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  • Juli Zeh: Neujahr | Mysite

    Juli Zeh: Neujahr Lanzarote, am Neujahrsmorgen: Henning sitzt auf dem Fahrrad und will den Steilaufstieg nach Femés bezwingen. Seine Ausrüstung ist miserabel, das Rad zu schwer, Proviant nicht vorhanden. Während er gegen Wind und Steigung kämpft, lässt er seine Lebenssituation Revue passsieren. Eigentlich ist alles in bester Ordnung. Er hat zwei gesunde Kinder und einen passablen Job. Mit seiner Frau Theresa praktiziert er ein modernes, aufgeklärtes Familienmodell, bei dem sich die Eheleute in gleichem Maße um die Familie kümmern. Aber Henning geht es schlecht. Er lebt in einem Zustand permanenter Überforderung. Familienernährer, Ehemann, Vater – in keiner Rolle findet er sich wieder. Seit Geburt seiner Tochter leidet er unter Angstzuständen und Panikattacken, die ihn regelmäßig heimsuchen wie ein Dämon. Als Henning schließlich völlig erschöpft den Pass erreicht, trifft ihn die Erkenntnis wie ein Schlag: Er war als Kind schon einmal hier in Femès. Damals hat sich etwas Schreckliches zugetragen - etwas so Schreckliches, daß er es bis heute verdrängt hat, weggesperrt irgendwo in den Tiefen seines Wesens. Jetzt aber stürzen die Erinnerungen auf ihn ein, und er begreift: Was seinerzeit geschah, verfolgt ihn bis heute. zur Autorin: Klappentext: Juli Zeh (bürgerlich Julia Barbara Finck; geb. Zeh; Pseudonym Manfred Gortz; geboren 30. Juni 1974 in Bonn ist eine deutsche Schriftstellerin , Juristin und Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburgs , die mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet wurde und auch durch ihr gesellschaftlich-politisches Engagement bekannt ist. Neben ihrer literarischen Arbeit betätigt sich Juli Zeh auch journalistisch. Sie schreibt u. a. Essays für Die Zeit und die FAZ . Quelle Wikipedia - klick hier Erfahrungen im Lesekreis: Wie hat es uns gefallen? Unser üblicher Einstieg in die Diskussion, ist in diesem Buch schlecht anwendbar. „Gefallen“ ist nicht die richtige Begrifflichkeit. Fesselnd mit Sicherheit, oft verstörend und aufwühlend. Es hat ein interpretationsfähiges Open End, bietet durchgängig Diskussionsgrundlagen. Sämtliche Muster von Kommunikationsstörungen treten zutage. Die menschlichen Abgründe und deren Folgen, zeigen die Hilflosigkeit mit der der Einzelne zu kämpfen hat – posttraumatische Belastungsstörungen – für Henning und seine Schwester Luna. Wie finden wir die Beschreibungen? Der Inhalt und Aufbau des Romans ist gut strukturiert, stellt das dunkle „ES“ des Protagonisten Henning in den Vordergrund. (Sigmund Freud des Unterbewusstseins „ICH und ES“). Seine Panikattacken, die er durch Sport auspowert und in den Griff zu kriegen sucht. Sein Ehrgeiz, der Rolle als gleichberechtigter Partner in einem zeitgemäßen Familien-Modell gerecht zu werden krampft. Er und Theresa, seine Frau kümmern sich zu gleichen Teilen um die Erziehung der Kinder, sowie den finanziellen Unterhalt. Er hat jedoch immer das Gefühl, es genügt nicht, sei nicht genug und fühlt sich überfordert, - ist es. Es geht ihm schlecht. Das Zerrbild einer modernen Familie entsteht, das Gefüge hält nicht zusammen. So hautnah beschrieben, dass die Szenerie an Munch’s „Der Schrei“ erinnert, so greifbar ist die Verzweiflung, die Aussichtlosigkeit, Depression. Welche der Figuren stehen uns am nächsten: Es gibt hier keine Lieblingsfiguren, Menschen, die man gerne näher kennen möchte, denen man gerne begegnet wäre. Es sind keine Identifikationsfiguren vorhanden, es ist rein Hennings seelenwundes Kindheitstrauma, seine Geschichte. Unsere Lieblingsstellen / Zitate: „Wenn er versucht, falsche Gedanken zu vermeiden rennt er wie ein gehetztes Reh durch den eigenen Kopf „ „Schließlich kommt es im Leben immer und überall darauf an, ob etwas funktioniert, und solange alles funktioniert, muss man eigentlich auch nichts machen“ Was hat uns am meisten berührt? Die furchtbare Situation der verlassenen Kinder, die Verzagtheit Hennings, alles „richtig“, verantwortungsbewusst mitdenkend zu machen, Luna gegenüber, nach Lob, Anerkennung der Eltern heischend. Die Kinder, die sich durch Stunden und Tage quälen, Henning immer in seiner Beschützerrolle für Luna. Bei manchen Teilnehmerinnen ist die Grenze der erträglichen Vorstellung anhand der Leiden der Kinder erreicht. Die Lieblosigkeit, das lange Schweigen der Mutter: „Ich hatte schon lange auf deinen Anruf gewartet“ Die Liebe der Geschwister, die gefühlte Verantwortlichkeit Hennings für Luna bis ins Erwachsenen-Dasein, die er nicht abgeben kann. Was hat uns nicht gefallen? Eindeutig der Schluss: Eventuell zu schnelles Ende einer dramatischen Entwicklung – Rauswurf Lunas, um für sie dadurch ihre Selbständigkeit zu erzwingen – fraglich - Befreiung für Henning - fraglich Würden wir das Buch empfehlen? Das Buch würden wir absolut empfehlen und auch verschenken, unter Umständen mit Vorwarnung, dennoch ein Lese-Erlebnis!

  • Louise Nealon: Snowflake | Mysite

    Louise Nealon: Snowflake Klappentext: Debbie White wird auf einer irischen Milchfarm groß. Ihr Onkel Billy haus in der Gesellschaft der alten Griechen, einer Flasche Whiskey und des Sternenhimmels im Wohnwagen vor der Tür. Ihre Mutter Maeve verbringt die Tage im Schlafzimmer, wo sie Träume aufzeichnet, die sie für Prophezeiungen hält. Als Debbie beginnt, nach Dublin zu pendeln, um dort ein Literaturstudium aufzunehmen, prallen Welten aufeinander. Debbies zunächst zögerlicher und dann ungestümer Versuch, sich trotz ihres Dialekts und ihrer abgetragenen Farmjeans einen Platz in der Stadt und den Reihenihrer Mitstudierenden zu erkämpfen, droht nicht nur an ihren Selbstzweifeln zu scheitern, sondern auch an der Tatsache, dass die Verhältnisse auf dem Hof, der trotz allem ihr Zuhause ist, immer mehr aus dem Ruder laufen. zum Autorin: Louise Nealon, geboren 1991, wuchs auf einer Farm in der Grafschaft Kildare, Irland, auf. Sie studierte englische Literatur am Trinity College in Dublin und Kreatives Schreiben an der Queen's University Belfast. (Text Mare-Verlag) Wikipedia zum Buch: Genre: Irische Literatur, zeitgenössisch vom Erwachsenwerden Verlag: Mareverlag Übersetzerin: Anna-Nina Kroll erschienen: 2022 Seitenzahl: 343 unsere Lesekreis-Erfahrung

  • Kazuo Ishiguro: Was vom Tage übrig blieb | Mysite

    Kazuo Ishiguro: Was vom Tage übrig blieb Klappentext: Stevens dient als Butler in Darlington Hall. Er sorgt für einen tadellosen Haushalt und ist die Verschwiegenheit in Peron: Niemals würde er auch nur ein Wort über die merkwürdigen Vorgänge im Herrenhaus verlieren. Er stellt sein Leben voll und ganz in den Dienst seines Herrn. Auch die vorsichtigen Annäherungsversuche von Miss Kenton, der Haushälterin, weist er brüsk zurück. Viele Jahre lang lebt er ergeben in seiner Welt, bis ihn eines Tages die Vergangenheit einholt. Das kritische Porträt einer von Klassen und Hierachien geprägten Gesellschaft und eine bittersüße Liebesgeschichte, erzählt von einem, der seinen Stand nie hinterfragt und der nie auch nur geahnt hat, dass er liebte. zum Autor: Kazuo Ishigiguro... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: historischer Roman Original-Verlag: Blessing erschienen: 1989 Seitenzahl: 288 aus dem Englischen von Hermann Stiehl Lesekreis-Erfahrung The Remains of the Day, Was vom Tage übrig blieb, ist ein historischer Roman, die Handlung und Personen des Werks sind fiktiv, die Ereignisse geschichtlich nachgewiesen. Während einer 6-tägigen Reise, die Butler Stevens nach 30 Jahren Dienst 1956 unternimmt, ist es wahrscheinlich die 1. Selbstreflexion, die er zulässt. Die Reise fasst er selbst als Dienstreise auf, um die ehemalige Hauswirtschafterin Mrs. Kenton zurückzuholen, wie er insgeheim hofft. Erstmalig gelingt es ihm, die Schönheit seines Landes zu erkennen und genießen, während er in Rückblenden die vergangenen Jahre betrachtet: Seite 41: 1. Tag der Reise Salisbury 1956, „es war in der Tat ein schönes Gefühl, dort oben zu stehen, umsummt von den Klängen des Sommers und umweht von einer leichten Brise“ dem gegenüber: Seite 17: „Es war mir vergönnt, Sir, im Laufe der Jahre innerhalb dieser Mauern das Beste von England zu sehen.“ 😉 Wie hat es uns gefallen: Es ist ein feinsinniges und getragenes Buch, keine leichte Kost, von wunderbarer Sprache. Die Figuren sind überaus lebendig gezeichnet und die Reisebetrachtungen Englands stimmungsvoll . Das Motiv WÜRDE zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Werk, insbesondere die Festlegung der Butler-Würde, wie sie von Stevens, überliefert durch seinem Vater, nicht nur verstanden und verinnerlicht, sondern auch gelebt wird. Hauptakteure, ihre Charakter und Konstellationen: Mr. Stevens, seit über 30 Jahren oberster Butler von Darlington Hall, fühlt sich als Hüter des Hauses, mit Ernsthaftigkeit und eiserner Disziplin ist er präzise, ordentlich und pflichtbewusst. Für Spaß und Ironie fehlt ihm der Sinn. Er ist ein Gefangener der anerzogenen bzw. (seines Vaters) übertragenen Überzeugungen bis zur Selbstaufgabe. In seinem Berufsverständnis eines „Großen Butlers“, geht es ihm um Professionalität. In seiner rationalen Gedankenwelt kann er lange seine Gefühle für Miss Kenton nicht zugeben. Miss Kenton: Sie verließ Darlington Hall vor 20 Jahren, um zu heiraten, ist emotional und sagt, was sie denkt - selbstbewusst und streitbar - und sie war in Mr. Stevens verliebt. Lord Darlington ist zu Beginn des Romans bereits verstorben….- in unehrenhaftem Andenken in der Bevölkerung Ein Great Britain Gentlemen des Establishments - Very britisch: Höflich, ordentlich und strukturiert, lädt zu Konferenzen mit britischen und nationalsozialistischen Politikern ein, vielleicht naiv…Den fragwürdigen Charakter dieser Treffen ignoriert Mr. Stevens vollständig. Er hält auch später daran fest, dass Lord Darlington in gutem Glauben (ein ehrenhafter Gentlemen!) gehandelt hat …“er war wirklich kein schlechter Mensch…“ -Das Schweigen der Hinterbliebenen- Mr. Farraday, neuer Besitzer von Darlington Hall und damit Dienstherr Mr. Stevens, ist Amerikaner, offen, unverkrampft und unkompliziert. Er bevorzugt laut Mr. Stevens eine Art der leichten, humorvollen Konversation! 😉 Farraday beobachtet belustigt /kritisch die steife, beherrschte Art von Mr. Stevens, und versucht, ihn zu Reaktionen oder Meinungsäußerungen zu ermuntern. Uns hat gestört: Neben seinem Beruf hat Stevens kaum Interessen. Dazu ist er kein zuverlässiger Erzähler. Er verleugnet sich selbst, seine Gefühle. Alle Schilderungen der Ereignisse werden aus seiner Sicht erzählt, die verbrämt ist, durch seine absolute Loyalität gegenüber Lord Darlington. Besonders berührt hat uns: …Als nicht einmal beim Tod seines Vaters sich Stevens Emotionen erlaubt. Er unterdrückt das Eingestehen seines großen Verlustes. Seite 135: „Stevens, fehlt Ihnen etwas?“…(…)“Es tut mir leid, Sir. Die Spuren eines anstrengenden Tages“. Die Eindrucksvolle Szene, die die Resignation, Ausweglosigkeit der Angestellten offenbart: Miss Kenton, der trotz anderer Denkweise nichts übrigbleibt, als zu akzeptieren, dass die beiden jüdischen Dienstmädchen entlassen werden. Eine Maßnahme wie die Kündigung ihrerseits, hätte für sie selbst ein Existenzproblem geschaffen. ..die Erkenntnis Stevens des Fortschreitenden Alters. Seite 285: „Ich gab ihm das Beste, das ich zu geben hatte, und jetzt – nun, jetzt sehe ich, dass nicht mehr viel übrig ist, was ich noch geben kann.“… …die Bitternis für Stevens, zu begreifen, dass die Sinndeutung der Werte, die er für unerlässlich hält, ihn daran hinderte, etwas für sich in Anspruch nehmen zu können, indem er Miss Kenton nicht nur aus dem Haus, sondern in die Arme eines anderen Mannes getrieben hat. Die Verabschiedung von Miss Kenton /Ms.Benn Seite 281: „Schließlich kann man die Uhr nicht mehr zurückdrehen….(….).. in diesem Augenblick brach mir das Herz.“ wir sprachen über: Klassendenken, Hierarchien, Privilegierte Die gesellschaftlichen Verhältnisse Englands in den 30er Jahren, die Vorherrschaft von "Tradition und Ordnung". Moral der High Society, reich, arrogant, einflussreich Seite 49: Die WAHRE gute Gesellschaft,… und die WAHREN Herrschaftshäuser Wie die Würde des Butler, ist auch die Definition eines englischen Gentlemen und dessen Würde festgeschrieben: nobler Instinkt und Ehre Fazit: Erschütternd am Ende: Nichts gelernt!! Seinem neuem Dienstherrn will sich Mr. Stevens durch „antrainierten“ Humor und Schlagfertigkeit anbiedern . Porträt eines GROSSEN Butlers: Ein Mann, dessen letzter Halt die Form, der Stil ist. .

  • unsere Lesekreis-Erfahrungen | Mysite

    Man versteht nicht, was man nicht mit anderen teilt... Wofür du keinen Sinn hast, das geht dir verloren. (Günderrode) 20250619_113057 Zur See von Dörte Hansen Der grosse Sommer von Ewald Arenz Ich bleibe hier von Marco Balzano Ein Engel an meiner Tafel von Janet Frame Was vom Tage übrig blieb von Kazuo Ishiguro Der Markisenmann von Jan Weiler Eine englische Ehe von Claire Fuller Deine Juliet von Mary Ann Shaffer Annie Barrows Der amerikanische Architekt von Amy Waldman Die Unschärfe der Welt von Iris Wolff Die Enkelin von Bernhard Schlink was man von hier aus sehen kann von Mariana Leky Stay away from Gretchen von Susanne Abel Ein anständiger Mensch von Jan Christophersen Die Geschichte der Einsamkeit von John Boyne Der weisse Tiger von Aravind Adiga Die hellen Tage von Zsuzsa Bànk Frau Einstein von Marie Benedict Jakobs Schweigen von Anja Goerz Herzfaden von Thomas Hettche Kleine Freiheit von Nicola Kabel Das Seelenhaus von Hannah Kent Maschinen wie ich von Ian McEwan 3 sind 1 Dorf von Dina Nayeri Streulicht von Deniz Ohde Ombra von Hanns-Josef Ortheil Lempi Minna Rytisalo Belletristik Turbulenzen von David Szalay Annette, ein Heldinnen-Eops von Anne Weber Vom Ende der Einsamkeit von Benedict Wells Neujahr von Juli Zeh Das Genie von Klaus Cäsar Zehrer Die Tochter des Fotografen von Kim Edwards

  • Lesekreis-Erfahrungen Sprich mit mir | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Wie hat es uns gefallen: Der Roman überzeugte in unserer Lesegruppe vor allem durch seine erzählerische Energie, seine moralischen Fragestellungen und die intensive Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Mensch und Tier. Kontrovers diskutiert wurde die starke Vermenschlichung des Schimpansen Sam. Gerade diese Reibungsfläche machte das Buch jedoch zu einer ergiebigen Grundlage für eine lebhafte und vielschichtige Diskussion. Was hat uns gefallen: Positiv hervorgehoben wurden die erzählerische Dynamik, die schnellen Perspektivwechsel, die bissigen Dialoge und der gelegentliche schwarze Humor. Der Roman operiert bewusst an den Grenzen zwischen Wissenschaft, Ethik, Satire und Empathie. Verantwortung gegenüber Tieren, die Überheblichkeit des Menschen, sowie dessen häufige Empathielosigkeit gegenüber anderen Lebewesen. Bewusstsein für die Mensch-Tier-Beziehung und regt zur Reflexion über Forschungsethik und Machtverhältnisse an. Besonders gelungen erschien die Darstellung fließender Übergänge zwischen Mensch und Tier. Der Schimpanse Sam eröffnet neue Perspektiven auf das Menschsein. Die Schimpansen-Thematik wurde als ideal geeignet angesehen, um die Grenzen zwischen Mensch und Tier, Kultur und Instinkt zu hinterfragen. Der politische und gesellschaftliche Gehalt des Romans wurde gewürdigt, insbesondere die Kritik daran, dass Lebewesen letztlich auf ihren Nutzwert reduziert werden. Zur Lieblingsfigur der Runde wurde vielfach Brenda, die Managerin des Trailerparks. Ihre Bodenständigkeit, ihr Mitgefühl und ihr couragiertes Handeln machten sie zu einer der authentischsten Figuren des Romans. Gerade weil sie vergleichsweise wenig überzeichnet erscheint, fiel sie besonders positiv auf. Grenzwertig bezeichnet wurde: Die starke Vermenschlichung des Schimpansen Sam wurde unterschiedlich bewertet. Einige empfanden sie als notwendiges Stilmittel, andere als problematisch, stellenweise als unangenehm bis hin zu einem Gefühl des Ekels. Besonders die Kapitel, in denen Sams Gedankenwelt dargestellt wird, wurden in diesem Zusammenhang kontrovers diskutiert: Sind sie ein gelungener Perspektivwechsel oder eine zu starke Anthropomorphisierung? Der Versuch, über Sprache und Gebärdensprache die Grenze zwischen Mensch und Tier aufzuheben, wurde nicht von allen als glaubhaft empfunden. Die Taufszene von Sam (S. 306 -Aimee glaubt nun, dass Sam eine Seele hat) wurde von mehreren Teilnehmenden kritisch gesehen. Die Figurenzeichnung erschien uns stellenweise überzeichnet, etwa Professor Moncrief, der mit Kapitän Ahab verglichen wurde, jedoch war sich die Gruppe weitgehend einig, dass die Provokation und Überzeichnung vieler Figuren von Boyle bewusst eingesetzt werden. Die Mischung zwischen Wissenschaft, Satire und emotionalem Drama gefiel nicht allen vorbehaltslos. Bewegendste Stelle: Vom Ersatzkind zum Versuchsobjekt: Als besonders berührend wurde die Szene empfunden, in der Sam sein vertrautes Umfeld verlassen muss und wieder in einen Käfig gebracht wird (S. 137). Sie wirkt wie eine Vertreibung aus dem Paradies: Vom geliebten Ersatzkind und Hoffnungsträger der Forschung wird er wieder zum Versuchsobjekt reduziert. Gerade dieser abrupte Rollenwechsel macht die ganze Ambivalenz der Mensch-Tier-Beziehung sichtbar und führt die Grenzen menschlicher Empathie schmerzhaft vor Augen. Besondere Diskussionsbezüge: Jane Goodall und die Primatenforschung der 1970er- und 1980er-Jahre. - Ihre Aussage, der Schimpanse zeige oft mehr über das Menschsein als die Menschen selbst. Die Experimente zur Gebärdensprache mit Menschenaffen. Als reale Parallele wurde das Forschungsprojekt um den Schimpansen Nim Chimpsky genannt, dessen Erlernen von Gebärdensprache ähnliche Fragen nach Sprache, Bewusstsein und der Vermenschlichung von Menschenaffen aufwirft wie die Figur Sam im Roman. Parallelen zu Franz Kafkas „Die Verwandlung“: Sam erkennt seine eigene Art ähnlich fremd, wie Kafkas Gregor Samsa sich selbst als Käfer erlebt. Diskussionen über ökologische Verantwortung und Empathie gegenüber nichtmenschlichen Lebewesen. Fazit: Die Diskussion zeigte, dass die größte Stärke des Romans zugleich seine größte Provokation ist: Indem Boyle den Schimpansen Sam so nahe an den Menschen heranrückt, zwingt er die Leserinnen und Leser, ihre eigenen Vorstellungen von Menschlichkeit, Sprache, Bewusstsein und moralischer Verantwortung zu hinterfragen. Die dabei entstehende Irritation erwies sich im Lesekreis weniger als Schwäche des Romans, denn als Ausgangspunkt für besonders intensive Gespräche. - Dankeschön!

  • Lesekreis-Erfahrungen offene S | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Benjamin Myers: Offene See Robert erzählt die Geschichte seiner Künstlerwerdung im hohen Alter, wie er als Sechzehnjähriger, introvertiert und verträumt, gegen familiären Zwang rebelliert. Er bricht aus der Familientradition aus, die unweigerlich aus der finanziellen Situation dem Bergbau verschrieben ist und sucht seinen eigenen Weg in einer Selbstfindungsphase. – Aus dem Kohleschacht hinauf ans Meer. Auf seiner Wanderung lernt er Dulcie kennen, erfahren, schätzungsweise in ihren 60ern. Sie stellt mit ihrer Erscheinung sowie ihrem Verhalten seine wenigen bisherigen Erfahrungen komplett auf den Kopf. Sie führt einen anarchischen Lebensstil und predigt den Genuss des Augenblicks., zeigt und erklärt ihm die Welt der Bücher, von denen ihn besonders der englische Naturdichter und Romantiker John Clare inspiriert. Wie hat es uns gefallen: Das Buch behandelt mit 2 Protagonisten und einem Hund 😉 3 gewichtige Themen: Die Geschichte zeigt das damalige Gesellschaftsbild Englands im Jahr 1946,, besonders die Lebensumstände seiner Menschen nach dem 2. Weltkrieg sehr gut auf. - Den Krieg gewonnen, dennoch unter den Folgen leidend. Das 2. Thema ist die Suche nach Identität und Freiheit des jungen Robert, sein Coming-of Age. Dazu stellt sich heraus, dass Dulcie, die wir als rätselhaft, undurchsichtig und manchmal übergriffig gegenüber dem unerfahrenen Robert beurteilen, ein tragisches Schicksal mit sich trägt. Was hat uns gefallen: Wunderbar sind die Naturschilderungen des Autors, und Roberts Gefühl dabei, mit sich selbst im Reinen zu sein: Seite 52 „Ich spürte eine Verstärkung und Verfälschung der Sinne, sonderbar, aber durchaus lustvoll, als erlebte ich die Pflanzen- und Tierwelt um mich herum in einem gesteigerten und intensiveren Masse. Als erlebte ich sie nicht nur, sondern als wäre ich ein Teil von ihr dann (... ) Ich atmete tief ein, roch Erde, Bärlauch, Kräuter schwebende Pollen und den Duft des salzigen Seeluft. Ein Sinnenschmaus.“ Seite 95 „ stattdessen ging ich tief hinein in die Wildwiese und streckte mich für einige Momente dort aus, lauschte Ihrem Surren und Rascheln und spürte wie die Sonne mir Strahlenkränze auf die geschlossenen Lider malte.“ Angetan hat es uns die Figur der Dulcie, die sich der Bohemian Lebensart verschrieben hat, liebt ihre Individualität, Kunst, Musik, und ein einfaches, aber erfülltes Leben. Durch ihre Beziehungen und Kontakte kann sie sich auch gewisse Schrulligkeiten leisten unter anderem gutes Essen leisten.. Sie raucht, nur in Verbindung mit Lyrik 😉 (S.211), stört sich nicht an gesellschaftlichen Normen und Konventionen. Sie ermuntert Robert, seinen eigenen Weg zu gehen, fördert ihn. S. 109 „ Leute wie ich gehe nicht studieren. - Was meinst du mit Leute wie ich? – Bergmannsleute. - Aber du hast ein funktionsfähiges Organ in deinem Schädel oder? - ich hoffe es“. Nach Dulcies buntem Querschnitt, was er lesen sollte, schenkt sie ihm einen Stapel Bücher: Seite 118 „Es tut gut, ein bisschen auszumisten. Außerdem sind nicht die Bücher das Wesentliche, Robert. Die sind bloß Papier, aber sie enthalten ganze Revolutionen. Die meisten Diktatoren lesen kaum etwas anderes als die schmeichelhaften Biografien, die irgendwelche Schleimer über sie verfassen. Und das ist ihr Fehler: nicht genug Poesie in Ihrem Leben“ Verschiedene von uns haben das Werk ebenso als Anti-Kriegs-Buch und eine Lanze für den Pazifismus gesehen: Seite 49 „ … habe ich gelernt dass sie alle so ziemlich gleich sind: Menschen sind Menschen. Ich spreche da aus Erfahrung manche Menschen sind tapfer und andere töricht und fast alle haben Angst. Krieg ist Chaos mehr nicht. Deutsche oder Briten, Armenier, Holländer oder Tongaer - die meisten Menschen wollen bloß ein ruhiges Leben. Ein gutes Essen, ein bisschen Liebe. Einen Abendspaziergang. Einen geruhsamen Sonntag.“ S. 200 Nachkriegssituationen: „ überall um uns herum hatte der Krieg Spuren hinterlassen, und die Art des ländlichen Lebens änderte sich. Die Rationierung hatte einen Appetit geweckt, der sich als unstillbar erwies, und landwirtschaftliche Flächen wurden aufgekauft und auf Massenproduktion umgestellt. Die große Angst war jetzt der Hunger, nicht mehr der bewaffnete Konflikt.“. Was hat uns gestört: Einfach to much, manchmal geht es mit ihm (dem Autor) durch 😉 oder er möchte es immer noch besser machen: Seite 29: „Hecken umsäumten mich und ich kaum an Kühen vorbei deren Euter wie Partyballons herum baumelten, gelegentlich auch an Pferden die auf tristen Kuppeln angebunden..(…) und deren Rippen hervortraten wie die Rümpfe von gestrandeten Booten“ Seite 119: „ Der Himmel grollte. Die Ohren des Hundes stellten sich auf: 2 haarige, aufs Meer hinaus gerichtete Schallspiegel, die den Umschwung in der Atmosphäre aufnahmen.“ Solche alternativen Bildfelder passen nicht. Pädagogisch nicht besonders wertvoll fanden wir den „Ausrutscher„ Dulcies, als sie Robert zum exzessiven Alkoholgenuss verführt. Besonders bewegend/ anrührend: Ein besonders bewegender Moment war, als Dulcie das Atelier ihrer verstorbenen Partnerin für Robert vorbereitete und ihm zeigte, dass der gravierte Buchstabe "R" nicht nur für Romy, sondern auch für Robert steht. So hatte Dulcie hat einen Weg gefunden, ihr Schicksal anzunehmen. Vergleich: Der "Leben eines Taugenichts" ist eine Novelle von Joseph von Eichendorff, die die Geschichte eines jungen Mannes erzählt, der sein Zuhause verlässt, um sein Glück in der Welt zu suchen. Auf seiner Reise erlebt er verschiedene Abenteuer und lernt wichtige Lebenslektionen. Letztendlich findet er sein Glück und seine Erfüllung in der Natur und in der Liebe. Fazit: Wir empfehlen es uneingeschränkt. Wie schon eingangs geschrieben, ein Lesestoff der nach vielerlei Richtung den Leser fesselt. Die wunderschönen Bilder wurden von einem Lesekreis-Mitglied zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank!!

  • TC. Boyle: Sprich mit mir | Mysite

    T.C. Boyle: Sprich mit mir Klappentext Wer ist menschlicher? Der Mensch oder der Affe? Sam, der Schimpanse, den Professor Schemerhorn in eine TV-Show bringt, kann in der Gebärdensprache nicht nur einen Cheeseburger bestellen, sondern auch seinen Namen sagen. Wie ein Kind wächst er umsorgt von Wissenschaftlern auf. Als die schüchterne Aimee dazu stößt, entspinnt sich eine einzigartige Beziehung: Sam erwidert ihre Gefühle und entwickelt sich regelrecht zu einem Individuum. Als jedoch die Vision Schemerhorns, der an das Menschliche im Tier glaubt, keine Schule macht, wird er für Tierexperimente von einer anderen Universität beschlagnahmt. Aimee ist am Boden zerstört und fasst einen verrückten Plan. zum Autor: T. Coraghessan Boyle, 1948 in Peekskill, N.Y., geboren, ist der Autor von zahlreichen Romanen und Erzählungen, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Er wurde unter anderem mit dem PEN/Faulkner-Preis, dem Prix Médicis, dem Henry David Thoreau Prize und dem Rea Award für Kurzgeschichten ausgezeichnet. Quelle: Hanser-Verlag zu unseren Lesekreiserfahrungen zum Buch: erschienen: 2021 Übersetzer: aus dem Amerikanischen von Dirk van Gunsteren Verlag: Hanser Verlag Genre: Gesellschaftsroman Seitenanzahl : 352

  • Lesekreis-Erfahrungen Eva schläft | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Francesca Melandri: Eva schläft Wie hat es uns gefallen: Die Autorin verpackt die Geschichte Südtirols geschickt in einen fiktiven Generationenroman. Die historischen Kontexte sind atmosphärisch dicht verflochten. Es beginnt 1919 mit dem Großvater Hermann der als 11-jähriger Waise wird, weil seine Eltern Ende des 1. Weltkriegs an der Spanischen Grippe sterben. Als jüngerer Sohn kann er den Hof nicht erben, sondern muss sich als Knecht in Deutschland verdingen. Die Folgen des 1. Weltkriegs, die er erlebt und die turbulenten Umbrüche in seiner Region lassen ihn zum Faschisten und später zum Nazi werden. Wir erleben die Diskriminierungen seiner Tochter Gerda, die wiederum mit 16 Jahren als Küchenmädchen in ein Kurhotel weggegeben wurde. Eineinhalb Jahre später ist sie schwanger, der künftige Vater heiratet sie nicht. Er ist der Sohn eines Freundes von Hermann, der in die Familie eines Textilfabrikanten eingeheiratet hat, Hannes. Sie versucht in ihrer Not und Verzweiflung die Schwangerschaft abzubrechen, mit grausamen Versuchen an sich. Es folgt der Verlust des Elternhauses für Gerda, (ihre Mutter erleidet bei ihrem Besuch einen tödlichen Herzinfarkt, ihr Vater wirft sie daraufhin hochschwanger aus dem Haus. Eva wird bei Nonnen geboren, einem nationalen Hilfswerk in Bozen Seite 126 „Wer hier eintrat, tat das nicht aus freien Stücken, sondern weil ihm keine andere Wahl blieb“. Die ersten Monate verbringt das Neugeborene in einer Apfelkiste versteckt im Hotelbetrieb, später muss Gerda Eva zu Pflegeeltern geben und sieht sie nur noch 2 Monate im Jahr. Was hat uns gefallen: Während der Zugfahrt von Eva, inzwischen 40jährig, entspinnt sich in Zeitsprüngen die Tragik der Familie über Generationen, in den Zeiten des Südtiroler Freiheitskampfs, als Reaktion auf faschistische Integrationspolitik. Der Zug soll Eva zu der einzigen Vaterfigur (Vito) bringen, die sie jemals hatte, und sie unerwartet wieder verließ. Vito liegt im Sterben. Die Zugreise führt 1400 km quer durchs Land und durch 70 Jahre der jüngeren italienischen Geschichte, während Eva ihre Erinnerungen, familiäre Verluste und zwischenmenschliche Verletzungen reflektiert. Die Spezialität der Autorin sind eindrückliche, oft kleine Szenen und Bilder, die die Kraft haben, für das ganze Ausmaß einer Situation zu stehen. Szene Seite 138, als Hannes fragt, ob er sein Kind sehen kann: „Die Schwester Pförtnerin presste das Kinn gegen die Brust und schaute ihn von unten herauf an. „Ja, wenn du ihr deinen Nachnamen gibst.“ Szene S. 274 als die alte Frau, die 4 Söhne verlor und kein Grab zum Beweinen hat, an den Särgen von 4 Alpinis, Sprengstoffopfer steht: „Sanft fuhr sie mit der Hand über jeden einzelnen Sarg…(..) mehr als ein Vierteljahrhundert zuvor hatte der Krieg der Frau alle vier Söhne genommen, die ungefähr das Alter der vier Gebirgsjäger in den geschlossenen Särgen hatten.“ Szene S. 395 als beim Angebot Hannes zum Beischlaf Gerda den Kochlöffel schwingt, und er noch Glück gehabt hat. S.395 „Gerda zielte und schleuderte dem Vater ihrer Tochter den Kochlöffel ins Gesicht.“ – zuvor hatte sie mit einem Hackebeil eine Rinderschulter entbeint ..😉 Lieblingsfiguren: Die zentrale Figur und Protagonistin des Werks ist für uns Gerda, die Mutter Eva’s. - Der Charakter Eva‘s wurde nicht so herausgearbeitet, ist schwächer gezeichnet und ergeht sich hauptsächlich in absoluter Bewunderung ihrer Mutter. Sehr beeindruckend ist Vito mit seiner Fürsorge um die ihm anvertrauten Soldaten, obwohl er nur wenige Jahre älter ist und seinem starken Gerechtigkeitssinn, gegenüber der Südtiroler Bevölkerung. Eine Lieblingsstelle der feinen Ironie: Seite 84: „Paul“ (Vater von Hannes, dem „Erzeuger von Eva)“ hatte die Erstgeborene einer wohlhabenden Familie von Textilfabrikanten geheiratet. Seine 4 Töchter waren in der Schweiz erzogen worden, fernab von diesem Tal mit seiner kargen, bäuerlichen Lebensweise. Schließlich galt es ihren Sinn für das Unwesentliche zu verfeinern, damit sie später auch Zugang zu den gutbürgerlichen Kreisen erhielten“. Ereignisse, die uns besonders erschüttert und berührend haben: Oft ist die Empathielosigkeit der Charaktere erschreckend. Seite 264 : Das Verwandtschaftsverhältnis: „Der da ist dein Opa.“….. „So lernte Eva, was ein Opa war: ein alter, ausgemergelter Mann, bei dem man, wenn er einen ansah so traurig wurde, dass man gar nicht mehr leben wollte“. Darstellung der elterlichen Macht durch die traditionelle Rollenverteilung in den 60er Jahren Gerda wird einfach ins Kurhotel gegeben; Vito findet kein Verständnis von seiner Mutter, sie will nicht, dass er Gerda heiratet, die Schwester eines Terroristen, ledig mit Kind Darüber hinaus politische Rahmenbedingungen die persönliche Bindungen belasten: Eine Unmöglichkeit, dass Gerda und der Carabinieri Vito eine Familie werden können – Vito ist italienischer Staatsbediensteter. Leidensweg wegen Homosexualität: Eva‘s Cousin und bester Freund Uli outet sich, mit der Folge, dass er sich das Leben nimmt. Zitate: „Mein Reisepass ist italienisch, meine Sprache Deutsch, meine Heimat ist der südliche Teil Tirols, dessen übrige Teile, Nord- und Osttirol, allerdings in Österreich liegen. Für uns heißt dieser Teil Südtirol, doch im Italienischen sag man ‚Alto Adige’ oberes Etschland, denn das ist ja der eigentliche Unterschied: Entscheidend war immer, von wo aus man das Land betrachtet, von oben oder von unten.“ Was uns gestört hat, kritisiert wurde: Die überzeichnete überschwängliche Schilderung der Schönheit Gerdas, vielleicht eine ironische Beschreibung, die der heißblütigen südländischen männlichen heterosexuelle Perspektive auf die Frau geschuldet ist. Beim Schluss des Romans wurde das rasche plötzliche Verzeihen Evas gegenüber Gerda angezweifelt. Vergleich: mit Balzanos „Ich bleibe hier“ der Thematik wegen: Beide Romane spiegeln die Verwerfungen und Umbrüche in Südtirol wider – insbesondere die Assimilisierungs-Politik, sie Umsiedlungen und den Widerstand der Bevölkerung. Verbot des Deutschunterrichts, Zwang zur italienischen Sprache im Alltag, Katakomben Schule als Widerstand Fazit: Zusammengefasst will Francesca Melandri mit ihrem Werk und ihren Aussagen vor allem dazu anregen, Geschichte nicht zu vergessen, sich mit der eigenen Identität kritisch auseinanderzusetzen, Empathie in den Mittelpunkt zu stellen und individuelle Verantwortung für Gesellschaft und Frieden zu übernehmen.

  • Benjamin Myers: Offene See : | Mysite

    Klappentext: Benjamin Myers: Offene See Der junge Robert weiß schon früh, dass er wie alle Männer seiner Familie Bergarbeiter sein wird. Dabei ist ihm Enge ein Graus. Er liebt Natur und Bewegung, sehnt sich nach der Weite des Meeres. Daher beschließt er kurz nach dem zweiten Weltkrieg, sich zum Ort seiner Sehnsucht, der offenen See, aufzumachen. Fast am Ziel angekommen, lernt er eine ältere Frau kennen, die ihn auf eine Tasse Tee in ihr leicht heruntergekommenes Cottage einlädt. Eine Frau wie Dulcie hat er noch nie getroffen: unverheiratet, allein lebend, unkonventionell, mit sehr klaren und für ihn unerhörten Ansichten zu Ehe, Familie und Religion. Aus dem Nachmittag wird ein längerer Aufenthalt, und Robert lernt eine ihm vollkommen unbekannte Welt kennen. In den Gesprächen mit Dulcie wandelt sich sein von den Eltern geprägter Blick auf das Leben. Als Dank für ihre Großzügigkeit bietet er ihr seine Hilfe rund um das Cottage an. Doch als er eine wild wuchernde Hecke stutzen will, um den Blick auf das Meer freizulegen, verbietet sie das barsch. Ebenso ablehnend reagiert sie auf ein Manuskript mit Gedichten, das Robert findet. zum Autor: Benjamin Myers, geboren, 1976, ist Journalist und Schriftsteller.. Dumont Buchverlag zum Buch: Genre: Coming- of- Age-Roman Verlag: Dumont Buchverlag erschienen: 2021 aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann Seitenzahl: 265 zu den Lesekreis-Erfahrungen

  • Nicola Kabel: Kleine Freiheit | Mysite

    Nicola Kabel: Kleine Freiheit Klappentext: Gerade vierzig geworden, kümmert sich die Richterin Saskia in Elternzeit um ihre beiden Söhne, während ihr Mann Christian zwischen dem Heimatort in der norddeutschen Provinz und einer Kanzlei in Hamburg pendelt. Da bringt ein geplanter Windpark vor ihrer Haustür Saskias geordnetes Leben ins Wanken. Als sie sich in einer Bürgerinitiative engagiert, schenkt ihr Joachim Wedekamp besondere Aufmerksamkeit. Sie gerät in seinen konservativen Zirkel und erlebt beunruhigt, dass sich hinter dessen Widerstand gegen den Windpark eine viel grundsätzlichere Kritik an der heutigen Gesellschaft, der Zuwanderung, dem Wertewandel verbirgt. Wedekamp steht mit seiner väterlich-höflichen Art im Kontrast zu ihrem eigenen Vater, dem Alt-68er Hans, den sie liebt und der ihr oft doch peinlich ist. Bei ihm sind Saskia und ihre kleine chaotische Schwester Sophie in bunten WGs aufgewachsen, nachdem die Mutter die Familie verlassen hatt. Als Jurist durchaus erfolgreich, hat er sich dennoch seine wütende Kritik an der grassierenden Ungleichheit, am globalen Kapitalismus und der Konsumgesellschaft bewahrt, ist so unkonventionell wie eh und je und schont auch keine Verwandten. In ihrem feinfühligen Debütroman erzählt Nicola Kabel eine berührende Vater-Tochter-Geschichte, die zugleich den Finger in Wunden legt, die die Zerreißroben der Gegenwart uns zufügen. zur Autorin: Nicola Kabel, geboren 1978, studierte Geschichte und öffentliches Recht in Hamburg und war mehrere Jahre Redakteurin. Der Deutschen Presse-Agentur. Seit 2912 arbeitet sie in der politischen Kommunikation. Sie lebt mit ihrer Familie in Lübeck. Quelle: Einband C.H.Beck-Verlag unsere Lesekreis-Erfahrung: Wie hat es uns gefallen Das Buch ist flott zu lesen, oft mit leichter Belustigung bei der evtl. sich einstellenden eigenen Reflexion (was möchten doch die erwachsenen Kinder bei der Erziehung ihrer Kinder wiederum nicht alles besser und anders machen ;-)) Was hat uns gefallen Die Aktualität der Themen angesichts des allerorten spürbaren Klimawandels und des wie- damit- Umgehens, sorgen für Spannung und Erwartung. Was hat uns gestört Die Lesekreisteilnehmerinnen fanden die Themen teilweise nur angerissen und nicht in die Tiefe gehend. Die Figuren wirkten auf sie oft, vielleicht auch gewollt, klischeehaft überzeichnet. Nicht hineinpassend, ohne Zusammenhang, erscheint die Szene der Fast-Affäre mit dem Nachbarn Markus, (Klischee liebenswerter Lebenskünstler). Welche Figuren stehen uns am nächsten Die Entwicklung der Protagonistin Saskia, deren Kinder- und Jugendzeit, erfahren wir im Rückblick im Roman. Ein Aufwachsen mit Eltern, die versuchen ihren Traum zu leben, das Lebensgefühl der Flower-Power-Zeit, mit der Ablehnung von bürgerlichen Wertvorstellungen und Zwängen, antiautoritär und antihierarchisch. Saskia und ihre Schwester Sophie, leben in einer Kommune bei Gorleben, die die Mutter irgendwann verlässt. Die Geschwister werden von Hans oft weitergereicht an andere Kommunen-Mitglieder, von denen sich die warmherzigen Bezugspersonen (Georg und Ruth) später für das sogenannte bürgerliche Leben, das verachtete Family-Glück entscheiden. Es bleiben als Familienverband nur die Großeltern, Saskia die Wut und Enttäuschung auf den Vater, der die Kinder abschiebt. Sie möchte in der Erziehung, dem Aufwachsen ihrer Kinder nicht diese Fehler machen, Kontrolle und Ordnung sind ihr sehr wichtig. Der Vater Hans ist trotz seiner Vorstellungen, Überzeugungen und Grundsätzen in der 68-er Bewegung ein erfolgreicher Jurist, zwischenzeitlich gut etabliert. Seine Widerstände gegen Spießigkeit und kleinbürgerlicher Zwänge demonstriert er nur im Fehlen der Krawatte, zweier offenstehender Hemdsknöpfe und dem mittlerweile graugewordenen Pferdeschwanz. #109 „Plötzlich verdiente Hans Geld, etwas mehr als 40 Jahre alt. Erstmals bügelte der Hemden. Er reihte sich ein in die Herde: morgens im Anzug raus aus der U-Bahn…“ Am meisten berührt hat uns Besonders berührend fanden wir die Not von Sas, die nach dem Weggang der Mutter die Fürsorgerolle dieser übernimmt: Das Pausenbrot für die kleine quirlige Schwester, ebenso wie Abwasch, Wäschewaschen etc.. Ebenso ihre Fluchten und Auswege um ihren Altersgenossen vorzuspielen, dass sie dazugehört. Sie will nicht die Außenseiterin sein, kauft sich heimlich zum Beweis selbst Weihnachtsgeschenke, deren Finanzierung sie ebenfalls organisieren muss, da zuhause kein Weihnachtsfest gefeiert wird. #85 „Dabei hatte Saskia gar nicht gelernt, wie Weihnachten geht. Mal feierten die Frauen in dem großen, gelben Haus Wintersonnenwende.“ Einen bitteren Geschmack fühlt man ebenfalls als Hans Ex- 68er, erkennt, dass er ohne seine Familie, die Kinder, die er nicht wollte, an Weihnachten einsam dasteht, nicht weiß wohin, was tun. Was ist unsere Meinung zur Stimmung im Werk? Die Stimmung im Werk ist bedrückend, das Gefühl der Unzufriedenheit der Protagonisten mit sich selbst, förmlich greifbar. Erschreckend, wie wenig die einzelnen Familienmitglieder voneinander wissen, bis zum Ende. Titel, Cover Der Titel" kleine Freiheit" – Jeder nimmt sich nur seine „kleinen Freiheiten?“ Das Cover zeigt Greifvögel „ im Sog der Windräder“ Wir sprachen über: Jugendrebellion von 68 – Protest gegen starre Strukturen – anti-autoritäre Erziehung, Freie Liebe, Wilde Ehe, Auflehnung an die bestehende Wirtschaftsordnung Heutige Jugendbewegung/en) Fridays for Future Den Wandel unserer gesellschaftlichen Werte Fazit: Wir würden es empfehlen, verschenken

  • Hannah Kent: Das Seelenhaus | Mysite

    Klappentext: "Sie sagen, ich soll sterben. Sie sagen, ich hätte Männern den Atem gestohlen und jetzt müssten sie mir den meinen stehlen." Island 1828. Agnes ist eine selbstbewusste und verschlossene Frau. Sie wird als hart arbeitende Magd respektiert, was sie denkt und fühlt, behält sie für sich. Als sie des Mordes an zwei Männern angeklagt wird, ist sie allein. Die Zeit bis zur Hinrichtung soll sie auf dem Hof eines Beamten verbringen. Die Familie ist außer sich, eine Mörderin beherbergen zu müssen – bis Agnes Stück um Stück die Geschichte ihres Lebens preisgibt. Die Tat war grausam: zwei Männer erschlagen, erstochen und verbrannt. Die angeblichen Täter, neben Agnes Magnúsdóttir ein junges Paar, werden zum Tode verurteilt. Vor allem an Agnes will der zuständige Landrat ein Exempel statuieren. Scheinbar ungerührt nimmt Agnes das Urteil hin, ebenso wie die Ablehnung der Familie. Erleichtert, dem Kerker entkommen zu sein, kann sie bei der Arbeit manchmal ihr Schicksal vergessen. Vieles hier ist ihr vertraut: die schroffe Landschaft, die ärmliche Torfbehausung, der harsche Ton der Hausherrin. Ihr ganzes Leben war davon bestimmt – bis sie einen Mann kennenlernte und sich nach langer Zeit erlaubte, sich ihre Sehnsucht nach Liebe und Zugehörigkeit einzugestehen. Der Schmerz über seinen Tod, der ihr nun angelastet wird, überlagert alles, auch die Angst vor dem eigenen Tod. Schließlich vertraut sich Agnes einem jungen Vikar an, der sie auf den Weg der Reue und Buße führen soll. Während der langen Gespräche, die die ganze Familie mithört, ist es vor allem Margrét, die Hausherrin, die ahnt, dass die offizielle Wahrheit über Agnes vielleicht falsch sein könnte. über die Autorin: aus dem Englischen übersetzt - Wikipedia- Hannah Kent ist 1985 in Adelaide, Australien geboren. Ihr 1. Roman wurde ein internationaler Bestseller und in 30 Sprachen übersetzt. 2010 war Kent Mitbegründerin der australischen Literaturzeitschrift Kill Your Darlings. Sie schrieb unter anderen für die New York Times, The Saturday Paper, The Guardian, und The Sydney Morning. 2011 gewann sie für ihren Roman Burial Rites den ersten Writing Australia Unpublished Manuscript Award. 2017 wurde die Geschichte der Agnes Magnusdöttir verfilmt. Von der tragischen Geschichte der Agnes Magnusdöttir erfuhr sie während eines längeren Aufenthalts auf Island während eines Schüleraustauschs. Langjährige Recherchen in Kirchenregistern, heimatkundlichen Büchern und Gemeindearchiven bildeten die Grundlage für ihr Werk. Ein Dokumentarfilm über Kents Erfahrungen in Island und das Schreiben von Bestattungsriten wurde am 1. Juli 2013 auf ABC1 als Folge der australischen Geschichte mit dem Titel „No More Than a Ghost“ ausgestrahlt. Sie promoviert in kreativem Schreiben an der Flinders University. Erfahrung im Lesekreis: Schauplatz des Romans ist Island, ganz mit Kargheit und Einsamkeit durchdrungenen Landschaft . Island bedeutet Eisland, das selbst im Hochsommer nicht mehr als 15 Grad Celsius Höchsttemperatur gewährt. Die Landesfläche beträgt rund 103.000 Quadratkilometer, das sind im Verhältnis zu 360.0000 Einwohnern (aktuell 2020 Wikipedia) etwa 3,5 Einwohner auf einen Quadratkilometer. Davon leben mehr als 2 Drittel in und um die Metropolregion Reykjavik. Der historische Roman, der sich mit der letzten Hinrichtung 1830 in Island beschäftigt, zieht uns in den Bann dieser Zeit, der damaligen Lebensverhältnisse. Der bitterarmen Torfbauern, die Wertig- Wichtigkeit des Fischfangs, und Schafzucht, als deren einzigen Lebenserhalt. Die vorherrschende Dunkelheit in den langen Wintermonaten gab den Menschen Raum für Sagen und Mythen. Husvik - mit freundlicher Genehmigung von Frau Christin Bräunling Die Stimmung im Werk bezeichnen die Teilnehmerinnen als beklemmend, bedrückend, oft depressiv. Als Adjektive werden für das Buch spannend, packend, aber auch vorherrschend einfühlsam genannt. Tatsächlich absolut beklemmend, das Leben einer Frau, die historisch belegt als letzte Frau in Islands hingerichtet wurde. Und die im Grunde nach nichts anderem gelechzt hat als Anerkennung, ja Liebe, jedoch das Pech hatte, unter einem Unstern von gesellschaftlichen Ressentiments wie unehelich, arm und von niedrigem Stand geboren zu werden. Mit 6 Jahren von der eigenen Mutter verlassen, durfte sie bei ihrer Pflegmutter Inga, die ihren wachen und wissbegierigen Verstand entdeckte Lesen und Schreiben lernen, was jedoch ihrem Dasein als einfache Magd nicht förderlich war. Als Sympathieträger des Romans werden an 1. Stelle Margret genannt, die durch ihre Wandlung von Vorverurteilung und Ablehnung zur Hilfe bzw. zuletzt sogar Freundin hervorsticht. Trotz aller Vorbehalte und Abneigung wäscht sie die verwahrloste Angeklagte gleich zu Anfang, und zum Ende sorgt sie zu einem vergleichsweisen angemessenen und würdevollen "Abgang". Des weiteren gibt es den jungen Vikar Thorvordur kurz "Toti" genannt, den Agnes gegen den ihr zugewiesenen Geistlichen "eintauscht", weil sie sich daran erinnert, dass er ihr einmal bei der Überquerung einer Furt geholfen hat und sie dafür heute noch Dankbarkeit empfindet. Er geht mit ihr durch die Untiefen menschlicher Erlebnisse, kann sie nicht zur von der Kirche geforderten Reue bringen, sich ihr aber als Freund und Unterstützter bis zum letzten Atemzug glaubhaft versichern. Den Gegenpol dazu stellt Natan (einem Traum der Mutter als Satan zu nennen) dar, welchem man aufgrund seiner extremen Stimmungsschwankungen bipolare Störungen unterstellen kann. Er lockt Agnes mit falschen Versprechungen auf seinen Hof, und ist ihr darüber hinaus untreu. Er überschüttet sie an seinen "schlechten Tagen" mit ätzender Verachtung. Als Täter für den Mord an Natan werden 3 Menschen verurteilt bzw. sind daran beteiligt: Pertar, der Natan als wohlhabend wähnt, seine Verlobte Sigga, gleichzeitig die Geliebte Natans, - und Agnes. Wobei Agnes den Tod des schwerverletzten Natans zu verantworten hat. Der Mord an Natan wurde vom Lesekreis daher als eher "aktive Sterbehilfe" bezeichnet. Der Glauben an die Mythen der alten Sagas ziehen sich immer wieder durch den Roman, Krähen als schlechtes Omen zu sehen, auch träumte Natan von einem blutigen Gemetzel mit 3 Echsen (Sigga, Petar, Agnes) und sah darin eine wichtige symbolische Botschaft. Der englische Titel "Buriel Rites" lässt sich bestenfalls am Tod der Pflegemutter Inga mit ihrem Baby festmachen, die aufgrund der Kälte nicht beerdigt werden konnten, und über Monate!! neben den Säcken mit den Fischköpfen gelagert wurden. Der Titel "Seelenhaus" passt eindeutig besser, eine Nennung im Buch gibt es ebenfalls: Unterhaltung zwischen Natan und Agnes Wie nennt man den Raum zwischen den Sternen? - ...es ist ein Ort für die armen Seelen... Unser Lesekreis fühlt sich bei der Thematik und Tragik des Buchs erinnert an Anne Boleyn, die 1. Frau Heinrich des VIII., die auf dem Schafott starb. FAZIT: Trotz des bekannten Endes gelingt es der Autorin die Spannung im Buch bis zuletzt aufrechtzuerhalten. Das Buch wird auf jeden Fall empfohlen, jedoch nicht als Geschenk ;-), ein stark polarisierendes Buch.

  • Ina Westmann: Heute beissen die Fische n | Mysite

    Ina Westmann: Heute beissen die Fische nicht Klappentext: Eine Familie verbringt ihren Sommer auf einer abgelegenen Insel im finnischen Schärengarten. Vater, Mutter, Kind - Joel, Emma und Fanni.: Die Idylle könnte perfekt sein. Doch Emma, die Fotojournalistin ist oft und häufig in Krisengebieten unterwegs, wird von Kopfschmerzattacken und Halluzinationen geplagt: Treibt dort aus dem Nebel wirklich ein verlassenes Boot auf sie zu? Und sitzt da vorne auf dem Stein wirklich eine dunkelhäutige Frau und blickt aufs Meer? Oder sind es nur Erinnerungsfetzen an ein vergangenes Geschehen, das Emma bis in ihr Sommerrefugium verfolgt und droht, sie von sich selbst und ihren Liebsten zu entfremden? zum Autorin: Ina Westmann, geboren 1974, ist Schriftstellerin, renommierte Bloggerin und Kommunikationsmanagerin in der Verlagsbranche in Helsini. (Text Mare-Verlag) zum Buch: Genre: Roman, Belletristik, Drama Verlag: Mareverlag Übersetzer: Stefan Moster erschienen: 2021 Seitenzahl: 256 zu unseren Lesekreiserfahrungen:

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