzeichnete überschwängliche Schilderung der Schönheit Gerdas, vielleicht eine ironische Beschreibung, die der heißblütigen südländischen männlichen heterosexuelle Perspektive auf die Frau geschuldet ist. Beim Schluss des Romans wurde das rasche plötzliche Verzeihen Evas gegenüber Gerda angezweifelt. Vergleich: mit Balzanos „Ich bleibe hier“ der Thematik wegen: Beide Romane spiegeln die Verwerfungen und Umbrüche in Südtirol wider – insbesondere die Assimilisierungs-Politik, sie Umsiedlungen und den Widerstand der Bevölkerung. Verbot des Deutschunterrichts, Zwang zur italienischen Sprache im Alltag, Katakomben Schule als Widerstand Fazit: Zusammengefasst will Francesca Melandri mit ihrem Werk und ihren Aussagen vor allem dazu anregen, Geschichte nicht zu vergessen, sich mit der eigenen Identität kritisch auseinanderzusetzen, Empathie in den Mittelpunkt zu stellen und individuelle Verantwortung für Gesellschaft und Frieden zu übernehmen.

  • Lesekreis-Erfahrungen Heute beissen die | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Heute beissen die Fische nicht von Ina Westmann Wie hat es uns gefallen: Eine idyllische Insel im finnischen Schärengarten, 3 Protagonisten und deren ernster Hintergrund: Die Geschichte schickt uns durch eine emotionale Reise durch die Gedankenwelt der Charaktere: Emma , psychologisch, sozial und physisch leidend unter den Auswirkungen ihrer Arbeit als Fotojournalistin oft in Krisen- Gebieten. Die Symptome der traumatischen Erlebnisse aus ihrer Vergangenheit wirken sich zu Problemen auf das Familienleben aus. Emma kämpft darum ihre Vergangenheit mit ihrer Gegenwart in Einklang zu bringen. Ihre Halluzinationen verwischen die Grenzen zwischen Realität und Illusion. Dieser Aspekt der Geschichte, wirft Fragen über die Wahrnehmung und die Zuverlässigkeit der eigenen Erfahrungen auf. Joel , Pädagoge, steht auf der Seite der Wissenschaft, still, eher introvertiert. Joel hadert, kämpft mit Emmas Zustand, er möchte sie vor ihren Dämonen beschützen und gleichzeitig Stabilität für seine Tochter schaffen. Um in der maritimen Symbolik zu bleiben, er möchte der Anker der Familie sein. Fanni , die gemeinsam adoptierte Tochter aus Kenia ist 5 Jahre alt und auf der Suche nach ihren Wurzeln, ihrer Identität. Sie ist ein aufgewecktes Kind mit dunklen Haaren, das in der Gesellschaft der vermutlich hellhäutigen finnischen Küstenbewohner fremdartig wirkt und auffällt. Was hat uns gefallen: Geschickt setzt die Autorin die Abgeschiedenheit der Insel ein, die die Beziehungen und Konflikte innerhalb der Familie intensiviert. Joel, Emma und ihre adoptierte Tochter Fanni leben auf engem Raum, ohne große Ablenkungen. Es gibt keine Fluchtmöglichkeiten in die äußere Welt. Sie sind gezwungen, zwischen Realität und Visionen zu unterscheiden und diese in Einklang zu bringen. Das Buch gliedert sich in kurze, prägnante Kapitel, mit poetischer schöner Sprache, die wie Flash-Backs der einzelnen Protagonisten wirken. Bei der aufgezeigten Problematik ist der Schreibstill nie wertend oder moralisierend. Die kurzen Abschnitte sind wohltuend und begünstigend für den Lesefluß. Kritik – Eindruck: Das Meinungsspektrum der Lese-Gruppe geht diesmal von einem „sehr vielschichtig“ (angenehm) bis zu Themen überladen (unangenehm). Familien- Dynamik und Isolation psychische Gesundheit und Trauma Identität und Selbstfindung Adoption und Zugehörigkeit, Integration Rassismus Kriegs-Traumata Flucht und Migration Krisengebiete mit Hungersnot Umweltprobleme Uns hat am meisten berührt: Sehr berührend empfanden wir die Gespräche zwischen der kleinen Fanni mit dem Großvater. Die Familie im Jetzt und im Jenseits. Die besondere Wahrnehmungsfähigkeit von Kindern, die oft intuitiv Atmosphären und Stimmungen intensiver als Erwachsene erfassen, wird hier einfühlsam dargestellt. Die spirituelle Verbindung Fannis mit dem Großvater , den sie als guten Geist aus dem Jenseits und unsichtbaren Freund erlebt, ist sehr bewegend, geht unter die Haut und berührt das Herz. Unser Lieblingscharakter: Als Favorit wurde Joel gewählt, der sich bemüht, Emma zu helfen, sie zu unterstützen und Halt zu geben auf ihrer Suche nach sich selbst, ihrem inneren Frieden. Gleichzeitig versucht er, sie in Einklang mit Fanni zu bringen. Trotz seiner Ängste und Unsicherheiten, möchte er die Familie schützen, und seinen Werten wie Umweltschutz und vegetarische Lebensweise treu bleiben. Zeitgeist: Gerade bei dem Thema Familiendynamik wurde darüber diskutiert, ob der Zugang zu einer Fülle von Informationen, darunter auch Fehlinformationen, die heutige Familiensituation möglicherweise zusätzlich belasten könnte. Die im Roman angesprochenen Themen spiegeln dabei viele der persönlichen und kollektiven Herausforderungen wider, mit denen moderne Familien konfrontiert sind und als Belastung empfunden werden. Fazit: Noch einmal werden wir maritim 😉: Fische als metamorphisches Symbol für verborgene Wahrheiten und Erinnerungen, die nicht immer leicht zu fassen sind. In den Tiefen unserer Seele schwimmen Erinnerungen wie scheue Fische, - manchmal beißen sie, manchmal nicht.

  • Lesekreis-Erfahrungen Der Pfau von Isab | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Isabel Bogdan: Der Pfau Die hervorragende Übersetzung des Romans „Ein untadeliger Mann“ durch Isabel Bogdan ließ uns nach eigenen Werken der Schriftstellerin schauen und wir entdeckten eine köstliche Groteske mit typisch englischem Humor. Wie hat es uns gefallen: Der Roman wirkt auf uns wie ein Boulevardstück vom Feinsten: Missverständnisse mit Verstrickungen, Heimlichtuerei, schlechtem Gewissen und Vertuschungen. Was hat uns gefallen: Ganz besonders hat es uns die Situationskomik mit viel psychologischer Feinfühligkeit angetan. Wir fanden interessant, dass Frau Bogdan ohne jede wörtliche Rede auskommt und sogar dem Terrier eine eigene Stimme verleiht, mit der er seinen Gefühlen Ausdruck gibt. Es ist vielleicht kurios, aber rutscht nie ins Kitschige ab. Ort und Handlungsverlauf Isabel Bogdan hat ihre Geschichte nicht nur mit dem erwähnten Humor ausgestattet, sondern hat auch den Ort des Retreats natürlich in die Highlands gelegt. Hier sollen zum Wohle der Abteilung, respektive der Bankgeschäfte, die 5 stadtgewohnten Mitarbeiter ihr gegenseitiges Verhältnis ins Gleichgewicht bringen. Unterstützt werden sie von der Köchin Helen, die mit eigenen Vorräten anreist, und der Psychologin und Moderatorin Rachel. Dazu kommen dem Landleben entsprechend Tiere, nämlich eine Gans, mehrere Pfauen und der Hund Merwin der Chef-Bankerin als Akteure dazu. Alles verrutscht zunächst einmal ins Ungleichgewicht, vermutlich aufgrund von Zuviel Natur für die Banker. Wintereinbruch und Stromausfall im renovier bedürftigen Gemäuer, eine daraus resultierende Grippe tun ihr Übriges. Lieblingsfigur: Zu unserer Lieblingsfigur kürten wir einstimmig Helen, die Köchin, patent, cool und mit einem unerschöpflichen Einfallsreichtum. Beispielsweise die Idee, den Pfau zu „entsorgen“, aber dabei noch einer Verwendung zuzuführen, indem man ihn Fasan- oder Gänsecurry anbietet. Lieblingsstellen, Zitate: Seite 7: „einer der Pfauen war verrückt geworden. Vielleicht sah er auch nur schlecht, jedenfalls hielt er mit einem Mal alles, was blau war und glänzte, für Konkurrenz auf dem Heiratsmarkt „ Seite 147: „ Und was war denn hier oben mit den Biestern los? Erst die Sache mit der Gans und ihren Ausscheidungen bei ihrer Ankunft, dann permanent weitere Attacken der aggressiven Gans, wann immer man vor die Tür trat und dauernd diese Pfauen– erst fiel ihr einer auf den Kopf, dann riss Mervin einen, jetzt klebte einer an ihrem Fenster - das war doch alles nicht normal, da konnte man doch wirklich paranoid werden - Mistviecher !“ Seite 244: „Dann saßen Lord und Lady McIntosh am Küchentisch, rührten in ihren Teetassen und fragten sich, wie die Leute eigentlich manchmal auf die Idee kamen, in so einem abgeschiedenen Tal wäre nichts los“ Am meisten berührt hat uns: Wir fanden einfach herrlich, wie sich mit der zwischenmenschlichen Dynamik, auch der „dress-code, die Anzugsordnung ändert. Beispielsweise den Nicky-Freizeit-Anzug, den die Chefin nach überstandener Krisis unbekümmert trug, wo doch vorher auf ein seriöses, gut aufeinander abgestimmtes Outfit im Business-Look geachtet wurde. Fazit: Ziel erreicht, die Bankergruppe ist am Ende zusammengewachsen und respektiert die Vorzüge und Schwächen des Anderen. Eine Lese-Empfehlung für alle, die manchmal ein wenig Abstand vom Weltgeschehen benötigen. Herzerfrischend Nicht-Sinn-bringend, einfach nur zum Amüsieren und Abtauchen in einer zurzeit mehr als ernüchternden Welt. …und…um es mit Helen, der Köchin zu sagen: Genießen mit einer Tasse Darjeeling und ein paar Scones 😉.

  • über unseren Lesekreis | Mysite

    Leselust im Dialog Sie lesen gerne und haben Spaß daran, sich über den Inhalt auszutauschen? Wir treffen uns einmal monatlich zum offenen und entspannten Gespräch. Es soll ein lockerer Gedanken/- Meinungsaustausch stattfinden: wie der Roman auf uns gewirkt hat, was uns angesprochen hat oder auch nicht ;-) und bewegt. Wir wollen keine Detail-Analysen erstellen oder Abfragemodi starten. Stattdessen sprechen wir über Sympathien, Antipathien mit den Protagonisten, vielleicht der persönliche Held/-in, aber auch Stimmungen, die das Buch in uns ausgelöst hat. Wir treffen uns einmal im Monat Dienstags um 10 Uhr morgens in der Gemeindebücherei Maxdorf. Voranmeldung nicht erforderlich. Wir freuen uns auf Sie, eine anregende Zeit zusammen, mit und über Bücher, die zum Weiterlesen animieren! Lesekreis in der Gemeindebücherei Maxdorf Dankeschön ! Am 03.03. hatten wir doch tatsächlich 5-jähriges Jubiläum! Lebhafte Diskussionen und anregende Gespräche haben wir nicht geführt! Wir haben uns mit Leidenschaft auseinandergesetzt, verschiedene Meinungen beleuchtet und tiefgründige Bedeutungen erörtert. Diese erfüllten Tage, die uns selbst durch die herausfordernden Zeiten von Corona getragen haben, waren wie eine Oase des Loslassens und der Neugier auf Neues. Ich möchte mich von Herzen für eure engagierte Mitarbeit und die bereichernden Stunden bedanken, die wir zusammen erleben durften. Das gemeinsame Interesse am Lesen und der Austausch unserer Gedanken darüber bedeuten mir sehr viel, ich möchte diese wunderbaren Momente nicht missen. Ich freue mich auf weitere inspirierende Jahre voller Geschichten und gemeinsamer Entdeckungen, herzliche Grüße eure Vera Lesen verbindet Gerne sind Sie in unserem Lesekreis willkommen! Wir freuen uns, Sie in unserer lebhaften Gemeinschaft begrüßen zu dürfen, die sich leidenschaftlich der Literatur und dem Austausch über Werke widmet. Lassen Sie uns gemeinsam in spannende Geschichten eintauchen und die Vielfalt der Literatur entdecken. Wir freuen uns auf inspirierende Diskussionen und darauf, unsere Begeisterung für Bücher miteinander zu teilen!

  • Dörte Hansen: Zur See | Mysite

    Dörte Hansen: Zur See Klappentext: Die Fähre braucht vom Festland eine Stunde auf die kleine Nordseeinsel, manchmal länger, je nach Wellengang. Hier lebt seit fast 300 Jahren die Familie Sander. Drei Kinder hat Hanne großgezogen, ihr Mann hat die Familie und die Seefahrt aufgegeben. Nun hat ihr Ältester sein Kapitänspatent verloren, ist gequält von Ahnungen und Flutstatistiken und wartet auf den schwersten aller Stürme. Tochter Eske, die im Seniorenheim Seeleute und Witwen pflegt, fürchtet die Touristenströme mehr als das Wasser, weil mit ihnen die Inselkultur längst zur Folklore verkommt. Nur Henrik, der Jüngste, ist mit sich im Reinen. Er ist der erste Mann in der Familie, den es nie auf ein Schiff gezogen hat, nur immer an den Strand, wo er Treibgut sammelt. Im Laufe eines Jahres ändert sich das Leben der Familie Sander von Grund auf, erst kaum spürbar, dann mit voller Wucht. zur Autorin: Dörte Hansen, geboren 1964 in Husum... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Gegenwartsliteratur Verlag: Penguin Verlag erschienen: 2022 Seitenzahl: 253 zu unseren Lesekreis-Erfarungen:

  • Ian McEwan: Maschinen wie ich | Mysite

    Klappentext: Ian McEwan: Maschinen wie ich Aus dem Englischen von Bernhard Robben. Charlie ist ein sympathischer Lebenskünstler Anfang 30. Miranda eine clevere Studentin, die mit einem dunklen Geheimnis leben muss. Sie verlieben sich, gerade als Charlie seinen 'Adam' geliefert bekommt, einen der ersten lebensechten Androiden. In ihrer Liebesgeschichte gibt es also von Anfang an einen Dritten: Adam. Kann eine Maschine denken, leiden, lieben? Adams Gefühle und seine moralischen Prinzipien bringen Charlie und Miranda in ungeahnte - und verhängnisvolle - Situationen. zum Autor: Ian McEwan, 21. Juni 1948 in Aldershot geboren, wuchs unter anderem in Singapur und Lydiben auf... Quelle: Wikipedia Klick hier: Lesekreis-Erfahrungen Ian McEwan: Maschinen wie ich Lesen ist wie ein Reisen durch fantasievolle Wirklichkeiten (Rüdiger Görner) Eine Maschine, die Shakespeare liebt, Haikus verfasst – darüber hinaus noch körperliche Bedürfnisse zur vollsten Zufriedenheit stillt und souverän ihm aufgetragene Hausarbeiten erledigt. - der Mann, Freund, Partner fürs Leben? Eine Maschine, mit Intellekt und Bewusstsein, jedoch nur bis zu dem Grad, den wir bestimmen? Ein Lese-Vergnügen belebend und erfrischend, man könnte zur Nachteule der Geisterstunde mutieren, den Fokus weit weg bringend von Pandemie-Problemen. Darüber wurde gesprochen: Alternative Geschichtsschreibung: Turings tragisches Schicksal ist uns präsent, obwohl oder gerade weil die alternative Geschichtsschreibung des Autors das erfolgreiche Weiterleben des Erfinders und Visionärs vorsieht, dem erst postum Ehre und Anerkennung zu Teil wurde. Maschinen die besseren „Menschen“? – Fausts Kritik am Humanismus Ethik-Situationen des autonomen Fahrens Woher kommt Adams „moralische Botschaft, Einstellung, hat er ein Recht auf „Rechtsprechung“, und woher kommt sie, weil nicht mit der Gebrauchsanweisung einprogrammiert? Kummer und Leid der Androiden, die sich zum Teil nur mit kollektivem Selbstmord zu helfen wissen. Problematik des programmierten zweckgebundenen Fühlens, überhaupt Fremdbestimmtheit. – Zitat „Er und sein Schaltkreisgewusel waren in die Sache verwickelt“ Die Vorstellung, Sehnsucht, dem Androiden mittels Programmierung Attribute gleich der Weitergabe von eigenen Genen zu verabreichen: „In gewissem Sinne wäre er wie unser Kind. Was wir jeder für sich waren, käme in ihm zusammen. Wir wären Partner und Adam unser gemeinsames Projekt, unser Geschöpf. Wir wären eine Familie.“ Kompromisslose Ehrlichkeit Adams, seine „Gleichgewichtsklausel“ Verurteilung Vergewaltiger / Bestrafung der Lüge, des Meineids Mirandas Verlierer auf der ganzen Linie ist das Kind Mark, es darf erst nach Mirandas Strafverbüßung wieder zu Charlie und Miranda zurück. Vergleiche: Philip Dick: Blade Runner - träumen Androiden von elektrischen Schafen Shelley: Pygmalion Fazit: Ein Amüsement nicht ohne Tiefgang, in dem sich erhebliche ethische und moralische Probleme auftun.

  • Jasmin Schreiber: Marianengraben | Mysite

    Jasmin Schreiber: Marianengraben Klappentext: Paula braucht nicht viel zum Leben: ihre Wohnung, ein bisschen Geld für Essen und ihren kleinen Bruder Tim, den sie mehr liebt als alles auf der Welt. Doch dann geschieht ein schrecklicher Unfall, der sie in eine tiefe Depression stürzt. Erst die Begegnung mit Helmut, einem schrulligen alten Herrn, erweckt wieder Lebenswillen in ihr. Und schließlich begibt Paula sich zusammen mit Helmut auf eine abenteuerliche Reise, die sie beide zu sich selbst zurückbringt - auf die eine oder andere Weise. zur Autorin: Jasmin Schreiber... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Belletristik Verlag: Eichborn Verlag erschienen: 2021 Seitenzahl: 252 Jasmin Schreiber: Marianengraben Der Klappentext gibt einen kurzen Abriss: Verlust, Schmerz, Trauer, Schuldgefühle, aber auch Freundschaft. Es sind wenige Akteure: Paula, die Protagonistin, die ihren kleinen Bruder Tim verloren hat und Helmut, der seiner verstorbenen Frau Helga versprochen hat, ihre letzte Ruhe nicht auf dem Friedhof, sondern an ihrem Wunschort in Südtirol zu finden. Dazu gibt es Judy, den Hund Helmuts, einen Schäferhunde-Mischling, und Lutz, das Huhn Paulas. Der Roman beginnt 2 Jahre nach Tims Tod, Paula befindet sich in Therapie, da sie keinen Lebensinhalt durch ihre Schuldgefühle empfindet. Das Problem des nicht-loslassen-könnens beschreibt sie in ständigen Dialogen und Flashbacks mit Tim. Sie ist ca. 25 Jahre alt, Helmut ist geschiedener Witwer, in seinen 80ern, seine Frau Helga war seine große Liebe. Wie hat es uns gefallen: Der Roman hat für uns die richtige Mischung aus Sensibilität für das Thema, und Situationskomik, Humor, der bei aller Traurigkeit ein Lächeln entlockt. Ein Roadtrip, der zur Therapie wird, Alt - Jung, durch Trauer vereint. Die Vorstellung, Seite 30: „Wie heißen sie eigentlich?“ fragte ich. „Helmut“. Und Sie?“ „Paula. Angenehm“. „Na ja, wir wollen es mal nicht übertreiben“. -„Netter Typ.“ Das gegenseitige Verständnis, Seite 96: „Wenn Trauer eine Sprache wäre, hatte ich jetzt zum ersten Mal jemanden getroffen, der sie genauso flüssig sprach wie ich, nur mit einem anderen Dialekt.“ Vegetarierin kontra Fleischesser, Seite 70/71: Als Paula Helmut erklärt, dass Tintenfische mit der Haut sehen können: „Streichen sie den Tintenfisch, ich nehme die Kartoffelpuffer mit Apfelmus“, sagte er, und setzte in meine Richtung nach: „Oder können Äpfel auch mit der Schale sehen?“ Was hat uns gefallen: Die Gliederung des Romans hat uns gut gefallen, jedes Kapitel beginnt mit Tiefenmeter-Ansagen, die das langsame Auftauchen aus der Düsternis, die Fortschritte der Trauerverarbeitung bekunden. Als roter Faden und verbindendes Element zwischen dem ungleichen Paar ist zur Trauer die Duplizität des Todes von Helga und Tim: Der stille Tod des Ertrinkens. Sehr gut ist das Buchcover gelungen, die Tentakel, die Paula immer wieder in die Tiefe des Marianengraben ziehen. Es wurde kritisiert: Etwas aufgesetzt wirkte die „Aschensicherstellung“ von Helmuts Frau Helga,(Seite 34) leichte Slapstick-Tendenzen sind nicht zu leugnen und wirken übertrieben, so die „Tradition“ die Urnen zu entwenden (Seite 219). Der Ton war uns manchmal zu schnodderig: Seite 87: „ ..dass ich nach diesem Trip einen Reiseführer mit dem Titel die schönsten Pinkelstellen Deutschlands und Österreichs würde herausgeben können.“ Fazit: Emotional und einfühlsam wird über Schuldgefühle und Selbstvorwürfe aus dem Eindruck der Verantwortlichkeit für den Tod eines geliebten Menschen erzählt. Die Autorin schreibt nicht stilistisch, aber mit sehr viel Gefühl! Ein Kraft-Buch, es lebe das Leben! Und hier noch mein Lieblingszitat: Eine schöne Metapher, Seite 10: „Ein Buch in der Hand kann ein echter Rettungsanker sein – wenn die See des Lebens zu rau ist, klammert man sich an Geschichten und lässt sich von ihnen in Sicherheit bringen.“ unsere Lesekreis-Erfahrungen:

  • Lesekreis-Erfahrungen Ein Engel | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Janet Frame: Ein Engel an meiner Tafel: Der Klappentext lässt eine besondere Gemeinsamkeit mit unserem letzten Buch erkennen: Die Protagonisten sind äußerst tragische Figuren, die ihre Emotionen nicht zulassen können. Der Roman ist eine Autobiographie, also vom Standpunkt der Verfasserin erzählt. Es ist ein trauriges Buch Janets Geschichte, wenn auch mit positivem Ausgang. Die Autorin schreibt nüchtern und knapp, ohne Schnörkel, es sind die Metaphern in ihren Gedichten, die die Gefühlswelt widerspiegeln und sich ebenfalls im Werk befinden. Tod der Mutter Seite 236: „….die Dezembersonne, glühendste Todesanwältin, in diesem ihrem dreiundsechzigsten Jahr(…)“ Schon die Kindheit beginnt tragisch, in einer Familie in ärmsten Verhältnissen. Der Bruder leidet an schweren Epilepsie-Anfällen, und 2 ihrer Schwestern werden bei Bade-Unfällen unabhängig voneinander aus dem Leben gerissen. In ihrer Studienzeit fällt die furchtbare Fehldiagnose Schizophrenie, derentwegen sie acht Jahre lang unter entsetzlichen Bedingungen weggesperrt wurde. Wie hat es uns gefallen: Wir empfanden als Leser oft die Ängste ihrer Wahrnehmung und die damit verbundenen Einflüsse auf ihr Gemüt befremdlich. Sie scheint eingeschlossen In ihrem Kokon aus Einsamkeit, grenzenloser Naivität, Scham und Schüchternheit. Schwierig ist ihre soziale Phobie, Angst vor alltäglichen Situationen nachzuempfinden. Seite 27: „Viel von meiner Zeit und meinen Erfahrungen als Studentin ist mir heute verschlossen (…)...Ich hatte keinen Begriff vom Ausmaß meiner Einsamkeit. Ich klammerte mich an die Werke der Literatur, wie ein Kind sich an seine Mutter klammert.“ Sie erscheint uns oft sehr herb, fast herzlos. Das emotionslose Schildern der Erlebnisse lässt keine Bilder aufsteigen, nur Verwunderung und kommt manchmal einer Aufreihung der Tätigkeiten oder Ereignisse sehr nahe. Beispiele: Sehr unverständlich das Verhältnis, der Umgang mit der Mutter, ihre Einschätzung der Liebe ihrer Mutter: „so herzlos wie sie möchte sie nie sein.“ Seite 227: „ich komme nie mehr zurück nach Willowglen. Meine Worte waren verletzend und ich wusste es.“ Seite 233: „Niemand erwartete von mir, dass ich an Mutters Begräbnis teilnahm.; ich erfüllte die Erwartungen meiner Familie, indem ich mich nicht dazu imstande fühlte.“ Wir empfanden als besonders berührend: Ihr fehlendes Selbstwertgefühl, die Schwermut, Wer glaubt an mich ? Seite 156:“Statt mich einer Lobotomie zu unterziehen, wurde ich als Person mit einem gewissen Wert behandelt, als menschliches Wesen…„ Seite 158: „Nola starb vor wenigen Jahren im Schlaf. Das Vermächtnis ihrer entmenschlichenden Veränderung lebt zweifellos weiter in allen, die sie kannten, ich trage es für immer in mir. Seite 273:“ .. das Land verlassen…(…) aus einem Land zu fliehen, in dem meine Andersartigkeit , die in meinem Wesen lag, und selbst mein Wunsch zu schreiben..(..) als Anzeichen von Abnormalität betrachtet wurden.“ …(..) Wir sprachen über: Die furchtbaren Behandlungsmethoden der damaligen Zeit, wo Janet durch die Fehldiagnose Schizophrenie über 200 Elektroschock-Behandlungen erleiden musste. Seitens der Eltern fanden wir positiv bemerkenswert, dass sie in den 40er Jahren trotz Armut, als junge Frau studieren durfte. Die Ambivalenz ihrer Person: Seite 89: „Innerlich lächelte ich überheblich. Von wegen Begabung für das Schreiben! Das Schreiben würde mein Beruf werden.“ Seite 31: „Meine Unzufriedenheit mit meinem Zuhause und meiner Familie war groß. Die Unwissenheit meiner Eltern machte mich wahnsinnig.“ Seite 30: „..wenn ich die Münzen einwarf. Ich starb beinahe vor Scham.“ Seite 36: „Nur drei oder vier Mal war ich kühn genug, mir ein Exemplar des Critic zu nehmen“… Seite 48: „…bei der Vorstellung, mit Isabell ‚zurande kommen‘ zu müssen, überfiel mich Panik Zum Buchtitel: Ein Engel...: Ein Schutzengel?, der sie im quasi letzten Augenblick vor der Lobotomie bewahrte?; oder: Der „Retter“ (Engel) Frank Sargeson : Seite 208 „Der Preis, den ich für den Aufenthalt in der Militärbaracke zahlte, war das Bewusstsein der Wertlosigkeit meines Körpers. (…) Im Austausch gegen diese mangelnde Selbstachtung als Frau gewann ich ein Leben, wie ich es mir gewünscht hatte. Fazit: Nichts ist umsonst, sie zahlte einen hohen Preis. Eine Frau, deren Obsession das Schreiben war, das sie als Dreh- und Angelpunkt in ihrem Leben empfand. Vergleich: Besonders eindrücklich mit poetischen Bildern ist die Trilogie des Lebens von Janet Frame adaptiert in dem preisgekrönten Film von Jane Campion, den wir sehr empfehlen. 😉

  • Dagmar Schifferli: Wegen Wersai | Mysite

    Dagmar Schifferli Wegen Wersai Klappentext: Die zwölfjährige Katharina wächst in der Schweiz der 60er Jahre auf. Da ihre Mutter schwer erkrankt ist, lebt das Mädchen vorwiegend bei der Pflegemutter "Tantelotte", einer verhärteten Frau, die die Erfahrungen aus ihrer entbehrungsreichen Kindheit während der NS-Zeit sogar noch Jahrzehnte später ihr Pflegekind spüren lässt. Katharina versucht, die sie umgebenden Erwachsenen zu verstehen, stellt Fragen und bemüht sich, Zusammenhänge herzustellen, doch nur selten erhält sie eine Antwort. Um sich selbst zu schützen, errichtet sie eine Fassade der Anpassung, während sie die Lügen und Verzerrungen der Erwachsenen immer deutlicher durchschaut. Autorin Dagmar Schifferli wurde 1951 in Zürich geboren. Sie studierte Sozialpädagogik, Psychologie sowie Gerontologie und war viele Jahre als Dozentin in diesen Fachbieten tätig.. Nagel und Kimche Wikipedia zum Buch: Genre: Gegenwartsliteratur Verlag: Verlag Nagel & Kimche Übersetzer: erschienen: 2024 Seitenzahl: 192 zu unseren Lesekreis-Erfahrungen Button

  • Lesekreis-Erfahrungen Deine Juliet | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Mary Ann Shaffer und Annie Barrows: Deine Juliet Same procedure...: Ergänzung zum Klappentext- Inhalt: Die junge und aufstrebende Autorin Juliet Ashton ist auf der Suche nach einem Thema, einer Idee für ein neues Buch, als ein Inselbewohner Guernseys sie anschreibt, um sich für ein Buch, dessen Vorbesitzerin sie war, zu bedanken. Ihre Definition von Schriftsteller*innen: Seite 38 “...ist von Berufs wegen verpflichtet, die Nase in anderer Leute Angelegenheiten zu stecken.“ 😉 Man schreibt 1946, das Jahr nach Beendigung des 2. Weltkrieges, einer Gewaltzeit, die die Menschen traumatisiert und nicht nur ihrer Illusionen beraubt, hinterlassen hat. Auch Juliet wurde in London ausgebombt. Wie es uns gefallen hat? Einmal mehr haben wir es mit einer starken Persönlichkeit als Protagonistin zu tun, Juliet ist fortschrittlich, selbstbewusst. Das Buch liest sich flüssig und unterhaltsam dazu mit amüsanter Note also sehr erbaulich. Es sollte jedoch deshalb nicht heruntergebrochen werden auf flache Unterhaltungsliteratur. Ohne die Traurigkeit und Tragik der schwierigen Nachkriegs- Besatzungszeit in irgendeiner Weise zu beschönigen, werden die Zustände von Not, Hunger, Verzweiflung geschildert. Berichtet wird gleichermaßen von der Verbitterung der Inselbewohner und deren quälenden Auflagen durch den Feind, als auch vom Leid und Elend der Zwangsarbeiter. Was uns gefallen hat: Der Schreibstil ist ein Brief-Roman, in fortlaufender chronologischer Reihenfolge von Januar -September 1946, in denen im Briefwechsel die Begebenheiten von Juni 1940 - 1945, der Invasion der Deutschen auf Guernsey, erzählt werden. Der Briefwechsel ist in der Sprache der 40er Jahre verankert. Die Figurenzeichnungen passen zur jungen, sehr begeisterungsfähigen Protagonistin. Die Charaktere sind eindringlich dargestellt. Die Hauptakteure: Juliet, engagiert, temperamentvoll und bezaubernd erfrischend, mit einem sonnigen Gemüt, und einem gehörigen Schuss britischen Humor! Sie gibt zwei Empfehlungen (auf Nachfrage der Leiterin des Buchclubs, bevor sie Interna mit ihr teilen möchten), um ihren Charakter beurteilen zu können : Positiv: Hochwürden Simon Simpless Negativ: Lady Bella Taunton, sie ist überzeugt, Juliet hat keinen Verstand (Seite 49) Dawsey Adams, zurückhaltend und schüchtern, aber im Ernstfall mit viel Überzeugungskraft, ein Mann der Tat, umsichtig und hilfsbereit. Er schätzt und sammelt die Bücher von Charles Lamb 1774-1834, Essayist. Markham Reynolds, ein vermögender Amerikaner ist Juliets Verehrer,, selbstherrlich, mit Hang zur Arroganz - Seite 77 : Juliet: „Opernkarten sind schwer zu bekommen“…Mark: „Er wird sich mit einem Stehplatz begnügen…(..)“ Isola Pribby liebt Tiere, Eingemachtes und ihre Elixiere …und: Die Sturmhöhe von Emily Bronte Amelia Maugery mag die Natur und Landwirtschaft, daher jede Menge Fachbücher darüber, was die Auswahl des frisch gegründeten Buchclubs bei den Büchern erschwert, und Die Pickwickier von Charles Dickens Eben Ramsey, der „Postmeister“ entscheidet sich für Shakespeare eine Auswahl Dickens + Wordsworth Seite 71: „Hätte ich die Worte -der klare Tag ist hin, im Dunkel bleiben wir- denken können, wäre ich ein wenig getröstet und bereit gewesen.“ ( zum Tag der Landung der Deutschen) John Booker - alias von 1940 -44 Lord Tobias Penn-Piers (die Idee Elizabeths, da die Mutter Jüdin ist. Seite 98) Er schwört auf Seneca und liest mit Hingabe immer dasselbe Buch. Seite 98: "Es scheint, dass man mit Senecas Wort gut fährt –" Seite 101: „Mit der Zeit liebte ich unsere Büchertreffen – (…)ich blieb Seneca treu. Manchmal hatte ich das Gefühl, er spräche zu mir. Sie halfen mir, die Besatzung erträglich zu machen. “ Adelaide Addison, die Missgünstige und Gehässige in „christlicher“ Besorgnis und Bestürzung Und … Elizabeth !!, das Herz am rechten Fleck, mutig, sehr hilfsbereit und empathisch, von ungeheurem Einfallsreichtum. Juliet fühlt sich mit ihr seelenverwandt, die Liebe zu Büchern, ästhetischer Blick für schöne Dinge. Das hat uns besonders berührt: Ganz besonders zu Herzen gehend war für uns die Stelle der Kinderverschickung Seite 82 in Eben Ramseys Brief, der seinen Enkel verabschieden musste (Elis Mutter war hochschwanger und konnte nicht mitkommen), und Seite 135: „Die kleinsten Kinder waren ganz aufgeregt..(..) Manche dachten, es sei so etwas wie ein Sonntagschulausflug und sie würden bei Einbruch der Dunkelheit zurück sein..(..).Die älteren Kinder wie Eli wussten es besser. Sehr bewegend auch die innige Bereitwilligkeit des Buchclubs: In der Hauptverantwortung kümmert sich nach ihrer Verhaftung Amelia Maugery um Elizabeths verwaistes Kind. Der Freundeskreis unterstützt sie abwechselnd wochenweise in der Betreuung, so dass es in der dörflichen Gemeinschaft behütet ist. Wir sprachen über: Die Entwicklungsform von Elizabeth zur Hauptfigur des Romans, den Juliet schreibt. Die Bewältigung der Situationen durch Literatur, der Verbindung der Menschen durch Literatur, als Kultur. Sie erfahren so ein neues Bewusstsein der Zusammengehörigkeit, Verbundenheit und Gemeinsamkeit. Der Buchclub als Zufluchtsort. Aus Dorfnachbarn, Bekannten, nahezu Fremden wurden Freunde. „Beim Disputieren wuchsen sie sich gegenseig immer mehr ans Herz.“- Die Landschafts-Stimmung> <der Kanalinsel ist im Roman sehr schön nachempfunden, die Liebe seiner Bewohner zu ihr wird mit Juliet begeistert geteilt. Seite 151: „es gibt keine schönere Anfahrt nach Guernsey als von der Seeseite - im Licht der untergehenden Sonne, mit goldgeränderten, schwarzen Gewitterwolken oder der aus dem Nebel auftauchenden Insel“ - „ immer wieder der Blick von den Klippen, Wiesen mit Wildblumen , hohe Gräser und Ginster“ , Seite 181 „bewaldete Täler, Herrenhäuser, Dolmen, wilde Klippen, Hexenwinkel, Scheunen im Tudorstil und normannische , steinerne Cottages“ ...u.v.m. Lieblingszitate: Schön schräger britischer Humor: „Möchtest du zu mir kommen? Ich habe eine Wurst. Juliet“ -Seite 142 „Lieber Mark, (…)..hinterher können wir uns die Mumien anschauen – Juliet“ - Seite 109 Nach dem Unfall Sidneys: „…etwas schicken, was zur Genesung beiträgt? Bücher, Schallplatten, Pokermarken, meine Blut?“ - Seite 93 „Was sagt der Arzt zu deinem Bein, Sidney – Du hattest ja inzwischen genug Zeit, dir ein neues wachsen zu lassen. Grüsse und Küsse deine Juliet“ - Seite 123 Fazit: Lesen!! Zum Vergnügen, wobei ich mich hier Brecht’s Gedicht bediene: Vergnügen: Der erste Blick aus dem Fenster am Morgen Das wiedergefundene alte Buch Begeisterte Gesichter Schnee, der Wechsel der Jahreszeiten Die Zeitung Der Hund Die Dialektik Duschen, Schwimmen Alte Musik Bequeme Schuhe Begreifen Neue Musik Schreiben, Pflanzen Reisen Singen Freundlich sein😉

  • Wolf Haas: Eigentum | Mysite

    Klappentext: Wolf Haas: Eigentum Mein ganzes Leben lang hat mir meine Mutter weisgemacht, dass es ihr schlecht ging. Drei Tage vor dem Tod kam sie mit der Neuigkeit daher, dass es ihr gut ging. Es musste ein Irrtum vorliegen." Mit liebevoll grimmigem Witz erzählt Wolf Haas die heillose Geschichte seiner Mutter, die, fast fünfundneunzigjährig, im Sterben liegt. 1923 geboren, hat sie erlebt, was Eigentum bedeutet, wenn man es nicht hat. "Dann ist die Inflation gekommen und das Geld war hin." Für sie bedeutete das schon als Kind: Armut, Arbeit und Sparen, Sparen, Sparen. Doch nicht einmal für einen Quadratmeter war es je genug. zum Autor: Wolf Haas, Jahrgang 1960... Wikipedia zum Buch: Genre: Fiktion Verlag: Hanser Verlag erschienen: 2023 Seitenzahl: 156 zu unserer Lesekreis-Erfahrung:

  • Lesekreis-Erfahrungen Verzauberter Apri | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Verzauberter April - Elizabeth von Arnim Der Roman erzählt von vier englischen Frauen, die dem trüben Londoner Alltag entfliehen und gemeinsam einen Frühlingsmonat in einem italienischen Castello verbringen. Die Handlung spielt in den 1920er Jahren und folgt den Protagonistinnen: der schüchternen Lotty Wilkins, rothaarig, (nach Ansicht Mrs. Fishers zu direkt - die Wandlung von schüchtern zu direkt geschieht mit dem Betreten des Palais) der frommen Rose Arbuthnot, (Die, lt. Mrs. Fisher, mit der anständigen Frisur und der sanften Stimme) dunkeläugig, der verehrten Lady Caroline wunderschön, anmutig, 28 Jahre, unverheiratet, und eben der missmutigen Mrs. Fisher habsüchtig, egoistisch, spröde (ist 65 geht am Stock, seit 11 Jahren verwitwet immer noch Schwarz tragend). Vier Frauen, die sich zunächst kaum kennen, aber durch die Anzeige eines zu vermietenden Castellos in den sonnenverwöhnten Hügeln Italiens mit seinem mediterranen Flair zusammengeführt werden. Angezogen von dem gemeinsamen Wunsch nach Sinnstiftung, seien es vernachlässigte Ehen, gesellschaftlicher Druck oder Einsamkeit, begeben sie sich auf ihr Abenteuer. In und um das Castello paradiesische Zustände, üppige Landschaft, die vor Farben und Leben strotzt, und die den Protagonistinnen neues Selbstbewusstsein und Perspektiven der in der Selbstreflexion erfahren lässt. Im Laufe der Tage entdecken die Frauen, dass das Castello nicht nur ein Zufluchtsort vor ihren Problemen , sondern auch ein Ort der Heilung und Erneuerung ist. Die Ehefrauen erleben eine Renaissance der Wertschätzung und Anerkennung ihrer Männer. Am Ende wurde das Castello zu einem Heiligtum der Transformation 😉 Wie hat es uns gefallen: Es ist ein Märchen, anrührend und modern, trotzdem voller Frauenpower. Einfach erfrischend erquicklich, ob der ständig präsenten Problematik der Weltlage, sei es gesellschaftlich, politisch, oder klimatisch. Ein kleiner Auszug aus dem Feuerwerk der Naturbeschreibungen: Seite 87: „Die Glyzinen überschlugen sich in exzessiver Lebenslust, Blütenüppigkeit,; und da, wo die Pergola aufhörte, strahlte die Sonne auf scharlachrote Geranien, wahre Büsche und Unmengen von Kapuzinerkresse und leuchtenden Ringelblumen, die zu brennen schienen, auf rote und rosafarbene Löwenmäulchen, und jede Pflanze übertraf die andere an Leuchtkraft der Farbe.“ Was hat uns gefallen: Der "triviale Schmelz" wird immer wieder sehr geschickt ironisch gebrochen, die Autorin schrieb verschmitzt. Seite 199: „ (..)aber es war seltsam, es nach über fünfzig Jahren wieder zu verspüren. Sie hätte gern mit jemanden darüber gesprochen, aber sie schämte sich. Ein unsinniges Gefühl in ihrem Alter. Doch immer häufiger und mit jedem Tag stärker hatte Mrs. Fisher das lächerliche Gefühl, als würde sie bald knospen. ..“ Trotz Ihrer mürrischen Art verspürt Lotti Mitgefühl für Mrs. Fisher. Die anderen Damen haben Vorbehalte und Respekt, besonders vor ihrer scharfen Zunge und kritischen Art. Daher wirkt der gewaltlose Widerstand von Lotti gegenüber ihr, besonders geschickt. Die Wirkung von Schönheit, in diesem Fall die füllige Landschaft mit all ihren Sinneseindrücken, das geteilte ästhetische Erleben, verbindet die Menschen und schafft Gemeinsamkeit, ein Gefühl der Verbundenheit. Kritisiert wurde: dass die Ehemänner diese Idylle (gewünscht/gewollt) der Frauenrunde unterbrechen, sie werden recht karikiert ((bestimmt gewollt, aber ein wenig too much) dargestellt, die "Verwandlung" von Lotti, für unseren Geschmack etwas zu schnell vorangetrieben wird. Vergleiche mit: Sturmhöhe von Emily Bronte Zimmer mit Aussicht von E.M. Forster Der Geheime Garten von Frances Hodgson Burnett Fazit: Wir würden es empfehlen und verschenken, der Roman hat mit großer Leichtigkeit auch Tiefgang in den Fragen zur Selbstverwirklichung und weiblichen Rollenbildern der damaligen Zeit, einfach zum "Abtauchen"

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