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  • Jan Weiler: Der Markisenmann | Mysite

    Jan Weiler: Der Markisenmann Klappentext: Was wissen wir schon über unsere Eltern? Meistens viel weniger, als wir denken. Und manchmal gar nichts. Die fünfzehnjährige Kim hat ihren Vater noch nie gesehen, als sie von ihrer Mutter über die Sommerferien zu ihm abgeschoben wird. Der fremde Mann erweist sich auf Anhieb nicht nur als ziemlich seltsam, sondern auch als der erfolgloseste Vertreter der Welt. Aber als sie ihm hilft, seine fürchterlichen Markisen im knallharten Haustürgeschäft zu verkaufen, verändert sich das Leben von Vater und Tochter für immer. Ein Buch über das Erwachsenwerden und das Altern, über die Geheimnisse in unseren Familien, über Schuld und Verantwortung und das orange-gelbe Flimmern an Sommerabenden. zum Autor: Jan Weiler... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Roman Verlag: Heyne erschienen: 2021 Seitenzahl: 336 Die Ich-Erzählerin Kim, berichtet als inzwischen 32-jährige Schauspielerin von ihren Problemen in der Familie, als verwöhnte und unzufriedene 15 Jahre alte Jugendliche und einer Tat, die nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Die Themen des Romans umfassen Freundschaft, Erste Liebe, das Erwachsenwerden, Rebellion und Verantwortung, Konstellationen in „Patchwork-Familien“, Verrat, die Problematik der beiden deutschen Staaten vor der Wiedervereinigung und Familiengeheimnisse… Es ist auch die Suche nach Identität, Kim’s Vater war bis zum Zeitpunkt des 1. Kennenlernens mit 15 „unscharf“, nämlich auf einer Fotografie und sonst nicht für sie vorhanden. Dies ändert sich mit ihrem Anschlag auf den Bruder. Sie darf nicht mit in den Familienurlaub, sondern muss die Ferienzeit bei ihrem leiblichen Vater, dem „Unscharfen“ in Duisburg verbringen. Sie erkennt sich zwar visuell in ihm, der Mensch selbst ist ihr natürlich völlig fremd, ebenso seine Gründe, nie vorher Kontakt mit ihr aufgenommen zu haben.... Wie hat es uns gefallen: Die sich entwickelnde Vater-Tochter-Beziehung ist so anrührend, bewegend und gleichzeitig komisch geschrieben, dass es schwer fällt, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Großartig gezeichnet ist das Lokalkolorit des Ruhrpotts, die Charakteristik des Menschenschlags. So nah am Puls, „menschelt“ es zuhauf. Was hat uns gefallen: Besonders gefallen hat uns der Schreibstil des Autors, das Herausarbeiten von Komik im Ernst der Geschichte. So die herrlichen Wortschöpfungen: – „wohlstandsverwahrlost“ Seite 122: „offenbar besaß Ronald Papen eine seit Jahrzehnten ausgebaute Wurst-Kompetenz“ Seite 198: „Stellt euch mal vor, der Lütz hat Eiswürfel gekauft, rief er. Das wird eine völlig neue Dimension von Trinkkultur. Unerhört.“ Die Figur der Außenseiterrolle, ob bei Kim, Ronald oder Alic ist sehr gut dargestellt. Seite 257: „Dass mein Vater als Erwachsener ein Außenseiter war, darauf war ich schon selbst gekommen“ Seite 102: „Ich verstand, dass er kein eigenbrötlerischer Mensch war, eher schüchtern und abwartend.“ Auch Alic sucht nach Zugehörigkeit, Identität: Seite 81 „Ich kann es nicht als Russe schaffen und auch nicht als Tunesier. Aber als Alik Cherif kann ich jemand sein“ „Er hatte keine Freunde, weil er sich niemanden zugehörig fühlte“. Hoch interessant auch Wandel der Figur Heikos während des Buchs, wir verraten nicht, wodurch 😉 Unsere besondere Aufmerksamkeit galt Kims Mutter und deren Gefühlen in der Familie. Was fanden wir noch bewegend: Die Entstehung der Vater-Tochter-Bindung ist sehr berührend. Seite 202: „Er wollte mir bloß nichts aufnötigen, zumal er keine Ahnung von pädagogischen Ansätzen bei schwer erziehbaren sechzehnjährigen Mädchen hatte. ( ..)er erzog mich trotzdem, quasi aus Versehen, indem er mir vorlebte, wie man sich als zivilisierter Mensch verhält.“ Die Laufbahn Alics, der trotz überdurchschnittlicher Anlagen, hoher Intelligenz, am Tresen von Klaus „endet.“ - Es fehlt die Förderung des Elternhauses, der Gesellschaft schlechthin. Vergleich zu „Streulicht“. Wir sprachen über: Sehr gut fanden wir ebenfalls das Treffen der Balance, bei den Schilderungen die den Stasi-Knast, die Foltermethoden betreffen. Sie werden nicht „ausgeschlachtet“ und dennoch kann jede(r) sich vorstellen, was es bedeutet hat. Fazit: U N E R H Ö R T 😉 Wir empfehlen nicht nur einhellig den Roman, wir wählen ihn auch liebend gern als Geschenkvorschlag. Am Ende ein kleiner Ausflug in die Musikwelt der Puhdys, dessen Text im Buch eine wichtige Rolle spielt und sehr zum berührenden Wohlfühlcharakter beigetragen hat: Puhdys - Wenn ein Mensch lebt '79 - YouTube . unsere Lesekreiserfahrungen:

  • Robert Seethaler: Das Café ohne Namen | Mysite

    Robert Seethaler: Das Café ohne Namen Klappentext: Wien im Jahr 1966. Robert Simon verdient sein Brot als Gelegenheitsarbeiter auf dem Karmelitermarkt. Er ist zufrieden mit seinem Leben, doch zwanzig Jahre nach Ende des Krieges hat sich die Stadt aus ihren Trümmern erhoben. Überall wächst das Neue, und auch Simon lässt sich mitreißen: Er pachtet eine Gastwirtschaft und eröffnet sein eigenes Café. Das Angebot ist überschaubar und genaugenommen ist es gar kein richtiges Café, doch die Menschen aus dem Viertel kommen, und sie bringen ihre Geschichten mit - von der Sehnsucht, vom Verlust, vom unverhofften Glück. Sie kommen auf der Suche nach Gesellschaft, manche hoffen sogar auf die Liebe, und während die Stadt um sie herum erwacht, verwandelt sich auch Simons eigenes Leben. zum Autor: Robert Seethaler, geboren 1966 in Wien.. Wikipedia zum Buch: Genre: Roman, liter. Fiktion Verlag: Claassen erschienen: 2023 Seitenzahl: 283 zu unseren Lesekreis-Erfahrungen

  • Dagmar Schifferli: Wegen Wersai | Mysite

    Dagmar Schifferli Wegen Wersai Klappentext: Die zwölfjährige Katharina wächst in der Schweiz der 60er Jahre auf. Da ihre Mutter schwer erkrankt ist, lebt das Mädchen vorwiegend bei der Pflegemutter "Tantelotte", einer verhärteten Frau, die die Erfahrungen aus ihrer entbehrungsreichen Kindheit während der NS-Zeit sogar noch Jahrzehnte später ihr Pflegekind spüren lässt. Katharina versucht, die sie umgebenden Erwachsenen zu verstehen, stellt Fragen und bemüht sich, Zusammenhänge herzustellen, doch nur selten erhält sie eine Antwort. Um sich selbst zu schützen, errichtet sie eine Fassade der Anpassung, während sie die Lügen und Verzerrungen der Erwachsenen immer deutlicher durchschaut. Autorin Dagmar Schifferli wurde 1951 in Zürich geboren. Sie studierte Sozialpädagogik, Psychologie sowie Gerontologie und war viele Jahre als Dozentin in diesen Fachbieten tätig.. Nagel und Kimche Wikipedia zum Buch: Genre: Gegenwartsliteratur Verlag: Verlag Nagel & Kimche Übersetzer: erschienen: 2024 Seitenzahl: 192 zu unseren Lesekreis-Erfahrungen Button

  • Lesekreis-Erfahrungen offene S | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Benjamin Myers: Offene See Robert erzählt die Geschichte seiner Künstlerwerdung im hohen Alter, wie er als Sechzehnjähriger, introvertiert und verträumt, gegen familiären Zwang rebelliert. Er bricht aus der Familientradition aus, die unweigerlich aus der finanziellen Situation dem Bergbau verschrieben ist und sucht seinen eigenen Weg in einer Selbstfindungsphase. – Aus dem Kohleschacht hinauf ans Meer. Auf seiner Wanderung lernt er Dulcie kennen, erfahren, schätzungsweise in ihren 60ern. Sie stellt mit ihrer Erscheinung sowie ihrem Verhalten seine wenigen bisherigen Erfahrungen komplett auf den Kopf. Sie führt einen anarchischen Lebensstil und predigt den Genuss des Augenblicks., zeigt und erklärt ihm die Welt der Bücher, von denen ihn besonders der englische Naturdichter und Romantiker John Clare inspiriert. Wie hat es uns gefallen: Das Buch behandelt mit 2 Protagonisten und einem Hund 😉 3 gewichtige Themen: Die Geschichte zeigt das damalige Gesellschaftsbild Englands im Jahr 1946,, besonders die Lebensumstände seiner Menschen nach dem 2. Weltkrieg sehr gut auf. - Den Krieg gewonnen, dennoch unter den Folgen leidend. Das 2. Thema ist die Suche nach Identität und Freiheit des jungen Robert, sein Coming-of Age. Dazu stellt sich heraus, dass Dulcie, die wir als rätselhaft, undurchsichtig und manchmal übergriffig gegenüber dem unerfahrenen Robert beurteilen, ein tragisches Schicksal mit sich trägt. Was hat uns gefallen: Wunderbar sind die Naturschilderungen des Autors, und Roberts Gefühl dabei, mit sich selbst im Reinen zu sein: Seite 52 „Ich spürte eine Verstärkung und Verfälschung der Sinne, sonderbar, aber durchaus lustvoll, als erlebte ich die Pflanzen- und Tierwelt um mich herum in einem gesteigerten und intensiveren Masse. Als erlebte ich sie nicht nur, sondern als wäre ich ein Teil von ihr dann (... ) Ich atmete tief ein, roch Erde, Bärlauch, Kräuter schwebende Pollen und den Duft des salzigen Seeluft. Ein Sinnenschmaus.“ Seite 95 „ stattdessen ging ich tief hinein in die Wildwiese und streckte mich für einige Momente dort aus, lauschte Ihrem Surren und Rascheln und spürte wie die Sonne mir Strahlenkränze auf die geschlossenen Lider malte.“ Angetan hat es uns die Figur der Dulcie, die sich der Bohemian Lebensart verschrieben hat, liebt ihre Individualität, Kunst, Musik, und ein einfaches, aber erfülltes Leben. Durch ihre Beziehungen und Kontakte kann sie sich auch gewisse Schrulligkeiten leisten unter anderem gutes Essen leisten.. Sie raucht, nur in Verbindung mit Lyrik 😉 (S.211), stört sich nicht an gesellschaftlichen Normen und Konventionen. Sie ermuntert Robert, seinen eigenen Weg zu gehen, fördert ihn. S. 109 „ Leute wie ich gehe nicht studieren. - Was meinst du mit Leute wie ich? – Bergmannsleute. - Aber du hast ein funktionsfähiges Organ in deinem Schädel oder? - ich hoffe es“. Nach Dulcies buntem Querschnitt, was er lesen sollte, schenkt sie ihm einen Stapel Bücher: Seite 118 „Es tut gut, ein bisschen auszumisten. Außerdem sind nicht die Bücher das Wesentliche, Robert. Die sind bloß Papier, aber sie enthalten ganze Revolutionen. Die meisten Diktatoren lesen kaum etwas anderes als die schmeichelhaften Biografien, die irgendwelche Schleimer über sie verfassen. Und das ist ihr Fehler: nicht genug Poesie in Ihrem Leben“ Verschiedene von uns haben das Werk ebenso als Anti-Kriegs-Buch und eine Lanze für den Pazifismus gesehen: Seite 49 „ … habe ich gelernt dass sie alle so ziemlich gleich sind: Menschen sind Menschen. Ich spreche da aus Erfahrung manche Menschen sind tapfer und andere töricht und fast alle haben Angst. Krieg ist Chaos mehr nicht. Deutsche oder Briten, Armenier, Holländer oder Tongaer - die meisten Menschen wollen bloß ein ruhiges Leben. Ein gutes Essen, ein bisschen Liebe. Einen Abendspaziergang. Einen geruhsamen Sonntag.“ S. 200 Nachkriegssituationen: „ überall um uns herum hatte der Krieg Spuren hinterlassen, und die Art des ländlichen Lebens änderte sich. Die Rationierung hatte einen Appetit geweckt, der sich als unstillbar erwies, und landwirtschaftliche Flächen wurden aufgekauft und auf Massenproduktion umgestellt. Die große Angst war jetzt der Hunger, nicht mehr der bewaffnete Konflikt.“. Was hat uns gestört: Einfach to much, manchmal geht es mit ihm (dem Autor) durch 😉 oder er möchte es immer noch besser machen: Seite 29: „Hecken umsäumten mich und ich kaum an Kühen vorbei deren Euter wie Partyballons herum baumelten, gelegentlich auch an Pferden die auf tristen Kuppeln angebunden..(…) und deren Rippen hervortraten wie die Rümpfe von gestrandeten Booten“ Seite 119: „ Der Himmel grollte. Die Ohren des Hundes stellten sich auf: 2 haarige, aufs Meer hinaus gerichtete Schallspiegel, die den Umschwung in der Atmosphäre aufnahmen.“ Solche alternativen Bildfelder passen nicht. Pädagogisch nicht besonders wertvoll fanden wir den „Ausrutscher„ Dulcies, als sie Robert zum exzessiven Alkoholgenuss verführt. Besonders bewegend/ anrührend: Ein besonders bewegender Moment war, als Dulcie das Atelier ihrer verstorbenen Partnerin für Robert vorbereitete und ihm zeigte, dass der gravierte Buchstabe "R" nicht nur für Romy, sondern auch für Robert steht. So hatte Dulcie hat einen Weg gefunden, ihr Schicksal anzunehmen. Vergleich: Der "Leben eines Taugenichts" ist eine Novelle von Joseph von Eichendorff, die die Geschichte eines jungen Mannes erzählt, der sein Zuhause verlässt, um sein Glück in der Welt zu suchen. Auf seiner Reise erlebt er verschiedene Abenteuer und lernt wichtige Lebenslektionen. Letztendlich findet er sein Glück und seine Erfüllung in der Natur und in der Liebe. Fazit: Wir empfehlen es uneingeschränkt. Wie schon eingangs geschrieben, ein Lesestoff der nach vielerlei Richtung den Leser fesselt. Die wunderschönen Bilder wurden von einem Lesekreis-Mitglied zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank!!

  • Dörte Hansen: Zur See | Mysite

    Dörte Hansen: Zur See Klappentext: Die Fähre braucht vom Festland eine Stunde auf die kleine Nordseeinsel, manchmal länger, je nach Wellengang. Hier lebt seit fast 300 Jahren die Familie Sander. Drei Kinder hat Hanne großgezogen, ihr Mann hat die Familie und die Seefahrt aufgegeben. Nun hat ihr Ältester sein Kapitänspatent verloren, ist gequält von Ahnungen und Flutstatistiken und wartet auf den schwersten aller Stürme. Tochter Eske, die im Seniorenheim Seeleute und Witwen pflegt, fürchtet die Touristenströme mehr als das Wasser, weil mit ihnen die Inselkultur längst zur Folklore verkommt. Nur Henrik, der Jüngste, ist mit sich im Reinen. Er ist der erste Mann in der Familie, den es nie auf ein Schiff gezogen hat, nur immer an den Strand, wo er Treibgut sammelt. Im Laufe eines Jahres ändert sich das Leben der Familie Sander von Grund auf, erst kaum spürbar, dann mit voller Wucht. zur Autorin: Dörte Hansen, geboren 1964 in Husum... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Gegenwartsliteratur Verlag: Penguin Verlag erschienen: 2022 Seitenzahl: 253 zu unseren Lesekreis-Erfarungen:

  • Jasmin Schreiber: Marianengraben | Mysite

    Jasmin Schreiber: Marianengraben Klappentext: Paula braucht nicht viel zum Leben: ihre Wohnung, ein bisschen Geld für Essen und ihren kleinen Bruder Tim, den sie mehr liebt als alles auf der Welt. Doch dann geschieht ein schrecklicher Unfall, der sie in eine tiefe Depression stürzt. Erst die Begegnung mit Helmut, einem schrulligen alten Herrn, erweckt wieder Lebenswillen in ihr. Und schließlich begibt Paula sich zusammen mit Helmut auf eine abenteuerliche Reise, die sie beide zu sich selbst zurückbringt - auf die eine oder andere Weise. zur Autorin: Jasmin Schreiber... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Belletristik Verlag: Eichborn Verlag erschienen: 2021 Seitenzahl: 252 Jasmin Schreiber: Marianengraben Der Klappentext gibt einen kurzen Abriss: Verlust, Schmerz, Trauer, Schuldgefühle, aber auch Freundschaft. Es sind wenige Akteure: Paula, die Protagonistin, die ihren kleinen Bruder Tim verloren hat und Helmut, der seiner verstorbenen Frau Helga versprochen hat, ihre letzte Ruhe nicht auf dem Friedhof, sondern an ihrem Wunschort in Südtirol zu finden. Dazu gibt es Judy, den Hund Helmuts, einen Schäferhunde-Mischling, und Lutz, das Huhn Paulas. Der Roman beginnt 2 Jahre nach Tims Tod, Paula befindet sich in Therapie, da sie keinen Lebensinhalt durch ihre Schuldgefühle empfindet. Das Problem des nicht-loslassen-könnens beschreibt sie in ständigen Dialogen und Flashbacks mit Tim. Sie ist ca. 25 Jahre alt, Helmut ist geschiedener Witwer, in seinen 80ern, seine Frau Helga war seine große Liebe. Wie hat es uns gefallen: Der Roman hat für uns die richtige Mischung aus Sensibilität für das Thema, und Situationskomik, Humor, der bei aller Traurigkeit ein Lächeln entlockt. Ein Roadtrip, der zur Therapie wird, Alt - Jung, durch Trauer vereint. Die Vorstellung, Seite 30: „Wie heißen sie eigentlich?“ fragte ich. „Helmut“. Und Sie?“ „Paula. Angenehm“. „Na ja, wir wollen es mal nicht übertreiben“. -„Netter Typ.“ Das gegenseitige Verständnis, Seite 96: „Wenn Trauer eine Sprache wäre, hatte ich jetzt zum ersten Mal jemanden getroffen, der sie genauso flüssig sprach wie ich, nur mit einem anderen Dialekt.“ Vegetarierin kontra Fleischesser, Seite 70/71: Als Paula Helmut erklärt, dass Tintenfische mit der Haut sehen können: „Streichen sie den Tintenfisch, ich nehme die Kartoffelpuffer mit Apfelmus“, sagte er, und setzte in meine Richtung nach: „Oder können Äpfel auch mit der Schale sehen?“ Was hat uns gefallen: Die Gliederung des Romans hat uns gut gefallen, jedes Kapitel beginnt mit Tiefenmeter-Ansagen, die das langsame Auftauchen aus der Düsternis, die Fortschritte der Trauerverarbeitung bekunden. Als roter Faden und verbindendes Element zwischen dem ungleichen Paar ist zur Trauer die Duplizität des Todes von Helga und Tim: Der stille Tod des Ertrinkens. Sehr gut ist das Buchcover gelungen, die Tentakel, die Paula immer wieder in die Tiefe des Marianengraben ziehen. Es wurde kritisiert: Etwas aufgesetzt wirkte die „Aschensicherstellung“ von Helmuts Frau Helga,(Seite 34) leichte Slapstick-Tendenzen sind nicht zu leugnen und wirken übertrieben, so die „Tradition“ die Urnen zu entwenden (Seite 219). Der Ton war uns manchmal zu schnodderig: Seite 87: „ ..dass ich nach diesem Trip einen Reiseführer mit dem Titel die schönsten Pinkelstellen Deutschlands und Österreichs würde herausgeben können.“ Fazit: Emotional und einfühlsam wird über Schuldgefühle und Selbstvorwürfe aus dem Eindruck der Verantwortlichkeit für den Tod eines geliebten Menschen erzählt. Die Autorin schreibt nicht stilistisch, aber mit sehr viel Gefühl! Ein Kraft-Buch, es lebe das Leben! Und hier noch mein Lieblingszitat: Eine schöne Metapher, Seite 10: „Ein Buch in der Hand kann ein echter Rettungsanker sein – wenn die See des Lebens zu rau ist, klammert man sich an Geschichten und lässt sich von ihnen in Sicherheit bringen.“ unsere Lesekreis-Erfahrungen:

  • Lesekreis-Erfahrungen Zur See | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Dörte Hansen ZUR SEE Zum Buch: Erzählt werden die Lebensläufe mehrerer Inselbewohner, insbesondere der Familie Sanders. Es geht um das, was uns letztendlich prägt, sei es die Landschaft, die Umgebung in der wir aufwachsen, oder die Geschichte unserer Eltern, Großeltern und Vorfahren. Unsere Identität, unsere Wurzeln und um den Wandel und die Veränderung, die der Tourismus mit der Kultur der Menschen macht. Personenkonstellationen Die Sanders: Eltern Hanne und Jens: Seite 186: „Zwei Sprösslinge aus altem Inseladel, füreinander wie gemacht.“ Jens Sanders Vorfahren waren Walfänger, auch er ist zur See gefahren, bevor er dann 20 Jahre Vogelwart auf der Insel wurde, isoliert, nur er und die Vögel. Hanne hat ihr eigenes „autonomes Feld“, sie stellt sich den Realitäten des Wandels, beginnt mit Touristenvermietungen. Außerdem engagiert sie sich für das „Heimatmuseum“. Ryckmer, der älteste Sohn - hat traumatisierte Erlebnisse zur See (er sah die weiße Wand der Nordsee) und hat deshalb eine Negativ-Karriere vom Kapitän zum Fährmann erreicht. Er ist Trinker und spielt nun den Seebären für die Touristen. Ryckmer hat die Rolle des Erzählers und „Bewahrers“ der Traditionen, Geschichten und Balladen. Seite 16: „Auf allen Inseln gibt es einen, der die Sagen kennt, die alten und die neuen Mythen.“ Tochter Eske , ist studierte Sprachforscherin, hat promoviert, arbeitet jetzt auf der Insel als Altenpflegerin. Sie ist die „Rebellin“ in der Familie, bezieht besonders Front gegen ihre Mutter, deren Unternehmen, Treiben sie verachtet. Sie hat eine Beziehung zu Freya, die Tätowiererin ist. Henrik Sander, das jüngste Kind ist Künstler, Treibgut-Sammler, der einzige Sander, den es nie auf ein Schiff gezogen hat. Er feiert im Buch gerade seinen 30. Geburtstag. Sommers wie winters ist er barfuß, lehnt Schuhe ab. Wir vermuten, dass er sich vielleicht so mit der Erde verbunden fühlt, geerdet. Inselbewohner: Fleming Jespersen , ein Däne, der die Sprache der Inselbewohner „analysieren“ will. Er ist die Vertrauensperson, dem Ryckmer vom Missbrauch als Kind durch einen Touristen erzählt. Der „schöne“ Pastor Lehmann, hegt Zweifel an seiner Berufung, ist desillusioniert, hat eine Beziehungskrise mit seiner Frau. Er joggt über die Insel, denn: Seite 26 ..“ein schlendernder Pastor ist leichte Beute für all die Einsamen und Angeknickten, chronisch Kranken …(..)… Henri Brix „ist froh, dass er nicht mehr zur See muss, wie die Väter,“ fährt dafür die Touristen mit der Kutsche über die Insel. Wie hat es uns gefallen? Wir sind begeistert von der Art der Sprache und ihrer Poesie. Wir können in diesem Fall keinen absoluten Sympathieträger in der Geschichte küren, weil für alle Verständnis und Zuneigung besteht. Obwohl die Dialoge fehlen, klingen die Stimmen der Akteure, wie auch ihre Gedanken, im Kopf. Die Szenen wirken emotional sehr nach. Der Ton ist abgeklärt, gewollt trocken und nüchtern, manche Satzteile, um die Wirkung zu untermauern, auch redundant. Was hat uns gefallen? Herrlich spezielle Wortschöpfungen in ihrer Ironie bereiten uns besonderes Vergnügen: Pastor Lehmanns Kurzandacht zur Mittagszeit „Seelensnacks im Inselkirchlein“ Seite 24 „Kurztripper nennt Eske diese Feiertagstouristen“. . Seite 181 „fifty shades of beige“ Seite 121, gemeint sind Birte Diecks Strickjacken, die, Seite 130 „die Farbe von verdorrtem Gras haben“. Die Ergebung des Pfarrers, Seite 130: „Zeit für das Schlichtkleid, Pastor Lehmann“ Seite 81: Hanne über Henrik „und heute sammeln Kunstversteher seine Treibholzwerke“. Besonders berührt hat uns: Das Stranden des Pottwals und dessen Tod, das „Jahrmarktsspektakel“, das es auslöst, auch in den Gefühlen Jens Sanders. Seite 155 „und jede Nacht, bevor er schläft, sieht er das Auge dieses jungen Wals vor sich, der sterben musste, weil er sich verschwommen hatte.“ Besonders obsessiv erscheint, als Henrik im Blut des Wals beim Zerteilen steht. Seite 145: „ Neben ihnen steht der Mann der heute Morgen barfuß kam, jetzt ragt nur noch sein Oberkörper aus der dunkelroten Masse.“ Wir denken an die Mythologie von Moby Dick/ Kapitän Ahab. Wir sprachen über: Es bilden sich bildende Parallelgesellschaften auf der Insel: Insulaner und Touristen. Wir fragen uns, ob der Brecher der Intimsphäre der Inselbewohner der Tourist ist. Seite 183: „Die Insel schien, wenn die Saison begann, auf einmal zu vibrieren…(…). Die Kinder zogen in die Sommerkammern, und die Mütter standen unter Strom“. Henri Brix, S.190: „Auf jeder Fahrt gibt es die Räsonierer und Blasierten, für die ein Mensch auf dem Kutschbock ein Idiot ist, oder ein Lakai. Und einen pensionierten Besserwisser, der einem unbedingt den Tidenhub erklären muss…..(…) Man zahlt ein Seelengeld für dieses Leben.“ Die Rolle der Inselfrauen, einsam, wartend, stark, und ihre Energie, Organisationstalent. Lieblingszitate: Geschickt verwebt Dörte Hansen ein altes Seemannlied mit der Situation von Vater Jens und Sohn Ryckmer: Die Bedeutung verändert, von der "Stimmungsmache" zur Melancholie „What shall we do with the drunken Sailor.“. Jens über seinen Sohn Ryckmer Seite 154: „Er ist wohl kaum der Mann, der seinem Sohne mit guten Ratschlägen zu kommen braucht.“ Poesie pur: Seite 23:„Man muss, wenn man auf einer Insel lebt die Tagesränder suchen. Die Dämmerzeiten..“ Seite 173: „der Quittenbaum in ihrem Garten blüht in diesem Jahr für zwei. Die Krone ist wie eingeschäumt, in seinen Zweigen summen die Insekten." Seite 179: „Heute früh war es fast sechs, als sie auf ihren Wecker sah. Die Amseln lasen ihr schon die Leviten“. Fazit: Ein schönes Buch! Auch das Cover gelungen, stellt man das Buch auf den Kopf, befinden sich an der Flute des Wals Marionettenfäden, nämlich die Leinen des stürzenden Seemanns zum Walfang😉 Zum Abschluss Dörte Hansens Kontext zum Seemanns-Symbol, auch für Tattoos: Glaube Liebe Hoffnung – Der Glaube ist ein krankes Kind, die Liebe ist ein Biest, die Hoffnung ist nicht klein zu kriegen!!

  • Daniel Glattauer: Die spürst du nicht | Mysite

    Daniel Glattauer: Die spürst du nicht Klappentext: Die Binders und die Strobl-Marineks gönnen sich einen exklusiven Urlaub in der Toskana. Tochter Sophie Luise, 14, durfte gegen die Langeweile ihre Schulfreundin Aayana mitnehmen, ein Flüchtlingskind aus Somalia. Kaum hat man sich mit Prosecco und Antipasti in Ferienlaune gechillt, kommt es zur Katastrophe. Was ist ein Menschenleben wert? zum Autor: Daniel Glattauer, geboren 1960 in Wien,... Wikipedia zum Buch: zu unseren Lesekreiserfahrungen: Genre: Gegenwartsliteratur, Drama, Fiktion Verlag: Paul Zsolnay erschienen: 2023 Seitenzahl: 303

  • Lesekreis-Erfahrungen Der Klavierstimme | Mysite

    Lese-Erfahrungen in unserem Lesekreis: Um den Klappentext nicht zu wiederholen, steigen wir ein mit den beiden Hauptthemen des Romans: die Lebensgeschichte des Klavierstimmers Frederic Delacroix, der in seinem Verlangen, seiner Gier nach Bestätigung und Ruhm, sich selbst trotz seines Bekanntheitsgrades in seinem Metier, nie genug wertgeschätzt fühlt. Die verbotenen Liebe seiner Kinder, des Zwillingspaars Patricia und Patrice, die der Anziehung voreinander geflüchtet, nach 6 Jahren einen Weg suchen in der heilenden Kraft des Schreibens. Wie hat es uns gefallen: Als Gliederung wird in 7 Heften die Geschichte eines Dramas erzählt. Die Selbstwahrnehmung des Zwillingspaars Patricia und Patrice der Ereignisse. Insgesamt erscheint der Roman als Inszenierung epischer Größe, eingebettet in die Tragik der Oper Tosca und der Verbindung zu Kleists Novelle Michael Kohlhaas, die Fritz Bärschi alias Frederic Delacroix unbedingt vertonen möchte, und damit endlich berühmt werden. Was hat uns gefallen: Der Schreibstil ist anspruchsvoll, emotional und packend. Ausnahmslos sind alle Romanfiguren glaubwürdig, plastisch und fein konturiert. Im Buch steht dem Lesekreis Patricia am nächsten. Die Sympathieträgerin ist durch ihre Erfahrungen gefestigt und gereift. Das Gegenteil wird mit dem Charakterbild der Mutter empfunden: Selbstmitleidig und egoistisch und eifersüchtig. Am meisten berührt hat uns: Die Szene anlässlich der Polsterung der Tür Seite 141/142 „Als es soweit war, strichst du mit den Händen über die dunkelrote Lederpolsterung…(..) „Probieren wir es aus, sagtest du mit deiner fürchterlichen Tapferkeit“(…..)“Nun? Ist (….) meine Musik jetzt still genug?“ …Seite 407 „Ihr habt nie nach meinem wirklichen Namen gefragt.(…) „Fritz Bärtschi mit Ä“ (…) Ein gewöhnlicher Name. (…..) Davon wolltet ihr nichts hören“ (Pseudonym vergleiche Klavierstimmer Fritz Bärtschi/Peter Bieri 😉?) Wir sprachen über: Die Anwendung des Schreibens als Therapie in der Psychoanalytik. Inzest als Familiengeschick? Chantal, die Mutter wird von GP (Großvater der Kinder) missbraucht, sie wiederum verführt ihren Sohn, ihre Eifersucht auf die Kinder, Seite 143; die Anziehung der Zwillinge Kindheitserlebnisse, die das ganze weitere Leben prägen Die Rolle der Musik im Buch – Emotionen und Stimmungen Was hat uns gestört: Es gibt sehr viele Nebenstränge. Wir sind der Meinung die Vielzahl von Themen überladen beinahe, der Ton ist oft theatralisch, was wiederum zur Oper passt. Lieblings – Zitate: Seite 144: „Blicke sind seltsam flüchtige Wesen: Es gibt sie nur, wenn jemand sie liest; dann aber sind sie beredter und genauer als alle Worte.“ Fazit: Das gesamte Werk lässt sich für uns als große Oper, also Tragödie verstehen: Schicksalsträchtig, brisant, pathetisch. Lesenswert, tiefgründig mit Überlegungen zur Selbstreflexion Das Vorwort passt ebenso als Schlusswort: Wir suchen unser Glück außerhalb von uns selbst, noch dazu im Urteil der Menschen, die wir doch als kriecherisch kennen und als wenig aufrichtig, als Menschen ohne Sinn für Gerechtigkeit, voller Missgunst, Launen und Vorurteile; wie absurd! La Bruyère.....und wie wahr ;-)

  • Mariana Leky: Was man von hier aus sehen | Mysite

    Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann Klappentext: Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman. 'Was man von hier aus sehen kann' ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Für Luise zum Beispiel, Selmas Enkelin, gilt es viele tausend Kilometer zu überbrücken. Denn der Mann, den sie liebt, ist zum Buddhismus konvertiert und lebt in einem Kloster in Japan … zur Autorin: Mariana Leky, geboren 1973 in Köln ist eine deutsche Autorin... siehe Wikipedia-Link ... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: Belletristik, Fiktion erschienen im: Dumont Verlag herausgegeben: 2017 Seitenzahl: 320 unsere Lesekreis-Erfahrungen: Die Zauberwelt Luises, der Protagonistin in der Coming of Age Erzählung, oder: Die Welt, in der wir gerne leben möchten? Once upon a Time in einem kleinen westerwäldischen Dorf in den 80er Jahren, wo die Menschen skurril, sehr Erd- und Mystik- verbunden sind, verschroben in der ihnen eigenen kleinen Welt. Wir stellen fest: Eine Bearbeitung der Geschichte mit pragmatischen, praktischen oder gar zweckmäßigen Überlegungen ist nicht möglich, und wird nur zu Enttäuschungen führen, hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit der Ereignisse und Begebenheiten. 😉 Alles ist aus Sicht des neunjährigen Mädchens Luise und ihrer Wahrnehmung geschrieben. So werden beispielsweise keine zum Einsturz gefährdeten Böden repariert, sondern lediglich als außerordentliche Gefahrenstelle kenntlich gemacht. Der Roman umfasst 20 Jahre Entwicklung des 9-jährigen Kindes, bis zu dessen Abitur. Erwachsenwerden und Ausbildung zur Buchhändlerin bei Buchhändler Rödder, wir leiden mit beim erstmaligen Erleben Luises von Freundschaft, Liebe und Verlust. Was sich als logisch aufdrängt, wird oftmals ausgeblendet, manche Akteure sind mit ihrem Berufsstand und gleichsam mit ihrer Charaktereigenschaft oder ihren Gemütszustand beschrieben, aber nicht „benamt“. Bemerkenswert: etwa der tatsächliche Name des verliebten Optikers in (Oma) Selma kommt erst auf den letzten Seiten ans Licht, indem er während eines Telefonats sich namentlich vorstellt. Die Figurenzeichnungen der Personen und ihrer Charaktere sind sehr lebendig: Da ist der Schulkamerad MARTIN, der „Hochheber“ (Idol der Kran von Schachty), kommt bei Zugunfall ums Leben - sein Vater Palm ist Alkoholiker SELMA, Luises Oma, unbewusste Doppelgängerin von Rudi Carell 😉, sieht durch Okapi-Traum den Tod voraus …“Selma trug eine große violette Rüschen-Badehaube, die aussah wie eine Hortensie und die sie sich von Elsbeth geliehen hatte, damit Rudi Carrells Frisur nichts geschah“. OPTIKER– Dietrich Hahnberg, Liebesbriefschreiber, Mitarbeiter des Monats der der einzige Mitarbeiter ist. -ist schon seit Jahren in Selma verliebt, unzählige Briefe angefangen, nie zu Ende gebracht, oder gar abgeschickt. Selma und der Optiker sind beide maßgeblich in die Erziehung, Entwicklung und Bildung von Luise und Martin involviert. Die Ehe der ELTERN Luises ist weder harmonisch, noch funktioniert sie, beide wirken eher als Nebendarsteller, immer zweifelnd, ob man sich nicht besser trennen sollte. Mutter Astrid (Besitzerin des Blumenladens Blütenrein) hat es ewig eilig, und ein Verhältnis mit dem Eisdielenbesitzer Alberto mit Vorliebe für klingende Namen seiner Produkte z.B. „Flammende Versuchung, Heißes Verlangen“. Vater Arzt und Aussteiger, lebt in dem Gefühl etwas verpasst zu haben, möchte die Welt sehen und geht dann auf Reisen. „Ein bisschen mehr Welt hereinlassen“. HUND ALASKA als Metapher für Schmerz (des Vaters eingekapselter, der so externalisiert werden soll laut. Dr. Maschke), Mischling irischer Wolfshund mit Pudel (wer kann sich darunter etwas vorstellen?) Die abergläubige ELSBETH, Kräuterhexe wohnt am Dorfende stellt u.a. Schneckensalbe her, die graue Haare wieder blond machen soll. FREDERIC, der Mönch aus dem Wald, konvertiert zum Buddhismus, lebt in einem Kloster in Japan. „Luise liebt einen Buddhisten, der nicht zölibatär in Japan lebt und uns in drei Wochen besucht“ S. 162 Die immer schlecht gelaunte, traurige MARLIES, deren Tante hat sich mit 92 Jahren erhängt hat, und Marlies fand, „da lohnte das Aufhängen auch nicht mehr“ S 56 Besonders gefallen hat uns: Der Ton der Erzählung ist bewusst dem Alter Luises und Zeitgeist der 80er Jahre angepasst. Beispielsweise die Pralinen Mon Cheri zum Geburtstag Selmas, „da die Füllung so entspannend sei“ 3. Teil des Buches Kapitel S 147 „Unendliche Weiten" Star-Treck-Serie (Raumschiff Enterprise), der Märchenwelt, Heinrich, der Wagen bricht S.279, Der Froschkönig, Detailliert wie nur Kinderaugen zu beobachten, registrieren,die Beschreibungen der „Anzugsordnung“ der traurigen Marlies, die die Farbe ihrer Unterhosen mit einem ausgeleierten Norwegerpullover kombiniert. Es mag manchen Leserinnen mitunter allzu viel des Guten sein, amüsiert jedoch durch die Bildhaftigkeit, die hängen bleibt. Es wurde kritisiert: Unstimmig: Luise ist 1 Jahr jünger als Martin und macht ihm die Hausaufgaben Fragwürdig: Die „Läuterung Palms, (Vater Martins), der nach dem Verlust des Sohnes vom Alkoholiker zum bibeltreuen Gläubigen. Der Hintergrund des Mönchs fehlt, er kommt aus dem nichts, Familie? Zu viele Wiederholungen, wiederkehrende Sätze und Szenen. Was hat uns besonders berührt: Das Wort/Ähnlichkeitsspiel mit Oma Selma, Optiker, Martin und Luise, S. 50, überhaupt, ihre Hingabe zu den Kindern Zitate: "Keiner ist alleine, solange er noch WIR sagen kann" (S. 287) "Wenn wir etwas anschauen", S. 162) "Martin erkannte einen jungen Braunbären der sich sowohl mit seiner Farbe als auch mit dem Westerwald vertan hatte". Frederic: "Du bist verschwommen, Luise" Der Roman endet mit der Entscheidung Luises, hinaus in die weite Welt zu treten. Geht gut aus, stimmig und nicht abrupt. Zum Buchtitel: "Wenn man etwas gut Beleuchtetes lange anschaut, und dann die Augen schließt, sieht man dasselbe vor dem inneren Auge nochmal als unbewegtes Nachbild, in dem das was eigentlich hell war, dunkel ist, und das was eigentlich dunkel war, hell erscheint." Prolog Seite 9 Fazit: Vergleich zu „Helle Tage“ ein Resilienz- und Mutmach-Buch, wir würden es verschenken, empfehlen.

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    Édouard Louis: Anleitung ein anderer zu werden Klappentext: Mit Mitte zwanzig hat er schon mehrere Leben hinter sich: Eine Kindheit in extremer Armut, die Scham über die eigene Herkunft, die Flucht vom Dorf in die Stadt, nach Aufbruch nach Paris. Er macht sich frei von den Grenzen seiner Herkunft, nimmt einen neuen Namen an, liest und schreibt wie ein Besessener, probiert sich aus, will alle Leben leben. Er trifft sich in mondänen Hotels mit Männern, die in einer Nacht soviel ausgeben, wie seine Familie im Dorf in einem ganzen Jahr. Immer neue Welten erschließen sich ihm. Mit unbändiger Energie erfindet er sich wieder und wieder, schließt Freundschaften und hinterfragt doch die radikale Selbstveränderung, die sich nie ganz vollendet. zum Autor: Édouard Louis ist ein französischer Schriftsteller... Wikipedia zum Buch: Genre: Gegenwartsliteratur, Coming-of -Age, Autobiografie Verlag: Aufbau Verlag Berlin Übersetzerin: Sonja Finck erschienen: 2022 Seitenzahl: 272 zu unseren Lesekreis-Erfahrungen

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    Pascal Mercier: Der Klavierstimmer Ein berühmter italienischer Tenor wird während der Aufführung von Puccinis "Tosca" auf offener Bühne erschossen. Die Kinder des Täters, die Zwillinge Patrice und Patricia, reisen nach Berlin, um zu verstehen, wie es zu dieser Tat kommen konnte. Schicht für Schicht legen sie die Beweggründe frei, die ihren Vater, einen legendären Klavierstimmer und glücklosen Opernkomponisten, zur Waffe greifen ließen. zum Autor: Pascal Mercier, dieses Jahr im Juni gestorben,... Quelle Wikipedia . bitte hier klicken! zum Buch: Genre: tragischer Roman Verlag: btb (als Taschenbuch) erschienen: erstmals 1998 Seitenzahl: 507 zu unserer Lesekreis-Erfahrung:

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