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  • Lesekreis-Erfahrungen Eigentum | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Wolf Haas: Eigentum Wie hat es uns gefallen: Dieses Mal ist der Kritikanteil höher als bei anderen Werken, die bisher besprochen wurden. Das Mutter-Sohn- Verhältnis wird vom größten Teil der Gruppe als lieb- und respektlos wahrgenommen, der Humor des Autors kommt nicht an. Den Erzählstil empfinden sie als schonungslos und bissig, mit Sarkasmus das Leben der Mutter ins Lächerliche gezogen. Der Roman hat Zwei Handlungsstränge Das Leben der Mutter und zwar ausschließlich Der Aufgabe von Wolf Haas, der eine Poetiklesung, die er halten soll, vorbereitet, Er beginnt 2 Tage vor ihrem Tod, als der Autor noch kein Thema für seine Lesung erkoren hat, demzufolge ist auch kein Text vorhanden. Die Überlegung ist „kann man vom Leben schreiben“ Der Schauplatz ist vornehmlich das Alten- und Pflegeheim, in dem die Mutter ihn zur Welt brachte, und nun dem Tode entgegendämmert. Es wurde von einer Geburtsklinik in ein Pflegeheim umgewandelt. The Circle of Life S. 75: „weil ich in dem Gebäude, in dem meine Mutter starb, geboren wurde. Zuerst hat sie meinen Bruder hier zur Welt gebracht, vier Jahre später mich, jetzt starb sie hier. „Da wären wir wieder einmal. (….) Jetzt ging der Embryo nahezu 60 Jahre später zurück“. Vielleicht ein wenig zu pathetisch, aber auch sehr melancholisch Der Schreibstil: Bei den Erzählpassagen Mutter - Sohn, wechselt er gerne in die Sprache der Mutter in Dialekt und einfacher gehalten. Was hat uns gestört: Es wurde die Mutter als „vorgeführt“ empfunden, der Humor eher als makaber. Lästig wirkten auf viele auch die ständigen Wortwiederholungen. Am meisten berührt hat uns: Am meisten berührt negativ war für fast alle das Begräbnis der Mutter (Was könnte sie anhaben) die „Spielerei mit Beileid.. Am positivsten berührt hat uns das „Telefonieren“ mit dem Jenseits gleich zu Beginn des Buches und zum Ende, ebenfalls eine schöne Schließung des Kreises. Die Zusammenfassung der Fertigkeiten und Sprachgewandtheit seiner Mama auf Seite 116/117 präsentieren eine intelligente Frau, die alles konnte „nur nicht mit Leuten“ und zeigt liebevolle Zärtlichkeit und Hochachtung. „Nachdem sie ihren Traum, ihr eigenes Grundstück zu erwerben, aufgegeben und von keinerlei Eigentum Besitz ergriffen hatte, hatte etwas von ihr Besitz ergriffen: Niedergeschlagenheit.“ Vergleich: Wir fühlen uns erinnert an Alex Schulmans „Verbrenn all meine Briefe“ Lieblingsstellen Zitate: Über das Seufzen als vorsprachliche Äußerung Seite 21: das vorwurfsvolle, mitfühlende, Lustvolle, sentimentale, schmerzerfüllte. 😉 Wir sprachen über: Die Verbitterung dieser Frau, über ihre lebenslange Armut, die Entbehrungen und Auswirkungen der Weltkriege, die Inflation. Die prägende Erfahrung für Mutter und Kind Seite 34: „Schon als Fünfjähriger wusste ich, was Inflation war“ (….) Das ganze Geld hin. Kaputt. (…) Hast nichts mehr dafür gekriegt. (…) Alles hin.“ Eine Frau, die leider keinen Optimismus für sich in Anspruch nehmen konnte. Was ist unsere Meinung zur Stimmung im Werk: Der Sound des Buches ist uns zu düster, pietätlos, sein Humor gemessen am Thema für zu makaber, was bei der Beerdigung bspw. besonders kritisiert wird. Bei den meisten stellt sich ein unangenehm bedrückendes Gefühl ein. (Seite 147). Es kommt keine Spannung auf. Was ist unser Fazit, sind unsere Erkenntnisse? Vielleicht als Einstieg in die Haas-Sprache das falsche Buch!

  • Francesca Melandri: Eva schläft | Mysite

    Francesca Melandri: Eva schläft Klappentext: Der Roman einer Provinz ohne Vaterland und eines Mädchens ohne Vater. Eva ist Anfang vierzig, als sie einen Anruf von dem Mann erhält, der eine Zeitlang die Rolle ihres Vaters einnahm, bevor er verschwand. Vito Anania. Er liegt im Sterben und will Eva noch einmal sehen. Sie reist mit dem Zug von Südtirol quer durch Italien in den äußersten Süden. In ihrer Erinnerung entfaltet sich unterwegs ihre ganze Kindheit: Sie wuchs in einer Region auf, die Jahrzehnte lang der Spielball bedrohlicher Allianzen war und dann den Aufbruch wagte. Geprägt wurde Eva von der Liebe ihrer Mutter, die ihr Vorbild war und Schutz. Autorin Francesca Melandri, geboren in Rom, schrieb zahlreiche Drehbücher für Fernseh- und Kinofilme. "Eva schläft" ist ihr erster Roman und spielt vor dem Hintergrund der wechselnden Geschichte Südtirols, wo die Autorin 15 Jahre lebte. Verlag Wagenbach Wikipedia zum Buch: Genre: Gesellschafts- und Familienroman Verlag: Klaus Wagenbach TB 805 13. Auflage 2014 Übersetzung: aus dem Italienischen von Bruno Genzler erschienen: erstmals 2010 Seitenzahl: 434 zu unseren Lesekreiserfahrungen:

  • Pascal Mercier: Der Klavierstimmer | Mysite

    Pascal Mercier: Der Klavierstimmer Ein berühmter italienischer Tenor wird während der Aufführung von Puccinis "Tosca" auf offener Bühne erschossen. Die Kinder des Täters, die Zwillinge Patrice und Patricia, reisen nach Berlin, um zu verstehen, wie es zu dieser Tat kommen konnte. Schicht für Schicht legen sie die Beweggründe frei, die ihren Vater, einen legendären Klavierstimmer und glücklosen Opernkomponisten, zur Waffe greifen ließen. zum Autor: Pascal Mercier, dieses Jahr im Juni gestorben,... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: tragischer Roman Verlag: btb (als Taschenbuch) erschienen: erstmals 1998 Seitenzahl: 507 zu unserer Lesekreis-Erfahrung: Um den Klappentext nicht zu wiederholen, steigen wir ein mit den beiden Hauptthemen des Romans: die Lebensgeschichte des Klavierstimmers Frederic Delacroix, der in seinem Verlangen, seiner Gier nach Bestätigung und Ruhm, sich selbst trotz seines Bekanntheitsgrades in seinem Metier, nie genug wertgeschätzt fühlt. Die verbotenen Liebe seiner Kinder, des Zwillingspaars Patricia und Patrice, die der Anziehung voreinander geflüchtet, nach 6 Jahren einen Weg suchen in der heilenden Kraft des Schreibens. Wie hat es uns gefallen: Als Gliederung wird in 7 Heften die Geschichte eines Dramas erzählt. Die Selbstwahrnehmung des Zwillingspaars Patricia und Patrice der Ereignisse. Insgesamt erscheint der Roman als Inszenierung epischer Größe, eingebettet in die Tragik der Oper Tosca und der Verbindung zu Kleists Novelle Michael Kohlhaas, die Fritz Bärschi alias Frederic Delacroix unbedingt vertonen möchte, und damit endlich berühmt werden. Was hat uns gefallen: Der Schreibstil ist anspruchsvoll, emotional und packend. Ausnahmslos sind alle Romanfiguren glaubwürdig, plastisch und fein konturiert. Im Buch steht dem Lesekreis Patricia am nächsten. Die Sympathieträgerin ist durch ihre Erfahrungen gefestigt und gereift. Das Gegenteil wird mit dem Charakterbild der Mutter empfunden: Selbstmitleidig und egoistisch und eifersüchtig. Am meisten berührt hat uns: Die Szene anlässlich der Polsterung der Tür Seite 141/142 „Als es soweit war, strichst du mit den Händen über die dunkelrote Lederpolsterung…(..) „Probieren wir es aus, sagtest du mit deiner fürchterlichen Tapferkeit“(…..)“Nun? Ist (….) meine Musik jetzt still genug?“ …Seite 407 „Ihr habt nie nach meinem wirklichen Namen gefragt.(…) „Fritz Bärtschi mit Ä“ (…) Ein gewöhnlicher Name. (…..) Davon wolltet ihr nichts hören“ (Pseudonym vergleiche Klavierstimmer Fritz Bärtschi/Peter Bieri 😉?) Wir sprachen über: Die Anwendung des Schreibens als Therapie in der Psychoanalytik. Inzest als Familiengeschick? Chantal, die Mutter wird von GP (Großvater der Kinder) missbraucht, sie wiederum verführt ihren Sohn, ihre Eifersucht auf die Kinder, Seite 143; die Anziehung der Zwillinge Kindheitserlebnisse, die das ganze weitere Leben prägen Die Rolle der Musik im Buch – Emotionen und Stimmungen Was hat uns gestört: Es gibt sehr viele Nebenstränge. Wir sind der Meinung die Vielzahl von Themen überladen beinahe, der Ton ist oft theatralisch, was wiederum zur Oper passt. Lieblings – Zitate: Seite 144: „Blicke sind seltsam flüchtige Wesen: Es gibt sie nur, wenn jemand sie liest; dann aber sind sie beredter und genauer als alle Worte.“ Fazit: Das gesamte Werk lässt sich für uns als große Oper, also Tragödie verstehen: Schicksalsträchtig, brisant, pathetisch. Lesenswert, tiefgründig mit Überlegungen zur Selbstreflexion Das Vorwort passt ebenso als Schlusswort: Wir suchen unser Glück außerhalb von uns selbst, noch dazu im Urteil der Menschen, die wir doch als kriecherisch kennen und als wenig aufrichtig, als Menschen ohne Sinn für Gerechtigkeit, voller Missgunst, Launen und Vorurteile; wie absurd! La Bruyère.....und wie wahr ;-)

  • Juli Zeh: Neujahr | Mysite

    Juli Zeh: Neujahr Lanzarote, am Neujahrsmorgen: Henning sitzt auf dem Fahrrad und will den Steilaufstieg nach Femés bezwingen. Seine Ausrüstung ist miserabel, das Rad zu schwer, Proviant nicht vorhanden. Während er gegen Wind und Steigung kämpft, lässt er seine Lebenssituation Revue passsieren. Eigentlich ist alles in bester Ordnung. Er hat zwei gesunde Kinder und einen passablen Job. Mit seiner Frau Theresa praktiziert er ein modernes, aufgeklärtes Familienmodell, bei dem sich die Eheleute in gleichem Maße um die Familie kümmern. Aber Henning geht es schlecht. Er lebt in einem Zustand permanenter Überforderung. Familienernährer, Ehemann, Vater – in keiner Rolle findet er sich wieder. Seit Geburt seiner Tochter leidet er unter Angstzuständen und Panikattacken, die ihn regelmäßig heimsuchen wie ein Dämon. Als Henning schließlich völlig erschöpft den Pass erreicht, trifft ihn die Erkenntnis wie ein Schlag: Er war als Kind schon einmal hier in Femès. Damals hat sich etwas Schreckliches zugetragen - etwas so Schreckliches, daß er es bis heute verdrängt hat, weggesperrt irgendwo in den Tiefen seines Wesens. Jetzt aber stürzen die Erinnerungen auf ihn ein, und er begreift: Was seinerzeit geschah, verfolgt ihn bis heute. zur Autorin: Klappentext: Juli Zeh (bürgerlich Julia Barbara Finck; geb. Zeh; Pseudonym Manfred Gortz; geboren 30. Juni 1974 in Bonn ist eine deutsche Schriftstellerin , Juristin und Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburgs , die mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet wurde und auch durch ihr gesellschaftlich-politisches Engagement bekannt ist. Neben ihrer literarischen Arbeit betätigt sich Juli Zeh auch journalistisch. Sie schreibt u. a. Essays für Die Zeit und die FAZ . Quelle Wikipedia - klick hier Erfahrungen im Lesekreis: Wie hat es uns gefallen? Unser üblicher Einstieg in die Diskussion, ist in diesem Buch schlecht anwendbar. „Gefallen“ ist nicht die richtige Begrifflichkeit. Fesselnd mit Sicherheit, oft verstörend und aufwühlend. Es hat ein interpretationsfähiges Open End, bietet durchgängig Diskussionsgrundlagen. Sämtliche Muster von Kommunikationsstörungen treten zutage. Die menschlichen Abgründe und deren Folgen, zeigen die Hilflosigkeit mit der der Einzelne zu kämpfen hat – posttraumatische Belastungsstörungen – für Henning und seine Schwester Luna. Wie finden wir die Beschreibungen? Der Inhalt und Aufbau des Romans ist gut strukturiert, stellt das dunkle „ES“ des Protagonisten Henning in den Vordergrund. (Sigmund Freud des Unterbewusstseins „ICH und ES“). Seine Panikattacken, die er durch Sport auspowert und in den Griff zu kriegen sucht. Sein Ehrgeiz, der Rolle als gleichberechtigter Partner in einem zeitgemäßen Familien-Modell gerecht zu werden krampft. Er und Theresa, seine Frau kümmern sich zu gleichen Teilen um die Erziehung der Kinder, sowie den finanziellen Unterhalt. Er hat jedoch immer das Gefühl, es genügt nicht, sei nicht genug und fühlt sich überfordert, - ist es. Es geht ihm schlecht. Das Zerrbild einer modernen Familie entsteht, das Gefüge hält nicht zusammen. So hautnah beschrieben, dass die Szenerie an Munch’s „Der Schrei“ erinnert, so greifbar ist die Verzweiflung, die Aussichtlosigkeit, Depression. Welche der Figuren stehen uns am nächsten: Es gibt hier keine Lieblingsfiguren, Menschen, die man gerne näher kennen möchte, denen man gerne begegnet wäre. Es sind keine Identifikationsfiguren vorhanden, es ist rein Hennings seelenwundes Kindheitstrauma, seine Geschichte. Unsere Lieblingsstellen / Zitate: „Wenn er versucht, falsche Gedanken zu vermeiden rennt er wie ein gehetztes Reh durch den eigenen Kopf „ „Schließlich kommt es im Leben immer und überall darauf an, ob etwas funktioniert, und solange alles funktioniert, muss man eigentlich auch nichts machen“ Was hat uns am meisten berührt? Die furchtbare Situation der verlassenen Kinder, die Verzagtheit Hennings, alles „richtig“, verantwortungsbewusst mitdenkend zu machen, Luna gegenüber, nach Lob, Anerkennung der Eltern heischend. Die Kinder, die sich durch Stunden und Tage quälen, Henning immer in seiner Beschützerrolle für Luna. Bei manchen Teilnehmerinnen ist die Grenze der erträglichen Vorstellung anhand der Leiden der Kinder erreicht. Die Lieblosigkeit, das lange Schweigen der Mutter: „Ich hatte schon lange auf deinen Anruf gewartet“ Die Liebe der Geschwister, die gefühlte Verantwortlichkeit Hennings für Luna bis ins Erwachsenen-Dasein, die er nicht abgeben kann. Was hat uns nicht gefallen? Eindeutig der Schluss: Eventuell zu schnelles Ende einer dramatischen Entwicklung – Rauswurf Lunas, um für sie dadurch ihre Selbständigkeit zu erzwingen – fraglich - Befreiung für Henning - fraglich Würden wir das Buch empfehlen? Das Buch würden wir absolut empfehlen und auch verschenken, unter Umständen mit Vorwarnung, dennoch ein Lese-Erlebnis!

  • Lesekreis-Erfahrungen wegen Wersai | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Dagmar Schifferli: Wegen Wersai Wie hat es uns gefallen: Der Roman spielt in der Schweiz der 60er Jahre . Autoritäre gesellschaftliche Normen, gutbürgerliches Milieu und streng gehütete Familiengeheimnisse prägen das Umfeld. Zentrale Themen sind Trauma, Scham und Schuld. Der Erzählduktus bleibt konstant, es gibt keinen Erzählerwechsel; die Handlung folgt einem durchgehenden, chronologischen Verlauf. Es ist ein leises Buch, das das Innenleben von Katharina, der 12jährigen ehrlich und eindrücklich beschreibt. Belastet durch die schwere Krankheit ihrer Mutter, lebt sie in angespannten familiären Verhältnissen bei einer Pflegefrau, der ältere Bruder ist im Internat. Ein einsames Kind, das in einer Welt der Erwachsenen, klug, kritisch denkend, sensibel und rebellisch, seine Beobachtungen zu verstehen sucht. Die Pflegemutter (Tantelotte) kämpft mit ihren eigenen Traumata-Dämonen, versucht sich mit repressiven Erziehungsmethoden. Die Ohnmacht, die Sprachlosigkeit der Kriegsgeneration, die wir schon des Öfteren in anderen Werken besprochen haben, wirkt sich hier auf die familiäre Situation Katharinas aus. Die Erwachsenen, obwohl potenzielle Zeugen, sind keine verlässlichen Zeugen, Katharina fehlen offene bzw. verständliche Erklärungen zu gesellschaftlichen und familiären Ereignissen. Ein Feld von Unehrlichkeit und dem Verschweigen von Wahrheiten. Was hat uns gefallen: Ob es um Krieg, Nachkriegszeit, Vergangenheitsbewältigung oder Fremdenhass geht, der Ton der Erzählung ist konsequent aus der Perspektive des Kindes. Die Angst vor Überfremdung, ist als transnationales Thema geschickt eingeflochten. Alle Charaktere sind plastisch und glaubwürdig porträtiert. Die Pflegemutter Tantelotte , die emotional distanziert und kompromisslos wirkt. Sie steht für eine Generation, die von den Entbehrungen und Traumata der Kriegsjahre geprägt ist, was sich in ihrer Strenge und Härte gegenüber dem Kind widerspiegelt: Zwang zur Anpassung, strikte Regeln, unerfüllte Antworten. Ergebnis: Katharina „strickt“ sich ihre eigene Welt inklusive passender Erklärungen. Mutter Dora :, von ihrer Krankheit (MS) gezeichnet, ist bemüht, so wenig „Umstände“ wie möglich zu machen – Seite 61 „wenn bei uns etwas Schlimmes passiert, ist immer jemand schuld. deshalb strengt sich Mama so sehr an, dass sie nicht schuld ist“. In ihrer Liebe, Fürsorge und Verbundenheit ist sich Katharina der Fragilität des familiären Zusammenhangs bewusst. Seite 37 „Mama lächelt nicht immer, in letzter Zeit sogar immer seltener.“ Seite 75 „Ich glaube Mama vermisst Tommy manchmal. Ich sehe das an ihrem Gesicht.. „ Vater Walter , "der Bibel-feste": in Szene Seite 71- 74 die Bibel und die Ausländer 😉 ..die Flucht aus Ägypten: „Ja, sagte Papa, wir sind katholische Christen. Es gehört sich einfach, dass man sich in der biblischen Geschichte auskennt. …(…)… Sechshunderttausend Männer - genau die Anzahl Ausländer, die momentan in der Schweiz sind, …(…)…wir würden sie nicht verfolgen, sondern ziehen lassen, ist ja klar, fügte Papa mit einem komischen Lachen hinzu. Wir würden sie ziehen lassen und wären froh darüber- sehr froh sogar“. Seite 55: „Die Männer arbeiten, die Frauen sind zuhause. Ein Naturgesetz.“ Tante Lucille , die Schwester von K. Mutter und ihre Patin, die öfter aus ihrem Leben ausbricht, weil sie die Borniertheit der Familie nicht erträgt. Katharina gegenüber ist sie verständnisvoll und versucht ihr das komplexe Thema Versailles und seine Auswirkungen zu erklären. Gestört hat uns bzw. diskutiert wurde: Teilweise wird das Buch als aneinandergereihte Begebenheiten wahrgenommen, sozusagen „Spotlight Methode“. Gestört hat das plötzliche und offene Ende des Buchs. Lieblingsfigur: Als unsere Sympathiefigur wird Katharinas Lehrerin Frau Simonis ausgezeichnet, die in festgefahrenen Zeiten Ihre Autonomie bewahrt. Als moralische Instanz und kritische Lehrerin, engagiert und verantwortungsbewusst, tritt sie Ignoranz und Fremdenfeindlichkeit mutig entgegen. Szene Seite 83/84: In einem verschlossenen Brief des Vaters, den K. überbringen muss, steht die Aufforderung, dass Katharina von ihrem Bank-Kamerad und Freund Lorenzo zu trennen ist. Sie sagt: „Richte bitte deinem Vater aus, dass in diesem Raum, ich meine, hier im Schulzimmer, noch immer ich bestimme. Auch am Montag wirst du wieder neben Lorenzo sitzen.“ Am meisten berührt: Schmerzhaft zu lesen ist die Verzweiflung des Kindes, das der Mutter im Krankenhaus keinen Abschied mehr schenken konnte – und der nagende Schmerz, ihr nicht mehr Liebe und Schönes erwiesen zu haben.“ Seite 157 Besonders berührt die Schutzlosigkeit des Kindes in einer Welt ohne Antworten auf seine brennenden Fragen. Zeitgeist: Themen die exemplarisch für den Zeitgeist der 60er stehen, werden angedeutet und ins Bewusstsein gerückt: Die Expo 1965 in München, die Eröffnung des St. Bernhard Tunnels 1964 , Der Gletschersturz bei Mattmark im Wallis 1965 bei dem 88 vorwiegend aus Italien stammende Bauarbeiter unter 500 000 m³ Eis begraben ihren Tod fanden. die Frankfurter NS-Prozesse von 1963 -1965 (Strafprozesse gegen Mitglieder des Auschwitz-Personals) Die Teilnehmerinnen zeigten sich betroffen, über die Schweizer Vergangenheit, der Antisemitismus, der im Buch offen und kritisch behandelt wird. Szene zur Tatsache der Konzentrationslager im Kanton Zürich Seite 151: „Was rief Mama, so nah von uns damals! Wieso haben wir das nie erfahren? Man wollte es nicht wissen, sagte nun mein Onkel Ernst ..(..).. wie vieles andere auch.“ Fazit: Wir würden es nicht verschenken, aber durchaus empfehlen Eure Kinder sind nicht eure Kinder Sie sind die Söhne und die Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht. Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen, Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen. Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen Denn das Leben läuft nicht rückwärts noch verweilt es im Gestern. Khalil Gibran

  • TC. Boyle: Sprich mit mir | Mysite

    T.C. Boyle: Sprich mit mir Klappentext Wer ist menschlicher? Der Mensch oder der Affe? Sam, der Schimpanse, den Professor Schemerhorn in eine TV-Show bringt, kann in der Gebärdensprache nicht nur einen Cheeseburger bestellen, sondern auch seinen Namen sagen. Wie ein Kind wächst er umsorgt von Wissenschaftlern auf. Als die schüchterne Aimee dazu stößt, entspinnt sich eine einzigartige Beziehung: Sam erwidert ihre Gefühle und entwickelt sich regelrecht zu einem Individuum. Als jedoch die Vision Schemerhorns, der an das Menschliche im Tier glaubt, keine Schule macht, wird er für Tierexperimente von einer anderen Universität beschlagnahmt. Aimee ist am Boden zerstört und fasst einen verrückten Plan. zum Autor: T. Coraghessan Boyle, 1948 in Peekskill, N.Y., geboren, ist der Autor von zahlreichen Romanen und Erzählungen, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Er wurde unter anderem mit dem PEN/Faulkner-Preis, dem Prix Médicis, dem Henry David Thoreau Prize und dem Rea Award für Kurzgeschichten ausgezeichnet. Quelle: Hanser-Verlag zu unseren Lesekreiserfahrungen zum Buch: erschienen: 2021 Übersetzer: aus dem Amerikanischen von Dirk van Gunsteren Verlag: Hanser Verlag Genre: Gesellschaftsroman Seitenanzahl : 352

  • Anne Weber: Annette, ein Heldinnen-Epos | Mysite

    Anne Weber: Annette, ein Heldinnenepos Klappentext: zur Autorin: Was für ein Leben! Geboren 1923 in der Bretagne, aufgewachsen in einfachen Verhältnissen, schon als Jugendliche Mitglied der kommunistischen Résistance, Retterin zweier jüdischer Jugendlicher - wofür sie von Yad Vashem später den Ehrentitel "Gerechte unter den Völkern" erhalten wird -, nach dem Krieg Neurophysiologin in Marseille, 1959 zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt wegen ihres Engagements auf Seiten der algerischen Unabhängigkeitsbewegung… und noch heute an Schulen ein lebendiges Beispiel für die Wichtigkeit des Ungehorsams. Anne Weber erzählt das unwahrscheinliche Leben der Anne Beaumanoir in einem biografischen Heldinnenepos. Die geschilderten Szenen werfen viele Fragen auf: Was treibt jemanden in den Widerstand? Was opfert er dafür? Wie weit darf er gehen? Was kann er erreichen? Anne Weber, 1964 in Offenbach am Main geboren, ist eine deutsche Autorin und literarische Übersetzerin... Quelle Wikipedia klick hier: Lesekreis-Erfahrungen: Der Lesekreis ist sich darüber einig, dass das Werk ein experimentelles Lese-Erlebnis ist. Eine Ode mit Ironie und Witz an eine Frau, deren Entwicklung zur Widerstandskämpferin und Vita wir nachspüren. Im Schreibstil des Epos wird Brechts Verfremdungseffekt angewandt: Immer mit dem Focus auf: es hätte so sein KÖNNEN, manchmal widersprüchlich zur Realität, immer in einem neuen, anderen Licht Viele der Teilnehmerinnen sind durch die sehr dicht erzählten Zusammenhänge irritiert, es bringt aus dem Konzept, erschwert den Überblick über die Geschehnisse. Gefallen: Die Mannigfaltig der Ironie: „…Carminus, Hainbuche…was vielleicht nicht von Carmen kommt, aber dochnebenbei noch Charme und Zauber heißt. Sie sehn sich unter diesem Baum zum letzten Mal.- Wer sich für Wurzeln interessiert, kann unschwer in Erfahrung bringen, dass unter den vielfältigen Wurzelwerken, die es in der Natur so gibt, die Hainbuchenwurzel eine ist, die im Querschnitt einem Herzen gleicht und deshalb auch Herzwurzel heißt.“ „…so stehts in seinem Buch Les demnés de la terre (Frantz Fanon), Vorwort von Sartre: -denn in der ersten Zeit der Revolte muss getötet werden-..-wer einen Europäer umbringt, schlägt zwei Fliegen mit einem Streich; schafft einen Unterdrücker aus der Welt und eine Unterdrückten.- Wobei Sartre vergisst, dass er selbst Europäer ist.“ ..beim Prozess: „“Da sie sich umdreht, ihn zu begrüßen, erhob er sich und küsste ihr die Hand. (Für eine Verfilmung ihres Lebens raten wir sehr zu dieser Szene ;-) ). Als störend empfunden wurde: Der blinde Gehorsam der Protagonistin im Widerstand; Die Folgen ihres Handelns und Denkens für die Familie, der Stellenwert besonders der Kinder, die bei der Loyalität zur Sache, ihrem Gerechtigkeitssinn, nie an 1. Stelle kamen, was letztendlich auch zur Entfremdung geführt hat. Zeitgeist: Es geht um die Macht von Männern, MACHT UND Veränderung Genderfrage, Frauen- und Männerbild zum aktuellen Zeitpunkt Im Widerstand ist sie zunächst als sehr junger Mensch für „Hilfsdienste“ zuständig, kleine Aufgaben als“ Fahrrad-Kurier“ erfüllend. Sie ist nie in einer „führenden“ Position, bereitet lediglich Missionen vor. Berührend: „Die Tür hat sich hinter den dreien längst geschossen, da steht er noch und möchte weinen weinen weinen, und wir, wir stehen in der fernen Zeit und stehen und finden keinen Satz und keinen Vers und keine Zeile, die etwas andres möchte als zu stehen und mit ihm zu weinen.“ Vergleiche: Hunger nach Bildung wie in „Streulicht“ Camus. der 1. Mensch Herkunft, Scham und Schulbildung Reflektion der Autorin Metapher mit Sisyphus: „Der Stein wird immer größer, den Annette auf den Berg zu stemmen hat, und immer höher wird der Gipfel. Unter der Last beginnt ihr Rücken sich nach und nach etwas zu krümmen.“ Fazit: Nach der Buchbesprechung fällt verschiedentlich der Entschluss, es unter dem Eindruck Dieser noch einmal „beherzt“ zu lesen, das Werk bleibt jedoch tendenziell nicht unumstritten. Um hier ein Zitat von Francis Bacon anzuwenden ;-) : An manchen Büchern muß man naschen, andre wollen verschlungen sein, wieder andere gründlich gekaut und verdaut.

  • Lesekreis-Erfahrungen Lichtspiel | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Das 1. Treffen im neuen Jahr nach der Winter-Feiertagspause. Daniel Kehlmann: Lichtspiel Wie aus dem Klappentext hervorgeht, steht die Geschichte eines berühmten Regisseurs, der auf der Höhe seines Erfolgs die letzten Stummfilme produzierte, im Vordergrund. Mit Fritz Lang und Friedrich Murnau war er der wichtigste Filmemacher der Weimarer Republik: G. W. Pabst Er, mit seiner Frau Trude (Gertrude) und seinem Sohn Jakob, ist eine der zentralen Hauptfiguren. Die Film-Industrie in Zeiten des Dritten Reiches wird „beleuchtet“, Abhängigkeit und Opportunismus der Branche, Konstellationen von Macht und Ohnmacht eindringlich dargestellt. Wie hat es uns gefallen : Hervorgehoben wird die Figurenvielfalt, der Perspektivenwechsel, die komplexe Struktur und Vielschichtigkeit. Im Roman gibt es keine Zeitsprünge. Die Ausnahme bildet der 2. Handlungsstrang, in dem die Erzählerfigur Franz Wilzek, der dement im Seniorenheim „Abendruh“ lebt, als alter Mann zurückblickt. Er war Pabst’s Kameramann und Assistent. In das erste und letzte Kapitel ist das Geschehen um Pabst und dessen letztes Filmprojekt "Molander" eingebettet. Anfang und Ende finden sich, Der Kreis der Geschichte schließt sich. Der Roman ist gegliedert in 3 Abschnitte: "Draußen" (USA/Frankreich), "Drinnen" (Drittes Reich) und "Danach" die erwähnte Rahmenhandlung. Was hat uns gefallen: Der Titel ist Inhalt und Metapher zugleich, lässt Raum für Wortspiele 😉: Schattenspiel, Schlaglicht, Blitzlicht, Lichtblick. Wie ein Regisseur nutzt der Autor filmtechnische Mittel: Beleuchtung, Schnitt, Perspektive, Montage, Kameraführung. Als „Einstieg“ ein Bonmot der leichteren Art, Seite 34: Im Draußen , Pabst ist in Hollywood, um die Sprache bemüht: „Kein Windhauch, erstarrt die Palmen ums Schwimmbecken…(…)..„Großartig, sagte Pabst. GREAT. Er wusste, dass das Wort immer bei den Amerikanern passt, genau wie es richtig ist, immer ihre Schuhe zu loben." Besonders beeindruckend fanden wir: ..die kafkaesk geschilderten Geschehnisse: unheimlich, rätselhaft und absurd. Übersteigerte oder verzerrte Perspektiven, expressionistische Raumgestaltung. alptraumhafte Episoden: Seite 159 ff Der Sturz Pabsts in der Bibliothek, wirft die Frage auf, ist er Pabsts Höhenangst anzulasten, oder hat wirklich der Hausmeister die Leiter gekippt . „Verzerrte Alltagsmomente": Seite 281 Gänge ohne Ende - Ein Labyrinth - Jakob steigt hinab in den dunklen Keller. - Die Erwartung einer Gestalt. Wessen Fantasie? - Seine, oder die des Lesers? “ Absurd bedrohlich: Das Böse, das Unheimliche als Instrument – wie das Ticken der Pendeluhr im Schloss , wenn das Zuhause kein Schutzort mehr ist, sondern ein Gefängnis. beklemmende Situationen: Die Anwesenheit des zwielichtigen Hausmeisters Jerzabeck mit seiner Familie, sie sorgen für Paranoia und Zwang, Furcht vor Denunziation. Besonders böse Satire: Pabst, in der Vergangenheit für seine sozialkritischen Filme berühmt, ist zum „Canossagang“ zu Goebbels gezwungen (im Roman am 1. April, …) Besonders berührt hat uns: Die Perspektive Jakobs, auf der Bahnfahrt nach Österreich, als er, ohne es benennen oder verstehen zu können, die Deportationen beobachtet. Seite 123 ff Die Abholung des Drehbuchautors Heuser, von zwei Gestapobeamten, und Trude, die das Drama nur akustisch, dennoch unbehaglich, mit Angst besetzt, erlebt. Seite 295 Diskutiert wurde: Kunst über alles? Abgründe unserer Zivilisation - Die persönliche Verantwortung in einer schwierigen Zeit. Im Drinnen: Seite 303 Pabst mit Trude : "Du hast recht, hat er schließlich gesagt. Aber nur halb. Denn all das geht vorbei. Aber die Kunst bleibt...(..) Selbst wenn sie bleibt, die...Kunst. bleibt sie nicht beschmutzt?" Wie viele moralische Kompromisse verträgt die große Kunst? (Kehlmann) »Weder in Frankreich noch in Amerika habe er so ungehindert arbeiten können! An diesem Punkt erschrak er normalerweise und sagte, dass es natürlich ein großes Unglück sei, hier festzusitzen.« Pabst erlebt Kognitive Dissonanz: Ignorieren, Verdrängen, Vergessen: Unangenehme Fakten aus dem Bewusstsein drängen, um das Spannungsgefühl kurzfristig zu senken. Sich des Systems bewusst, erklärt, rechtfertigt er sich selbst die Kompromisse, die er eingeht. Es gibt kein richtiges Leben im falschen – Unzuverlässige Erzählinstanz Die wiederholt geäußerte Kritik am unzuverlässigen Erzähler, sowie an der satirischen Darstellung prominenter Personen, wird auch bei uns deutlich, sobald historische Figuren bewusst fiktional verfremdet und satirisch verzerrt inszeniert werden. Eine Rezeption des Buches als Biografie greift zu kurz und wird der Perspektive „Dichtung und Wahrheit“ nicht gerecht. Hilfreich wäre vermutlich ein Vorwort, Nachwort gewesen, um die Wahrnehmung einer persönlichen Herabsetzung zu vermeiden. Zum Ende und Fazit: Die Existenz des Film-Projekts? „Molander“, von Wilzek durchgängig beharrlich geleugnet, geben wir nicht preis. Das Danach - Wir wollen nicht spoilern oder vorgreifen. Wurde es gedreht, geschaffen, unter diesen fürchterlichen Zu- wie Umständen? -- Dichtung oder Wahrheit 😉 Ein Buch, so intensiv, dass es eine Lesewiederholung verträgt.

  • über unseren Lesekreis | Mysite

    Leselust im Dialog Sie lesen gerne und haben Spaß daran, sich über den Inhalt auszutauschen? Wir treffen uns einmal monatlich zum offenen und entspannten Gespräch. Es soll ein lockerer Gedanken/- Meinungsaustausch stattfinden: wie der Roman auf uns gewirkt hat, was uns angesprochen hat oder auch nicht ;-) und bewegt. Wir wollen keine Detail-Analysen erstellen oder Abfragemodi starten. Stattdessen sprechen wir über Sympathien, Antipathien mit den Protagonisten, vielleicht der persönliche Held/-in, aber auch Stimmungen, die das Buch in uns ausgelöst hat. Wir treffen uns einmal im Monat Dienstags um 10 Uhr morgens in der Gemeindebücherei Maxdorf. Voranmeldung nicht erforderlich. Wir freuen uns auf Sie, eine anregende Zeit zusammen, mit und über Bücher, die zum Weiterlesen animieren! Lesekreis in der Gemeindebücherei Maxdorf Dankeschön ! Am 03.03. hatten wir doch tatsächlich 5-jähriges Jubiläum! Lebhafte Diskussionen und anregende Gespräche haben wir nicht geführt! Wir haben uns mit Leidenschaft auseinandergesetzt, verschiedene Meinungen beleuchtet und tiefgründige Bedeutungen erörtert. Diese erfüllten Tage, die uns selbst durch die herausfordernden Zeiten von Corona getragen haben, waren wie eine Oase des Loslassens und der Neugier auf Neues. Ich möchte mich von Herzen für eure engagierte Mitarbeit und die bereichernden Stunden bedanken, die wir zusammen erleben durften. Das gemeinsame Interesse am Lesen und der Austausch unserer Gedanken darüber bedeuten mir sehr viel, ich möchte diese wunderbaren Momente nicht missen. Ich freue mich auf weitere inspirierende Jahre voller Geschichten und gemeinsamer Entdeckungen, herzliche Grüße eure Vera Lesen verbindet Gerne sind Sie in unserem Lesekreis willkommen! Wir freuen uns, Sie in unserer lebhaften Gemeinschaft begrüßen zu dürfen, die sich leidenschaftlich der Literatur und dem Austausch über Werke widmet. Lassen Sie uns gemeinsam in spannende Geschichten eintauchen und die Vielfalt der Literatur entdecken. Wir freuen uns auf inspirierende Diskussionen und darauf, unsere Begeisterung für Bücher miteinander zu teilen!

  • Hanns-Josef Ortheil: Ombra | Mysite

    Hanns-Josef Ortheil: Ombra Klappentext: "Ombra" erzählt die Geschichte einer Wiederkehr aus großer Todesnähe: Im Sommer 2019 wird bei Hanns-Josef Ortheil eine schwere Herzinsuffizienz festgestellt. Die anschließende Operation verläuft nicht ohne Komplikationen, es folgt der lange Aufenthalt in einer Rehaklinik. Das Leben des höchst produktiven Autors, der sich selten schont, steht am Scheideweg - der Körper hat die Herrschaft übernommen und lässt nicht mit sich verhandeln. Doch in das Gefühl der Ohnmacht und Angst hinein kehrt allmählich das Schreiben zurück. Stück für Stück setzt Hanns-Josef Ortheil in seinem wohl persönlichsten Buch aus Wahrnehmungen, Erinnerungen und Reflexionen sein Leben neu zusammen. Wer ist er gewesen vor der Krankheit? Und wer kann er danach einmal sein? zum Autor: Hanns Josef Ortheil, einer der produktivsten und erfolgreichsten aktuellen deutschen Schriftsteller vollendete im November sein 70. Lebensjahr.... Quelle: Wikipedia Klick hier: Erfahrungen in unserem Lesekreis Wie hat es uns gefallen: Der Lesekreis ist sich einig, dass es sich um ein sehr ruhiges, nachdenklich-berührendes Buch handelt. Teilweise sind Überlegungen da, das Werk „Die Erfindung des Lebens“ kennen zu sollen/müssen, ob der außergewöhnlichen Vita von Hanns-Josef Ortheils und seines oftmaligen Bezugnehmens. Was hat uns gefallen: Allein visuell sehr anschaulich und gut aufgebaut fanden wir die am Anfang des Buches zuerst stockenden kurzen, dann die Entwicklung der immer länger werdenden Dialoge mit dem Fortschreiten seiner Genesung. Er möchte seine Beobachtungen, die Beleuchtung seiner Situation, wie immer im Schreiben kompensieren, für ihn ein elementares Bedürfnis seit Kindheit, in die er sich aufgrund seiner Schwäche zurückversetzt fühlt. Dieser Weg aus der Dunkelheit heraus ist zu Anfang sehr mühsam , die Tagebuch-mäßigen Einträge gelingen dann unter zu Hilfenahme des Handys (Diktierfunktion). Humor und Ironie: Es spricht für seine Selbstironie und geben einer gewissen Heiterkeit gerade bei diesem ernsten Thema Raum: Die Anwesenheit der Geister, die er ruft 😉, bei der Beschäftigung mit der Krankheit als Therapie, in Form seiner Mutter, seines Vaters, und man höre und staune: Doktor Sigmund Freud entstehen sehr ironische Dialoge ja, intensive Diskussionen zwischen Doktor Freud und dem Vater, da dieser der Psychoanalyse schon immer sehr kritisch gegenüberstand. Ebenso die Beobachtungen der Meditation und ihrer Lehre aus seiner eigenen Frustration heraus. Besonders amüsant fand die Gruppe das gegenseitige verbale „Umringen“ der Psychologin Frau Doktor Werth und ihm. Jeder von beiden während der Sitzungen bemüht, nicht zu viel von sich preiszugeben, herauszulassen. Was hat uns gestört Viele im Lesekreis haben bei der Entwicklung seiner Rekonvaleszenz die Rolle, Einbindung der Familie (Ehefrau, Kinder) vermisst. Eine jedoch sehr bewegende Deutung auf die Familienmitglieder findet sich bei der Befreiung, dem Erwachen aus dem Koma. Seite 186 : „Ich habe meine Trias gesehen, die Liebsten standen an meinem Bett. Sie hatten tagelang auf mein Erwachen gewartet.“ Was ist unsere Meinung zur Stimmung im Werk? Wir empfinden es als sehr ernstes Werk, bedrückend, jedoch auch positiv. Ernst – das Grübeln um die Hintergründe, Ursachen der Herzinsuffizienz mit der daraus folgenden lebensbedrohenden Operation, so typisch die „Schuldfrage“ – Bin ich nicht achtsam genug mit meinem Körper umgegangen (z.B. innerhalb eines Jahres 3 Veröffentlichungen, die Obsession des Schreibens, siehe Unterhaltung mit Frau Dr. Werth ) Bedrückend – die Hilflosigkeit des Autors gegenüber seines Zustandes nach dem Erwachen aus dem Koma mitzuerleben. Positiv - mit dem „Auftauchen aus der Nacht“ der Wille, das Bewusstsein, das Wiederteilnehmen- wollen am Leben, das eigene Fazit: Seite 158 „Das zweite Leben ist eine komplett neue Erfahrung. Du hast bisher vieles bewusst übersehen und nicht genauer wahrnehmen wollen. Deinen Körper, deine Kindheitstraumata, die Ursachen deines Klavierspielens und des ewigen Schreibens. Sie spielen im Hintergrund des zweiten Lebens eine bedeutende Rolle. Vergiss aber nicht, das zweite Leben auch wirklich zu leben.“ Lieblingszitate: Seite 192 „Das Schöne an guten Freundschaften war einmal, dass man sich keine Gedanken machen musste, weder darüber was man sagt. noch darüber was der andere gerade über einen denken mochte. Man steigt in den Fluss jahrzehntelanger Gespräche und man beobachtet nicht, wie es am Ufer aussieht und wie tief das Wasser ist.“ Gedanken zur Gehmeditation: „Was beobachte ich denn? Nichts, ich beobachte nicht, die Gruppe tut es auch nicht, man geht mit geschlossenen Augen und verankert sich hier und da. Wohin geht die Reise? Nirgendwohin! Niemand ‚geht‘, es hat sich ausgegangen!“ Fazit: Diesmal ein Gedicht von Robert Gernhardt Es geht aufwärts Genesen bedeutet Drei Stufen steigen, zweimal straucheln, eunmal fallen. Es geht zwar bergauf, doch es gibt Augenblicke, da ersehnst du die Mühen der Ebene.

  • Zsuzsa Bánk: Die hellen Tage | Mysite

    Zsuzsa Bánk: Die hellen Tage In einer süddeutschen Kleinstadt erlebt das Mädchen Seri helle Tage der Kindheit: Tage, die sie im Garten ihrer Freundin Aja verbringt, die aus einer ungarischen Artistenfamilie stammt und mit ihrer Mutter in einer Baracke am Stadtrand wohnt. Aber schon die scheinbar heile Welt ihrer Kindheit in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts hat einen unsichtbaren Sprung: Seris Vater starb kurz nach ihrer Geburt, und Ajas Vater, der als Trapezkünstler in einem Zirkus arbeitet, kommt nur einmal im Jahr zu Besuch. Karl, der gemeinsame Freund der Mädchen, hat seinen jüngeren Bruder verloren, der an einem hellblauen Frühlingstag in ein fremdes Auto gestiegen und nie wiedergekommen ist. Es sind die Mütter, die Karl und die Mädchen durch die Strömungen und Untiefen ihrer Kindheit lotsen und die ihnen beibringen, keine Angst vor dem Leben haben zu müssen und sich in seine Mitte zu begeben. Zsuszsa Bànk erzählt die Geschichte dreier Familien und begleitet die jungen Helden durch ein halbes Leben: Als Seri, Karl und Aja zum Studium nach Rom gehen, wird die Stadt zum Wendepunkt ihrer Biographien - und zur Zerreißprobe für eine Freundschaft zwischen Liebe und Verrat, Schuld und Vergebung . Der Klappentext: zur Autorin: Zsuzsa Bànk wurde als Tochter ungarischer Eltern geboren, die nach dem Ungarnaufstand 1956 in den Westen geflohen waren. Sie wuchs zweisprachig auf, war Buchhändlerin und studierte Publizistik, Politik und Literatur in Mainz und Washington, DC. Nach dem Studium arbeitete sie als Wirtschaftredakteurin. Seit 2000 ist Zsuzsa Bánk freie Schriftstellerin mit Wohnsitz in Frankfurt am Main. Zsuzsa Bánk schreibt hauptsächlich Romane. Ihr erstes und bisher einziges Theaterstück "Alles ist groß" wurde im September 2020 am Schauspiel Frankfurt uraufgeführt. Auszeichnungen: 2002: Aspekte-Literaturpreis Mara-Cassens-Preis des Literaturhauses Hamburg für "Der Schwimmer" Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung 2003 : Deutscher Bücherpreis Bettina-von Arnim-Preis für die Erzähluung "Unter Hunden" 2004 : Adelbert von Chamisso-Preis 2008 : : 1. Preis Internationaler Kurzgeschichtenwettbewerb der Stadt Mannheim 2007 Quelle Wikipedia "Ich habe das Haus noch nie ohne Buch verlassen. Ich sitze nie an einer Bushaltestelle, an einem S-Bahnhof, ohne in einem Buch zu lesen, und wer mich anspricht, mich fragt, nach dem Gleis, der Uhrzeit, dem Bus, der nicht kommen will, muss mich zurückholen, von Traumpfaden durch die Schweizer Berge und die römische Vorstadt. Ich habe nur Handtaschen, in die mindestens ein Taschenbuch passt, ich wähle sie danach aus." Zitat Zsuzsa Bánk, aus Isolde Ohlbaum's LESEN Lesekreis-Erfahrungen: Bitte hier klicken!

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