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- Thomas Hettche: Herzfaden | Mysite
Thomas Hettche: Herzfaden Klappentext Ein zwölfjähriges Mädchen gerät nach einer Vorstellung der Augsburger Puppenkiste durch eine verborgene Tür auf einen Dachboden, wo Prinzessin Li Si, der klappernde Tod, Kater Mikesch und ein sprechender Storch auf es warten. Vor allem aber trifft es jene Frau, die all diese Marionetten geschnitzt hat und nun ihre Geschichte erzählt. Es ist die Geschichte eines einmaligen Theaters und der Familie, die es gegründet und berühmt gemacht hat. Sie beginnt im 2. Weltkrieg, als Walter Oehmichen, ein Schauspieler des Augsburger Stadttheaters, für seine kleinen Töchter eine Marionettenbühne baut. In der Bombennacht, die 1944 Augsburg zerstört, verbrennt sie zu Schutt und Asche. "Herzfaden" erzählt, wie Walters Tochter Hatü mit ihrer Freundin dieses Puppentheater wieder auferstehen lässt und ihr neues Leben in den Ruinen erprobt. Es ist die Geburtsstunde von Figuren, die legendär geworden sind, wie dem Urmel oder Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer. zum Autor: Thomas Hettche ist ein deutscher Schriftsteller und Essayist. Er ist geboren 1964 in Treis, Landkreis Gießen. Über Leben und Wirken und die zahlreichen Auszeichnungen mehr... Quelle Wikipedia klick hier! Erfahrungen im Lesekreis klick hier::
- Dagmar Schifferli: Wegen Wersai | Mysite
Dagmar Schifferli Wegen Wersai Klappentext: Die zwölfjährige Katharina wächst in der Schweiz der 60er Jahre auf. Da ihre Mutter schwer erkrankt ist, lebt das Mädchen vorwiegend bei der Pflegemutter "Tantelotte", einer verhärteten Frau, die die Erfahrungen aus ihrer entbehrungsreichen Kindheit während der NS-Zeit sogar noch Jahrzehnte später ihr Pflegekind spüren lässt. Katharina versucht, die sie umgebenden Erwachsenen zu verstehen, stellt Fragen und bemüht sich, Zusammenhänge herzustellen, doch nur selten erhält sie eine Antwort. Um sich selbst zu schützen, errichtet sie eine Fassade der Anpassung, während sie die Lügen und Verzerrungen der Erwachsenen immer deutlicher durchschaut. Autorin Dagmar Schifferli wurde 1951 in Zürich geboren. Sie studierte Sozialpädagogik, Psychologie sowie Gerontologie und war viele Jahre als Dozentin in diesen Fachbieten tätig.. Nagel und Kimche Wikipedia zum Buch: Genre: Gegenwartsliteratur Verlag: Verlag Nagel & Kimche Übersetzer: erschienen: 2024 Seitenzahl: 192 zu unseren Lesekreis-Erfahrungen Button
- Thomas Mann: Der Tod in Venedig | Mysite
Unser Lesekreis-Klassiker: Thomas Mann – Der Tod in Venedig Im grauen Februar kehren wir zu einem vertrauten Klassiker zurück: Thomas Manns Erzählung vom Schriftsteller Gustav von Aschenbach, der in Venedig zwischen Disziplin und Begehren, Kunstideal und Selbstverlust ins Wanken gerät. Eine dichte, zeitlose Novelle über Verführung, Vergänglichkeit und die gefährliche Nähe von Schönheit und Verfall. zum Autor: Thomas Mann (1875–1955) war ein deutscher Schriftsteller und einer der bedeutendsten Erzähler des 20. Jahrhunderts. Geboren in Lübeck, stammte er aus einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie, deren Niedergang er literarisch in seinem frühen Erfolgsroman „Buddenbrooks“ (1901) verarbeitete. Für dieses Werk erhielt er 1929 den Nobelpreis für Literatur. Zu seinen bekanntesten Romanen zählen außerdem „Der Zauberberg“, „Joseph und seine Brüder“, „Doktor Faustus“ und „Der Tod in Venedig“. Manns Werk verbindet psychologische Feinzeichnung, Gesellschaftskritik und philosophische Reflexion. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 ging Thomas Mann ins Exil, zunächst in die Schweiz, später in die USA. Er engagierte sich öffentlich gegen das NS-Regime und setzte sich für Demokratie und Humanismus ein. Thomas Mann starb 1955 in Zürich. zum Buch: erschienen: 1911
- Marco Balzano: Ich bleibe hier | Mysite
Marco Balzano: Ich bleibe hier Klappentext: Ein idyllisches Bergdorf in Südtirol - doch die Zeiten sind hart. Die Leute werden vor die Wahl gestellt: Entweder nach Deutschland auszuwandern, oder als Bürger zweiter Klasse in Italien bleiben. Trina entscheidet sich für ihr Dorf, ihr Zuhause. Als die Faschisten ihr verbieten, als Lehrerin tätig zu sein, unterrichtet sie heimlich. Und als ein Energiekonzern für einen Stausee Felder und Häuser überfluten will, leistet sie Widerstand - mit Leib und Seele. zum Autor: Marco Balzano, geboren 1978 in Mailand.... hier ein Interview zum Buch der 3sat Mediathek mit dem Autor vom 14.06.2020 Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Roman - Geschichte Südtirols Verlag: Diogenes erschienen: Original-Ausgabe 2018 Seitenzahl: 280 (Taschenbuch) aus dem Italienischen von Maja Pflug unsere Lesekreis-Erfahrungen Dem Autor ist es gelungen, ein eindringliches Bewusstsein für die Tragik einer Touri-Attraktion zu schaffen, die seit Jahren manchmal unbedarft genutzt wird: Beim Überqueren des Reschen-Passes zu den Feriengebieten Südtirols, kann der Urlauber sich in Foto-Pose setzen, als Hintergrund der aus dem Wasser herausragende Kirchturm des Dörfchens Graun, das 1950 geflutet wurde, zugunsten eines Stausees. Seite 93 „Ich werde dir berichten, was sich in Graun abgespielt hat, an dem Ort, den es nicht mehr gibt“. Es sind 3 Erzählstränge: Familie Politik Umweltprobleme Die Ich-Erzählerin Trina, beschreibt ihr Leben und Schicksal als Südtirolerin von den 20er Jahren bis in die 50er, teilweise in Briefform an ihre verschollene Tochter, mit deren Verlust sie nie abschließen konnte. Trina macht im Frühjahr 1923 die Reifeprüfung und erhält nach ihrer Ausbildung das Lehrerinnendiplom. Sie ist mit ganzem Herzen Bergbäuerin, aber auch Pädagogin, wissbegierig und nachdenklich. „ich glaubte sie können mich retten, die Wörter“. Sie und ihr Mann Erich stehen im Mittelpunkt der Familiengeschichte. Er ist „der einzige Mann, der ihr je gefallen hat“, geradlinig, kraftvoll, ebenso heimatverbunden wie sie. Die Umstände zwingen die Familie doppelt leidgeprüft in den Widerstand; erst gegen die diktatorische Regierung Mussolini, dann gegen die Stausee- Pläne, die ihr Dorf vernichtet. Trina und Erich bekommen 2 Kinder, Michael, der bodenständig ist und den Bauernhof übernehmen möchte. Er entwickelt sich zum kriegsbegeisterten Hitler-Anhänger. Marica, die verlorene Tochter, 4 Jahre jünger, verschwindet ohne Abschied mit Tante (Schwester des Vaters) und Onkel. Wie hat es uns gefallen: Sehr bewegend und flüssig zu lesen, die Geschichte einer ganzen Region, deren Menschen sich heute noch, wie viele aus Gesprächen zu berichten, als autonome Südtiroler und nicht als „eingebürgerte Italiener“ verstehen“. Was hat uns gefallen: Es ist ein „leises“ Buch, das gerade deswegen unter die Haut geht. Die Sätze passen zu den Gegebenheiten, den Lebensbereich, dem sozialen Umfeld der Bergbauern. Sie sind kurz und prägnant. Seite 271 „Als sie den Sprengstoff in den Häusern deponierten, waren wir schon in die Baracken gepfercht.“ Es bedarf keiner zusätzlichen Adjektive, um das Grauen, die Verzweiflung und Hilflosigkeit, die damit verbunden sind deutlich zu machen. Besonders berührt hat uns: die Trauer und Resignation Trinas und Erichs, über den Verlust der Tochter. Erich zeichnet in einem Heft Marica aus der Erinnerung. Seite 149: „Vier Jahre lang hatte ich dir jeden Abend in einem alten Heft geschrieben. Ich las alles noch einmal durch, dann legte ich es in den Kamin. Die rotleuchtende Glut maserte die Asche. Knisternd schlüpfte das Feuer langsam zwischen die Seiten und wurde wieder lebendig. Nie habe ich mich freier gefühlt.“ Als Trina und Erich nach dem Sturz Mussolinis 1943 fliehen müssen mit Deserteuren und Partisanen für mehr als 1 Jahr in das eisige Hochgebirge mit unglaublichen Entbehrungen. Die Zwangs-Evakuierung Seite 263: „Die Männer trugen die Matratzen auf dem Rücken, die Frauen hielten die Kinder auf dem Arm und bemühten sich, geradeaus auf den Horizont zu schauen, der an diesem Tag hell und klar war.(….)…gingen alle in einer Reihe, mit dem langsamen Schritt der Verurteilten, unter den ausdruckslosen Augen der aufmarschierten Carabinieri.“ Als die Felder bereits überflutet waren, beschließt Erich die Kälber, Kühe und Schafe zum Schlachter bringen, und bezahlt dazu für den Hund, Seite 272: „Nimm ihn auch noch, sagte Erich und deutete auf Fleck. Der Metzger sah ihn stumm an.“ »Die einzige Möglichkeit weiterzuleben ist vielleicht, sich zu verändern und nicht zu erstarren. An manchen Tagen bereue ich es, doch es geht mir schon mein ganzes Leben so: Plötzlich muss ich mich von Dingen befreien, sie verbrennen, sie zerreißen, sie von mir wegschieben. Ich glaube, das ist mein Mittel, um nicht wahnsinnig zu werden.“ Wir diskutierten: Was waren die Beweggründe für Schwager Lorenz und Schwägerin, Erichs Schwester Anita, die Marica mit sich nahmen? 1936 kamen sie ins Dorf, bis1939 aus unklaren Gründen.- In der Gruppe wird vermutet, dass aufgrund des Fehlens eigener Kinder diese so ein Adoptivkind zu erhielten. So konnten sie die Ablehnung von Trina und Erich umgehen. Der Abschiedsbrief, den Trina Wochen später erhält, trägt keinen Poststempel, wie fand er den Weg zu Trina und Erich? Warum gab es kein weiteres Lebenszeichen von Marica? - Wir nehmen an, dass sie die Kriegszeiten auf die eine oder andere Art nicht überlebt hat. Schwägerin und Schwager tauchen ebenfalls im Roman nicht mehr auf, vielleicht derselben Ursache geschuldet. Warum hat der Mann mit Hut (Staudamm) oder die dicke Frau (im eisigen Hochgebirge) keinen Namen? Wir sprachen über: Das Instrument der Machtpolitik über Sprache: Den Identitätsverlust: kein Deutsch mehr in den Klassenzimmern, der Amtssprache. Auf dem Friedhof mussten selbst die Gräber umbenannt, auf Italienisch benamt, gekennzeichnet werden. Seite 131 „Die Sprachen waren zu Rassenmerkmalen geworden. Die Diktatoren hatten sie in Waffen und Kriegserklärungen verwandelt.“ Umwelt und Kommerz: Vergewaltigte Natur, Vergleich mit Sotschi, schwarzes Meer, hier entstanden Wintersportanlagen für Olympiade 2014. Fazit: Ein sehr bewegender, zu Herzen gehender Roman. Unbedingt lesen!! Der Mut der Verzweiflung: Der Autor schließt den Roman mit: „Vorwärts gehen, wie Mutter zu sagen pflegt, das ist die einzige Richtung, die erlaubt ist. Sonst hätte Gott uns die Augen seitlich gemacht, wie den Fischen. „
- Lesekreis-Erfahrungen Die spürst du nic | Mysite
Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Daniel Glattauer: Die spürst du nicht Da der Klappentext recht knapp gehalten ist, vermutlich um neugierig zu machen, hier ein wenig ausführlichere Informationen zum Inhalt: Der Autor hat seine Charaktere in einer bühnenhaften Konstellation aufgestellt, und da sind sie, die „Bobos“ 😉bestehend aus: der Familie eines bekannten niederösterreichischen Winzers Engelbert Binder, mit Ehefrau Melanie, die Kultur-Management studierte, von einer Schauspielkarriere träumte und Sohn Benjamin, als „pflegeleicht“ wahrgenommen, 9 Jahre alt den Strobl-Marineks , Oskar Marinek, Ende 40, besserwisserisch, gescheiterter Professor in Wien, nun Lektor für wenig herausfordernde Forschungsprojekte, sowie seine Frau Elisa Strobl-Marinek, 10 Jahre jünger, Umweltaktivistin, studierte Ökologie und Nachhaltigkeit. Sie sitzt im Nationalrat und will für ein Ministeramt kandidieren. Sie haben die Kinder Sophie Luise 14, und Lotte 9 Jahre, beide Familien gönnen sich einen Premium-Urlaub in der Toskana, bei dem die Teenie-Tochter Sophie- Luise, genannt So-Lu, gegen evtl. aufkommendes Netflix-Überdosis-Syndrom ihre somalische Schulfreundin Aayana, ein Flüchtlingskind, mitnehmen darf. Aayanas Familie Ahmed ist zunächst gegen die Reise ihrer Tochter, lässt sich aber dann doch überreden. Gleich am ersten Abend ertrinkt Aayana im Pool der Villa. Und im Netz geht es ab... Wie hat es uns gefallen: Genau die Intension, die Glattauer mit diesem Roman nach eigenen Aussagen in einem Interview verfolgt, ist eingetroffen: Wir hatten eine lebhafte Debatte über die arrogante Moral der Wohlstandsgesellschaft und ihren Überlegenheitskomplex. In einer Zeit des Medienüberflusses und eines allgegenwärtigen Berichterstattungskults wird unsere Wahrnehmung zunehmend von der Inszenierung des Geschehens statt von der Realität selbst geprägt. Was hat uns gefallen: Der Roman wird in chronologischer Abfolge komplett in der Gegenwart erzählt, was eine gewisse Sogwirkung für die Lesenden mit sich bringt. In die fortlaufende Handlung werden die entsprechenden Pressetexte und Social-Media-Kommentare auf die Geschehnisse eingebunden. Es wurde diskutiert , dass im Roman lange Strecken nur die Perspektiven der "Upper-Class" gezeigt werden. Die Geschichte der Ahmeds, ihr Leidensweg, wird erst Seite 273 erzählt. Teilweise wurde die Geschichte als zu konstruiert empfunden, wobei wir zugestehen, dass Satire entsprechend überzeichnen, übermalen darf. Das muslimische Frauenbild Seite 27/28: „Wir sind hier nicht mehr im Mittelalter, lieber Herr Dozent“ rügt ihn Melanie. Wir nicht, erwidert Oskar. Aber hier ist sie bei uns sagt Elisa. Bei uns gelten eben unsere Werte, für die wir Frauen jahrzehntelang hart gekämpft haben..,. Es ist unsere Pflicht, sie weiterzuverbreiten. Bei uns zu sein heißt noch lange nicht, zu uns gehören oder gar uns zu gehören ", kontert Oskar. Zitate Mediale Empörung Medien-Threat Seite 146: „Das im Artikel beschriebene Unglück berührt uns nicht, es ist zu weit weg von uns. Es ist nur eine pikante Story, in der wir die Guten sind.“ „Im Netz regen wir uns liebevoll über Dinge auf, die uns in Wirklichkeit völlig egal sind.“ „Empörung ist die neue Unterhaltung“ Arroganz paart sich mit Empathielosigkeit: Seite 15 „Sie spricht auch schon sehr gut Deutsch, lobt Melanie, zumindest DANKE kann sie gut… Seite 119 Besuch bei Familie Ahmed: „Befreiender wäre es, sie würden um eine kleine finanzielle Unterstützung bitten, wegen der überfälligen Begräbniskosten, etc…“ Ein Genuss für Sprachliebhaber: Seine Wortspiele spüren den verborgenen Sinn hinter jedem Wort auf.: Seite 64: „Mama bist du krank? – Was für eine absurde Frage! Mama kann nicht kranksein, das hat es noch nie gegeben, das hätte ihr Job nie zugelassen und Lotte erst recht nicht. Manchmal kränkelt sie vielleicht, das heißt sie tut so, als ob sie krank werden könnte, und wie es wäre, wenn. Manchmal ist sie gekränkt, das geht meistens auf Papa zurück und verschwindet so schnell, wie es gekommen ist. Manchmal ist sie auch krankhaft, z.b. krankhaft wütend, da haftet ihr etwas Krankes an..(…) Nein, krank ist Mama nie gewesen. “ Seite 164/65: Es geht also bestimmt nicht um die Befindlichkeiten Engelberts und Oskars, sonst hätten sich die zwei Männer nie getroffen. Beide sind aber nicht nur glühende Verfechter der befindlichkeitsfernen Unverbindlichkeit, sondern auch begnadete Verweigerer der persönlichen Verstrickung in unangenehme bis prekäre Lebenslagen. ..und da wäre noch die Sache mit der Wahrheit…: Seite 71 Anwalt Steinbichler: "Die Wahrheit ist ein Chamäleon, sie wechselt die Farbe mit dem Blickwinkel des Betrachters (….) diesem Umstand verdanke ich meinen Beruf." Seite 141: "Die Wahrheit ist ein Pfau, sie hat ein facettenreiches buntes Gefieder. Wir werden uns schon die passenden Federn herauspicken, verlassen sie sich auf mich". Anwalt Steinpichler bei der Besprechung mit seinen Mandanten. Besonders beeindruckend: Berührt hat das Plädoyer des Klagevertreters von Familie Ahmed Seite 67 : „Es sind Fremde. Fremdlinge, Flüchtlinge. Die leben in ihrer Welt. Gehören nicht zu uns. Haben nichts mit uns zu tun. Haben ihre Vorgeschichte, die sie schicksalhaft hierhergebracht hat.(…..) sie haben auch ihre Geschichte, so wie wir alle, Ja, wir alle haben unsere Lebensgeschichte, die beginnt mit der Geburt und endet erst mit dem Tod. Es liegt an uns, wie viel wir davon zwischendurch preisgeben.“ Zum Buchtitel: Seite 15: „Das ist ja wirklich eine Süße, und so brav, die spürst du nicht .“ Meinte Engelbert. Seite 123: Als Aayanas Familie weggezogen, nicht auffindbar ist: „Bei denen war es nie laut, obwohl Neger an sich laut sind. Die hat man nicht gespürt.“ Fazit: Selbstironie und spöttischer Humor, zynisch und traurig. Der Autor mit dem Wiener Schmäh“ wirft einen tiefgründigen Blick auf zwischenmenschlichen Beziehungen sowie gesellschaftliche Zustände. Man kann sie spüren....
- Minna Rytisalo: Lempi | Mysite
Minna Rytisalo: LEMPI das heißt Liebe Klappentext: Aus dem Finnischen von Elina Kritzokat Der junge Bauernsohn Viljami hat sich in Lempi, die Tochter des Ladenbesitzers aus der kleinen StadtRovaniemi, verliebt. Hals über Kopf heiraten sie, und Lempi, der das Landleben fern ist, zieht zu Viljami auf den Hof. Um sie zu entlasten und über die Trennung von ihrer Zwillingsschwester hinwegzutrösten, stellt ihr Mann die Magd Elli ein, die insgeheim glühend eifersüchtig ist und selbst gern an seiner Seite wäre. Nach einem einzigen glücklichen Sommer wird Viljami zum Kriegsdienst eingezogen. Als er zurückkehrt, ist die Stadt zerstört und Lempi verschwunden. Dass sie wie ihre Schwester Sisko mit einem Wehrmachtsoffizier nach Deutschland gegangen sein soll, kann er sich nicht vorstellen. Viljami, die Magd Elli und Sisko erinnern sich an Lempi - aus ihrer jeweils eigenen, sehr individuellen Perspektive. Vielschichtig, emtional, eindrucksvoll: die Geschichte einer tragischen Liebe vor dem Hintergrund des Lapplandkrieges. zur Autorin : Rytisalo stammt aus Lappland und arbeitet als Finnischlehrerin. Sie betreibt im Internet einen literarischen Blog. 2016 veröffentlichte sie ihren ersten Roman Lempi, der in Lappland angesiedelt ist. Er wurde als bester Roman 2016 mit dem Blogistania-Finlandia-Preis ausgezeichnet, außerdem erhielt Rytisalo 2017 den Botnia-Literaturpreis. Quelle: Wikipedia Klick hier: Lesekreis-Erfahrungen: Gefallen: Einhellig ist das Werk bei allen Teilnehmerinnen sehr gut angekommen. Die Lebendigkeit der Sprache, mit der sich die 3 Ich –Erzähler*Innen sich förmlich ins Ohr graben, nimmt alle gefangen. Auch dass jede /jeder mit einer ganz eigenen Stimme berichtet, wie er die Protagonistin für sich wahrgenommen und gefühlt hat. Die Diskussionsrunde wird bereits sehr lebendig bei der Frage der Identifikationsfigur, bzw. welche Perspektive der Erzähler*innen am meisten an den einzelnen Lesekreisteilnehmer emotional herankommt .- Viljami , der Ehemann, die Schmetterlinge der 1. Liebe im Bauch, kehrt traumatisiert vom Krieg zurück , führt eine innere Zwiesprache, in der er das Kennenlernen Lempis, sowie die wenigen Monate des Zusammenlebens Revue passieren lässt und seine bedingungslose Verehrung pflegt. Das Bewusstsein der Leere im Dasein des Heimkehrers. Seite 65: "Die Schotterstraße nehme ich nicht. Die ist für Menschen, die wissen, wohin sie wollen, und nicht schnell genug am Ziel sein können." Vergleich: Wolfgang Borchert, „Draußen vor der Tür„ Dann Elli , die Magd, im Vorhinein vom Schicksal benachteiligt, was ihre Behinderung, soziale Herkunft, finanzielle Situation und zumindest in ihrem Fühlen auch das Aussehen betrifft. Der Ton ist oft hasserfüllt und von Neid gebeutelt, ist doch Viljami ihre Liebe auf den ersten Blick, den sie mit allen Mitteln versucht, für sich zu gewinnen, dass er ihre Werte und Qualitäten erkennen möge. Ihre Erzählung als alte Frau gibt Sisko, die Zwillingsschwester wieder, sie war zum Zeitpunkt des Dramas mit einem deutschen Offizier liiert, der sie letzten Endes sitzen ließ. Sie berichtet von der innig-intensiven Beziehung der Zwillingsschwestern, richtungsweisend wie ein morphogenetisches Feld, spürt in sich nach, wie es der Zwillingsschwester gehen könnte, was gerade mit ihr passiert, dann geschehen ist. Endet in einer Art Ringstruktur, ich muss die Kinder meiner Schwester retten, bin nun für sie da. Die Hauptfigur Lempi ist da und doch nicht da. Wie wird Lempi vom einzelnen beurteilt: Wirklich faul, herablassend, selbstgefällig? Oder einfach eine junge, doch etwas verwöhnte Kaufmannstochter, die die Härte des Bauernlebens in der Einsamkeit unterschätzt hat. Ein Buch mit Diskussionspotenzial ;-) ! Bei der Stimmung im Werk werden Verbindungen zum „Seelenhaus“ geknüpft. Die nordische Mythologie, die das Wesen und Dasein von Elli bestimmt, die Flüche, mit denen sie Lempi mit bösen Verwünschungen belegt. Darüber hinaus stellen sich viele offene Fragen, die den Spannungsbogen des Buches noch steigern Das Zeitfenster einer Nacht für Geburt und Tod und der Löschung der Spuren, nicht zuletzt „Verschwindenlassen“ der Leiche die Erfolgsleiter von Sisko, von der Verlassenen Rückkehrerin , zur Ehefrau, der Mutter, Studium und Karriere Nicht gefallen bzw. kritisiert wurde, dass die Zusammenhänge des 2. Weltkrieges insbesondere darin die Rolle Finnlands nur angerissen, und erst mit dem Nachwort der Übersetzerin dankenswerter Weise mehr herausgearbeitet wurden Zum Lob des Nachworts der Übersetzerin und eines zum Cover des Buchs: Die Erklärung zu der schemenhaften Figur der lebensfrohen Lempi, fand ich großartig: Dass Elli sie durch ihre erhebliche Leseschwäche so unscharf gesehen hat. An dieser Stelle möchte ich mich sehr für die immer fruchtbaren und bereichernden Gespräche und Diskussionen unseres Lesekreises bedanken und freue mich auf viele weitere Begegnungen! Fazit: eine Empfehlung für Minna Rytisalo’s LEMPI!!!
- Juli Zeh: Über Menschen | Mysite
Juli Zeh: Über Menschen Klappentext: Dora ist mit ihrer kleinen Hündin aufs Land gezogen. Sie brauchte dringend einen Tapetenwechsel, mehr Freiheit, Raum zum Atmen. Aber ganz so idyllisch wie gedacht ist Bracken, das kleine Dorf im brandenburgischen Nirgendwo, nicht. In Doras Haus gibt es noch keine Möbel, der Garten gleicht einer Wildnis, und die Busverbindung in die Kreisstadt ist ein Witz. Vor allem aber verbirgt sich hinter der hohen Gartenmauer ein Nachbar, der mit kahlrasiertem Kopf und rechten Sprüchen sämtlichen Vorurteilen zu entsprechen scheint. Geflohen vor dem Lockdown in der Großstadt muss Dora sich fragen, was sie in dieser anarchischen Leere sucht: Abstand von Robert, ihrem Freund, der ihr in seinem verbissenen Klimaaktivismus immer fremder wird? Zuflucht wegen der inneren Unruhe, die sie nachts nicht mehr schlafen lässt? Antwort auf die Frage, wann die Welt eigentlich so durcheinandergeraten ist? Während Dora noch versucht, die eigenen Gedanken und Dämonen in Schach zu halten, geschehen in ihrer unmittelbaren Nähe Dinge, mit denen sie nicht rechnen konnte. Ihr zeigen sich Menschen, die in kein Raster passen, ihre Vorstellungen und ihr bisheriges Leben aufs Massivste herausfordern und sie etwas erfahren lassen, von dem sie niemals gedacht hätte, dass sie es sucht.. zur Autorin: Juli Zeh, deutsche Schriftstellerin ... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Gesellschaftsroman Verlag: Luchterhand Verlag erschienen: 2022 Seitenzahl: 416 unsere Lesekreis-Erfahrungen: Was hat uns gefallen: Wir besprechen diesmal ein Buch, das sich hautnah mit aktueller Gesellschafts-Problematik befasst, ob Klimawandel, Populismus oder Corona-Thematik. Da ist zum einen die gewiss noch nicht mental aufgearbeitete, völlig neue Situation einer Pandemie und was sie verändert hat, uns und unser Verhalten. Zum andern die Ansichten und Meinungen verschiedenster Gruppierungen und dem Verständnis, der Toleranz unterschiedlicher Positionen. Wie hat es uns gefallen: Der Ton der Protagonistin ist schnoddrig und modern, die Anglizismen fließen nahtlos ein und gehören, so die Meinung der Gruppe, zu unserem heutigen Sprachgebrauch dazu. Die Überlegungen und Gedanken Doras, sind sehr treffend und pointiert ausformuliert. Die Autorin hebt weder den Zeigefinger, noch polarisiert sie. Vor allem in der Corona-Thematik zeigt sie die Angst vor dem Unbekannten, das bedingungslose Glauben-Wollen Aller, was richtig und falsch ist. Eine starke Seite ist der Wortwitz Doras, die sich vorstellt mit „DORA“, als Akronym für Dorf-Rand 😉 Seite 24: „the Walking dead in Berlin“. Robert hat sich in die Panik verliebt - Seite 70: „I decided to Panic“ hatte Greta gesagt (deren wörtliche Rede) und Robert tat es ihr nach". Gote, Seite 191: „homo giganteus brackensis“ Beerdigung: „Outlaws im Anpassungsmodus“ Personenklischees: Die Autorin versteht es, die agierenden Personen gekonnt zu überzeichnen, um den Leser schmunzelnd zum Nachdenken zu bringen: Axel, Doras Bruder, hat Zwillingsmädchen, ist Hausmann und Vollzeitvater, dank seiner Ehefrau Christine. Diese arbeitet in einer großen Kanzlei; ist systemrelevant. Mitbewohner des 285-Seelen Dorfes Bracken Tom und Steffen, das homosexuelle Paar, Tom hat einen Blumenladen. Seite 126: „Dont’t forget the Kornblumen in the drying chamber!“ Sein Mann Steffen ist Kleinkunstdarsteller und arbeitet in der Pandemie als Kabarettist über Video. Jojo, Doras Vater, ist erfolgreicher Arzt und Professor an der Charité. Seite 263: „Natürlich, er rettet nicht nur Leben, trinkt erlesene Weine und hört moderne Klassik – er liest auch zwischendurch noch internationale Gegenwartsliteratur. " Nicht gefallen hat uns: Weniger witzig und etwas nervig fanden wir, dass Jochen, der Rochen, ständig repetiert wird. Besonders berührt.. ..hat uns Seite 364 der Ausflug zu Gotes Kindheits-Ort. Wir glauben, es war aus Sicht Gotes der Versuch, seinen „Werdegang“ zu erklären. Gleichzeitig zeigt es Dora eindrücklich Gotes hassgefülltes Umfeld von Jugend an. Dora ist schockiert und entsetzt: Seite 365: „Dora versteht nicht gleich, was er meint. Dann begreift sie und schlägt innerlich auf dem Boden auf.“ Interessante Relationen: Seite 69: „Wer war klimaneutraler, ein Aktivist, der quer durch Europa zu Demos fährt, oder eine uneinsichtige Oma, die zwar auf Mülltrennung verzichtet, aber noch nie im Leben ein Flugzeug bestiegen hat. Was war aus der Gewissheit geworden, dass es keine absoluten Gewissheiten gibt, weshalb man an allem gezweifelt, über alles gesprochen und gestritten werden muss ". Seite 218 „Kaum zu glauben, dass sich ein stinkreiches Land Regionen leistet, in denen es nichts gibt (komplett fehlende Infrastruktur)…..(..).." Seite 339/340 Minneapolis I can’t breathe“: “Der ganze Wahnsinn dieser verkorksten Welt legt es nahe, auf Emotionen zu verzichten“. Seite 343 (zu 339/340) „In Deutschland zeigt man sich gewohnt fassungslos. Allerdings, wie Dora scheint, gemischt mit Erleichterung, weil der Rassismus gerade woanders stattfindet …“ Fazit: Die Geschichte Ist nicht beschönigend, weder in Sprache, noch in den Schilderungen, ohne Wertung menschelt es sehr. Absatz der Seite 367: …es hat sich herrlich angefühlt …“UND OB ICH BESSER BIN“. Aber auf den zweiten Blick ist der Satz die Mutter aller Probleme. Am Ortsrand von Bracken und im globalen Maßstab. Ein Langzeitgift, das die ganze Menschheit von innen auffrisst.“
- Dörte Hansen: Zur See | Mysite
Dörte Hansen: Zur See Klappentext: Die Fähre braucht vom Festland eine Stunde auf die kleine Nordseeinsel, manchmal länger, je nach Wellengang. Hier lebt seit fast 300 Jahren die Familie Sander. Drei Kinder hat Hanne großgezogen, ihr Mann hat die Familie und die Seefahrt aufgegeben. Nun hat ihr Ältester sein Kapitänspatent verloren, ist gequält von Ahnungen und Flutstatistiken und wartet auf den schwersten aller Stürme. Tochter Eske, die im Seniorenheim Seeleute und Witwen pflegt, fürchtet die Touristenströme mehr als das Wasser, weil mit ihnen die Inselkultur längst zur Folklore verkommt. Nur Henrik, der Jüngste, ist mit sich im Reinen. Er ist der erste Mann in der Familie, den es nie auf ein Schiff gezogen hat, nur immer an den Strand, wo er Treibgut sammelt. Im Laufe eines Jahres ändert sich das Leben der Familie Sander von Grund auf, erst kaum spürbar, dann mit voller Wucht. zur Autorin: Dörte Hansen, geboren 1964 in Husum... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Gegenwartsliteratur Verlag: Penguin Verlag erschienen: 2022 Seitenzahl: 253 unsere Lesekreis-Erfarungen: Erzählt werden die Lebensläufe mehrerer Inselbewohner, insbesondere der Familie Sanders. Es geht um das, was uns letztendlich prägt, sei es die Landschaft, die Umgebung in der wir aufwachsen, oder die Geschichte unserer Eltern, Großeltern und Vorfahren. Unsere Identität, unsere Wurzeln und um den Wandel und die Veränderung, die der Tourismus mit der Kultur der Menschen macht. Personenkonstellationen: Die Sanders: Eltern Hanne und Jens: Seite 186: „Zwei Sprösslinge aus altem Inseladel, füreinander wie gemacht.“ Jens Sanders Vorfahren waren Walfänger, auch er ist zur See gefahren, bevor er dann 20 Jahre Vogelwart auf der Insel wurde, isoliert, nur er und die Vögel. Hanne hat ihr eigenes „autonomes Feld“, sie stellt sich den Realitäten des Wandels, beginnt mit Touristenvermietungen. Außerdem engagiert sie sich für das „Heimatmuseum“. Ryckmer, der älteste Sohn - hat traumatisierte Erlebnisse zur See (er sah die weiße Wand der Nordsee) und hat deshalb eine Negativ-Karriere vom Kapitän zum Fährmann erreicht. Er ist Trinker und spielt nun den Seebären für die Touristen. Ryckmer hat die Rolle des Erzählers und „Bewahrers“ der Traditionen, Geschichten und Balladen. Seite 16: „Auf allen Inseln gibt es einen, der die Sagen kennt, die alten und die neuen Mythen.“ Tochter Eske, ist studierte Sprachforscherin, hat promoviert, arbeitet jetzt auf der Insel als Altenpflegerin. Sie ist die „Rebellin“ in der Familie, bezieht besonders Front gegen ihre Mutter, deren Unternehmen, Treiben sie verachtet. Sie hat eine Beziehung zu Freya, die Tätowiererin ist. Henrik Sander, das jüngste Kind ist Künstler, Treibgut-Sammler, der einzige Sander, den es nie auf ein Schiff gezogen hat. Er feiert im Buch gerade seinen 30. Geburtstag. Sommers wie winters ist er barfuß, lehnt Schuhe ab. Wir vermuten, dass er sich vielleicht so mit der Erde verbunden fühlt, geerdet. Inselbewohner: Fleming Jespersen, ein Däne, der die Sprache der Inselbewohner „analysieren“ will. Er ist die Vertrauensperson, dem Ryckmer vom Missbrauch als Kind durch einen Touristen erzählt. Der „schöne“ Pastor Lehmann, hegt Zweifel an seiner Berufung, ist desillusioniert, hat eine Beziehungskrise mit seiner Frau. Er joggt über die Insel, denn: Seite 26 ..“ein schlendernder Pastor ist leichte Beute für all die Einsamen und Angeknickten, chronisch Kranken …(..)… Henri Brix „ist froh, dass er nicht mehr zur See muss, wie die Väter,“ fährt dafür die Touristen mit der Kutsche über die Insel. Wie hat es uns gefallen? Wir sind begeistert von der Art der Sprache und ihrer Poesie. Wir können in diesem Fall keinen absoluten Sympathieträger in der Geschichte küren, weil für alle Verständnis und Zuneigung besteht. Obwohl die Dialoge fehlen, klingen die Stimmen der Akteure, wie auch ihre Gedanken, im Kopf. Die Szenen wirken emotional sehr nach. Der Ton ist abgeklärt, gewollt trocken und nüchtern, manche Satzteile, um die Wirkung zu untermauern, auch redundant. Was hat uns gefallen? Herrlich spezielle Wortschöpfungen in ihrer Ironie bereiten uns besonderes Vergnügen: Pastor Lehmanns Kurzandacht zur Mittagszeit „Seelensnacks im Inselkirchlein“ Seite 24 „Kurztripper nennt Eske diese Feiertagstouristen“.. Seite 181 „fifty shades of beige“ Seite 121, gemeint sind Birte Diecks Strickjacken, die, Seite 130 „die Farbe von verdorrtem Gras haben“. Die Ergebung des Pfarrers, Seite 130: „Zeit für das Schlichtkleid, Pastor Lehmann“ Seite 81: Hanne über Henrik „und heute sammeln Kunstversteher seine Treibholzwerke“. Besonders berührt hat uns: Das Stranden des Pottwals und dessen Tod, das „Jahrmarktsspektakel“, das es auslöst, auch in den Gefühlen Jens Sanders. Seite 155 „und jede Nacht, bevor er schläft, sieht er das Auge dieses jungen Wals vor sich, der sterben musste, weil er sich verschwommen hatte.“ Besonders obsessiv erscheint, als Henrik im Blut des Wals beim Zerteilen steht. Seite 145: „Neben ihnen steht der Mann der heute Morgen barfuß kam, jetzt ragt nur noch sein Oberkörper aus der dunkelroten Masse.“ Wir denken an die Mythologie von Moby Dick/ Kapitän Ahab. Wir sprachen über: Es bilden sich bildende Parallelgesellschaften auf der Insel: Insulaner und Touristen. Wir fragen uns, ob der Brecher der Intimsphäre der Inselbewohner der Tourist ist. Seite 183: „Die Insel schien, wenn die Saison begann, auf einmal zu vibrieren…(…). Die Kinder zogen in die Sommerkammern, und die Mütter standen unter Strom“. Henri Brix, S.190: „Auf jeder Fahrt gibt es die Räsonierer und Blasierten, für die ein Mensch auf dem Kutschbock ein Idiot ist, oder ein Lakai. Und einen pensionierten Besserwisser, der einem unbedingt den Tidenhub erklären muss…..(…) Man zahlt ein Seelengeld für dieses Leben.“ Die Rolle der Inselfrauen, einsam, wartend, stark, und ihre Energie, Organisationstalent. Lieblingszitate: Geschickt verwebt Dörte Hansen ein altes Seemannlied mit der Situation von Vater Jens und Sohn Ryckmer: Die Bedeutung verändert, von der "Stimmungsmache" zur Melancholie „What shall we do with the drunken Sailor.“. Jens über seinen Sohn Ryckmer Seite 154: „Er ist wohl kaum der Mann, der seinem Sohne mit guten Ratschlägen zu kommen braucht.“ Poesie pur: Seite 23:„Man muss, wenn man auf einer Insel lebt die Tagesränder suchen. Die Dämmerzeiten..“ Seite 173: „der Quittenbaum in ihrem Garten blüht in diesem Jahr für zwei. Die Krone ist wie eingeschäumt, in seinen Zweigen summen die Insekten." Seite 179: „Heute früh war es fast sechs, als sie auf ihren Wecker sah. Die Amseln lasen ihr schon die Leviten“. Fazit: Ein schönes Buch! Auch das Cover gelungen, stellt man das Buch auf den Kopf, befinden sich an der Flute des Wals Marionettenfäden, nämlich die Leinen des stürzenden Seemanns zum Walfang😉 Zum Abschluss Dörte Hansens Kontext zum Seemanns-Symbol, auch für Tattoos: Glaube Liebe Hoffnung – Der Glaube ist ein krankes Kind, die Liebe ist ein Biest, die Hoffnung ist nicht klein zu kriegen!!
- Matthias Jügler: Maifliegenzeit | Mysite
Matthias Jügler: Maifliegenzeit Klappentext Für Katrin und Hans wird der Alptraum aller Eltern wahr: Nach der Geburt verlieren sie noch im Krankenhaus unweit von Leipzig ihr erstes Kind - und kurz darauf auch sich als Paar. Denn Katrin quälen Zweifel an der Darstellung der Ärzte, Zweifel, von denen Hans nichts wissen will. Als Katrin Jahre später stirbt, wird klar, dass sie mit ihren Befürchtungen womöglich Recht hatte. Bei seinen Recherchen, die ihn tief in die Geschichte der DDR führen, stößt Hans auf Ungereimtheiten und eine Mauer des Schweigens. Klären kann er all seine Fragen in Zusammenhang mit dem Tod des Säuglings nicht, doch der Gedanke daran, in einem entscheidenden Moment seines Lebens versagt, etwas versäumt, einen Fehler begangen zu haben, lässt ihn künftig nicht mehr los. Da klingelt eines Tages das Telefon und sein Sohn ist am Apparat. Aufgewachsen in einer Adoptivfamilie, unterscheidet sich seine Vorstellung von der Vergangenheit grundlegend von dem, was Hans ihm erzählt. Wird sich die Kluft, die das Leben in einem Unrechtsstaat und vierzig fehlende gemeinsame Jahre gerissen haben, wieder schließen lassen? zum Autor: Matthias Jügler, 1984 in Halle Saale geboren... zum Buch: erschienen: 2024 Übersetzerin: Verlag: Penguin Verlag Genre: Deutsche Geschichte Seitenanzahl : 161 zu unseren Lesekreis-Erfahrungen:
- Anja Goerz: Jakobs Schweigen | Mysite
Anja Goerz: Jakobs Schweigen Der angesehene Bremer Rechtsanwalt Michael Ahlendorf liegt erschossen in seiner Kanzlei. Vier Schüsse sind auf ihn abgegeben worden, der letzte war tödlich. Dringend tatverdächtig ist sein siebzehnjähriger Sohn Jakob. Er wurde kurz nach der Tatzeit beim Verlassen der Kanzlei gesehen. Aber hat er ein Motiv? Für Jakobs Großmutter bricht eine Welt zusammen. Nicht nur hat sie ihren Sohn verloren - ihr Enkel soll auch noch ein Mörder sein? Doch Jakob ist zu keinem Gespräch bereit. Nicht mit Dora, nicht mit David, seinem Dad, nicht mit der Polizei. Überzeugt von Jakobs Unschuld, stellt Dora an der Seite ihres alten Freundes Wolfgang, Rechtsanwalt im Ruhestand, eigene Nachforschungen an. Und fördert eine Tragödie zutage, die sie zutiefst erschüttert. Klappentext: zur Autorin: Anja Goerz geboren 22. April 1968 in Niebüll ist eine deutsche Hörfunkmoderatorin und Autorin . Quelle Wikipedia klick hier! Erfahrungen im Lesekreis: Was hat uns gefallen? Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen, ist der Umgangssprache der jüngeren Generation angepasst. Für manche wurde ein wenig Lokalkolorit von Bremen gut herausgearbeitet, die Präsenz des Stadtbildes und die sogenannten „Bremer Pfeffersäcke“ zu denen sich die Protagonisten Dora, sowie ihr verstorbener Ehemann mit den Kindern unbedingt zugehörig fühlen und es auch sind. Was hat uns gestört? Es ist ein Roman der, trotz des interessanten Themas - Kinder in gleichgeschlechtlicher Ehe- zu sehr an der Oberfläche bleibt, und nicht in die Tiefe geht. Das Thema Leihmutter ist zu kurz behandelt, gleichsam abgehandelt. Wir sprachen über: „Sympathietragende Figuren“ – gibt es in diesem Roman nicht ;-) Dora in ihrer Unselbständigkeit und Unsicherheit glaubt an das von ihr nach außen dargestellte Cover der trotz „ungewöhnlicher“ Konstellation funktionierenden angesehenen Familie mit dem dazugehörigen Familienleben. Kirsten versinkt in immerwährendem Selbstmitleid, das nur die anderen zu verantworten haben. Jakob begeht den absoluten Vertrauensbruch, indem er das Passwort für den PC seines Dad knackt. Michaels Vater erwartet von seinem Sohn geschlechtsrollenkonformes Verhalten. Dora will die Probleme nicht sehen, ihre Kinder erfahren unter ihrem patriarchischem Mann nie eine Stärkung des Selbstbewusstseins, ebenso wenig Dora selbst. Zeitgeist: Wie es euch gefällt? Homosexualität – Zwang zur Etikettierung in der Gesellschaft Viele Psychologen vertraten noch bis in die 80er Jahre hinein die Ansicht, dass es sich bei der Homosexualität um eine Störung handle, die therapiert werden könne. Der § 175 BGB Strafbarkeit der Sexualität von Gleichgeschlechtlichen wurde am 11. Juni 1994 aus dem BGB gestrichen. Das Gesetz über die Eingetragene Lebenspartnerschaft, kurz Lebenspartnerschaftsgesetz (LPartG), ermöglichte von August 2001 bis einschließlich September 2017 zwei Menschen gleichen Geschlechts in der Bundesrepublik die Begründung einer Verpartnerung. Erst seit 2017 ab diesem Zeitpunkt gibt es die gleichgestellte Ehe für alle. Wie empfinden wir die Stimmung im Werk, hält es die Spannung? Einhellig ist die Meinung, dass schon früh klar ist, von wem der letzten Endes „finale“ Todesschuss ausgeführt wurde. Fazit, würden wir es empfehlen, verschenken? Ein unterhaltendes Buch, für einen verregneten oder bitterkalt verschneiten Couch-Nachmittag, mit anregendem Gesprächsaustausch!
- Mary Ann Shaffer & Annie Barrows: Deine | Mysite
Mary Ann Shaffer and Annie Barrows: Deine Juliet Klappentext: London in den späten vierziger Jahren: Die temperamentvolle junge Schriftstellerin Juliet erhält eines Tages einen erstaunlichen Brief. Absender ist Dawsey Adams, ein Bauer von der Kanalinsel Guernsey. Er hat antiquarisch ein Buch erworben, das zuvor ihr gehörte. Zwischen der Literatin und dem Bauern entspinnt sich ein Briefwechsel, durch den Juliet von der Existenz eines literarischen Clubs erfährt, den die Inselbewohner gründeten, um sich über die schwere Kriegszeit hinwegzuhelfen. Je mehr Juliet über Dawsey und die anderen erfährt, desto neugieriger wird sie. Sie beschließt, auf die Insel zu reisen. Dort stößt sie auf die Geschichte von Elizabeth und deren großer Liebe zu einem deutschen Offizier. Und sie lernt Dawsey kennen... zu den Autorinnen: Mary Ann Shaffer und Annie Barrows... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Brief-Roman Übersetzung aus dem Englischen: Margarete Längsfeld und Martina Tichy erschienen im: btb (Taschenbuch) herausgegeben: 2008 Seitenzahl: 304 unsere Lesekreiserfahrungen: Same procedure...: Ergänzung zum Klappentext- Inhalt: Die junge und aufstrebende Autorin Juliet Ashton ist auf der Suche nach einem Thema, einer Idee für ein neues Buch, als ein Inselbewohner Guernseys sie anschreibt, um sich für ein Buch, dessen Vorbesitzerin sie war, zu bedanken. Ihre Definition von Schriftsteller*innen: Seite 38 “...ist von Berufs wegen verpflichtet, die Nase in anderer Leute Angelegenheiten zu stecken.“ 😉 Man schreibt 1946, das Jahr nach Beendigung des 2. Weltkrieges, einer Gewaltzeit, die die Menschen traumatisiert und nicht nur ihrer Illusionen beraubt, hinterlassen hat. Auch Juliet wurde in London ausgebombt. Wie hat es uns gefallen? Einmal mehr haben wir es mit einer starken Persönlichkeit als Protagonistin zu tun, Juliet ist fortschrittlich, selbstbewusst. Das Buch liest sich flüssig und unterhaltsam dazu mit amüsanter Note also sehr erbaulich. Es sollte jedoch deshalb nicht heruntergebrochen werden auf flache Unterhaltungsliteratur. Ohne die Traurigkeit und Tragik der schwierigen Nachkriegs- Besatzungszeit in irgendeiner Weise zu beschönigen, werden die Zustände von Not, Hunger, Verzweiflung geschildert. Berichtet wird gleichermaßen von der Verbitterung der Inselbewohner und deren quälenden Auflagen durch den Feind, als auch vom Leid und Elend der Zwangsarbeiter. Was uns gefallen hat: Der Schreibstil ist ein Brief-Roman, in fortlaufender chronologischer Reihenfolge von Januar -September 1946, in denen im Briefwechsel die Begebenheiten von Juni 1940 - 1945, der Invasion der Deutschen auf Guernsey, erzählt werden. Der Briefwechsel ist in der Sprache der 40er Jahre verankert. Die Figurenzeichnungen passen zur jungen, sehr begeisterungsfähigen Protagonistin. Die Charaktere sind eindringlich dargestellt. Die Hauptakteure: Juliet, engagiert, temperamentvoll und bezaubernd erfrischend, mit einem sonnigen Gemüt, und einem gehörigen Schuss britischen Humor! Sie gibt zwei Empfehlungen (auf Nachfrage der Leiterin des Buchclubs, bevor sie Interna mit ihr teilen möchten), um ihren Charakter beurteilen zu können : Positiv: Hochwürden Simon Simpless Negativ: Lady Bella Taunton, sie ist überzeugt, Juliet hat keinen Verstand (Seite 49) Dawsey Adams, zurückhaltend und schüchtern, aber im Ernstfall mit viel Überzeugungskraft, ein Mann der Tat, umsichtig und hilfsbereit. Er schätzt und sammelt die Bücher von Charles Lamb 1774-1834, Essayist. Markham Reynolds, ein vermögender Amerikaner ist Juliets Verehrer,, selbstherrlich, mit Hang zur Arroganz - Seite 77 : Juliet: „Opernkarten sind schwer zu bekommen“…Mark: „Er wird sich mit einem Stehplatz begnügen…(..)“ Isola Pribby liebt Tiere, Eingemachtes und ihre Elixiere …und: Die Sturmhöhe von Emily Bronte Amelia Maugery mag die Natur und Landwirtschaft, daher jede Menge Fachbücher darüber, was die Auswahl des frisch gegründeten Buchclubs bei den Büchern erschwert, und Die Pickwickier von Charles Dickens Eben Ramsey, der „Postmeister“ entscheidet sich für Shakespeare eine Auswahl Dickens + Wordsworth Seite 71: „Hätte ich die Worte -der klare Tag ist hin, im Dunkel bleiben wir- denken können, wäre ich ein wenig getröstet und bereit gewesen.“ (zum Tag der Landung der Deutschen) John Booker - alias von 1940 -44 Lord Tobias Penn-Piers (die Idee Elizabeths, da die Mutter Jüdin ist. Seite 98) Er schwört auf Seneca und liest mit Hingabe immer dasselbe Buch. Seite 98: "Es scheint, dass man mit Senecas Wort gut fährt –" Seite 101: „Mit der Zeit liebte ich unsere Büchertreffen – (…)ich blieb Seneca treu. Manchmal hatte ich das Gefühl, er spräche zu mir. Sie halfen mir, die Besatzung erträglich zu machen.“ Adelaide Addison, die Missgünstige und Gehässige in „christlicher“ Besorgnis und Bestürzung Und … Elizabeth!!, das Herz am rechten Fleck, mutig, sehr hilfsbereit und empathisch, von ungeheurem Einfallsreichtum. Juliet fühlt sich mit ihr seelenverwandt, die Liebe zu Büchern, ästhetischer Blick für schöne Dinge. Das hat uns besonders berührt: Ganz besonders zu Herzen gehend war für uns die Stelle der Kinderverschickung Seite 82 in Eben Ramseys Brief, der seinen Enkel verabschieden musste (Elis Mutter war hochschwanger und konnte nicht mitkommen), und Seite 135: „Die kleinsten Kinder waren ganz aufgeregt..(..) Manche dachten, es sei so etwas wie ein Sonntagschulausflug und sie würden bei Einbruch der Dunkelheit zurück sein..(..).Die älteren Kinder wie Eli wussten es besser. Sehr bewegend auch die innige Bereitwilligkeit des Buchclubs: In der Hauptverantwortung kümmert sich nach ihrer Verhaftung Amelia Maugery um Elizabeths verwaistes Kind. Der Freundeskreis unterstützt sie abwechselnd wochenweise in der Betreuung, so dass es in der dörflichen Gemeinschaft behütet ist. Wir sprachen über: Die Entwicklungsform von Elizabeth zur Hauptfigur des Romans, den Juliet schreibt. Die Bewältigung der Situationen durch Literatur, der Verbindung der Menschen durch Literatur, als Kultur. Sie erfahren so ein neues Bewusstsein der Zusammengehörigkeit, Verbundenheit und Gemeinsamkeit. Der Buchclub als Zufluchtsort. Aus Dorfnachbarn, Bekannten, nahezu Fremden wurden Freunde. „Beim Disputieren wuchsen sie sich gegenseig immer mehr ans Herz.“- Die Landschafts-Stimmung> <der Kanalinsel ist im Roman sehr schön nachempfunden, die Liebe seiner Bewohner zu ihr wird mit Juliet begeistert geteilt. Seite 151: „es gibt keine schönere Anfahrt nach Guernsey als von der Seeseite - im Licht der untergehenden Sonne, mit goldgeränderten, schwarzen Gewitterwolken oder der aus dem Nebel auftauchenden Insel“ - „ immer wieder der Blick von den Klippen, Wiesen mit Wildblumen , hohe Gräser und Ginster“, Seite 181 „bewaldete Täler, Herrenhäuser, Dolmen, wilde Klippen, Hexenwinkel, Scheunen im Tudorstil und normannische , steinerne Cottages“ ...u.v.m. Lieblingszitate: Schön schräger britischer Humor: „Möchtest du zu mir kommen? Ich habe eine Wurst. Juliet“ -Seite 142 „Lieber Mark, (…)..hinterher können wir uns die Mumien anschauen – Juliet“ - Seite 109 Nach dem Unfall Sidneys: „…etwas schicken, was zur Genesung beiträgt? Bücher, Schallplatten, Pokermarken, meine Blut?“ - Seite 93 „Was sagt der Arzt zu deinem Bein, Sidney – Du hattest ja inzwischen genug Zeit, dir ein neues wachsen zu lassen. Grüsse und Küsse deine Juliet“ - Seite 123 Fazit: Lesen!! Zum Vergnügen, wobei ich mich hier Brecht’s Gedicht bediene: Vergnügen: Der erste Blick aus dem Fenster am Morgen Das wiedergefundene alte Buch Begeisterte Gesichter Schnee, der Wechsel der Jahreszeiten Die Zeitung Der Hund Die Dialektik Duschen, Schwimmen Alte Musik Bequeme Schuhe Begreifen Neue Musik Schreiben, Pflanzen Reisen Singen Freundlich sein😉
- Ayelet Gundar-Goshen: Wo der Wolf lauert | Mysite
Ayelet Gundar-Goshen Wo der Wolf lauert Klappentext Für Lilach Schuster war Kalifornien immer ein verheißungsvoller Ort. Er ist ein Versprechen auf Freiheit - von Lilachs nationaler Identität, von ihrer Familie, von ihrer Vergangenheit. Nur ungern denkt sie an ihre Heimat Israel zurück, an das Gefühl der ständigen Bedrohung. Doch dann stirbt ein Mitschüler ihres Sohnes Adam, und schlagartig wittert sie Gefahr. Aber aus welcher Richtung wird die Gefahr kommen? Von den Leuten, die antisemitische Parolen an die Schulmauern sprayen? Von Uri, dem undurchsichtigen Trainer von Adam? Oder gar von Adam selbst, der mehr über den Tod seines Mitschülers zu wissen schein, als er zugibt. zu unseren Lesekreis Erfahrungen zur Autorin: Ayelet Gundar-Goshen, geboren 1982, studierte Psychologie in Tel Aviv... zum Buch: erschienen: 2021 Übersetzer: aus dem Hebräischen von Ruth Achlama Verlag: Kein & Aber Genre: Gesellschaftsroman Seitenanzahl : 347