
Suche Autor*in oder Titel
Search this site
Results found for empty search
- Lesekreis-Erfahrungen Anleitung ein an | Mysite
Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Edouard Louis: Anleitung ein anderer zu werden Wieder ist es ein junger Schriftsteller, der uns beschäftigt. Der Klappentext ist gleichzeitig „Die Eröffnung“. Mehr auf den Punkt bringt es der französische Originaltitel „Methode“. Es ist kein schönes Buch, keine Wohlfühl-Lektüre. Es regt zum Diskutieren an 😉. Die „Anleitung“ reflektiert eine ernsthafte Auseinandersetzung mit sich selbst, seinem Klassenaufstieg durch Bildung, seinem Wunsch nach Anerkennung und Glück, aber die Veränderung bewirkt auch Entfremdung , Scham und Schuld. Schlüsselsatz Seite 165: „Mein Privileg bestand darin, dass ich ein Leben ohne Privilegien kennengerlernt hatte.“ Wie hat es uns gefallen : Louis Sprachstil ist gehoben, gepflegt und elegant, erinnert in Teilen an Mercier, in der Schonungslosigkeit an Annie Ernaux. Seine Intension findet sich im 2. Prolog Seite 22: „ob ich jemals eine solche Szene würde schreiben können, eine Szene die ungeheuer weit weg von dem Kind war, das ich einst gewesen bin, und von seiner Welt, (….) alles zu erzählen, was zu dieser Szene geführt hatte,(…...) in dem Versuch,.in der Zeit zurückzugehen.“ Was hat uns gefallen: Die Meinungen sind ambivalent und meist nicht zu seinen Gunsten: Er schreibt strikt subjektiv aus seiner eigenen Perspektive, so dass der Blickwinkel einseitig bleibt. Die Selbstreflexion sind fiktive Aussprachen mit dem Vater: „Imaginäres Gespräch vor dem Spiegel“ Er will dem Milieu entfliehen, das ihn geprägt und verletzt hat. Seine Rachegedanken für eine Kindheit in einem Dorf aufzuwachsen, dessen Atmosphäre von Armut, Alkoholismus, Gewalt, Aggression, Homophobie und Rassismus durchzogen war, lesen sich wie eine Abrechnung. Die „Cuts“, („Weitere Bilder, eine Erinnerung“) die er fortwährend bei seinem Weg, den er einschlägt, begeht, sind sehr hart und lassen ihn als fast schon beziehungsunfähig dastehen. Er lässt Menschen zurück, sei es seine Familie, die 1. Freundin Elena, sowie deren Mutter, die ihn unterstützt und gefördert haben, die Bibliothekarin und später die Theaterdirektorin Babeth, die ihn fast wie einen Sohn behandelt (S.107), daher seine Schuldgefühle gegenüber denen, die ihm geholfen haben. Der Versuch, alles abzustreifen, und sein schlechtes Gewissen ihnen gegenüber – („Bitte denke nicht schlecht von mir“ ) Interessanterweise sind es überwiegend Frauen. Kein Platz für Liebe, gegenseitige Freundschaft. Seite 194: - Egoismus in Reinkultur? Seite 226: „Er musste ein Millionär sein, ein Prinz, ein bekannter Politiker, egal was, Hauptsache jemand der meinem Rachedurst angemessen war – Die Besessenheit zu gefallen, und dann: „(bitte verurteile mich nicht, ich versuche nur, so ehrlich wie möglich zu sein“ Einzig mit Didier Eribon (1953 geboren) , Journalist, Autor, Soziologe und Philosoph, der sein prägender akademischer Lehrer wird, verbindet ihn bis heute eine intensive Freundschaft. Nicht gefallen: hat der ironisch-bittere Unterton, der vermitteln kann, dass er sich wohlfühlt, in der Opferrolle. hat, dass er ausschließlich um die Befindlichkeiten einer, nämlich Seiner Person kreist, mit der Transformation als Selbstrettung. hat die fragmentierte Erzählweise, unzusammenhängende bruchstückhafte Szenen, müssen manchmal puzzleweise zusammengefügt werden. der Epilog, das Versöhnliche, schwer glaubhaft, die Annäherung an die Familie. Wirkt es berechnend ehrlich - oder doch wie der Ausdruck jener Transformation, die jede Entwicklung vom Kind über den Teenager zum jungen Erwachsenen durchläuft, ganz gleich, mit welchen Geburts- oder Lebensumständen man antritt? Er spricht von „langen Stunden, in denen ich mein Leben erlernte, als wäre es eine Theaterrolle“. Dies ist der Vorwurf, der in der Gruppe mehrfach wiederholt wird: sein Text lese sich, als würde er die spätere Verfilmung bereits mitdenken. - Auch das Ende kann so ausgelegt werden -, Besonders berührt hat: seine Hartnäckigkeit im Aneignen von Wissen und die Besessenheit nach Erfolg, Ruhm, Anerkennung. Seite 71: „Also tat ich für das Lachen dasselbe wie für den Dialekt: ich übte; Ich beschloss ein neues Lachen zu lernen, allein durch Willenskraft". Scham und Schuld: Seite 267 „Ich glaube, ich schreibe, weil ich manchmal alles bereue, wie ich manchmal bereue, mich von der Vergangenheit abgekehrt zu haben, weil ich mir manchmal nicht sicher bin, ob die Bemühungen zu irgendetwas nütze waren. ….um ein Glück gekämpft, das ich nie gefunden habe.“ Seite 268: "Ich vermisse die Gegenwart" Unser Fazit: Egal wie sehr du dich „neu“ erfindest, du schleppst deinen „Rucksack“ mit dir, was zu Scham und Schuldgefühlen gegenüber denjenigen führt, die du auf deinem Weg nach oben zurücklässt.
- Laura Spence-Ash: Und dahinter das Meer | Mysite
Laura Spence-Ash: Und dahinter das Meer Klappentext London 1940: Um ihre 11jährige Tochter vor Luftangriffen zu schützen, beschließen die Thompsons schweren Herzens, Beatrix für ungewisse Zeit zu einer Gastfamilie in die USA zu schicken. Nach der langen Schiffspassage trifft Bea wütend und verängstigt in Boston ein, aber schon bald fühlt sie sich bei den Gregorys zu Hause, während ihre Erinnerungen an das Leben in England langsam verblassen. Mit ihren Gasteltern und deren Söhnen William und Gerald teil Bea nicht nur ihren neuen Alltag, sondern verbringt auch unvergessliche Sommer im Ferienhaus der Familie in Maine. Doch ausgerechnet als Bea sich zu fragen beginnt, ob William mehr für sie sein könnte als ein Bruder, kommt der Tag, an dem sie nach London zurückkehren muss. Kann die einstige Heimat je wieder zu ihren Zuhause werden? Und wird Bea William wiedersehen? zur Autorin: Laura Spence-Ash, 1959 geboren, studierte an der Rutgers University in Newark Creative Writing und lebt in New Jersey. Und dahinter das Meer ist ihr Debütroman. (Mare Verlag) zum Buch: erschienen: 2023 Übersetzerin: aus dem amerikanischen Englisch von Claudia Feldmann Verlag: Mare Genre: Roman Seitenanzahl : 359 zu unseren Lesekreis-Erfahrungen:
- Sasa Stanisic: Herkunft | Mysite
Saša Stanišić: Herkunft Klappentext: HERKUNFT ist ein Buch über den ersten Zufall unserer Biografie: irgendwo geboren werden. Und was danach kommt. HERKUNFT ist ein Buch über ein Dorf, in dem nur noch dreizehn Menschen leben, ein Land, das es heute nicht mehr gibt, eine zersplitterte Familie, die meine ist. Es ist ein Buch über die Frage, was zu mir gehört, ein Selbstporträt mit Ahnen. Und ein Scheitern des Selbstporträts. HERKUNFT ist ein Abschied von meiner dementen Großmutter. Während ich Erinnerungen sammle, verliert sie ihre. HERKUNFT ist ein Buch über meine Heimaten, in der Erinnerung und der Erfindung. Ein Buch über Sprache und Scham, Ankommen und Zurechtkommen, Glück und Tod. Quelle: Thalia zum Autor: Sasa Stanisic wurde 1978 in Visegrad in Bosnien-Herzegowina geboren und kam als 14-jähriger nach Heidelberg... Für eine umfassendere Darstellung über seinen Lebensweg und prägende Stationen bitte dem Wikipedia-Link folgen Wikipedia zum Buch: Genre: Fiktionale Autobiografie Verlag: Luchterhand erschienen: 2019 Seitenzahl: 368 zu unseren Lesekreis-Erfahrungen
- Alex Schulman: Verbrenn all meine Briefe | Mysite
Klappentext: Alex Schulman: Verbrenn all meine Briefe Sommer 1932: Die 24-jährige Karin verliebt sich in den jungen Schriftsteller Olof. Aber es gibt ein Problem: Karin ist mit Sven verheiratet, einem stürmischen, hochrangigen Schriftsteller mit einer grausamen Ader. Wird sie es wagen, ihren Mann zu verlassen und ein anderes Leben mit ihrer neu entdeckten Liebe zu beginnen? 68 Jahre später fragt sich Karins Enkel Alex, warum er so eine tiefe Wut in sich trägt; eine Wut, die seinen Kindern Angst macht und eine Kluft zwischen ihm und seiner Frau schafft. Auf der Suche nach Antworten stößt er auf die Geschichte zweier unglücklich Liebender, die zeigt, wie tief sich Leidenschaft und Wut über Jahrzehnte und Generationen hinweg in eine Familie graben können. zum Autor: Alex Schulman, geboren 1976 ist ein schwedischer Autor und Jounalist... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Autobiografisch-/fiktional Familenroman Verlag: dtv 2023 erschienen: erstmals 2018 in Schweden Übersetzung: Hanna Granz Seitenzahl: 297 unsere Lesekreiserfahrung Der Roman erzeugte in unserem Lesekreis gemischte Gefühle. Die Charaktere von Olof und Sven wurden als sehr extrem in ihren Persönlichkeiten erlebt und die Aufarbeitung familiärer Konflikte wurden als beklemmend empfunden. Unter dem Gesichtspunkt der transgenerationalen Weitergabe von Traumata aber auch als wichtig und fesselnd. Wie im Klappentext angekündigt, untersucht er seine historischen Wurzeln. Es ist kein Wohlfühl-Buch. Manchen wirkt es ein wenig zu aufgesetzt. Seite 158 der Autor: „Ich bin der allwissende Leser“ (der Briefe), „der weiß, wie es ausgehen wird.“ Und: Wir konnten keinen Sympathie-Träger küren 😉Der Roman wirkt auf uns stark und intensiv. Die Personen der Dreiecksbeziehung: Olof (*1911 - +2002) zu schwärmerisch, seine Texte oft sehr sentimental, schicksalsschwer Seite 156: „..das Tagebuch eines Todgeweihten…“ …(…..) Ein langsamer Weg in den Wahn…. 157: … "dass sie die Zeit hier vergoldet“ Seite 177 „sie schlafen miteinander, (…)…er spricht von verschmelzen“ Sven (*1905 – +1996) ist ein Egomane und Narzisst Verfasst Moralische Schriften über die Rolle der Frau – ein Despot, der nach einer überstandenen TB immer noch glaubte, bei jeder Krankheit auf dem Sterbebett zu liegen. „Im Sommer 1932 verlor ich den Glauben an die Menschheit“. – wurde ich Opfer eines sexuellen Übergriffs“ - Den Gipfel des Narzissmus und seines Höhenflugs leistet sich Sven mit dieser Aussage. Unerträglich, einen Betrug gleichzusetzen mit dem Leid, das Opfer von Vergewaltigungen erfahren müssen. Karin (*1907 – +2003) Seite 212 „Mit Olof braucht sie nicht darüber nachzudenken, wie sie sich benimmt“ Seite 154: „Jeder Streit endet damit, dass er mich Hure nennt“. ….“Weil ich ein loses Frauenzimmer bin. Ich bin unrein.“ Die Darstellung von Karins Geschichte und ihr Umgang mit den gesellschaftlichen Erwartungen ist besonders berührend und kontrovers. Wir diskutierten: Als unverständlich wurde die Ambivalenz zwischen Karin, eine „gestandenen Frau“ mit Erfahrung und Intellekt, die sich auf ein Heimchen am Herd degradieren lässt, und verschüchtert bleibt, empfunden. Die Gruppe ist sich einig, dass das Geburtsjahr (1907) wahrscheinlich eine große Rolle gespielt hat, und zur Stigmatisierung einer geschiedenen Frau geführt hätte. Es wäre ihr vermutlich nicht möglich gewesen, mit Ihrer Stelle als Übersetzerin ihren Lebensunterhalt autark zu bestreiten, da sie vermutlich unter fadenscheinigen Ausreden abgewiesen worden wäre. Gibt es ein Familienkarma, das einen Teil der Familien-Geschichte weiterreicht? Wie können wir uns befreien? Die Aufarbeitungstechnik in der Familienaufstellung Wir fanden besonders bewegend: Eine der schlimmsten Szenen des Buches, ist Svens öffentliche Lesung der Abtreibung aus Karins vorehelicher Beziehung. Entwürdigung und Enttäuschung sind nicht ausdrucksstark genug, um die Meinung der Gruppe wiederzugeben. Seite 196 -199: „Brandschrift über den Verfall der Sexualmoral“. Einen Markstein der Resignation setzt die Situation nach dem „Autounfall, eher Mordversuch, der ein erweiterter Suizid war. Seite 40 , ein Mordversuch oder erweiterter Suizid …“nirgendwo in seinem Buch oder wenn er davon erzählte, erwähnte er, dass meine Großmutter auch mit im Auto gesessen hatte…..(…).. ihr Gesicht hatte Feuer gefangen, sie erlitt Brandwunden 3. Grades an Brust und Hals….“ Seite 266: Sind wir uns einig? Fazit: Insgesamt war der Roman eine intensive und tiefgründige Lektüre, eine Anregung für den Leser zum Nachdenken über die Auswirkungen vergangener Traumata auf die Gegenwart. Es steht schon auf Seite 40: „ Und das Gift wirkte über Generationen fort. Wir lernten alle, einander zu hassen." Jedoch: Bleiben SIE Positiv!!! 😉
- Janet Frame: Ein Engel an meiner Tafel | Mysite
Janet Frame: Ein Engel an meiner Tafel Klappentext: Aus dem Englischen und mit einem Nachwort von Lilian Faschinger. Janet Frames autobiografischer Roman erzählt die Lebensgeschichte einer der eigenwilligsten Autorinnen der Weltliteratur. Die junge Janet Frame wächst unter ärmlichen und tragischen Umständen an der Küste Neuseelands auf: ihr Bruder erkrankt an Epilepsie, und ihre beiden Schwestern ertrinken bei Badeausflügen. Nach einem Selbstmordversuch in die Psychiatrie eingeliefert, rettet die junge Autorin nur wenige Tage vor einer geplanten Hirnoperation ein Literaturpreis, und sie wird nach acht Jahren entlassen. "Ein Engel an meiner Tafel" liefert den Beweis für die lebensspendende Kraft der Literatur, erzählt von einer Autorin, die ihr Leben dem Schreiben widmete und bis zum Ende aus dieser Kraft schöpfte. zum Autor: Janet Frame... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Autobiographie Original-Verlag: C.H.Beck erschienen: 2012 Seitenzahl: 288 aus dem Englischen von Lilian Faschinger zur Lesekreis-Erfahrung Der Klappentext lässt eine besondere Gemeinsamkeit mit unserem letzten Buch erkennen: Die Protagonisten sind äußerst tragische Figuren, die ihre Emotionen nicht zulassen können. Der Roman ist eine Autobiographie, also vom Standpunkt der Verfasserin erzählt. Es ist ein trauriges Buch Janets Geschichte, wenn auch mit positivem Ausgang. Die Autorin schreibt nüchtern und knapp, ohne Schnörkel, es sind die Metaphern in ihren Gedichten, die die Gefühlswelt widerspiegeln und sich ebenfalls im Werk befinden. Tod der Mutter Seite 236: „….die Dezembersonne, glühendste Todesanwältin, in diesem ihrem dreiundsechzigsten Jahr(…)“ Schon die Kindheit beginnt tragisch, in einer Familie in ärmsten Verhältnissen. Der Bruder leidet an schweren Epilepsie-Anfällen, und 2 ihrer Schwestern werden bei Bade-Unfällen unabhängig voneinander aus dem Leben gerissen. In ihrer Studienzeit fällt die furchtbare Fehldiagnose Schizophrenie, derentwegen sie acht Jahre lang unter entsetzlichen Bedingungen weggesperrt wurde. Wie hat es uns gefallen: Wir empfanden als Leser oft die Ängste ihrer Wahrnehmung und die damit verbundenen Einflüsse auf ihr Gemüt befremdlich. Sie scheint eingeschlossen In ihrem Kokon aus Einsamkeit, grenzenloser Naivität, Scham und Schüchternheit. Schwierig ist ihre soziale Phobie, Angst vor alltäglichen Situationen nachzuempfinden. Seite 27: „Viel von meiner Zeit und meinen Erfahrungen als Studentin ist mir heute verschlossen (…)...Ich hatte keinen Begriff vom Ausmaß meiner Einsamkeit. Ich klammerte mich an die Werke der Literatur, wie ein Kind sich an seine Mutter klammert.“ Sie erscheint uns oft sehr herb, fast herzlos. Das emotionslose Schildern der Erlebnisse lässt keine Bilder aufsteigen, nur Verwunderung und kommt manchmal einer Aufreihung der Tätigkeiten oder Ereignisse sehr nahe. Beispiele: Sehr unverständlich das Verhältnis, der Umgang mit der Mutter, ihre Einschätzung der Liebe ihrer Mutter: „so herzlos wie sie möchte sie nie sein.“ Seite 227: „ich komme nie mehr zurück nach Willowglen. Meine Worte waren verletzend und ich wusste es.“ Seite 233: „Niemand erwartete von mir, dass ich an Mutters Begräbnis teilnahm.; ich erfüllte die Erwartungen meiner Familie, indem ich mich nicht dazu imstande fühlte.“ Wir empfanden als besonders berührend: Ihr fehlendes Selbstwertgefühl, die Schwermut, Wer glaubt an mich ? Seite 156:“Statt mich einer Lobotomie zu unterziehen, wurde ich als Person mit einem gewissen Wert behandelt, als menschliches Wesen…„ Seite 158: „Nola starb vor wenigen Jahren im Schlaf. Das Vermächtnis ihrer entmenschlichenden Veränderung lebt zweifellos weiter in allen, die sie kannten, ich trage es für immer in mir." Seite 273:“ .. das Land verlassen…(…) aus einem Land zu fliehen, in dem meine Andersartigkeit , die in meinem Wesen lag, und selbst mein Wunsch zu schreiben..(..) als Anzeichen von Abnormalität betrachtet wurden.“ …(..) Wir sprachen über: Die furchtbaren Behandlungsmethoden der damaligen Zeit, wo Janet durch die Fehldiagnose Schizophrenie über 200 Elektroschock-Behandlungen erleiden musste. Seitens der Eltern fanden wir positiv bemerkenswert, dass sie in den 40er Jahren trotz Armut, als junge Frau studieren durfte. Die Ambivalenz ihrer Person: Seite 89: „Innerlich lächelte ich überheblich. Von wegen Begabung für das Schreiben! Das Schreiben würde mein Beruf werden.“ Seite 31: „Meine Unzufriedenheit mit meinem Zuhause und meiner Familie war groß. Die Unwissenheit meiner Eltern machte mich wahnsinnig.“ Seite 30: „..wenn ich die Münzen einwarf. Ich starb beinahe vor Scham.“ Seite 36: „Nur drei oder vier Mal war ich kühn genug, mir ein Exemplar des Critic zu nehmen“… Seite 48: „…bei der Vorstellung, mit Isabell ‚zurande kommen‘ zu müssen, überfiel mich Panik" Zum Buchtitel: Ein Engel...: Ein Schutzengel?, der sie im quasi letzten Augenblick vor der Lobotomie bewahrte?; oder: Der „Retter“ (Engel) Frank Sargeson: Seite 208 „Der Preis, den ich für den Aufenthalt in der Militärbaracke zahlte, war das Bewusstsein der Wertlosigkeit meines Körpers. (…) Im Austausch gegen diese mangelnde Selbstachtung als Frau gewann ich ein Leben, wie ich es mir gewünscht hatte." Fazit: Nichts ist umsonst, sie zahlte einen hohen Preis. Eine Frau, deren Obsession das Schreiben war, das sie als Dreh- und Angelpunkt in ihrem Leben empfand. Vergleich: Besonders eindrücklich mit poetischen Bildern ist die Trilogie des Lebens von Janet Frame adaptiert in dem preisgekrönten Film von Jane Campion, den wir sehr empfehlen. 😉
- Ian McEwan: Maschinen wie ich | Mysite
Klappentext: Ian McEwan: Maschinen wie ich Aus dem Englischen von Bernhard Robben. Charlie ist ein sympathischer Lebenskünstler Anfang 30. Miranda eine clevere Studentin, die mit einem dunklen Geheimnis leben muss. Sie verlieben sich, gerade als Charlie seinen 'Adam' geliefert bekommt, einen der ersten lebensechten Androiden. In ihrer Liebesgeschichte gibt es also von Anfang an einen Dritten: Adam. Kann eine Maschine denken, leiden, lieben? Adams Gefühle und seine moralischen Prinzipien bringen Charlie und Miranda in ungeahnte - und verhängnisvolle - Situationen. zum Autor: Ian McEwan, 21. Juni 1948 in Aldershot geboren, wuchs unter anderem in Singapur und Lydiben auf... Quelle: Wikipedia Klick hier: Lesekreis-Erfahrungen Ian McEwan: Maschinen wie ich Lesen ist wie ein Reisen durch fantasievolle Wirklichkeiten (Rüdiger Görner) Eine Maschine, die Shakespeare liebt, Haikus verfasst – darüber hinaus noch körperliche Bedürfnisse zur vollsten Zufriedenheit stillt und souverän ihm aufgetragene Hausarbeiten erledigt. - der Mann, Freund, Partner fürs Leben? Eine Maschine, mit Intellekt und Bewusstsein, jedoch nur bis zu dem Grad, den wir bestimmen? Ein Lese-Vergnügen belebend und erfrischend, man könnte zur Nachteule der Geisterstunde mutieren, den Fokus weit weg bringend von Pandemie-Problemen. Darüber wurde gesprochen: Alternative Geschichtsschreibung: Turings tragisches Schicksal ist uns präsent, obwohl oder gerade weil die alternative Geschichtsschreibung des Autors das erfolgreiche Weiterleben des Erfinders und Visionärs vorsieht, dem erst postum Ehre und Anerkennung zu Teil wurde. Maschinen die besseren „Menschen“? – Fausts Kritik am Humanismus Ethik-Situationen des autonomen Fahrens Woher kommt Adams „moralische Botschaft, Einstellung, hat er ein Recht auf „Rechtsprechung“, und woher kommt sie, weil nicht mit der Gebrauchsanweisung einprogrammiert? Kummer und Leid der Androiden, die sich zum Teil nur mit kollektivem Selbstmord zu helfen wissen. Problematik des programmierten zweckgebundenen Fühlens, überhaupt Fremdbestimmtheit. – Zitat „Er und sein Schaltkreisgewusel waren in die Sache verwickelt“ Die Vorstellung, Sehnsucht, dem Androiden mittels Programmierung Attribute gleich der Weitergabe von eigenen Genen zu verabreichen: „In gewissem Sinne wäre er wie unser Kind. Was wir jeder für sich waren, käme in ihm zusammen. Wir wären Partner und Adam unser gemeinsames Projekt, unser Geschöpf. Wir wären eine Familie.“ Kompromisslose Ehrlichkeit Adams, seine „Gleichgewichtsklausel“ Verurteilung Vergewaltiger / Bestrafung der Lüge, des Meineids Mirandas Verlierer auf der ganzen Linie ist das Kind Mark, es darf erst nach Mirandas Strafverbüßung wieder zu Charlie und Miranda zurück. Vergleiche: Philip Dick: Blade Runner - träumen Androiden von elektrischen Schafen Shelley: Pygmalion Fazit: Ein Amüsement nicht ohne Tiefgang, in dem sich erhebliche ethische und moralische Probleme auftun.
- Lesekreis-Erfahrungen Echtzeita | Mysite
Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Echtzeitalter von Tonio Schachinger Wie hat es uns gefallen: Noch einmal ist das „Setting“ in Wien 😉 Es ist ein sogenannter Internats-Roman, der mit spitzer Feder und jungem Esprit geschrieben, Kritik an Bildungsinstitutionen und deren Einfluss auf junge Menschen vornimmt. Er erzählt sehr satirisch ironisch über die Herausforderungen des Heranwachsens, der Selbstfindung und der Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Erwartungen. Das Internat wirkt wie ein Mikro-Kosmos, deren Schüler einer Gesellschaftsschicht angehören, zu denen Außenstehende keinen Zugang haben. Wir begleiten den Protagonisten Till (2002 geboren) von der vierten Klasse bis zur Matura (Abitur). Wir erfahren von der Trennung seiner Eltern, dem frühen Tod seines Vaters, als er 15 ist, und erleben sein erstes Verliebtsein. Der Weg bis zu seinem Matur-Abschluss, der in die herausfordernde Zeit der Pandemie fällt, wird dabei eindrucksvoll nachgezeichnet. „Er beherrscht zunächst die Kunst des Nichtauffallens “ 2013 beginnt Tills Geschichte in der 3. Klasse, als er ernsthaft „auffällig“ bei Herrn Dolinar, der ihn in der Französisch-Stunde demütigt. Wir nehmen teil an den Gefühlen zu seiner ersten Liebe Feli, einer überbegabten Mitschülerin. Bleiben dabei wir bis zum Ende seiner Internatszeit, dem Matura-Abschluss, der in die Corona -Zeit fällt. So ist er von seinem Peiniger befreit, der ihm jedoch schon irgendwo in seinen tiefsten Tiefen leid tut, da er ist… was er ist. Er hat das Selbstbewusstsein in der Deutsch Matura (sein vermutlicher „Showdown “ mit Dolinar) als einer von nur wenigen 100 Schülern in Österreich ein leeres Blatt abzugeben, da ihm die Auswahlthemen zur Textanalyse nicht motivieren. Er weiß, dass er mit einem 3er in Zeugnis trotzdem die Matura schafft. Die Entwicklung, die dieser Abschnitt (Kapitel 50, Seite 362) zeichnet, läßt eine unabhängige und selbstbewusste Persönlichkeit erkennen, mit der Till seinen eigenen Weg gehen wird. Was hat uns gefallen: Die Erzählweise des Autors, und das Tempo, das er im Roman vorgibt, machen ihn zu einem Pageturner. Die Sprache ist lebendig, jugendlich und sehr amüsant zu lesen. Die Schilderungen mit viel Charme sind reich an österreichischem Schmäh. Es werden Generationskonflikte gezeichnet, Schachinger wechselt öfter die Perspektive, lässt die Gedanken in den Köpfen der „Mitspielenden“ real zu Wort kommen. S.94: "Die Buchhändlerin denkt noch eine Weile über die schimpfenden Buben nach und über den dritten, der sich dabei völlig rausgehalten hatte…(…) Erst am Abend kommt sie zu dem Ergebnis, dass es auf diese Fragen keine Antwort gibt….“ Das Machtgefälle zwischen den Schülern und dem despotischen Lehrer Dolinar wird auch zum Dreh- und Angelpunkt des schulischen Daseins Tills. Der Anspruch des autoritären Lehrers ist es, im Elite-Internat der besseren Wiener Gesellschaft, der Reichsten, und Klügsten, höhere Söhne und seit 2011 auch höhere Töchter auszubilden. Till sucht sich die Bestätigung seines Werts in den Fluchten, die ihm das Spiel Age of Empire bietet. Im Spiel sieht Till die Lösung: Emotionen spielen keine Rolle, das Abtauchen in die Parallelwelt ist ihm wichtig z.B. als Star-Gamer Gestört hat: Teilweise überbordend bei der Zusammensetzung von Anekdoten wurde die intensiven Computerspiel-Internas empfunden. Lieblingszitate: Auslegung von Moral: S.124 "Dass einer seiner Schüler, noch dazu ein Marianist in dritter Generation(…)…aus der Schule abhaut, ist ein Tabubruch….(…)…dabei scheitert und Aufmerksamkeit erzeugt – das ist das Schlimmste. Denn der Dolinar hält, ebenso wie Palffys Eltern und die meisten sich als konservativ beschreibenden Menschen, das Bekanntwerden einer Verfehlung immer für schlimmer als die Verfehlung selbst.“ Interpretation des Gleichgewichts des Schrecken: S. 126 „Laut Lukas Ertl gibt es ein Gleichgewicht des Schreckens auf der Welt. Das Gute und das Schlechte bleiben immer gleich, sie verteilen sich nur unterschiedlich über den Planeten. Deshalb ist jeder glückliche Mensch schuld am Unglück eines anderen, jeder Mensch, der geliebt wird, nimmt einem anderen die Chance geliebt zu werden.“ ..Es gibt nichts Gutes.. 😉 S. 121/122 „Aber keiner macht Anstalten ihn zu verpetzen…(..)Der Schulpfarrer..(…) lächelt Tim an. Er gehört zum Opus Dei und damit zu einer Gruppe von Menschen, die Moral nicht als etwas Momentanes begreifen, sondern über Jahrhunderte weg kalkulieren, als kontinuierlichen Einsatz für das Gute,..(…) deshalb liegt das Petzen nicht in seiner Natur. Besonders anrührend - berührend: "Der Ausbruch" -in jeder Beziehung-: Stifters Brigitta - Klettern über Mauer zur Buchhandlung – Slapstick Feli : initiiert das literarische Zentrum an der Schule, erhält einen Preis für den Aufsatz „was ein Adler erzählt“, das Marianum 1928 bis Heute -die Schule als die Brutstätte des Faschismus in Wien – … Kapitel 32 - 1957 Frauenrecht 50 Jahre lang gleicher Diskurs Kritik ÖVP Seite 361 „Till hat plötzlich Mitleid mit ihm (Dolinar). Er sieht alt und erschöpft aus, und Till stellt sich vor , wie der Dolinar die letzten 2 Monate verbracht haben muss, in einer kargen Wohnung mit CD und Büchern an den Wänden, ohne Smartphone, ohne Computer und ohne Kaffeehaus. Ohne die mündliche Matura als letztes Druckmittel. Seine Macht endet hier. Zeitgeist: Auf vielfältige Themen bietet Echtzeitalter einen kritischen Blick auf politische und soziale Verhältnisse der Gegenwart: den Generationenkonflikt, der sich zwischen analoger und digitaler Welt manifestiert. es werden Diskurse um Frauenrechte, Rassismus, finanzielle Ausgaben und politisches Machtgeplänkel angesprochen die "Ibiza-Affäre" wird erwähnt, ein politischer Skandal, der zum Rücktritt des damaligen Vizekanzlers Heinz-Christian Strache führte, und letztendlich zum Bruch der Regierungskoalition ÖVP und FPÖ 2019 die Mikropolitik in Klassenverbänden und Schulen sowie die Makropolitik auf staatlicher Ebene. Digitalisierung, Sprachverfall und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft werden angesprochen. der Text setzt sich mit dem Konflikt zwischen Tradition und Moderne auseinander Machtmissbrauch und Manipulation in Organisationen und Institutionen werden thematisiert. die Rolle der Popkultur und der Computerspielszene in der zeitgenössischen Gesellschaft. Fazit: Das Buch als Coming of Age Roman allein zu bezeichnen, trifft es nicht, es ist ebenso ein Gesellschaftsroman nicht nur der High-Society Wiens.
- Deniz Ohde: Streulicht | Mysite
Deniz Ohde: Streulicht Klappentext: zur Autorin: Deniz Ohde (* 1988 in Frankfurt am Main ) ist eine deutsche Schriftstellerin . "Streulicht" ist ihr Debütroman. Quelle Wikipedia Klick hier! Erfahrungen im Lesekreis: Industrieschnee markiert die Grenzen des Orts, eine feine Säure liegt in der Luft, und hinter der Werksbrücke rauschen die Fertigungshallen, wo der Vater tagein, tagaus Aluminiumbleche beizt. Hier ist die Ich-Erzählerin aufgewachsen, hierher kommt sie zurück, als ihre Kindheitsfreunde heiraten. Und während sie die alten Wege geht, erinnert sie sich: an den Vater und den erblindeten Großvater, die kaum sprachen, die keine Veränderungen wollten und nichts wegwerfen konnten, bis nicht nur der Hausrat, sondern auch die verdrängten Erinnerungen hervorquollen. An die Mutter, deren Freiheitsdrang in der Enge einer westdeutschen Arbeiterwohnung erstickte, bis sie in einem kurzen Aufbegehren die Koffer packte und die Tochter beim trinkenden Vater ließ. An den frühen Schulabbruch und die Anstrengung, im zweiten Anlauf Versäumtes nachzuholen, an die Scham und die Angst - zuerst davor, nicht zu bestehen, dann davor, als Aufsteigerin auf ihren Platz zurückverwiesen zu werden. Deniz Ohde erkundet in ihrem Debütroman die feinen Unterschiede in unserer Gesellschaft. Satz für Satz spürt sie den Sollbruchstellen im Leben der Erzählerin nach, den Zuschreibungen und Erwartungen an sie als Arbeiterkind, der Kluft zwischen Bildungsversprechen und erfahrener Ungleichheit, der verinnerlichten Abwertung und dem Versuch, sich davon zu befreien. Um es auf den Punkt zu bringen: Es ist KEIN landläufig zu nennen „schönes“ Buch. Der Schreibstil ist emotional sehr distanziert, wirkt Tatsachenbericht ähnlich, was als Selbstschutz der Protagonistin empfunden wird. Die Erzählung gleicht einer Dokumentation mit protokollarischer Ausführlichkeit, dennoch ist die innere Anspannung spürbar und der Ton nie moralisierend oder zensierend. Was hat uns gefallen? Die Protagonistin zeichnet sich durch ihre Resilienz aus. Die Beharrlichkeit mit der sie den gesellschaftlichen und familiären Umständen trotzt (doppelt fremd- isoliert -fühlend als Arbeiterkind mit türkischem Elternteil) und ihr Studium aufnimmt. Schön wird auch die 3er Beziehung aufgenommen: Die Protagonistin mit „geheimen Namen“, Sophia und Pikka erinnert die Gruppe an die 3er- Freundschaft in „ Helle Tage“ Was hat uns gestört? Eltern von Pikka und Sophia wirken leblos – als Originale geboren, die zur Kopie wird. Die Traumatas der Familie: „wir waren 2 x ausgebombt“ der Vater, schwer in der Fabrik arbeitend, alkoholabhängig, jähzornig, Messi „wir stehen unter Beobachtung“, der Vater gegenüber der Mutter, gebürtige Türkin nur nicht auffallen „Man durfte zu keiner Zeit zur Bürde der Anderen werden“ die Protagonistin Eigene Reflektionen zum Thema Schulsystem, Ignoranz und Toleranz „Es war keine Identität die sich heraus bildete, sondern eher wurde sie mir entzogen, verschwand im Keller der Schule, zwischen bis in die 60er zurückreichenden Akten, weil ich die Einzige aus meinem Jahrgang war, die nicht auf eine höherer Schule wechselte…“ „Ich betrachtete die Tintenschrift, manchmal durch Tränenflüssigkeit verwischt, was ich damals zum Zeichen meiner Überforderung stehen gelassen hatte, in der Hoffnung, jemand würde es verstehen...“ Die Situationen des Werks erinnerten an: Max Frisch "Du bist nicht", sagt der Enttäuschte oder die Enttäuschte: "wofür ich Dich gehalten habe." Und wofür hat man sich denn gehalten? Für ein Geheimnis, das der Mensch ja immerhin ist, ein erregendes Rätsel, das auszuhalten wir müde geworden sind. Man macht sich ein Bildnis. Das ist das Lieblose, der Verrat. Am Meisten am berührt hat uns: Der Gedankengang zur Selbstmord-Attentäterin in der Kirche – für die Protagonistin eine Form des Davongehens: „Im Alter von zehn Jahren stellte ich mich auf meine Fensterbank und schaute nach unten auf die Straße. Es könnte vorbeisein, dachte ich“. Lieblingszitate: „Ich stehe ja am Rande der Gesellschaft“, sagte ich und lachte in die Runde (….) Über mich selbst lachen, damit die anderen es nicht taten.“ - Ironie der Verzweiflung Zeitgeist: Zugehörigkeit und Identität „Du bist Deutsche“, „du kannst nicht gemeint sein“ sagt die Mutter. Die Protagonistin ist in Deutschland geboren und hat einen deutschen Pass. –Die Integration fehlt. Wie empfinden wir die Stimmung im Werk? Die Stimmung wir als deprimierend empfunden „kein Garten umschloss unser Haus, keine Birke spendete mir Schatten, denn aus Schatten bestand ja unser ganzes Grundstück, und unsere Wohnung war ein Geheimnis, das wir zu hüten hatten, dessen wir uns schämten“ Fazit / Empfehlung: Ein Buch, das nicht nur einmal gelesen werden kann (muss), mit vielen Ansätzen zur Selbstreflektion. Zum Nachdenken, wie man selbst reagieren würde, oder schon hat. Was sind meine Empfindungen, habe ich mich schon ähnlich verhalten. Es läßt den Leser*in erschüttert und in sich gekehrt zurück.
- Marie Benedict: Frau Einstein | Mysite
Marie Benedict: Frau Einstein Klappentext: Die amerikanische Autorin Marie Benedict stellt uns in ihrem Roman Frau Einstein Mileva Marić vor, die erste Ehefrau von Albert Einstein. Der Roman basiert auf – und orientiert sich an – historischen Begebenheiten. Diese werden mit erfundenen Wahrheiten angereichert. Wieviel Dichtung steckt in der Wahrheit? Oder umgekehrt: wieviel Wahrheit verbirgt sich in genau dieser Dichtung? Um diese Fragen wird der Leser von Frau Einstein nicht herumkommen. Wir kennen Mileva Marić nicht. Aber alle Welt meint, Albert Einstein zu kennen. Das irre Genie mit der wilden Frisur. Der Erfinder, der Entdecker oder der Vater der Relativitätstheorie, der uns frech seine Zunge entgegenstreckt. Auch mit diesem Albert Einstein macht uns Marie Benedict in Frau Einstein bekannt. Und soviel sei vorab verraten: sie lässt kein gutes Haar an dem brillanten Wuschelkopf. Und alles – somit auch der Weg zur Relativitätstheorie – ist relativ. zur Autorin: Heather Bendedict Terrell schreibt einige ihrer Romane als Marie Benedict ist geboren 1973, studierte am Boston College Geschichte und Kunstgeschichte und an der Boston University School of Law. Sie ist Anwältin und lebt mit ihrer Familie in Pittsburgh. Quelle: Wikipedia Klick hier: Das Thema und vielleicht auch Leidenschaft der Autorin ist es, die verborgenen Geschichten bedeutender Frauen zu erzählen. Es soll eine Reihe entstehen: Frau Einstein, 2. Buch Lady Churchill, in Arbeit: Mrs. Agatha Christie Frau Einstein ist ein historischer Roman von 337 Seiten, keine Biografie Uns hat gefallen: Das Buch ist gut recherchiert, lässt sich lebendig und flüssig lesen, wobei der Focus als Antipathie-Träger mit Fortschreiten der Geschichte immer mehr statt weniger Herr Einstein ist und bleibt. – Hier relativiert sich nichts! Was hat uns gestört Das Buch hat uns gemeinsam zu dem Ergebnis kommen lassen, dass Albert Einstein in der Erzählung bei aller fachlichen Genialität eine emotionale Dysfunktion bescheinigt werden kann. Er erscheint charakterlich als egozentrischer Narzisst. Diesen Eindruck vermitteln auch die Nachforschungen, die zum Thema Mileva Maric in einem WDR-Beitrag verarbeitet: https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag3312.html Berührt hat uns die Stimmung im Werk Die Ohnmacht von Mileva stimmt fast aggressiv. Die Haltung der Mutter mit ihrem Rat, die erst- und unehelich geborene Tochter in ihrer Obhut zu lassen und Einstein nach Bern zu folgen. Ein Entschluss, den Mileva bitter bereuen sollte. Zitate: „Du bist ein Genie. Aber in Herzensangelegenheiten versagst du völlig“ S.248 Einzige Auflehnung gegen Albert nach Schlag ins Gesicht, S.322 -„Ich beschloss lieber Albert schlecht dastehen zu lassen“ – die Grenzen der Loyalität! Zeitgeist Ebenso ist Einigkeit in der Lesegruppe, dass der Zeitgeist, der in der Jahrhundertwende vorherrschte, die Umstände prägte. Eine Männerdomäne, nur durchbrochen von sehr wenigen Frauen, die es wagten und auch durchsetzen konnten, eher weniger denn mehr gleichberechtigt identische Studiengänge zu belegen. – In Mileva Maric’s Fall unterstützte ihr Vater sie aus dem Gedanken heraus, dass diese als behinderte Person, mit einem höherem Bildungsniveau ihr eigenes Einkommen zu verdienen in der Lage wäre, und dadurch Glück und Zufriedenheit zu erlangen. Nach Meinung der Eltern würde ihr kein Ehemann / Versorger „beschieden“ sein. – Die fragwürdigen damaligen Moralvorstellungen bei Scheidung Die Frau in der Ehe emotional, ordnend, beflissen den Gatten unterstützend, aber niemals doch bitte dominierend! Immer wieder: und drinnen waltet die züchtigte Hausfrau – manchmal sogar ge-züchtigt. Daher sah Mileva den Ausweg der Scheidung für sich sehr spät, (29. Juli 1914 S.344) da sie die Stigmatisierung in der Gesellschaft als geschiedene Frau fürchtete. Wir sprachen über: Geschlechter- Rollenverständnis heute In der Diskussion versuchten wir uns mit dem Thema, inwieweit sich das traditionelle Rollenbild tatsächlich bis heute gewandelt hat. Haben wir unterschwellig noch diese stereotypen Geschlechterrollen? Was haben wir als die Generation der Eltern unserer Kinder getan, um dies aufzubrechen? Den Mann als Familienoberhaupt, Ernährer gibt es nicht mehr, die Männer müssen sich als gleichberechtigte Partner in der Familienkonfiguration finden und verstehen. Pionier*innen der Wissenschaft, die ebenfalls in dieser Zeitspanne, Epoche lebten : Lise Meitner, https://de.wikipedia.org/wiki/Lise_Meitner in Preußen durften zu der Zeit die Frauen noch nicht studieren, so musste sie durch den Hintereingang das Gebäude betreten und durfte die Vorlesungsräume und experimentierräume der Studenten nicht betreten. dies fiel erst 1909 als das Frauenstudium in Preußen offiziell eingeführt wurde. Sie wurde 1906 als 2. Frau an der Wiener Universität promoviert! Marie Curie, https://de.wikipedia.org/wiki/Marie_Curie die gleichberechtigt mit ihrem Mann forschen durfte und von ihm Unterstützung erhielt, als 1. Frau und 1. Professorin, die 1908 an der Sorbonne lehrte. Die Universität Hamburg zog 1985 in ihrem Begleitheft zur Ausstellung Frauen in den Naturwissenschaften das folgende Fazit: „Marie Curie ist wegen der von ihr erhaltenen Nobelpreise in Physik (1903, gemeinsam mit Pierre Curie und Becquerel) und Chemie (1911) die wohl bekannteste Physikerin. Weniger bekannt pflegen die Schwierigkeiten zu sein, auf die sie stieß: sie wurde nicht zum Studium an der Warschauer Universität zugelassen, verdiente das Geld für ihre ersten Forschungen als Mädchenschullehrerin, und noch 1911 (!) wurde ihr die Aufnahme in die französische Akademie der Wissenschaften verweigert. Ähnlich unbekannt scheint auch ihr Engagement beim Völkerbund zu sein: Von 1922 bis 1934 war sie Vizepräsidentin der internationalen Kommission für geistige Zusammenarbeit beim Völkerbund. Auch die Möglichkeiten einer medizinischen Nutzung ihrer Entdeckungen interessierten sie stark.“[91] Zu benennen gewesen wäre sicher auch Clara Immerwahr https://de.wikipedia.org/wiki/Clara_Immerwahr , die mit dem späteren Nobelpreisträger Fritz Haber verheiratet, ebenfalls der Ehe ihre Karriere geopfert hat, und sich jung später das Leben nahm. Fazit: Die Frage, wo ist der Charme der guten alten Zeit? ;-) unsere Lesekreis-Erfahrungen:
- Edouard Louis: Anleitung ein anderer zu | Mysite
Édouard Louis: Anleitung ein anderer zu werden Klappentext: Mit Mitte zwanzig hat er schon mehrere Leben hinter sich: Eine Kindheit in extremer Armut, die Scham über die eigene Herkunft, die Flucht vom Dorf in die Stadt, nach Aufbruch nach Paris. Er macht sich frei von den Grenzen seiner Herkunft, nimmt einen neuen Namen an, liest und schreibt wie ein Besessener, probiert sich aus, will alle Leben leben. Er trifft sich in mondänen Hotels mit Männern, die in einer Nacht soviel ausgeben, wie seine Familie im Dorf in einem ganzen Jahr. Immer neue Welten erschließen sich ihm. Mit unbändiger Energie erfindet er sich wieder und wieder, schließt Freundschaften und hinterfragt doch die radikale Selbstveränderung, die sich nie ganz vollendet. zum Autor: Édouard Louis ist ein französischer Schriftsteller... Wikipedia zum Buch: Genre: Gegenwartsliteratur, Coming-of -Age, Autobiografie Verlag: Aufbau Verlag Berlin Übersetzerin: Sonja Finck erschienen: 2022 Seitenzahl: 272 zu unseren Lesekreis-Erfahrungen
- Jane Gardam: Ein untadeliger Mann | Mysite
Jane Gardam: Ein untadeliger Mann Klappentext: Aus dem Englischen von Isabel Bogdan. Alles an Edward Feathers ist ohne Fehl und Tadel - seine Garderobe, seine Manieren und sein Ruf als Anwalt mit glänzender Karriere in Hongkong. Nun ist er alt und muss mit dem Tod seiner Frau Betty zurechtkommen, so wie er immer mit allem zurechtgekommen ist. Seine perfekte Haltung täuscht alle und manchmal sogar ihn selbst. Doch mit Bettys Tod bricht etwas in ihm auf, und behutsam beginnt Feathers, vergangene Ereignisse ans Licht zu holen. An einem kalten englischen Wintermorgen setzt er sich ans Steuer seines Wagens und fährt los, das eigene Leben zu erkunden. zur Autorin: Jane Gardam, geboren 1928, ist eine englische Schriftstellerin... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Gegenwartsliteratur Verlag: Hanser Verlag erschienen: erstmals 2004 Übersetzung: Isabel Bogdan 2015 Seitenzahl: 352 zu unserer Lesekreis-Erfahrung unsere Lesekreiserfahrungen: Jane Gardam Ein untadeliger Mann Unser neuer Roman ist wirklich und wahrhaftig very britisch: innen und außen. Die Autorin, sowie deren Übersetzerin schafft es mit einer Leichtigkeit das Leben und die Psyche des Protagonisten „Old Filth“ , Kronanwalt in seinen hohen 80-ern, sowie seiner Ehefrau, sehr geschickt und warmherzig, ohne Wertung zu beleuchten. Die atmosphärischen Beschreibungen der Landschaften, die „Grillen“ Teddies und Bettys sind ein Juwel von Literatur und deren Übersetzung. Auch bei Filth‘s Reflektion gibt es ein Innen und Außen, seiner gedanklichen Reise in die Vergangenheit und dann in die reale Außenwelt. Dabei werden starke Emotionen gegenüber Freunden und alten Weggefährten wieder erinnerlich. . Alles mit viel Authenzität und Gespür für die Empfindungen der jeweiligen Person. Ohne Klischee-Bedienung haben die Figuren mit ihrer Charakteristik ein nuanciertes Eigenleben. Edward Feathers, ehemaliger Raj-Waise mit der für immer verletzten Seele, als Erwachsener skurril exzentrisch. Betty, seine Frau, Schottin in Peking geboren, spricht fließend Mandarin, die chinesischen Sitten und Gebräuche sind ihr vertraut, wie er fühlt sie sich damit wohl: „Sein ganzes Leben hatte er chinesische Werte hochgehalten: Die Höflichkeit, die plötzlichen Seitenhiebe, die unbedingte Gastfreundschaft, die Freude am Geld, die Schicklichkeit, die Wertschätzung des Essens, die Diskretion, die Cleverness.“ Betty und Teddie sind kinderlos. „Wer ohne Liebe aufgewachsen ist, kann kein Kind lieben. „Ich wurde seit ich 4 ½ Jahre alt war nicht mehr geliebt“, sagt Filth, der in diesem Alter seinem Heimatort und den Bezugspersonen entrissen wurde, um die englische Sprache und Wertvorstellungen zu lernen. der gefühlsarme Vater Eddies, dessen Herz ebenfalls gebrochen wurde traumatisiert und mit einer Kriegsverletzung. Seite 39: „Er bat nicht darum, das Baby (seinen Sohn) sehen zu dürfen..(..)..monatelang kam er dem Kind nicht näher“ Auntie May, Missionarin in Malaysia und Teddies erste Bezugsperson, die ihn seit Geburt kennt Vereint im Leid bei Ma Didds (Pflegefamilie) Brutalität und Gewaltherrschaft: die Cousinen Babs und Claire - Seite 189: „Anscheinend, sagte Claire, reißt Bettys Tod Grenzen ein. Spült Leichen an die Oberfläche.“ die verrückten englischen Tanten Muriel und Tilda, „Les Girls“, laut Einschätzung Eddies psysisch taub, sind tatsächlich nur mit sich selbst beschäftigt und frönen der Selbstwahrnehmung ihrer Rolle zu Teddie der konkurrierende Widersacher Anwalt Terry Veenering Seite 21 „sie kreuzten nicht nur die Säbel, sie gingen mit Krummsäbeln aufeinander los“ …als späterer Nachbar in England, Seite 23: „ein Stück Regenrinne für die Morgenzeitung „..er hat mir das mit der Regenrinne nachgemacht“, sagte Old Filth, „er war noch nie besonders originell „ das „Schlitzohr“ Albert Ross alias Colerdige, Weggefährte chin. Herkunft ohne Eltern, Teddie lernt ihn bei seiner Überfahrt zurück nach Singapur kennen. Vom Uhrendieb zum Rechtsanwalt, bringt er Filth letztendlich nach Hongkong und begründet so dessen Reichtum. Seite 318 („er hat mich aufs Pferd gesetzt") Father Tansy, herrlich aus der Sichtweise des Alters: ..“Seite 183 „..kam ein Luftzug durch die Kirche…(..)..ein lockiger Junge kam den Gang heruntergehüpft. Er trug ein Kollar und Jeans….(…)..Sie möchten beichten?“…und er stellte sich vor, wie das Priesterbübchen innen drin den Kopf an die Seite lehnte.“.. Seite 325: „Father Tansy wartete mit leuchtenden Augen, wie ein Eichhörnchen.“ Ein Buch, das gefangen nimmt und eintauchen lässt, in die Suche nach Heimat, Geborgenheit und Zugehörigkeit, reich an Perspektivwechsel. Die Szenen so herrlich gestaltet, gemalt, dass sie wie ein Film vor dem geistigen Auge des Lesers ablaufen. Ob es bspw. Teddies Fahrkünste und die Reaktion anderer Verkehrsteilnehmer darauf sind, oder die Beurteilung Filth’s die „Anzugsordnung“ der jüngeren Generation betreffend😉. Als die berührendsten Stellen empfanden wir: Die Angst des Verlassenwerdens, die ihn nie mehr verläßt, siehe seinen Heiratsantrag „ Lass mich nie allein.“ Seite 92: …“eines Tages werde ich meinen letzten Willen für dich aufschreiben. Mit meinen ganzen persönlichen Wünschen.“ - „Hast du noch so viele“ - „Nicht viele. Ein Ende in Frieden, vielleicht.“ - „Und dass du mich nie verlässt, dachte er“. Seite 325: „Mein ganzes Leben lang, seit ich ein kleines Kind war, wurde ich verlassen oder im Stich gelassen, oder durch den Tod von den Menschen getrennt, die ich geliebt habe und denen ich wichtig war.“ Die Szene im Hotel, als er beim Frühstück den Nachruf auf seine Betty in der Zeitung sieht. Er „weinte still hinter den Händen , während er an diesem unbekannten Ort saß“, der einzige Verbliebene in dem großen Speisesaal. Erst jetzt realisiert er seinen Verlust, erlaubt sich, daran zu denken, weint immer weiter. Um ihn herum werden die Tische, auch sein Tisch vom Personal abgeräumt, das Tuch gewechselt. „Sie sagten kein Wort.“ Sie lassen ihn still bei sich. Immer wieder liegen Tragik und Komik kunstvoll so nah beieinander und rutschen dennoch nie in Slapstick ab. Seite 131“ Betty duldete keinen Unfug, wenn es um Blumen ging (…..). Sie predigte Blumen.“ Der Tod im Tulpenbeet mit ihren „Schandperlen“: „Filth hatte es nicht so mit den Blumen. Er fand sie nichtssagend, manchmal feindselig. Die Tulpen waren es, dachte er, die Betty erwischt haben.“ Sehr schönes Zitat: Seite 306: „Mein Gedächtnis war immer zuverlässig. Vielleicht zu zuverlässig,. Es hat mich nie verschont Erinnerung und Sehnsucht … ohne Erinnerung und Sehnsucht ist das Leben sinnlos.“ Mit einem Super- Twist am Ende schließt die Autorin den Roman, als Teddie nach Vergebung sucht. Fazit: Ein Meisterwerk an Erzählkunst Tragik-Komik, Ironie. Lesen und genießen!!
- Caroline Wahl: 22 Bahnen | Mysite
Caroline Wahl 22 Bahnen Klappentext: Tildas Tage sind strikt durchgetaktet: studieren, an der Supermarktkasse sitzen, schwimmen, sich um ihre kleine Schwester Ida kümmern - und an schlechten Tagen auch um ihre Mutter. Zu dritt wohnen sie im traurigsten Haus der Fröhlichstraße, in einer Kleinstadt, die Tilda hasst. Ihre Freunde sind längst weg, leben in Amsterdam oder Berlin, nur Tilda ist geblieben. Denn irgendjemand muss für Ida da sein, Geld verdienen, die Verantwortung tragen. Nennenswerte Väter gibt es keine, die Mutter ist alkoholabhängig. Eines Tages aber geraten die Dinge in Bewegung: Tilda wird eine Promotion in Berlin in Aussicht gestellt, und es blitzt eine Zukunft auf, die Freiheit verspricht. Und Viktor taucht auf, der große Bruder von Ivan, mit dem Tilda früher befreundet war. Viktor, der genau wie sie immer 22 Banen schwimmt. Doch als Tilda schon beinahe glaubt, es könnte alles gut werden, gerät die Situation zu Hause vollends außer Kontrolle.... Autorin Caroline Wahl wurde 1995 in Mainz geboren und wuchs in der Nähe von Heidelberg auf. Sie hat Germanistik in Tübingen und Deutsche Literatur in Berlin studiert. Danach arbeitete sie in mehreren Verlagen. "22 Bahnen" ist ihr Debütroman. Sie lebt in Rostock Für eine umfassendere Darstellung über ihren Lebensweg und prägende Stationen bitte dem Wikipedia-Link folgen Wikipedia zum Buch: Genre: coming-of-age, Fiktion, Familiendrama Verlag: DuMont-Buchverlag erschienen: 2023 Seitenzahl: 204 zu unseren Lesekreiserfahrungen: